The Burning Cold over Stuttgart – Omnium Gatherum Tour 2018

Nothgard

Nothgard

Der Melodic Death Metal Konzertabend stand unter keinem guten Stern. Nicht nur, dass ich es am Tag zuvor beim Sport dermaßen übertrieben hatte, dass ich nur noch auf allen Vieren kriechen konnte. Auch mein Magen-Darm-Trakt beschloss mich im Stich zu lassen. Natürlich alles kein Grund nicht zum Omnium Konzert zu gehen – mit dem Kopf nicken geht ja noch und darauf kommt es schließlich an. Vollgepumpt mit Imodium ging es also in den clubCann.

Der Auftritt der ersten Vorband Nothgard war schon in vollem Gang, als mein Mann und ich eintrafen, sodass wir von den Melodic Deathern aus Deggendorf leider nicht mehr allzu viel mitbekamen. Immerhin erlebten wir noch den verzweifelten Versuch, die versammelte Schwabengemeinde zu einem Circle Pit zu bewegen. „Wir wollen Bewegung sehen.“ Das zog sich durch den kompletten Abend, doch jede der drei Bands perlte daran ab, die als eher nicht so extrovertiert geltenden Schwaben zum Tanzen zu bringen. Da half keine Erpressung („Die anderen haben es auch alle hinbekommen“) und kein Sarkasmus („Das war der kleinste Circle Pit, den ich je gesehen habe. Wenn sich zu dem einen vielleicht noch ein zweiter gesellen könnte…“). Omnium Sänger Jukka Pelkonen versuchte es mit einem freiheitlichen pädagogischen Ansatz „Wir bangen jetzt gemeinsam voll ab – und wer sich traut, kann hier vielleicht auch einen Circle Pit eröffnen.“ Es nützte alles nichts. Das Publikum erwies sich als tanzresistent.

Tuomas Saukkonen

Tuomas Saukkonen

In der Pause schoben wir uns weiter nach vorn. Wobei ich positiv anmerken muss, dass der clubCann nicht so vollgestopft war, dass man sich nicht mehr regen konnte. Auch der Sound war klasse und ausgewogen. Großes Lob. Als Nächstes stürmten die finnischen Melodic Death Metaller von Wolfheart die Bühne. Gefiel mir gut. Ausgefeilte Songs mit Doom- und Blackmetal Anteilen und ein Auftritt, der Laune machte. Bassist Lauri Silvonen bewies eine Engelsgeduld. Ich weiß nicht, wenn man mir 5 Minuten ins Nasenloch filmen würde… Ähm. Ja. Beeindruckend war auch der Gitarrengurt von Gitarrist und Sänger Tuomas Saukkonen. Der bestand nämlich aus einer Kette aus Eisengliedern. Wirkt sehr martialisch und saucool, aber aua. Mein Mann nur lapidar:“Es heißt doch ‚Heavy Metal'“. Tja, auch wieder wahr. Allerdings lenkten zwei Herren direkt vor mir meine Aufmerksamkeit vom Geschehen auf der Bühne immer wieder ab. Der eine drehte ein Video auf seinem Smartphone und gab der Band mit Handzeichen Regieanweisungen. Da diese das frecherweise ignorierte, verlegte er sich aufs Tanzen und Bangen. Da kommt sicher ein Blockbuster dabei heraus. Sein Kumpel faszinierte durch seinen ausgefeilten Tanzstil. Eine Mischung aus „Hol dein imaginäres Lasso raus“, Techno und Bangen. Herrlich. Und da er in den langsamen Teilen schon immer etliche BPM schneller war, wurde es in den schnellen Passagen richtig witzig.

