Einmal abtauchen. Der Weg Einer Freiheit im Wizemann in Stuttgart

(English Version below)

Endlich! Nach gefühlt 100 Jahren Abstinenz hatte ich mal wieder Zeit und Gelegenheit, auf ein Konzert zu gehen. Ich weiß – ich sehe jünger aus. Danke! Und dann auch noch DIESES Konzert. Der Weg Einer Freiheit gaben sich die Ehre im Wizemann in Stuttgart. Ihr aktuelles Album „Noktvrn“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsalben und läuft rauf und runter. Nichts konnte mich also davon abhalten, dieses Konzert zu besuchen.

Bizarrekult, Stuttgart

Bizarrekult, Stuttgart

Ich war übrigens zum ersten Mal im Wizemann und muss sagen, der Club hat mir echt gut gefallen. Nettes Ambiente, nettes Personal und tolle Akustik. Vom Opener Bizarrekult – Progressive Black Metal aus Norwegen – habe ich leider nur noch den neuen Song „Kongen“ vom zweiten Album der Band (Den Tapte Krigen“) mitbekommen. Das Publikum hat zwar nicht so richtig gecheckt, wann es mitsingen soll, aber der Song war super und die Energie des Sängers D. hat mich sofort mitgenommen.

Regarde Les Hommes Tomber, Stuttgart

Regarde Les Hommes Tomber, Stuttgart

Als zweite Band des Abends folgten Regarde Les Hommes Tomber aus Frankreich mit ihrem Mix aus Black Metal und Sludge. Neben den coolen, hypnotischen Drumpassagen ist mir vor allem die Performance des Sängers T.C. in Erinnerung geblieben. Eine Mischung aus dem orientalischen Tanz entlehnten Armbewegungen und Ausdruckstanz. Manchmal auch eng umschlungen mit dem Mikro.

DWEF, Stuttgart

DWEF, Stuttgart

Und dann enterten Der Weg Einer Freiheit endlich die Bühne. Ich bin jetzt noch total verzückt. Die Energie, welche die Band ausstrahlt, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Schon bei den ersten Klängen von „Morgen“ vom aktuellen Album „Noktvrn“ zog die Musik einen unweigerlich in ihren Bann und ließ einen nicht mehr los. Über „Posthum“ bis zum letzten Ton von „Zeichen“. DWEF können einfach Power, Energie und bildschöne, cleane Momente. Und das alles perfekt abgestimmt und klanglich top. Der cleane Sound der Gitarren ist so glasklar und berückend, dass man es kaum aushält. Man hat förmlich gespürt, wie die Band mit ihrer Musik das Publikum hypnotisierte und verzauberte. Vielleicht hätte ich mir noch ein Liedchen mehr vom aktuellen Album gewünscht. Neben „Morgen“ spielten DWEF noch „Am Rande der Dunkelheit“ und – damit ist alles auch wieder wett gemacht: „Gegen das Licht“, meinen absoluten Lieblingssong. Ein wahres Meisterwerk. Nicht einmal die seltsamen Posing- und Tanzeinlagen des relativ bedüdelten Typs vor mir konnten dieses Erlebnis beeinträchtigen. Obwohl Klatschversuche in ruhigen Passagen schon unter Strafe gestellt werden sollten. Beeindruckend war auch ein Herr neben mir, der es schaffte, beim Bangen seinen Oberkörper parallel zum Fußboden zu bringen und dabei noch mit den Armen zu rudern, ohne auf die Fresse zu fliegen. Respekt! Hach, ich bin immer noch ganz bezaubert und beseelt – also nicht von den Tanzeinlagen, sondern von DWEF – und „Gegen das Licht“ läuft in Dauerschleife in meinem Kopf. Ich glaub, ich greif jetzt erstmal zur Gitarre.

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English Version

Finally! After what felt like 100 years of abstinence, I once again had the time and opportunity to go to a concert. I know – I look younger. Thanks! And then THIS concert. Der Weg Einer Freiheit honoured the Wizemann in Stuttgart. Their current album „Noktvrn“ is one of my absolute favorite albums and plays non stop. So nothing could keep me from going to this concert.

Incidentally, this was my first time at the Wizemann and I have to say that I really liked the club. Nice ambience, nice staff and great acoustics. From the opener Bizarrekult – Progressive Black Metal from Norway – I unfortunately only heard the new song „Kongen“ from the band’s second album („Den Tapte Krigen“). The audience didn’t really know when to sing along, but the song was great and the energy of singer D. grabbed me right away.

The second band of the evening was Regarde Les Hommes Tomber from France with their mix of black metal and sludge. In addition to the cool, hypnotic drum passages, I remember mainly the performance of the singer T.C.. A mixture of arm movements borrowed from oriental dance and expressive dance. Sometimes also tightly entwined with the microphone.

