Reingehört: Malice von Whiteout

Ich weiß, ich hab mich hier eine ganze Weile nicht blicken lassen. Spätsommerliche Melancholie, knallharte, detektivische Arbeit (woher kommen die ganzen Löcher im T-Shirt?) und die Fertigstellung der Rohfassung von etwas, an dem ich schon echt lange arbeite, haben mich in Atem gehalten. Jetzt habe ich aber einen sehr guten Grund, wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Ich möchte euch unbedingt den neuen Song „Malice“ von meiner Lieblingsmetalcoreboyband aus Zürich nahelegen (sie nennen sich selbst so!). In „Malice“ geht es um das ernste Thema Depression und Selbstmord. Musikalisch wird das Ganze perfekt auf die Fresse mäßig verpackt. Dräuendes, drängendes Gitarrenriff, bedrohliche Kulisse aus hämmernden Drums, wummerndem Bass und Gitarren. Und dann dieses absolut manische Geschrei von Sänger Mike, das einem durch Mark und Bein und tief unter die Haut geht. Wahnsinn! Ich glaube, ich sagte schon, dass ich manisches Geschrei liebe und ein absoluter Fan bin??? Besonders im Refrain wird die Verzweiflung wirklich körperlich spürbar. Und Gastschreier Marc Zelli von Paleface setzt dem Ganzen dann nach einem Break noch vollends die Krone auf. Mehr Intensität geht nicht. Teuflisch gut! Gänsehaut! Das Video zu „Malice“ ist ebenfalls super gelungen und atmosphärisch. Unbedingt reinschauen! Vor allem auch, wenn ihr die Jungs von Whiteout schon immer mal mit Blumenkränzen auf dem Kopf sehen wolltet. Allerdings wirft es auch eine Frage auf: Warum trägt Sänger Mike ein Pferdegeschirr? Zum Schluss bleibt mir nur noch mein Mitgefühl mit demjenigen zu äußern, der die ganzen Kerzen anzünden musste und dem armen Kind mein Beileid auszusprechen, das jetzt seine Puppe vermisst.

Bitte, bitte: Falls euch das Thema Depression betrifft oder ihr Suizidgedanken habt – holt euch dringend Hilfe, so groß der Berg momentan erscheinen mag, der sich vor euch auftürmt. Es gibt einen Weg da raus, auch wenn ihr ihn momentan vor lauter Dunkelheit nicht erkennen könnt. Aber ihr findet diesen Weg nicht ohne Hilfe! Wendet euch an jemanden, dem ihr vertraut. Partner, Freunde, Familie. Falls euch da niemand einfällt, hilft man euch in Deutschland bei der Telefonseelsorge unter 0800-111 0 111 oder 0800 / 11 10 222. In Österreich wählt ihr die 142 und in der Schweiz die 143. Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen. Es ist auch nicht peinlich. Es ist genau der richtige Weg, um diesen Scheiß hinter sich zu lassen!

Whiteout auf YouTube

I know I haven’t been seen here in a while. Late summer melancholy, tough, detective work (where do all the holes in the T-shirt come from?) and the completion of the rough version of something that I’ve been working on for a really long time kept me busy. But now I have a very good reason to emerge from the shadows again. I really want to suggest the new song „Malice“ from my favorite metal core boy band from Zurich (that’s how they call themselves!). „Malice“ is about the serious subject of depression and suicide. Musically, the whole thing is a perfect „in the face“ number. Threatening, urgent guitar riff, threatening backdrop of pounding drums, thumping bass and guitars. And then this absolutely manic screaming from singer Mike, which goes right through you and deep under your skin. Insanity! I think I said before that I love manic screaming and that I am an absolute fan??? Especially in the chorus, the desperation is really noticeable physically. And guest shouter Marc Zelli from Paleface tops it all off after a break. More intensity is not possible. Good as hell! Goose bumps! The video for „Malice“ is also super successful and atmospheric. Be sure to have a look! However, it also raises a question: Why does singer Mike wear a harness? In the end I only have to express my condolences to the person who had to light all the candles and to express my condolences to the poor child who is now missing his doll.

Please. If the subject of depression affects you or you have thoughts of suicide – get help urgently, no matter how big the mountain may appear that is piling up in front of you. There is a way out of there, even if you cannot see it at the moment because of the darkness. But you cannot find this way without help! Reach out to someone you trust. Partners, friends, family. If you can’t think of anyone, you can be helped by telephone counseling, there is a particular number in each country. You can find it in the internet easily. There’s no shame in getting help. It’s not embarrassing either. It’s just the right way to get out of this shit!

„20XX is meant to be a wakeup call.“ – Interview mit Drown In Malice

Es ist endlich wieder Zeit für ein Interview. Dieses Mal spreche ich mit der Konstanzer Metalcore Band Drown In Malice über ihren neuen Song „20XX“, der heute erschienen ist. „20XX“ ist alles andere als ein fröhliches Liedchen – eher ziemlich düster und stimmt einen sehr nachdenklich. Achtung Spoiler! Erkenntnis des Interviews: An Corona kommt eben momentan niemand vorbei – auch wenn er sich noch so sehr dagegen sträubt. Doch „20XX“ ist nicht nur Corona geschuldet. Was noch dahinter steckt? Wie die Idee zum wirklich atemberaubenden Video entstand und was ein fehlender Drummer und ein fehlendes Budget damit zu tun haben? Warum Sänger Manu nichts kann und warum die Jungs sich eine Kugel Eis teilen müssen? Das erfahrt ihr natürlich im Interview. Viel Spaß damit und wirklich unbedingt in „20XX“ reinhören. Gänsehautgarantie!

English version below.

Interview mit Drown In Malice
20XX – neuer Song von Drown In Malice

It’s finally time for an interview again. This time I’m talking to the metalcore band Drown In Malice from Constance about their new song „20XX“, which was released today. „20XX“ is anything but a happy song – pretty dark and makes you very thoughtful. Attention, spoilers! Realization of the interview: Nobody can ignore Corona at the moment – no matter how hard he tries. But „20XX“ is not only about Corona. What else is it about? How did the idea for the really breathtaking video come about and what does a missing drummer and a missing budget have to do with it? Why singer Manu can’t do anything and why the boys have to share a scoop of ice cream? Of course you will find out in the interview. Have fun with it and really listen to „20XX“. Goosebumps guarantee!

Mitgrölen mit Botschaft. Chapter 1 von Gutz N’Glory

Punk / Hardcore Punk / Post Punk
Veröffentlichung: 09.07.2021
Independent
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https://www.instagram.com/gutzngloryofficial/
https://gutznglory.bandcamp.com/releases


a1404488729_16(English version below.)