Omnium Gatherum

Omnium Gatherum

Wir erreichten die zweite Reihe pünktlich zum Auftritt von Omnium Gatherum. Die Melodic Deather sind ja auf Platte eher nicht so mein Ding – aber live die absolute Abrissbirne. Ich hatte ja das Glück Omnium schon einmal live erleben zu dürfen. Die Herren aus Finnland transportieren von ihrer Bühne herunter eine unglaubliche Energie und Kraft. Es macht irre Spaß, zuzuhören und zuzuschauen. Sänger Jukka Pelkonen ist ein echtes Biest. Er bangt, schreit, feuert das Publikum an. Er ist unheimlich interaktiv und leutselig, zeigt immer wieder ins Publikum, als wäre es sein gesetztes Ziel für den Abend mindestens einmal auf jeden im Raum gedeutet zu haben. Sein liebster Zeitvertreib – neben dem Singen – ist aber das Hörner abklatschen mit dem Publikum. Und man kann sich schon auch mal Nase an Nase mit dem Sänger wiederfinden, wenn man ganz vorn steht. Aber auch der Rest der Band versprüht eine wahnsinnige Energie. Einzig Gitarrist Joonas Koto thront eher in sich gekehrt über dem Geschehen und entlockt seiner Gitarre herrliche Melodien. Damit niemand etwas verpasst, weist Sänger Jukka Pelkonen auch meistens durch Fingerzeig darauf hin, dass jetzt ein Gitarrensolo kommt und lässt es sich auch nicht nehmen, Teile auf seiner Luftgitarre mitzuspielen oder die Gitarristen anzufeuern. Allerdings muss ich noch auf ein ernstes Thema hinweisen: misshandelte Bässe. Erkki Silvennoinens Bass wurde offensichtlich nicht gut behandelt, wie eine dicke Lage Tape an einem Flügel des Basses und die zu großen Teilen abgeblätterte Farbe beweisen. Das arme Instrument tat mir von Herzen leid. Andererseits wirkte es eigentlich ansonsten recht munter. Vielleicht doch kein Grund zur Sorge. Zwischendurch entstand sogar ein wenig Wackenfeeling als jemand beim Bangen sein Bier verschüttete und sich ein kleiner See bildete. Zum Schlammrutschen fehlte allerdings noch der Dreck. Neben einigen Songs vom neuen Album wie „Over the Battlefield“ „The Burning“ „Gods go first“ oder „Fearless Entity“ spielten die Finnen natürlich auch einige alte Kracher wie „Frontiers“, „Skyline“ „Nail“ und als Zugabe „Luoto“ und „New Dynamic“. Eine ausgewogene Mischung. Auch das Verhältnis zwischen schweren Walzen und flotten Nackenbrechern machte Spaß. Ein rundum gelungener Melodic Death Metal Abend. Aus Nostalgiegründen riefen wir zum Abschluss noch einmal „Whale ahead!“ und gingen dann tierisch ab. Mit dem Kopf nicken geht jetzt auch nicht mehr. Was soll’s?! Ein großes Dankeschön geht noch an unseren Freund – nennen wir ihn Moorin – dass er extra seine Geburtstagsparty verschoben hat, um uns das Ganze zu ermöglichen.

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Die schnelle Dröhnung: „Lifehunger“ von Vreid

Black Metal/Melodic Black Metal
Veröffentlicht: 28.09.2018
Season Of Mist
https://www.vreid.no


Der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen, von Leben und Tod, von Ende und Neuanfang. Ein Thema, das einfach zum Herbst passt und somit passt auch das neue Album der norwegischen Black Metal Band Vreid voll in diese Zeit. Die Windir Nachfolgeband legt mit „Lifehunger“ ihr achtes Studioalbum vor und ich finde, es klingt sehr stimmig, erwachsen und auf eine gewisse Art angekommen.

Das Album spiegelt musikalisch sehr überzeugend wider, was es textlich aussagt, nämlich dass überbordender Lebenshunger uns nur vom unvermeidlichen Ende ablenken soll. Und so gestaltet sich das Album wie ein düsterer Wald im Herbstnebel durch dessen Geäst sich immer wieder ein Sonnenstrahl schiebt. Vreid experimentieren viel und das macht das Album unheimlich kurzweilig. Da wären das akustisch gehaltene Intro „Flowers & Blood“. Ruhig, entspannt, schön. „One Hundred Years“ dagegen überzeugt mit Blackmetalriffing und Groovigkeit und versprüht ein wenig folkiges Flair mit einem gelungenen Akustikintermezzo. „Lifehunger“ beginnt mit einem doomigen Riff wird dann aber sehr groovig und rockig und der mit Vreid fest verbundene Begriff Black’n’Roll kommt hier ins Spiel. Auch „Sokrates must die“ rockt und groovt ordentlich und macht einfach Spaß. „The Dead White“ bringt dann sogar noch thrashige Riffs ins Spiel. „Hello Darkness“ ist wiederum ein wenig schräg und SOLSTAFIR-Sänger Aðalbjörn Tryggvason erzeugt hier mit seinem Gesang gruslige Gänsehautatmosphäre. Nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt’s. Mit dem Instrumentalstück „Heimatt“ kehrt die Schwermut wieder zurück doch es bleibt nicht dabei, der Song nimmt schnell Tempo und Kraft auf und ein wenig Lebensfreude blitzt durch.

„Lifehunger“ ist experimentierfreudig und kreativ, düster, schwermütig und nachdenklich und gleichzeitig rockig und groovig. Vreid bleiben musikalisch nicht in der tiefen Verzweiflung stecken, sondern rocken sich immer wieder heraus. Dabei nutzen sie alles, was geht: Blackmetallriffs, Groove, Thrash- und Doomriffs, Heavy Metal Elemente und das alles so stimmig, dass es auch noch Spaß macht.