And then Der Weg Einer Freiheit finally took the stage. I’m still totally ecstatic. The energy that the band spreads can hardly be described in words. Already with the first sounds of „Morgen“ from the current album „Noktvrn“ the music inevitably pulled you under its spell and didn’t let you go. From „Posthum“ to the last sound of „Zeichen“. DWEF can simply do power, energy and beautiful, clean moments. And all this is perfectly coordinated and has a great sound. The clean sound of the guitars is so crystal clear and enchanting that you can hardly stand it. You could literally feel how the band hypnotized and enchanted the audience with their music. Maybe I would have wished for one more song from the current album. In addition to „Morgen“, DWEF also played „Am Rande der Dunkelheit“ and – that makes up for everything: „Gegen das Licht“, my absolute favorite song. A true masterpiece. Not even the strange posing and dancing of the relatively drunk guy in front of me could spoil this experience. Although attempts to clap in quiet passages should be punished. Also impressive was a gentleman next to me, who managed to bring his upper body parallel to the floor while banging and while rowing his arms without flying on his face. Respect! Oh, I’m still completely enchanted and inspired – not by the dance numbers, but by DWEF. „Gegen das Licht“ is running in a continuous loop in my head. I think I’ll pick up the guitar now.

Hauch des Wahnsinns. Untergang von One Past Zero

Doom / Stoner / Rock
Veröffentlichung: 2022
Doom World Productions
Bandcamp
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Neulich. Es klingelt an der Haustür. Ein Mann, laut der Aufschrift auf seinem Shirt Dachdecker, steht davor und lächelt mich jovial an. „Guten Tag, Frau Neumann. Wir richten grad das Dach bei ihren Nachbarn und jetzt gehe ich mal durch und frage herum. Muss man bei Ihnen vielleicht die Dachrinne reinigen?“ Ich schweige. Denke. Einmal Dachrinne reinigen. Hochklettern auf eine diamantbesetzte Leiter, güldener Besen mit Borsten aus seidigem Kaschmir. Ich überschlage. Macht in etwa – eins gemerkt – 1025,43 Euro. Die Stimme des Dachdeckers dringt wie durch einen Nebel an mein Ohr: „Frau Neumann, schauen sie doch nicht so ängstlich. Es passiert nichts Schlimmes!“ Diese kleine Anekdote zeigt, Ängste und Horror können vielfältig sein. Eine Band, die hervorragend mit diesen Gefühlen spielt, ist One Past Zero. Hinter dem Namen verbergen sich die zwei Ulmer Musiker Uli Hildenbrand (Ex-Poison, Ex-R.U. Dead?) und Kishde (Ex-The Real Massacre). Am Freitag fand ich zu meinem großen Entzücken deren neue EP „Untergang“ im Briefkasten vor. Und da ich ein begeisterter Fan des schrägen Sounds von One Past Zero bin, musste ich natürlich sofort reinhören.

Die EP beinhaltet zwei etwa zehnminütige Songs und zwei Bonustracks aus einer früheren Schaffensphase. Nun sitze ich hier mit einem breiten Grinsen im Gesicht und versuche zu beschreiben, wie herrlich manisch, irre, gewitzt und im angenehmsten Sinne gruselig diese Songs sind. Den Stil von One Past Zero zeichnet ein Mix aus klassischem Doom, Stonerelementen, mäandernden und dräuenden Klangwänden und manischem, etwas überzeichnetem Ozzy Gesang aus. „The Decline“ wird von einem saumäßig geilen Gitarrenriff geprägt. Es sammelt einen zu Beginn des Songs ein, wird hin und her variiert und transponiert und lässt einen nicht mehr aus den Klauen. Das Ganze wechselt mit schrammeligen Bangpassagen. Ein richtig schräges Gitarrensolo lässt das Grinsen noch breiter werden. Die Gitarre torkelt herum wie ich, wenn ich an einem Mon Chérie gerochen habe, aber die Drums halten alles straight zusammen. Der Sound ist herrlich schrammelig, abgeratzt, doomig tief, gefühlsmäßig immer knapp daneben und doch genau richtig. „Two.Five.Seven.“ unterscheidet sich deutlich. Eine cleane Gitarrenmelodie rollt heran wie eine bedrohliche Welle, die einen ins tiefe, schwarze Meer hinabzieht. Der Horror wird geradezu greifbar, befördert durch den sinistren Synthisound. Die Drums galoppieren einen straight und sanft ins Verderben und der Gesang ist zu einer Art Flüstern und Murmeln reduziert. Super atmosphärisch. Der erste Bonustrack „God“ ist auf den ersten Blick klassischer Doom. Zwischendurch verlässt er diesen Pfad allerdings und es groovt ordentlich. Irgendwie motörheadig, rock’n’rollig, jazzig. „No One“ hingegen ist ein herrlicher, thrashiger Nackenbrecher. Ich liebe die erfrischende, durchgeknallte, schräge Gewitztheit der One Past Zero Songs einfach. Unbedingt reinhören.