Ich erinnere mich eines schönen Sommertages. Ich war Anfang 20 und mein größtes Problem war, mir endlich zu merken, wann Moctezuma den aztekischen Thron bestieg als es an der Haustür klingelte. Beschwingt öffnete ich – und dachte mir „Scheiße!“. Da ich aber ein durchaus höflicher Mensch bin, schlug ich die Tür trotzdem nicht gleich wieder zu. „Einen wunderschönen guten Tag. Mein Name ist Schmidtmüllereisele und ich gehe momentan mal so durch ihr Wohngebiet und frage, wie die Leute hier mit ihrem Telefonvertrag zufrieden sind.“ Ich wollte schon ansetzten mit meiner Abwehrtirade, doch das Schicksal hatte andere Pläne. Ich sah offensichtlich so nach „Ich bin klein, mein Herz ist rein…“ aus, dass Herr Schmidtmüllereisele fragte: „Sind denn deine Eltern zu Hause?“ Erleichtert dankte ich innerlich dem Schicksal für diese Fügung, unterdrückte jegliches verräterisches Zucken der Mundwinkel und antwortete: „Nein, leider nicht!“ und ergänzte im Stillen „Die sind 65 Kilometer weit weg in ihrem eigenen Zuhause.“ „Schade, naja. Kann man nichts machen. Einen schönen Tag noch!“ Weil sich aber nicht alle Probleme auf dieser Welt so einfach und friedlich in Luft auflösen, braucht es engagierte Bands, die nicht müde werden, darauf hinzuweisen. Die Londoner Punker Gutz N‘ Glory tun das auf musikalisch höchst ansprechende Weise auf ihrer Debüt EP „Chapter 1“.

„Burn the Flags“ ruft dazu auf nicht zu resignieren, sondern sich gegen die zahlreichen Missstände dieser Welt aufzulehnen. Transportiert wird diese Botschaft in flottem Tempo und zusammen mit einem punkigen Riff, einem eingängigen Mitsingrefrain und einem durchaus thrashigen Break, der dem Ganzen nochmal eine coole Note verleiht. „Get Out“ legt gitarrentechnisch gleich gut los und nimmt einen von Sekunde eins an mit. Der Song lebt aber eindeutig von seinem prägnanten, mitgröltauglichen Refrain. Wohooo! Dass Gutz N‘ Glory dafür ein absolut gutes Händchen haben, hört man auch in „Still With Us“, das mir melodisch unheimlich gut gefällt. Genauso wie die Spannung zwischen eindringlich vorgetragenem Vers und Refrain mit einem Hauch von Epik. Und um mich vollends glücklich zu machen, gibt es noch ein schönes Gitarrensolo obendrauf. Was braucht man mehr? Mein persönlicher Favorit ist allerdings „Another Day in Paradise“. Ein cooles, drückendes Riff das sofort im Ohr klebt und eine beinahe deathmetallisch Tremolomelodie gewinnen sofort meine Aufmerksamkeit. Die Lyrics werden mit schön viel Wucht vorgetragen. Genau mein Ding.

Gutz N‘ Glory legen ein blitzsauberes Debüt hin. Am Ende der EP ist man traurig, dass es nur vier Songs sind – jetzt wo man sich gerade so schön in den frischen, wütenden Sound der Band eingegroovt hat. Die Stärke der Jungs sind definitiv die eingängigen Mitgrölrefrains. Aber auch die Riffs bleiben im Ohr und animieren zum Mitwippen. Last but not Least gefällt mir, dass die Londoner Musik mit Botschaft machen. Sehr gelungen!

Gutz N‘ Glory auf YouTube

I remember a beautiful summer day. I was in my early twenties and my biggest problem was finally remembering when Moctezuma came to the Aztec throne when the doorbell rang. I opened it elated – and thought to myself „Shit!“. But since I’m a thoroughly polite person, I still didn’t slam the door straight away. „Have a wonderful good day. My name is Schmidtmüllereisele and I’m currently walking through your residential area and asking how the people here are satisfied with their telephone contract.“ I wanted to start with my defensive tirade, but fate had other plans. Seems like I looked as if „I’m small, my heart is pure …“ because Mr. Schmidtmüllereisele asked: „Are your parents at home?“ Relieved, I thanked fate for this coincidence. I suppressed any treacherous twitching of the corners of my mouth and answered: „No, unfortunately not!“ and added quietly „They are 65 kilometers away in their own home.“ „Oh, that’s a pity. Well then have a nice day!“ But because not all problems in this world dissolve so easily and peacefully into thin air, it needs bands who never get tired pointing it out. The London punkers Gutz N ‚Glory do this in a musically very appealing way on their debut EP „Chapter 1“.

„Burn the Flags“ calls for not to resign, but to rebel against the numerous grievances of this world. This message is conveyed at a brisk pace and together with a punk riff, a catchy sing along chorus and a thrashy break that gives the whole thing another cool note. „Get Out“ starts with great guitar work and takes you away from the first second. The song clearly lives from its concise shout along chorus. Wohooo! You can also hear that Gutz N ‚Glory have an absolutely good hand for this in „Still With Us“, which I really like melodically. Just like the tension between haunted verse and chorus with a touch of epic. And to make me completely happy there is a nice guitar solo on top. What more do you need? My personal favorite, however, is „Another Day in Paradise“. A cool, oppressive riff that sticks in the ear immediately and an almost death-metallic tremolo melody immediately grab my attention. The lyrics are performed with a lot of force. Exactly my thing.

Gutz N ‚Glory’s debut is definitely a success. At the end of the EP you are sad that there are only four songs – now that you have just grooved yourself so nicely into the fresh, angry sound of the band. The guys‘ strengths are definitely the catchy shout along choruses. But the riffs also stay in the ear and encourage you move along. Last but not the least, I like that Gutz N‘ Glory make music with a message. Very nicely done!


Tracks:
1. Burn the Flags
2. Get Out
3. Still With Us
4. Another Day in Paradise 

Band:
Ben Bladdi Sommer – Vocals & Bass Guitar
Alessandro Favaro – Guitar
Lukas Drabavicius – Guitar
Tomáš Kaluža – Drums

Zeitreise ins alte Angelsachsen – Beyond the Fells von Oscenrad

Folk / Pagan Metal
Veröffentlichung: 28.05.2021
Independent
https://www.facebook.com/oscenrad
https://oscenrad.bandcamp.com/album/beyond-the-fells
https://oscenrad.com/
https://www.instagram.com/oscenrad/?hl=de
Oscenrad auf Youtube


a4202657306_16(English version below.)