YouTube Channel von Season of Mist: https://www.youtube.com/channel/UC5TaZWeRgdN7klKM60Hj6rQ


Tracks:
1. Flowers & Blood
2. One Hundred Years
3. Lifehunger
4. The Dead White
5. Hello Darkness
6. Black Rites in the Black Nights
7. Sokrates Must Die
8. Heimatt

Band:
Sture – Gesang, Gitarre
Strom – Gitarre
Hváll – Bass
Steingrim – Schlagzeug

 

Düster, aggressiv und heavy – Sorgir von Skálmöld

Pagan Metal/Folk Metal/Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 12.10.2018
Napalm Records
https://skalmold.is/


Ja! „Sorgir“ von Skálmöld ist da. Es ist das fünfte Album der Isländer und es kommt wirklich genau zur richtigen Zeit, denn es soll düster, aggressiv und heavy sein und das brauche ich grad dringend. Neulich im Gitarrenunterricht: „Du spielst da grad den fröhlichen Akkord, gell, da klingt das nicht mehr so richtig düster.“ Bah, jetzt schleichen sich schon ungewollt fröhliche Akkorde ein – und alles, was ich mir denke ist: „Klingt irgendwie komisch?!“. Nee, nee, nee, ich muss mir dringend eine ordentliche Packung Dreck, Düsternis und Evilheit verpassen, nicht dass diese schleichende Helenisierung (und das hat nichts mit Griechen und nur was mir Schlager zu tun) noch fortschreitet.

Sorgir“ bedeutet „Sorge“ und deutet schon an, wohin die musikalische Reise geht. Aber die Isländer spielen nicht einfach planlos drauf los, sondern es steckt noch mehr dahinter. Das Album teilt sich quasi in zwei Teile: „Sagnir“ und „Svipir“. Es gibt jeweils vier „Sagnir“ (Geschichten) und vier „Svipir“ (Geister) Songs und wiederum jeweils zwei – einer aus jedem Teil – bilden ein Paar, das ein und dieselbe Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Einmal aus der Sicht der Person, der das Ganze widerfährt, und einmal aus der Sicht eines anderen Wesens. So, genug der Theorie… Lobend und voller Begeisterung muss ich auch noch das wunderschöne und liebevoll gestaltete Artwork von Kristján Lyngmo erwähnen. Sehr hochwertig und sehenswert!

Der Opener „Ljósið“ (Licht) löst dann auch sofort das gegebene Versprechen ein und haut uns ein schnelles, hartes Riff um die Ohren. Dazu gesellen sich Sänger Björgvins charakteristische, rhythmische Sprechgrowls, Baldurs Schreie und der glasklare, wunderschöne Chorgesang. „Sverðið“ (Schwert) macht mit gemächlicher Schunkelmelodie weiter. Was allerdings an dem Song so richtig Spaß macht, sind die Doppelleads und die vielschichtigen Gitarren, die sich immer wieder ineinander verweben. Fröhliche Folkmelodien sucht man allerdings auf „Sorgir“ tatsächlich vergeblich. Auch „Sverðið“ hat trotz Schunkelmelodie eine eher unheilvolle Stimmung. Mit „Brúnin“ wird es wieder zackiger und Gitarrist Þráinn Árni Baldvinsson haut sein erstes atemberaubendes Hochgeschwindigkeitssolo raus, während Drummer Jón uns mit seinen Doublebasses traktiert. „Barnið“ gefällt mir, weil der Song sehr von den Drums und vom Rhythmus dominiert wird. Er ist schwer, schleppend, drückend, die Gitarren schweben unheilvoll im Hintergrund und dann Bäm! Solo! „Skotta“ ist eine Wundertüte voll Unheil, Gänsehaut und ungutem Gefühl. Tempotechnisch pendelt der Song zwischen stampfenden Passagen und affenartigem Tempo mit Drum- und Gitarrensalven und rasendem Tapping. Gegen Ende taucht das Hochgeschwindigkeitstapping nochmal im Hintergrund auf. Im Vordergrund Cleangesang. Durch die verschiedenen Geschwindigkeiten ergibt sich ein eigentümlich verschobenes Gefühl. Herzklopfen pur.

Die beiden Highlights auf einem Album voller Highlights sind „Móri“ und „Mara“. Heidewitzka – echt. „Móri“ baut langsam und bedächtig durch dumpfe Trommel und anschwellende Gitarren eine unheilvolle Spannung auf. Gastsängerin Ragnheiður Steindorsdottir schafft dann durch ihren Gesang, unterlegt von einer Oboenmelodie, einen schon fast heilig wirkenden Moment, der etwas Tragisches in sich birgt. Und dann hauen die Gitarren und Björgvins Growls gewalttätig mitten rein. Der Hammer. Das Ganze ist so bombastisch, dass man sich fragt „Was soll da jetzt noch kommen?“ Wie „Móri“ besticht auch „Mara“ durch eine gut durchdachte und ausgeklügelte Komposition. „Mara“ ist Härte und Brutalität gegen Weichheit und Traurigkeit. Der von einem Break eingeleitete cleane Gitarrenteil ist dermaßen zum Heulen schön. Doch auch hier lauert schon wieder die Tempokeule und Gitarrist Þráinn Árni Baldvinsson haut nochmal alles raus, was die Finger, Saiten, das Plektrum und die Gitarre nur hergeben und fabrizieren können. Mir fallen einfach keine Superlative mehr ein, deshalb lasse ich es und bleibe mit meiner Gänsehaut hier sitzen.