English Version

Recently. The doorbell rings. A man, according to the inscription on his shirt a roofer, stands in front of it and smiles jovially at me. „Hello Mrs. Neumann. We’re fixing the roof at your neighbor’s and now I’m going through the neighbourhood and I’m asking around. Do you perhaps have to clean the gutter?“ I am silent. Think. Clean the gutter once. Climbing up a diamond-studded ladder, golden broom with bristles of silky cashmere. I’m calculating fast: Makes about – one thing noted – 1025.43 euros. The roofer’s voice reached my ear as if through a fog: „Mrs. Neumann, don’t look so anxious. Nothing bad will happen!“ This little anecdote shows that fear and horror can be manifold. One band that plays masterly with these feelings is One Past Zero. The two musicians from Ulm, Uli Hildenbrand (ex-Poison, ex-RU Dead?) and Kishde (ex-The Real Massacre) hide behind the name. Last Friday, to my great delight, I found their new EP „Untergang“ in the mailbox. And since I’m an avid fan of One Past Zero’s weird sound, I had to check it out right away.

The EP contains two ten-minute songs and two bonus tracks from an earlier creative phase. Now I’m sitting here with a big grin on my face, trying to describe how wonderfully manic, insane, witty and in the most pleasant sense creepy these songs are. The style of One Past Zero is characterized by a mix of classic doom, stoner elements, meandering and looming sound walls and manic, somewhat exaggerated Ozzy singing. „The Decline“ is characterized by an awesome guitar riff. It catches you at the beginning of the song, is varied and transposed back and forth and doesn’t let you out of its claws. The whole thing alternates with shabby bang passages. A really weird guitar solo makes the grin even bigger. The guitar staggers around like I do after smelling a Mon Chérie, but the drums keep it all straight together. The sound is marvelously scratchy, doom-like deep, sounding always a bit off-target and yet just right. „Two.Five.Seven.“ differs significantly. A clean guitar melody rolls in like a menacing wave that pulls you down into the deep, black sea. The horror becomes almost tangible, promoted by the sinister synth sound. The drums gallop the listener straight and gently to the doom and the vocals are reduced to a sort of whisper and murmur. Super atmospheric. The first bonus track „God“ is classic Doom at first glance. In between, however, it leaves this path and it grooves properly. Somehow motörhead, rock’n’roll, jazzy. „No One“ on the other hand is a delightful, thrashy neck breaker. I just love the refreshing, insane, weird wit of the One Past Zero songs. Definitely check it out.

 


Tracks:

1. The Decline
2. Two.Five.Seven.
3. God (Bonus)
4. No One (Bonus)

Band:

Kishde (Schlagzeug)
Uli Hildenbrand (Gitarre, Bass, Gesang, Keyboard)

Reingehört: Wicked Game von Skyborn

Heute muss ich noch dringend einen wichtigen Musiktipp loswerden. Mein lieber Kumpel Juli und seine Band Skyborn haben gemeinsam mit Florian Menhart und Marin Kostek (Since April) eine sehr cool metallisierte Coverversion von Chris Isaaks „Wicked Game“ aufgenommen. Dazu kam heute das sehr stimmungsvolle Musikvideo heraus. Gänsehaut pur. Wer den Effekt noch verstärken und gleichzeitig das Feeling des Videos aufgreifen will: schwingt euch an den Grill. Werft alles rein, was brennbar ist und hört den Song in Dauerschleife!

Today I urgently have to get rid of an important music tip. My dear friend Juli and his band Skyborn have recorded a very cool metalized cover version of Chris Isaak’s „Wicked Game“ together with Florian Menhart and Marin Kostek (Since April). The very atmospheric music video was released today. Pure goosebumps. If you want to intensify the effect and at the same time pick up the feeling of the video: swing to the grill. Throw in everything that can be burned and listen to the song on a continuous loop!