Es ist erstaunlich, wie Menschen einen manchmal dazu bringen etwas zu tun, woran man im Traum nicht gedacht hätte. Eine Freundin von mir – nennen wir sie Jula – hätte noch vor wenigen Wochen abgestritten, dass sie jemals auch nur daran denken würde, Balletttanz auszuprobieren. Doch dann dieser Moment. Ihre kleine Nichte: „Jula, übst du mit mir Ballett?“ Sie, eloquent wie sie nun einmal ist: „Also… äh… ich… das ist keine gute… können wir nicht lieber Autos?“ Doch da steht die Kleine vor ihr. Ein zuckersüßes Lächeln im Gesicht, umrahmt von goldblonden Engelslöckchen und das schwarze, metallene Herz der harten, bösen Metaltante Jula schmilzt dahin wie eine Kugel Schokoladeneis im Hochsommer. Und plötzlich stellt sie fest, dass sie mit ihrer Nichte dasteht, einbeinig balancierend wie ein Flamingo nach zu viel Pfeffi, die Arme mit der Grazilität eines Nilpferds auf Schlittschuhen in die Höhe gereckt. So leicht sind wir zu manipulieren. Wenn dieses Mädchen eines Tages in die Politik geht, hat es sich erledigt mit Kampf und Krieg. Im alten angelsächsischen England hingegen gehörten Kämpfe durchaus zum Leben. In diese Welt entführt Hæðenwulf mit seiner One Man Band Oscenrad auf seinem Album “Beyond the Fells”. Wer Geschichten aus vergangenen Zeiten, mythische Wälder, Schwertkämpfe und Burgen mag, der ist hier genau richtig. Das Album enthält sechs wundervolle, lange Songs, die uns in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen.

Der Opener „Across the Waves“ stimmt den Hörer mit Wellenrauschen und Hörnerklang auf das Kommende ein. Die Gitarre faded rein und rifft voran. Der wiegende, elektrisierende Rhythmus ergreift Besitz von Ohren, Hirn und Körper. Growlgesang. Ein cleaner Break und dezenter Synthieinsatz bringen Abwechslung in die Sache und ein Solo, basierend auf dem Grundriff, rundet den Song perfekt ab. Das Faszinierendste ist definitiv, wie häufig Oscenrad es schafft, das Grundriff zu variieren. Sehr, sehr gelungen. „Beneath the Ancient Sky“ groovt so dermaßen. Ein wenig Bassaction sorgt für zusätzliche Würze, tiefer Chorgesang für den Paganmoment. Nach und nach geht der Song weg vom Groove und wird fließender. Epische Synthis und gesprochene Worte sorgen für die richtige Stimmung. Zum Schluss ein kleiner gitarrentechnischer Ausraster, angetrieben von „Fight“ Ausrufen. „Beyond the Fells“ startet mit einem Synthi-Streicher-Intro. Alles wirkt sehr mystisch, verzaubert, geheimnisvoll. Auch der cleane Part mit Summgesang und die gesprochenen Worte. Dann tritt Oscenrad das Gaspedal etwas mehr durch und die Gitarre zaubert eine herrliche Melodie. Ein wenig Bassgrummelaction gegen Ende und eine kleine Kabbelei mit den Drums beenden den Song. „Seeress“ ist träumerisch, akustisch, melodisch. Dezenter, dumpfer Trommeleinsatz und Streicheruntermalung sorgen für das perfekte Folk und Pagan Feeling. Zum Heulen schön! „Runes Ye Shall Find“ ist einer meiner persönlichen Favoriten des Albums. Ein eindringliches Gitarrenriff und ein folkiger, wiegender und gleichzeitig drängender Rhythmus ergänzen sich perfekt. Schließlich erhebt sich die Gitarre melodisch wunderschön über alles andere. „Of Wolf and Blood“, der letzte und mit fast 12:30 Minuten auch der längste Song des Albums, gefällt mir aber auch richtig gut. Er sticht mit seinem schwarzmetallischen Tremolopicking heraus und wechselt immer wieder zwischen wiegendem Rhythmus und akustischen Breaks mit dezentem Synthieinsatz im Hintergrund. Zwischen zarten Melodien und schwarzmetallischer Gitarre. Diese spielt ihre melodische Schönheit noch einmal voll aus, schraubt sich schließlich nach und nach in Richtung Himmel. Wow!

Oscenrads Album “Beyond the Fells” nimmt den Hörer definitiv mit auf eine Zeitreise ins vergangene Angelsachsen. In eine mystische und mythische Welt voller geheimnisvoller Wälder, alter Götter und stolzer Krieger, ohne dabei kitschig zu werden. Die Folk- und Paganelemente bleiben dezent und sind wohl dosiert. Das Gaspedal kommt eher selten zum Einsatz. Also ein eher introvertiertes Paganmetalalbum mit einem gehörigen Schuss feiner Melancholie, Märchenhaftigkeit, Erzähl- und Strahlkraft. Nicht zu vergessen die wirklich exzellente, erstklassige Gitarrenarbeit. Unbedingt Reinhören!

It’s amazing how people can get you to do something that you wouldn’t have thought of in your dreams. A friend of mine – let’s call her Jula – would have denied a few weeks ago that she would ever even think of trying ballet dance. But then this moment. Her little niece: „Jula, will you practice ballet with me?“ She, eloquent as she is: „So … uh … I … this is not a good … can’t we play… cars?“ But there the little one stands in front of her. A sugar-sweet smile on her face, framed by golden-blonde angelic curly hair and the black, metal heart of tough, evil metal aunt Jula melts away like a scoop of chocolate ice cream in midsummer. And suddenly she realizes that she is standing there with her niece, one-legged balancing like a flamingo after too much peppermint liqueur, arms raised with the grace of a hippopotamus on ice skates. We are so easy to manipulate. If this girl goes into politics one day, there will be no fighting and war anymore. In the old Anglo-Saxon England, however, fighting was a part of life. Hæðenwulf and his one man band Oscenrad take you into this world on his album “Beyond the Fells”. If you like stories from bygone times, mythical forests, sword fights and castles, you’ve come to the right place. The album contains six wonderful, long songs that take us back in time.