Sorgir“ ist düster, aggressiv und heavy. Folkig ist das Album auch, aber durch die Blume und nicht mit der Axt. Skálmöld packen jede Menge haarsträub-Akkorde aus und arbeiten mit meisterhaften Tempowechseln und Überraschungseffekten, die eine unheilvolle Gruselatmosphäre schaffen. Typisch für die Isländer ist die riesige Bandbreite beim Gesang: rhythmische Growls, Screams, Cleangesang oder einfach Geschrei – es ist alles vorhanden. Baldur und Björgvin im Wechsel und Zwiegebrüll sind einmalig gut. Stimmige und harmonische Doppelleads und drei Gitarren, die sich vielschichtig ergänzen plus Hochgeschwindigkeitssoli und Ohrenbluttapping, die einem die Schlappen ausziehen, runden das Ganze perfekt ab. Kompositorisch sind die Songs der Isländer ausgeklügelt, kurzweilig und überraschend und im Fall von „Móri“ und „Mara“ mit einem irren Spannungsbogen versehen. Skálmöld erzählen mit ihrer Musik Geschichten und auch wenn der Text natürlich eine wichtige Rolle spielt, benötigt man ihn oft gar nicht, um die Geschichte nachzuempfinden und zu verstehen. Sie sind kalt, hart, abweisend, anrührend, gänsehautverursachend und zum Heulen schön.

YouTube Channel von Napalm Records https://www.youtube.com/user/napalmrecords


Tracks:
1. Ljósið
2. Sverðið
3. Brúnin
4. Barnið
5. Skotta
6. Gangári
7. Móri
8. Mara

Band:
Snæbjörn Ragnarsson – Bass, Gesang
Jón Geir Jóhannsson – Drums, Gesang
Baldur Ragnarsson- Gitarre, Gesang
Gunnar Ben – Keyboards, Oboe, Gesang
Þráinn Árni Baldvinsson- Gitarre, Gesang
Björgvin Sigurðsson- Gesang, Gitarre

Die Welt – ein Tor zu tausend Wüsten stumm und kalt! – Null & Void von 〇

Doom Metal, Black Metal
Veröffentlicht: 11.8.2014 (MC, Digital), 20.5.2015 (CD)
Vánagandr (MC), Pest Productions (CD)
https://0000000.bandcamp.com/


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Null & Void von 〇

Wenn sich eine Band 0 nennt und ihr erstes und bislang auch einziges Werk Null & Void (zu Deutsch soviel wie nichtig) nennt, das Cover mit grau-schwarzen Felsen, was erwartet einen da wohl? Richtig, melancholischer Black Metal. Aber nicht dieses in letzter Zeit sehr modische Teenie-Gedudel. Nein, ernster. Dazu später mehr. Aufmerksam geworden bin ich auf die Isländer wie folgt: Ich habe mich etwas über die Black-Metal-Szene auf der Insel tief im Atlantik belesen und bin dabei neben der Erkenntnis, dass alle Black-Metal-Bands Islands aus insgesamt nur maximal zehn verschiedenen Mitgliedern bestehen (insgesamt, nicht je Band!), über 0 gestolpert. Da ich als Funeral-Doom-Begeisterter immer für lange Lieder zu haben bin, war ich noch ohne den ersten Ton gehört zu haben angetan von Null & Void: gut 34 Minuten, ein Lied? Was soll da noch schiefgehen?

Nichts. Von Anfang bis Ende schleppt einen Null & Void durch eine steinerne Wüste voll Einsamkeit. Schmerz grüßt hinter diesem Felsen, Leid hinter jenem und die Trostlosigkeit dräut stets am Horizont. Meisterhaft komponiert, meist im mittleren Tempo, Themen immer mal wieder aufgreifend, kann man tief wie der Marianengraben im Klangteppich versinken. Anrührende Melodien, die hier mit voller Wucht in den Kopf drängen, schweben dort zerbrechlich und klirrend über allem und verstärken den beschriebenen Eindruck oft bis an den Rand des Erträglichen – vor allem in fast schon bis zur Ekstase crescendierenden Momenten (wie etwa ab Minute 30). Der Gesang tut sein übriges dazu, wechselt er doch passend zur Musik von zunächst elegischem Singsang zu verzweifeltem Kreischen. Nicht ganz umsonst habe ich als Überschrift eine Zeile aus Nietzsches Gedicht „Vereinsamt“ (er nannte es auch „Abschied“, „Heimweh“ und hatte noch viel mehr Titel) gewählt. Denn an dieses Gedicht musste ich gleich denken, als ich Null & Void gehört habe. Gedicht und Lied passen wunderbar zusammen und drücken die gleiche trostlose Stimmung aus. Schade, dass der Text nirgends zu finden ist.

In erstmal fast schon eigenartig anmutendem Kontrast zur traurigen Stimmung steht die wohlige Wärme, die sich durch Null & Void zieht und wofür vor allem der dumpfe Bass, aber auch die mich irgendwie an die Siebziger erinnernde Produktion verantwortlich ist. Auch wenn es gerade in der etwas schnelleren Passage nach etwa einer Viertelstunde durchblitzt: Klirrend kalt wie sonst im Genre üblich wird es hier so gar nicht. Und das passt einfach perfekt. Ob das so richtig Black Metal ist? Ehrlich gesagt: Völlig egal. Hier fügt sich alles zusammen. Ich wüsste nicht einen Punkt, wo ich zu negativer Kritik überhaupt nur ansetzen sollte. Deshalb: Ein Meisterwerk im Bereich melancholischer Musik.


Lieder:

1. Null & Void

Band:
D.G. – Gitarre
TMS – Schlagzeug
S.S. – Gesang
Ö.S. – Gitarre
H.K.F. – Bass

Herrlich schnell, herrlich irre – Ooka von Profane Omen

Groove Metal
Veröffentlicht: 07.09.2018
Playground Music
http://www.profaneomen.net/


OokaNiemals werde ich diesen Moment vergessen. Wir schreiben das Jahr 2014. Finntroll befinden sich auf ihrer Nattfödd Jubiläumstour und machen auch in Schwäbisch Hall Halt. Mit im Gepäck – als Vorband – Profane Omen. Ich werde niemals diesen Moment vergessen, in dem die Finnen auf die Bühne stürmten wie Irrwische auf Speed. Sänger Jules Näveri brüllte los wie ein wütender Troll und machte dazu den passenden Gesichtsausdruck und man hatte den Eindruck, dass es einem gleich die Perücke vom Kopf weht. In diesem Moment war es um mich geschehen.

Nun präsentieren Profane Omen ihr neustes Werk namens „Ooka“. Das Album gehört mit neun Songs eher zu den kürzeren. Die Zeit verfliegt beim Hören unheimlich schnell – was ja schon einmal ein gutes Zeichen ist. Es gibt durchaus auch kurze Alben, die wirken wie eine halbe Ewigkeit und länger… aber das ist ein anderes Thema. Das Album Cover ziert ein japanisches Kamikaze Flugzeug. Jawoll. Das passt zu „Ooka“ und das passt irgendwie zu den finnischen Groove Metallern mit der Kraft der zwei Bässe. Und wie ein Kamikazeflieger stürzen wir uns jetzt auch voller Todesverachtung mitten ins neue Album. Naja – keine Sorge – so schlimm wird es nicht.

Die ersten drei Songs bieten uns das, was wir von einem Profane Omen Song erwarten: voll in die Fresse und einen kräftigen Arschtritt hinterher. Vor allem „One Man Show“ überzeugt dabei mit mördermäßigen Breakdowns, Gesang, der teilweise herrlich manisch rüberkommt und einem ausgezeichneten Gitarrensolo. Samuli Mikkonens Arbeit an den Drums ist sowohl in diesem Song, sowie auch auf dem ganzen Album sehr überzeugend, variantenreich und hält immer wieder kleine Überraschungen parat.

So weit so gut. Aber da geht doch noch mehr, oder? Ja klar. „Terminal Disfunction“ führt uns vor Augen, was geschieht, wenn man zu viele bunte Pillchen einwirft. Näveris Stimme transportiert zu Beginn eine völlig abgedrehte, irre Stimmung, dass man selbst schon beginnt sich selbst über die Schulter zu spähen. Hat sich da nicht etwas bewegt? Und die vielen bösen Stimmen… Dann geben die Jungs Gas und der Song geht richtig, richtig gut ab, ohne seine ungute Grundstimmung einzubüßen. Auch „War Boy“ überzeugt vom ersten bis zum letzten Ton und war schon Song des Monats 06/18. Starker Text, starker Refrain und Tempowechsel, die Spaß machen. Definitiv ein herausragender Song auf dem Album. Als ich „Aftersound“ zum ersten Mal gehört habe, war mein erster Gedanke „Wie krank.“ Also gut krank natürlich. Der Song eröffnet mit einem Schrei aus tiefster Seele. Da ist eigentlich schon alles klar. Dazu gibt es einen Mix aus Cleangesang, Geschrei und tiefen Growls. Zwischendurch kommt ein bisschen Death Metal Feeling auf und das Ganze mündet in ein nackenbrecherisches Doublebass-Blast-Schredder-Dingsbumsinferno. Ein herrlich herzerfrischendes, irres Stück Musik. „The Wave“ hebt sich ebenso wie „War Boy“ vom restlichen Album ab. Das Tempo wird radikal zurückgenommen – nach „Aftersound“ muss man auch dringend ein wenig durchatmen. Der Beginn von „The Wave“ wirkt positiv melancholisch und entspannt. Näveris Stimme rollt tief und ruhig über uns hinweg begleitet von cleanem Gitarrensound und zurückgenommenen Drums. Nach einem Break entwickelt sich der Song kraftvoll und stampfend, Samuli zeigt, was er abseits des Üblichen drauf hat und das Ganze endet mit einer kleinen gepfiffenen Melodie.