The opener „Across the Waves“ gets the listener in the mood for what is to come with the noise of waves and the sound of horns. The guitar fades in and riffs along. The swaying, electrifying rhythm takes hold of ears, brain and body. Growl singing. A clean break and subtle use of synths bring variety to the song and a solo, based on the basic riff, rounds it off perfectly. The most fascinating thing is definitely how often Oscenrad manages to vary the basic riff. Very, very well done. „Beneath the Ancient Sky“ is so groovy. A little bass action provides additional spice, deep choral singing for the pagan moment. Little by little the song goes away from the groove and becomes more flowing. Epic synths and spoken words set the mood. At the end a little guitar-technical freak, driven by „Fight“ shouts. „Beyond the Fells“ starts with a synth string intro. Everything seems very mystical, enchanted, mysterious. Also the clean part with humming vocals and the spoken words. Then Oscenrad presses the accelerator a little more and the guitar conjures up a wonderful melody. A little bass grumbling towards the end and a little squabbling with the drums end the song. „Seeress“ is dreamy, acoustic, melodic. Subtle, dull use of drums and background strings create the perfect folk and pagan feeling. An atmosphere so beautiful as to weep! „Runes Ye Shall Find“ is one of my personal favorites on the album. A haunting guitar riff and a folky, swaying rhythm, urgent at the same time, complement each other perfectly. Finally, the guitar rises melodically beautifully above everything else. But I also really like „Of Wolf and Blood“, the last and with almost 12:30 minutes also the longest song on the album. It stands out with its black metallic tremolo picking and changes again and again between swaying rhythm and acoustic breaks with a subtle use of synths in the background. Between tender melodies and black metallic guitar. This once again shows its melodic beauty to the full, eventually screwing its way up towards the sky. Wow!

Oscenrad’s album “Beyond the Fells” definitely takes the listener on a journey through time to the past Anglo-Saxon. Into a mystical and mythical world full of mysterious forests, ancient gods and proud warriors, without getting cheesy. The folk and pagan elements remain subtle and are well dosed. The accelerator pedal is rarely used. So a rather introverted pagan metal album with a good shot of fine melancholy, fairytale-like, with narrative power and radiance. Not to forget the really excellent, first class guitar work. Be sure to listen!

 


Tracks:
1. Across the Waves
2. Beneath the Ancient Sky
3. Beyond the Fells
4. Seeress 
5. Runes Ye Shall Find 
6. Of Wolf and Blood

Band:
Hæðenwulf

Her mit dem Drumstick…

Jo… wie spielt man damit jetzt?

Well… and how do you play with it?

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Auf Konzerten geht meine Chance ein ins Publikum geworfenes Plektrum oder einen Drumstick zu fangen gegen null. Höchst selten kommt überhaupt mal etwas bei mir unten an – also ungefähr auf Kniehöhe der anderen. Deshalb vielen, vielen Dank an Metal1.info und Der Weg Einer Freiheit, die auch ein Herz für kleine Metalfans haben. Die digitale Wurfaktion ist eine tolle Idee.

At concerts, my chance of catching a plectrum or drumstick thrown into the audience is almost zero. Very rarely does anything even reach me down there – that is, roughly at knee height for the others around me. Therefore, thank you so much Metal1.info and Der Weg Einer Freiheit, who also have a heart for small Metal fans. The digital throwing action is a great idea.

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Überraschungsei – Cold Dead Lands von Grey Skies Fallen

Doom / Death Doom / Progressive Death
Veröffentlichung: 08.04.2021
Paragon Records / Grimm Distribution / More Hate Productions / Satanath Records
https://www.facebook.com/GreySkiesFallen
https://greyskiesfallen.bandcamp.com/
https://www.instagram.com/greyskiesfallen/


CDL Cover(English version below.)

Woche der Entdeckungen bei Thrash!Boom!Bang! Merke: Wenn man Gitarre eins mit Gitarre zwei über ein Kabel verbindet und dann den Verstärker einschaltet, hilft auch kein wütendes Fluchen. Er wird nicht den leisesten Ton von sich geben. Merke weiter: Der Verstärker ist nicht kaputt, sondern funktioniert nach mehrminütiger Bedenkzeit und kleinlauter Korrektur des Verkabelungsfehlers einwandfrei. Die zweite und – seien wir ehrlich – auch die wichtigere Entdeckung der Woche, ist die der US- amerikanischen Band Grey Skies Fallen und ihres Albums „Cold Dead Lands“. Dabei handelt es sich um ein Re-Release des bereits im Januar 2020 erschienen fünften Albums. Der Sound von Grey Skies Fallen hat mich echt weggepustet und gedanklich in Bewegung gehalten. Er bewegt sich irgendwo zwischen Death Doom, Progressive und Death Metal mit Melodic Einflüssen und Sludgemomenten. Ja – jetzt rattert es, gell? 

Wie passt das also alles zusammen? Wieso konnte Doom mich in Bewegung halten? Und habe ich schon wieder Hunger, weil ich statt „Picking Up the Pieces“ irgendwas mit Picknick gelesen habe? Eins ist bei der Mischung klar – langweilig wird es definitiv nicht. Der Opener „Visions from the Last Sunset“ steigt wuchtig und doomig ein. Die Gitarre präsentiert dem Thema des Songs angemessen melodische und melancholische Melodie. Dramatischer Klargesang (ziemlich amerikanisch für meine Öhrchen) und doomiges Tempo unterstreichen das Ganze perfekt. Mein Lieblingsmoment des Songs ist, wenn die hallige Gitarre für einen Moment völlig allein in Zeit und Raum zu schweben scheint. Gänsehaut! „Cold Dead Lands“ setzt stimmungsmäßig noch einen drauf. Melodisches Riffing, Drums und Gitarren gehen eine äußerst hörenswerte Liaison ein. Wir grooven doomig vor uns hin. Growls fügen Härte hinzu. Und dann kommt dieser bildschöne cleane Break. Hallig, träumerisch, verloren. Atmen. Dann ändert sich die Stimmung abrupt. Der schleppende Rhythmus, die tiefen Gitarren erzeugen ein Gefühl als ob man sich dem peitschenden Regen entgegenstemmt. Basedrum und Hi-Hats erzeugen einen reizvollen Gegensatz. Ungemütlich und irgendwie traurig. Mit „Procession to the Tombs“ ändert sich die Stimmung wieder. Das mitreißende Riff kommt im Kontrast zu den vorangegangenen Songs fast beschwingt daher. Die Kombination aus Growls und unterschwellig drohendem Bass ist schlicht genial. Die Atmosphäre bedrohlich. Alles in allem steckt hier etwas mehr Death Metal drin und obendrauf noch ein bildschönes Gitarrensolo. „Picking Up the Pieces“ bewegt sich ebenfalls irgendwo im Melodeath- und Progressivebereich. Flott mit kleinen Drumfeuerwerken, Growls und grummelnde Gitarren macht der Song von A – Z Spaß. Vor allem der irre Break. Wooohooo. Drums und Bass kicken dir in den Magen, ist aber egal. Die Gitarrenmelodie legt sich drüber. Die Drums brechen immer wieder rein und schließlich treibt einen ein hummeliges Gitarrenriff vollends in den Wahnsinn. Das Tempo wechselt zwischen doomig und groovig. Cool! Mit „After the Summer Comes the Fall“ (vielleicht eine weitere wichtige Erkenntnis dieser Woche) kehren wir zurück ins Wuchtige und Doomige. Schweres Gitarrenriff und engelsgleicher Gesang als Kontrast. Drums und Gitarre gehen immer wieder rhythmische Symbiosen ein, die mich vom Hocker fegen. Aber nichts gegen den Growl-Drum-Gitarren Orkan der dann losbraust und die Frise vollends zerzaust. Ein durch den Bass fast funkig, jazzig locker wirkender Break – hier bäumt sich der Sommer nochmal auf. Aber die Schwere des Herbstes kehrt mit Macht zurück. Der Gesang wird langsam fies, überhaupt wirken plötzlich alle Instrumente düster und fies, tief, dumpf, dräuend. Nur noch ein wenig leichte, cleane Gitarre wie eine letzte Sommerbrise.