„Ooka“ bietet auf jeden Fall das, was man von einem Profane Omen Album erwartet: volle Kanne auf die Fresse. Da bin ich schon voll zufrieden. Mörder Breakdowns, hereinbrechende Tempowechsel, Blastbeats und Doublebassparts und hals-, beziehungsweise fingerbrecherische Gitarrensoli dürfen natürlich keinesfalls fehlen – und auch da liefern die Groove Metaller voll ab. Doch sie gehen noch darüber hinaus. Samuli überrascht immer wieder mit kleinen Raffinessen und Jules‘ Stimme wird mit den Jahren offenbar immer wandelbarer. Herrlich, wie er Stimmungen in einem Song transportiert. Gut. Es gibt auch so ein bis zwei kleine Schwächen. Die ersten drei Songs sind alle nach einem ähnlichen Muster gestrickt – und der letzte Song „The Tide“ ist mir irgendwie zu poppig und zu hm…einfach zu hm… Aber trotzdem ist das Album absolut hörenswert. Also: legt euch das Album und ne Halskrause zu, denn die werdet ihr nach dem Hören mit Sicherheit brauchen.

Youtube Channel von Profane Omen: https://www.youtube.com/channel/UCtvbwm1K1Gyz05QQPNqJdKQ


Tracks:
1. They Came For Us
2. Make It Count
3. One Man Show
4. Terminal Dysfunction
5. War Boy
6. White Noise
7. Aftersound
8. The Wave
9. The Tide

Band:
Jules Näveri (Gesang)
Williami Kurki (Gitarre)
Antti Kokkonen (Gitarre)
Tomppa Saarenketo(Bass)
Antti Seroff (Bass)
Samuli Mikkonen (Drums)

Die schnelle Dröhnung: Diluvium von Obscura

Technical/Progressive Death Metal
Veröffentlicht: 13.07.2018
Relapse Records
https://www.realmofobscura.com/


In der Rubrik „Die schnelle Dröhnung“ findet ihr ab sofort Rezensionen, die etwas kürzer als die üblichen Albumrezensionen ausfallen. Man könnte sie auch „Reingehört“ nennen, aber das klingt natürlich nicht so cool. Den Auftakt machen Obscura mit „Diluvium“.

Ein Albumzyklus neigt sich dem Ende. Mit „Diluvium“ veröffentlichen die Landshuter Technical Death Metaller von Obscura zehn Jahre nach dem Start des Zyklus mit „Cosmogenesis“ und zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Akroasis“ nun den letzten Akt. Und der hat wirklich Vieles zu bieten, was das Metaller Herz begehrt. Natürlich haben Obscura das im Gepäck, was wir von ihnen kennen: Technische Versiertheit und Brillianz, vielschichtige und komplexe Songstrukturen und herrliches Gefrickel – jaja, ich weiß das mag nicht jeder. Darüberhinaus bietet „Diluvium“ aber noch viel mehr. Obscura beweisen, dass sie auch eingängig und melodisch können. Mal wird es melancholisch, mal spacig, mal groovt es jazzig, mal wird es nachdenklich und ruhig („Mortification of the Vulgar Sun“, „Ekpyrosis“), mal bekommen wir böse auf die Fresse („Diluvium“, „Clandestine Stars“). Die rasend schnellen Gitarrensoli sind  ein Ohrenschmaus und Linus Klausenitzers Fretless Bass-Passagen machen Spaß und widerlegen eindrucksvoll das Vorurteil, dass Bassisten das Instrument nur vor die Kaffeeflecken auf ihrem T-Shirt halten. Growls und Vokoder-Gesang runden die Songs harmonisch ab. Auch für „Diluvium“ gilt also: Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken. Auf jeden Fall mehrfach hören!