Ich hoffe, ich konnte euch verdeutlichen, was für ein tolles Überraschungsei „Cold Dead Lands“ ist. Da steckt so viel drin, dass man beim ersten Hören gar nicht alles erfassen kann. Immer wenn man es sich in der Musik bequem gemacht hat, kommt irgendetwas Neues, das man wieder einordnen muss. Genau das gefällt mir so gut. Danke, Grey Skies Fallen. Absolut gelungen!

Grey Skies Fallen auf YouTube

Week of discoveries at Thrash! Boom! Bang! Note: if you connect guitar one with guitar two via cable and then switch on the amplifier, no angry swearing will help. It won’t produce the slightest sound. Please also note: the amplifier is not broken, but works perfectly after several minutes of reflection and abashed correction of the cabling error. The second and – let’s be honest – the more important discovery of the week is that of the US band Grey Skies Fallen and their album „Cold Dead Lands“. It is a re-release of their fifth album that was released in January 2020. The sound of Grey Skies Fallen really blew me away and kept my mind moving. It ranges somewhere between Death Doom, Progressive and Death Metal with melodic influences and sludge moments. Yes – now it’s working in the brain, right?

So how does it all fit together? How could Doom keep me moving? And am I hungry again because instead of reading „Picking Up the Pieces“ I read something with a picnic? One thing is clear about the mix – it definitely won’t get boring. The opener „Visions from the Last Sunset“ starts powerful and doomy. The guitar presents melodic and melancholic melodies appropriate to the theme of the song. Dramatic clear vocals (pretty American for my ears) and doomy tempo underline the whole thing perfectly. My favorite moment of the song is when the reverberant guitar seems to float completely alone in time and space for a moment. Goose bumps! „Cold Dead Lands“ goes one better in terms of mood. Melodic riffing, drums and guitars form an extremely good liaison. We groove a bit. Growls add harshness. And then comes this beautiful clean break. Reverberant, dreamy, lost. Breathe. Then the mood changes abruptly. The slow rhythm, the deep guitars create a feeling as if you are resisting the lashing rain. Base drum and hi-hats create a appealing contrast. Uncomfortable and somehow sad. With „Procession to the Tombs“ the mood changes again. In contrast to the previous songs, the sweeping riff is almost lively. The combination of growls and subliminal threatening bass is simply awesome. The atmosphere is threatening in general. All in all there is a bit more Death Metal in there and on top of that a beautiful guitar solo. „Picking Up the Pieces“ is also somewhere in the melodic and progressive area. Fast with small drum fireworks, growls and grumbling guitars, the song from A – Z is fun. Especially the crazy break. Wooohooo. Drums and bass kick in your stomach. The guitar melody lays over it. The drums break in again and again and finally a bumblebee like guitar riff drives you completely insane. The tempo changes between doomy and groovy. Cool! With „After the Summer Comes the Fall“ (maybe another important finding this week) we return to the heavy and doomy. Heavy guitar riff and angelic vocals as a contrast. Drums and guitar repeatedly enter into rhythmic symbioses that sweep me off my feet. But nothing against the growl-drum-guitar hurricane that then roars off and completely messes up our hair. A break that seems almost funky, jazzy and relaxed thanks to the bass – summer rears up again here. But the gravity of autumn returns with force. The singing is slowly becoming nasty, all instruments suddenly seem dark and nasty, deep, dull, threatening. Just a little light, clean guitar like a last summer breeze.

I hope I was able to show you what a „surprise egg“ „Cold Dead Lands“ is. There is so much in it that you cannot grasp everything when you first listen to it. Whenever you’ve made yourself comfortable in the music, something new comes along that you have to put back into perspective. That’s exactly what I like so much. Thank you, Grey Skies Fallen. Absolutely successful!


Tracks:
1. Visions From The Last Sunset
2. Cold Dead Lands
3. Procession To The Tombs
4. Picking Up The Pieces
5. Ways Of The World
6. After The Summer Comes The Fall

Band:
Rick Habeeb – Gesang, Gitarre
Sal Gregory – Schlagzeug
Tom Anderer – Bass

Schnörkellose Düsternis. Svartrviðr von King of Asgard

Black Metal / Death Metal / Folk Metal
Veröffentlichung: 28.05.2021
Trollmusic
https://de-de.facebook.com/kingofasgard
https://kingofasgard.bandcamp.com/
https://www.instagram.com/king_of_asgard_official/


king-of-asgard-Svartrviðr(English version below.)

Auf zwei Dinge habe ich in den letzten Wochen sehnsüchtig gewartet: das neue Album von King of Asgard „Svartrviðr“ und darauf, meine Schwester – nennen wir sie Klaus – nach langen Monaten endlich wieder live zu sehen. Und endlich, letzte Woche, wurden beide Wünsche direkt hintereinander erfüllt. Am Freitag erschien „Svartrviðr“ und am Samstag waren Klausi und Chulio für einige Stunden endlich wiedervereint. Beim 6 nimmt zocken kamen Erinnerungen an frühere Zeiten hoch. Zum Beispiel wie wir beim 6 nimmt zocken bei offener Backofentür und Kannen von Tee den eisigen Temperaturen in unserem Ferienhaus trotzten. Gut – den Tee trank im Wesentlichen Klaus, weshalb wir bei unserem Ausflug am nächsten Tag an jeder Autobahnraststätte und jedem dritten Busch halten mussten. Hach, das waren Zeiten… Doch nun zu „Svartrviðr“, dem fünften Album von King of Asgard. Seit „Taudr“, das 2017 erschien, hat sich bei den Schweden das Line-Up geändert. Bedeutet das auch neuer Sound?

Die Frage kann man mit einem klaren Jein beantworten. Im Großen und Ganzen hat sich der Sound von King of Asgard nicht verändert. Der Opener „Frôðr“ spielt sämtliche Stärken der Schweden aus. Sobald der erste Ton erklingt und sich der nächste anschließt, sobald sich alles zu einer dieser wunderbaren King of Asgard Melodien formt, geht mir das Herz auf. „Frôðr“ schleppt sich doomig dahin. Düster. Schwer. Der Gitarrensound schmiegt sich ins Ohr, setzt sich fest. Klares, einfaches, aber wirkungsvolles Riffing, das einen davonträgt und hypnotisiert. Vom Songkonzept her sind „Kvikr“ und „Ammobiærg“ ähnlich. Auch hier bringen King of Asgard ihr Talent zur Geltung, bildschöne Melodienen mit düsteren, harschen Black und Death Metal Riffs und Tremolo Picking zu kombinieren. „Kvikr“ punktet mit seinem cleanen Beginn und irgendwie zwielichtig klingendem Piano. „Ammobiærg“ überzeugt zusätzlich mit hypnotischem, schamanisch anmutendem Gesang und Tempowechsel ins Doomige.

Hier zeigen sich aber gleichzeitig auch die Veränderungen am Sound. Die Songs kommen mit weniger Schwung daher und machen einen deutlichen Schlenker ins Death-Doomige, Schleppende. Die Melodien treten mehr in den Hintergrund zugunsten von mehr Düsternis, Schwärze und Kälte. Zugunsten eines schweren, hypnotischen Sounds. Nun gut, King of Asgard waren jetzt noch nie eine lustige Partyband, aber mit „Svartrviðr“ haben sie eine neue Marke auf der Düsternisskala erreicht, die Gänsehaut zurücklässt. Zugegebenermaßen nicht immer. „Rifna“ und „Hæimr“, für mich die schwächsten Songs des Albums, plätschern mir persönlich ein wenig zu sehr dahin. Während der 7 Minuten steige ich meist irgendwann aus. Exzellent gelungen ist das Ganze allerdings in „Svartrviðr“. Der Song schleppt sich doomig dahin und der hypnotische Gesang zusammen mit dem reduzierten Riffing entführen einen in weit entfernte Welten. Der heimliche Star des Albums ist für mich „Harmdauðr“. Der Song ist bildschön, akustisch, melodiös mit einem Schuss Melancholie. Und gerade dann, wenn man sich so richtig heimelig fühlt, endet er in einer Blackmetalraserei die genauso überraschend endet, wie sie angefangen hat. Einfach genial. Das Album endet mit „FæigR“. Noch etwas sinistres Piano mit Krähe für das ungute Gefühl zum Schluss.

„Svartrviðr“ ist relativ einfach gehalten, ohne unnötige Schnörkel. Ich persönlich hätte gern noch die ein oder andere Melodie mehr gehabt, denn das können King of Asgard einfach. Hier und da wird es mir ein wenig zu hypnotisch. Nichtsdestotrotz hat mich das Album gepackt und in seinen Bann gezogen. Ich liebe Musik, die mir mit ihren Tönen, Melodien und Riffs eine Geschichte erzählt. Und das tun die Schweden auf „Svartrviðr“. Sie entführen den geneigten Hörer in den eisigen Norden mit seiner Kälte, Düsternis und seinen Mythen. Exzellent!

King of Asgard auf YouTube bei Trollmusic

I have been waiting longingly for two things in the last weeks: the new King of Asgard album „Svartrviðr“ and to see my sister – let’s call her Klaus – live again after many months. And finally, last week, both wishes were granted one after the other. „Svartrviðr“ was released on Friday and on Saturday Klausi and Chulio were finally reunited for a few hours. When playing 6 takes, memories of earlier times came up. For example, how we played 6 takes with the oven door open and pots of tea braving the icy temperatures in our holiday home. Ok – Klaus essentially drank the tea, which is why we had to stop at every motorway service station and every third bush on our trip the next day. Oh, those were the times … But now to „Svartrviðr“, the fifth album by King of Asgard. Since „Taudr“, which was released in 2017, the line-up changed. Does that also mean new sound?

The question can be answered with a clear yes and no. By and large, the sound of King of Asgard hasn’t changed. The opener „Frôðr“ shows all of the Swedes‘ strengths. As soon as the first note sounds and the next one follows, as soon as everything forms into one of these wonderful King of Asgard melodies, my heart opens. „Frôðr“ drags along in a doomy manner. Gloomy. Heavy. The guitar sound nestles in the ear, settles in. Clear, simple, but powerful riffing that carries you away and mesmerizes you. In terms of the song concept, „Kvikr“ and „Ammobiærg“ are similar in structure. Again, King of Asgard show their talent to combine beautiful melodies with dark, harsh Black and Death Metal riffs and tremolo picking. „Kvikr“ scores with its clean start and somehow ambiguous sounding piano. „Ammobiærg“ also impresses with hypnotic, shamanic-sounding vocals and a change of tempo to doomy.

At the same time, however, the changes to the sound can also be seen here. The songs come with less verve and make a clear detour into the death-doomy direction. The melodies take a back seat in favor of more gloom, blackness and coldness. In favor of a heavy, hypnotic sound. Well, King of Asgard have never been a fun party band, but with „Svartrviðr“ they have reached a new mark on the gloom that leaves goosebumps. Admittedly, not always. „Rifna“ and „Hæimr“, for me the weakest songs on the album, ripple a little too much for me personally. During the 7 minutes I usually get off at some point. The whole thing turned out very well in „Svartrviðr“. The song drags on in a doomy way and the hypnotic vocals together with the reduced riffing take you to far away worlds. The secret star of the album for me is „Harmdauðr“. The song is beautiful, acoustic, melodious with a dash of melancholy. And just then, when you feel really homely, it turns into a black metal frenzy that ends just as surprisingly as it started. Just awesome. The album’s last song is „FæigR“. Somewhat sinister piano with a crow for the bad feeling at the end.

„Svartrviðr“ is kept relatively simple, without unnecessary squiggles. Personally, I would have liked one or two more melodies, because King of Asgard are so good at creating them. Here and there it gets a little too hypnotic for me. Nonetheless, the album grabbed me and cast a spell over me. I love music that tells me a story with its tones, melodies and riffs. And that’s what the Swedes do on „Svartrviðr“. They kidnap the inclined listener to the icy north with its cold, gloom and myths. Excellent!