YouTube Channel von Relapse Records: https://www.youtube.com/channel/UC_E54fzF2BPsy7Ig4aDygWA


Tracks:
1. Clandestine Stars
2. Emergent Evolution
3. Diluvium
4. Mortification of the Vulgar Sun
5. Ethereal Skies
6. Convergence
7. Ekpyrosis
8. The Seventh Aeon
9. The Conjuration
10. An Epilogue to Infinity
11. A Last Farewell (Bonus Track)

Band:
Steffen Kummerer (Gitarre, Gesang)
Rafael Trujillo (Gitarre)
Linus Klausenitzer (Bass)
Sebastian Lanser (Drums)

Perfekte Symbiose aus Doom und Heavy Metal – Desolation von Khemmis

Epic Doom/Heavy Metal/NWoBH
Veröffentlicht: 22.06.2018
Nuclear Blast Records
http://khemmisdoom.com/


Ich hatte ja die grandiose Idee, das Sommerloch mit ein paar wertvollen und wirklich verblüffenden Life Hacks zu füllen. Und davon hätte ich ein paar wirklich gute auf Lager gehabt: 1. Wenn du ein Bild aufhängst und den Betonstaub mit dem Staubsauger einsaugen willst, hilft es, wenn du nicht nur das Rohr hinhältst, du musst auch noch einschalten, sonst rieselt das ganze Zeug doch glatt trotzdem auf den Boden. 2. Halte dich im Urlaub von Menschen fern. Besonders von Bauarbeitern, die ein Zimmer neben dir haben und um 5 Uhr aufstehen. Ich könnte jetzt noch ewig so weitermachen, aber zum Glück habe ich etwas Besseres gefunden, über das ich schreiben kann: das neue Album von Khemmis.

Die Herren aus Colorado galten bisher immer noch als Geheimtipp, sind aber mit ihrem neuen Album „Desolation“ auf dem besten Wege das zu ändern. Mit ihrem Mix aus Doom Metal und klassischem Heavy Metal mit einem kräftigen Schuss NWoBH lassen sich Khemmis nur schwer in irgendeine unserer so geliebten und wohlgeordneten Schubladen stecken – und das ist genau das, was mir an ihrer Musik so richtig gut gefällt. „Desolation“ bietet uns sechs facettenreiche Songs. Der Opener „Bloodletting“ gibt die Marschrichtung gleich gut vor. Schwere, doomige Gitarrenriffs, die eine zwielichtige Grundstimmung schaffen, klassische Heavy Metal Melodie, die das Ganze auflockert und nicht zu düster werden lässt. Natürlich darf das passende NWoBH Solo nicht fehlen. Die Krone setzt dem Ganzen Phil Pendergasts wunderbare Stimme auf, die mal klar und hell über allem thront, mal fies zischt und faucht. Auch die anderen fünf Songs bewegen sich in diesem Rahmen. „Seer“ beginnt herrlich schwer und drückend, überzeugt durch Pendergasts glasklare Cleanstimme gepaart mit bösartigem Gefauche, das eine schwarzmetallische Note hinzufügt, und träumerischer Melodie. Die größten Kracher auf dem Album sind für mich allerdings „Maw of Time“ und „From Ruin“. „Maw of Time“ ist stimmlich dermaßen intensiv, dass es echt an die Nieren geht. Von Cleangesang über tiefe Growls bis hin zu Blackmetalgekeife wird alles geboten. Das Tempo ist gemächlich – und wird dann nach fünf von sieben Minuten noch gemächlicher. Schwere Gitarren, Wummerbass gepaart mit Gekeife und Grummelgrowls. Woooooh. Schließlich jaulende Gitarren. Herzklopfen. Gänsehaut. Ehrlich mal. Auch „From Ruin“ geht gemächlich los, legt aber zur Mitte hin kurzfristig eine Schippe drauf. Die Finger flitzen übers Griffbrett und versetzten den Hörer in wahre Verzückung. Ja, sie flitzen immer noch getragen, aber sie flitzen. Heavy Metal mit wunderbarer Dramatik, Melodie, Pathos und Herzschmerz entfaltet sich in unseren Ohren, ohne kitschig, klischeehaft oder abgedroschen daherzukommen. Eine ruhige cleane Passage haben die Jungs auch noch eingeschoben. Zum Heulen schön. Der Text passt in seiner mitreißenden Verzweiflung meisterlich zur Musik. „From Ruin“ bietet für mich die perfekte Symbiose aus Doom und Heavy Metal.