 


Tracks:
1. Frôðr
2. Rifna
3. Hæimr
4. Kvikr
5. Ammobiærg
6. Svartrviðr
7. Harmdauðr
8. FæigR

Band:
Karl Beckman – Gesang, Gitarre
Ted Sjulmark – Gitarre
Mathias Westman – Schlagzeug
Jonas Albrektsson – Bass

Tragisch bis apokalyptisch. Parakosm von Feradur +++ mit Gewinnspiel +++

Melodic Death Metal
Veröffentlichung: 30.04.2021
Independent
https://www.facebook.com/FeradurMetal
https://www.instagram.com/feradurmelodeath/
feradur.bandcamp.com
https://twitter.com/feradurofficial/


(English version below.)

Corona ist ein Arsch. Kurz bevor der ganze Mist losging, hatte ich einen riesigen Deal an der Angel und nun? Alles dahin. Aber von vorn. Ich arbeite ja schon seit längerem an einer Karriere als Double. Mein Engagement als Double von Vader Gitarrist Marek Pająk scheiterte an meiner doomigen Langsamkeit an der Gitarre. Als Alissa White-Gluz Double kam ich nicht infrage, weil ich mich so gar nicht als Rampensau eigne und mir fehlt auch die Liebe zu hautengen Ganzkörperanzügen. Schließlich versuchte ich es als Lemmy Double. Stimmlich hätte es super gepasst, doch meine Trinkfestigkeit wies gravierende Mängel auf. Nun sollte es endlich klappen als Double von AC/DC Sänger Brian Johnson. Ich habe ein Schiebermützengesicht, die Größe hätte gepasst und stimmlich kann man uns nicht unterscheiden. Und dann kam Corona. Alles dahin. Feradur hingegen haben die Zeit im letzten Jahr äußerst effektiv nutzen können. Ergebnis der Arbeit: die EP „Parakosm“ mit fünf Melodeathsongs. Hören wir also rein.

Die Songs von Feradur überzeugen mit ihrem ausgefeilten Aufbau. Die Art, wie sie sich entfalten macht einfach Spaß. Nehmen wir den Opener „Midas“. Er beginnt verhalten, fast zurückhaltend. Schüchtern. Gesprochene Worte. Wie ein Echo in der Ferne. Irgendwie melancholisch. Doch man darf sich davon keinesfalls täuschen lassen. Zack. Ehe man sich‘s versieht, baut sich eine intensive Kraft auf – übrigens hat die vorher nicht gefehlt, nicht dass ihr mich falsch versteht. Das Tempo wird schneller, die Drums drängender, die Growls fieser. Die melodischen Gitarrenparts und die doppelläufigen Gitarren sind bildhübsch und krönen das Ganze würdig. Sie charakterisieren den Sound von Feradur maßgeblich und versetzen mich ein ums andere Mal in Verzückung. Die rhythmische Variabilität macht die Songs der Band ebenfalls zu einem Genuss. Sowohl „Crest Of Betrayal“ als auch „Host Of Nightmare“ sind rhythmisch mit der ein oder anderen kleinen Überraschung versehen und rattern nicht nur straight durch. Besonders „Host Of The Nightmare“ gefällt mir gut. Wiegender Gitarrensound geht über in Höllentremolos und Blastbeats. Die melodische Seite von Feradur tritt hier definitiv in den Hintergrund und macht kalter Härte Platz. Das Thema Albtraum wird durch die Gitarren und die Effekte gänsehautmäßig rausgekitzelt. Den Unterschied zwischen harschen und manischen Growls führen die Jungs in „Saviours“ und „Tetsuo“ vor. In Saviours sogar gleich im Doppelpack. Also auch stimmlich wird Variabilität geboten und es wird definitiv nicht langweilig. Außerdem verbreitet der Song ein energiegeladenes, flottes, paganistisches Schlachtenfeeling. Ab in den Schildwall! Die doppelläufigen Gitarren sind in beiden Songs ebenfalls wieder mit am Start. Hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Passagen liebe?

„Parakosm“ ist rundum eine runde Sache – im Gegensatz zu diesem Satz. Feradur liefern uns spannende Geschichten, gekleidet in ein perfekt ausgearbeitetes musikalisches Gewand, dem man die Liebe zum Detail anhört. Ein absolutes Must-have für jeden Melodic Death Metal Fan für dieses Frühjahr. Und wenn es noch einen letzten Anreiz benötigt: „Parakosm“ gibt es auf Bandcamp auch auf MC tapes in fünf bildhübschen Farben. Das dürfte jedes Sammlerherz ansprechen. Ich sag nur, Julia hat Freude im Umgang mit Farben. Reinhören! Kaufen!

+++ Gewinnspiel +++
Hat euch das Review neugierig gemacht und ihr würdet euch „Parakosm“ nun unbedingt gern anhören? Was n Glück. Die Jungs von Feradur sind nämlich sehr nett und deshalb kann ich hier heute die EP auf CD verlosen.

Wie ihr am Gewinnspiel teilnehmen könnt?
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Achtung: Die Teilnahme ist nur aus Luxemburg, Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich. Beachtet bitte unbedingt die Teilnahmebedingungen dieses Gewinnspiels am Ende des Artikels.

Feradur auf Youtube

Corona is an ass. Right before all the crap started, I had a huge deal on the hook and what now? Everything gone. But from the beginning. I’ve been working on a career as a double for a long time. My engagement as a double of Vader guitarist Marek Pająk failed because of my doomy slowness on the guitar. As an Alissa White-Gluz double, I was out of the question because I am not at all suitable as a stage-struck and I also lack the love for skin-tight full-body suits. Finally, I tried as a Lemmy double. Vocally it would have been great, but my ability to drink had serious shortcomings. Now it should finally work out as a double of AC / DC singer Brian Johnson. I have a flat cap face, the size would have been right and vocally you can’t tell us apart. And then Corona came. Everything gone. Feradur, on the other hand, were able to use the time extremely effectively last year. The result of the work: the EP “Parakosm” with five Melodic Death songs. So let’s listen.

Feradur’s songs convince with their sophisticated structure. The way they unfold is just fun. Let’s take the opener “Midas”. It begins temperatedly, almost cautiously. Shy. It’s like an echo in the distance. Kind of melancholy. But don’t let that fool you. Bam. Before you know it, an intense force builds up – by the way, it wasn’t missing before, not that you misunderstand me. The pace gets faster, the drums more urgent, the growls nastier. The melodic guitar parts and the twin guitars are beautiful and are the icing on the cake. They significantly characterize the sound of Feradur and drive me into rapture time and time again. The rhythmic variability also makes the band’s songs a pleasure. Both “Crest Of Betrayal” and “Host Of Nightmare” are rhythmically provided with one or two little surprises and don’t just rattle down the song. I especially like “Host Of The Nightmare”. The rocking guitar sound turns into hellish tremolos and blastbeats. The melodic side of Feradur definitely takes a back seat and gives way to cold hardness. The nightmare theme is tickled out by the guitars and the effects. The boys demonstrate the difference between harsh and manic growls in “Saviours” and “Tetsuo”. In „Saviours“ even in a double pack. Vocal variability is also offered and it definitely won’t get boring. In addition, the song spreads an energetic, brisk, pagan battle feeling. Off to the shield wall! The twin guitars are also involved in both songs. Did I mention that I particularly love these passages? „Parakosm“ is all round a round thing – in contrast to this sentence. Feradur tell us exciting stories in a perfect musical garb. You can feel and hear the love for the details. An absolute must-have for every Melodic Death Metal fan this spring. And if there is one last access: „Parakosm“ is also available on Bandcamp on MC tapes in five beautiful colors. That should demand every collector’s heart. I’m just saying that Julia enjoys working with colors. Listen! Buy!


Tracks:

1. Midas (Materia Prima)
2. Crest Of Betrayal
3. Saviours
4. Tetsuo
5. Host Of The Nightmare

Band:
Mario Hann – Gesang, Gitarre
Mich Strock – Gitarre, Gesang
Dan Gloden – Gitarre
Fridtjof Kielgast – Bass
Mich Weber – Schlagzeug

Gewinnspielbedingungen

Die Teilnahme ist kostenlos und richtet sich ausschließlich nach den hier genannten Teilnahmebedingungen. Teilnehmen könnt ihr bis zum 30.04.2021 20:00 Uhr. Die Teilnahme ist nur im genannten Zeitraum möglich. Ich behalte mir vor, nach eigenem Ermessen Personen von der Teilnahme auszuschließen, wenn berechtigte Gründe vorliegen, beispielsweise (a) bei Manipulationen im Zusammenhang mit Zugang zum oder Durchführung des Gewinnspiels, (b) bei Verstößen gegen diese Teilnahmebedingungen, (c) bei unlauterem Handeln oder (d) bei falschen oder irreführenden Angaben im Zusammenhang mit der Teilnahme an dem Gewinnspiel.

Was gibt es zu gewinnen und wie wird der Gewinner ermittelt?
Ich verlose eine CD mit der neuen EP Parakosm von Feradur. Der Gewinner wird durch das Los ermittelt und per E-Mail oder Facebook-Nachricht benachrichtigt. Ein Umtausch, eine Selbstabholung sowie eine Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich. Eventuell für den Versand der Gewinne anfallende Kosten übernimmt der Betreiber. Mit der Inanspruchnahme des Gewinns verbundene Zusatzkosten gehen zu Lasten des Gewinners. Für eine etwaige Versteuerung des Gewinns ist der Gewinner selbst verantwortlich. Meldet sich der Gewinner nach zweifacher Aufforderung innerhalb einer Frist von 3 Wochen nicht, kann der Gewinn auf einen anderen Teilnehmer übertragen werden.

Datenschutz
Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist die Angabe von persönlichen Daten notwendig. Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass ihre E-Mail Adresse oder Facebook-Kontakt zur Kontaktaufnahme verwendet werden. Für den Versand der CD ist es notwendig, dass der Gewinner seine postalische Adresse an Thrash!Boom!Bang! übermittelt sowie zustimmt, dass diese an die Band Feradur zum Versand weitergegeben wird. Die Daten werden an keine weitere Dritte weitergegeben. Der Gewinner kann seine erklärte Einwilligung jederzeit widerrufen. Der Widerruf ist schriftlich an die im Impressumsbereich angegebenen Kontaktdaten zu richten. Nach Widerruf der Einwilligung werden die erhobenen und gespeicherten personenbezogenen Daten des Teilnehmers umgehend gelöscht.


Facebook Disclaimer
Diese Aktion steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert.


Anwendbares Recht
Fragen oder Beanstandungen im Zusammenhang mit dem Gewinnspiel sind an den Betreiber zu richten. Kontaktmöglichkeiten finden sich im Impressumsbereich. Das Gewinnspiel des Betreibers unterliegt ausschließlich dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung dieser Teilnahmebedingungen ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so wird dadurch die Gültigkeit dieser Teilnahmebedingungen im Übrigen nicht berührt. Statt der unwirksamen Bestimmung gilt diejenige gesetzlich zulässige Regelung, die dem in der unwirksamen Bestimmung zum Ausdruck gekommenen Sinn und Zweck wirtschaftlich am nächsten kommt. Entsprechendes gilt für den Fall des Vorliegens einer Regelungslücke in diesen Teilnahmebedingungen.

„Corona hat uns wuselig gemacht.“ – Interview mit Mich und Mario von Feradur

Hier kommt mein Interview mit Mich und Mario von der luxemburgischen Melodic Death Metal Band Feradur. Habt ihr auch eine äußerst peinliche Wissenslücke, was den luxemburgischen Metal anbelangt? Dann solltet ihr euch das Interview unbedingt anschauen. Hinterher seid ihr um einiges schlauer. Versprochen! Außerdem plaudere ich mit den Jungs über ihre neue EP „Parakosm“, die am 30.4.21 erscheint. Das Review dazu folgt in einer Woche hier. Dann könnt ihr „Parakosm“ übrigens auch auf CD gewinnen. Freut euch schonmal. Jetzt aber zurück zum Interview. Wir quatschten darüber, welche Geschichten Feradur für die EP warum verarbeitet haben, wie die Aufnahmen liefen und wie es so war mit Jens Bogren für das Mastering zusammenzuarbeiten, über Corona, Konzerte und vieles mehr. Informatives aber auch komische und tragische Momente – alles dabei. Bleibt mir nur noch, viel Spaß zu wünschen.

Here comes my interview with Mich and Mario from the Luxembourgish Melodic Death Metal Band Feradur. Do you also have an extremely embarrassing knowledge gap when it comes to Luxembourgish Metal? Then you should definitely watch the interview. After it you are a lot smarter. Promised! I also chat with the guys about their new EP „Parakosm“, which will be released on April 30th. The review will follow here in a week. Then you can also win „Parakosm“ on CD, by the way. But back to the interview. We chatted about which stories Feradur processed for the EP and why, how the recordings went and what it was like to work with Jens Bogren for the mastering, about Corona, concerts and much more. Informative but also funny and tragic moments – everything included. The only thing left for me to do is to wish you a lot of fun.