Ich kann nur sagen: ran an das Album! Khemmis spielen eine wahnsinnig geile Kombi aus Doom und klassischem Metal. Ihre Musik ist offen, modern und qualitativ hochwertig und passt nicht wirklich in eine Schublade – oder eben in sehr viele Schubladen. Das mag den einen oder anderen irritieren. Ich finde es sehr erfrischend wie Khemmis Altes abstauben und in Ehren halten und Neues hinzufügen und kombinieren. Zum Beispiel die Anleihen aus dem Black Metal passen in die Songs wie die Faust aufs Auge. Mir gefallen die schweren doomigen Parts, die dunkel und zwielichtig sind, aber nie in die große, allumfassende Düsternis und Verzweiflung abgleiten. Mir gefallen die Dramatik und der Pathos des klassischen Heavy Metal, die aber nie kitschig oder drüber sind. Die Songs sind alle keine Tempomonster und dennoch leben sie auch von ihren Tempowechseln. Dann ist da noch die Stimme von Phil Pendergast, die unglaublich schön, ergreifend und wandelbar ist und jedem der sechs Songs einen unverwechselbaren Touch verleiht und die Krone aufsetzt.

YouTube Channel von Nuclear Blast Records: https://www.youtube.com/channel/UCoxg3Kml41wE3IPq-PC-LQw


Tracks:
1. Bloodletting
2. Isolation
3. Flesh to Nothing
4. The Seer
5. Maw of Time
6. From Ruin

Band:
Ben Hutcherson – Gitarre, Gesang
Phil Pendergast – Gitarre, Gesang
Daniel Beiers – Bass
Zach Coleman – Drums

Song des Monats 06/18

Wir starten nachdenklich in die Woche. Muss ja zwischendurch auch mal sein. „Warboy“ heißt er, der Song des Monats. Er wird sich auf dem neuen Album der finnischen Groove Metaller Profane Omen befinden, das Anfang September erscheint. Ich bin schon sehr gespannt auf die neue Scheibe. Mit „Warboy“ beweisen die Finnen, dass sie die vier Jahre seit dem letzten Album nicht nur damit verbracht haben seltsame Bilder zu posten – obwohl das natürlich durchaus auch sehr wichtig ist, ohne Frage.

„Warboy“ ist ein ernster, nachdenklicher Song, der das Thema Krieg behandelt. Wofür ziehen Menschen in den Krieg? Wollen sie das wirklich selbst oder sind sie gezwungen? Geht die anfängliche Begeisterung ganz schnell verloren, wenn der Krieg sein widerliches Gesicht zum ersten Mal ganz real offenbart? Und schließlich die Frage „Hat sich das nun alles gelohnt?“ „Kannst du nachts noch schlafen?“ Das Thema ist auf keinen Fall neu, doch leider immer noch aktuell, und ich finde, Profane Omen transportieren es gut. Einem ruhigen, instrumental akustischen und stimmlich cleanen Beginn, der mit einem Seufzer endet, folgt eine aufrüttelnde Shoutattacke, untermalt von einem zurückhaltenden Gitarrenriff. Der Wechsel zwischen Clean- und Shoutstimme zieht sich durch den Song und im letzten Drittel geben die Herren nochmal richtig Gas – untermalt von Schussgeräuschen und mit der Frage versehen: „Do you like what you see?“ Sehr gelungen. Übrigens haben sich Profane Omen für den Song stimmliche Unterstützung von Markus Toivonen (Ensiferum), Mathias Lillmåns (Finntroll), Jonne Järvelä (Korpiklaani) und Ville Sorvali (Moonsorrow) geholt. „Warboy“ hat mich neugierig gemacht, auf das neue Album „Ooka“. Vielleicht geht es euch auch so?! Viel Spaß jedenfalls beim Hören – und beim Sehen, das Video ist sehr künstlerisch.

Quelle: YouTube Channel von Profane Omen https://www.youtube.com/channel/UCtvbwm1K1Gyz05QQPNqJdKQ

Song des Monats 05/18

Der Monat Mai steht ganz im Zeichen von Amorphis und ihrem neuen Album „Queen of Time“. Der Song des Monats heißt deshalb „The Bee“. Der Song ist progressiv und archaisch-geerdet zugleich. Einerseits wartet er mit einem wuselig-flirrenden Synthiriff, orientalischen Klängen, Chorgesang und Orchesterarrangement auf. Dann kombinieren die Finnen dazu aber den Kehlkopfgesang von Albert Kuvezin und Joutsens dunkle Growls und verleihen dem Ganzen so eine gewisse Erdung, etwas Schamanistisches, sogar eine gewisse Rohheit. Die steht wiederum in reizvollem Gegensatz zum sirenenhaften Gesang einer weiblichen Stimme und zu Chor und Orchester. Die Synthis sorgen für eine weltentrückte Stimmung, die kraftvollen Gitarren holen das Ganze wieder zurück auf den Boden. Man denkt, all das kann nie zusammen funktionieren. Tut es aber doch! Viel Spaß beim Hören!

YouTube Channel von Nuclear Blast Records: https://www.youtube.com/channel/UCoxg3Kml41wE3IPq-PC-LQw