Skyborn auf YouTube

Black Metal meets Dudelsack. Origins von Saor

Atmospheric Black Metal / Folk Metal / Pagan Metal
Veröffentlichung: 24.06.2022
Season Of Mist
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Nachdem ich nun eine Weile zu Fuß und mit Rucksack im Ländle unterwegs war, steht mir der Sinn komischerweise nach atmosphärischem Blackmetal mit keltischen Folkeinflüssen. Seltsam. Aber was bin ich doch für ein Glückspilz. Die schottische Band Saor, das Projekt des Ex-Falloch-Gitarristen Andy Marshall hat just ihr neues Album „Origins“ veröffentlicht. Läuft mir total rein, denn ich bin ein riesiger Fan. Das Vorgängeralbum „Forgotten Paths“ (2019) habe ich eine Weile rauf und runter gehört und konnte einfach nicht genug davon bekommen. Meine Umwelt vielleicht schon, aber ich nicht. Dementsprechend gespannt war ich natürlich auf „Origins“.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Wurde ich von Saor eigentlich überhaupt noch nie. Jeder Ton macht Sinn, jedes Riff sitzt. Der Opener „Call of the Carnyx“ entführt einen vom ersten Ton an in eine andere, weit entfernte Welt. Eingängiges, kraftvolles Riffing, bezaubernde, melanchonische Melodien. Der Song entwickelt Weite und Drama. Und hey – mal ehrlich – die wenigsten können Dudelsackmelodien so in ihre Songs einbauen, dass sie einem nicht auf den selbigen gehen. „Fallen“ erhöht mit derben Growls den Druck. Das Paganfeeling schleicht sich über die Melodie ins Ohr bis irgendwann eine für Saor eher untypische, fast schunkelige Stimmung entsteht. Am besten gefällt mir „Aurora“. Der Song treibt das auf die Spitze, was „Origins“ ausmacht. Die geniale Kombination von rasenden Blackmetalausbrüchen und akustischer Zartheit und Melancholie. „Aurora“ ist rhythmusgetrieben, meditativ. Man kann sich herrlich treiben lassen zwischen kraftvollen Powerriffs und der leisen Schönheit der Melodien. Gleichzeitig blitzt immer wieder eine intensive Schroffheit auf. Auch „Origins“ mit seinem bedrohlichen Unterton und der blastbeatigen Aggressivität kombiniert mit Chor, Synthistreichern und einer gewissen Theatralik hat mich umgehauen.

Saor entführen den Hörer mit „Origins“ in eine komplett andere Welt. Bewährt ist das Konzept aus atmosphärischem Black Metal mit keltischen Elementen. Doch im Vergleich zum Vorgänger „Forgotten Paths“ ist „Origins“ klarer, stringenter und kompakter. Die Songs sind kürzer, ufern weniger aus, haben weniger Windungen. Die Verspieltheit ist einer gewissen Rauheit gewichen. Der Gesang spielte bei Saor schon immer eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch bietet er von Growls über Klargesang, atmosphärischem Flüstern und erhabenen Chören alles. Insgesamt ist das Album auch etwas schwarzmetallischer und voll treibender Blastbeats, die einem den Atem rauben. Die keltischen Folkparts werden bestimmt durch Tin-Whistle und Dudelsack und entführen den geneigten Hörer in eine vergangene Zeit in Schottland. Rundum gelungen!

Saor auf YouTube

English Version

Now that I’ve been hiking with a backpack in the country for a while, I’m strangely in the mood for atmospheric Black Metal with Celtic folk influences. Weired. But what a lucky girl I am. Scottish band Saor, the project of ex-Falloch guitarist Andy Marshall, has just released their new album „Origins“. I’m totally hooked because I’m a huge fan. I listened to the previous album „Forgotten Paths“ (2019) over and over for a while and just couldn’t get enough of it. Maybe my environment did, but I don’t. So of course I was excited for „Origins“.

And I was not disappointed. In fact, I’ve never been from Saor. Every note makes sense, every riff fits. The opener „Call of the Carnyx“ takes you from the first note into another, far away world. Catchy, powerful riffing, enchanting, melancholy melodies. The song develops width and drama. And hey – let’s be honest – very few can incorporate bagpipe melodies into their songs in such a way that they don’t get on your nerves. „Fallen“ increases the pressure with coarse growls. The pagan feeling creeps into the ear via the melody until at some point an almost swaying mood arises. My favorite is „Aurora“. The song takes what „Origins“ is all about to the extreme. The ingenious combination of frenzied black metal outbursts and acoustic tenderness and melancholy. „Aurora“ is rhythm driven, meditative. You can let yourself drift wonderfully between powerful riffs and the quiet beauty of the melodies. At the same time, an intense harshness flashes up again and again. Also the title track „Origins“ with its menacing undertone and blast beat aggressiveness combined with choir, synth strings and a certain theatricality blew me away.

Saor take you into a completely different world with „Origins“. The concept of atmospheric black metal with Celtic elements is proven. But compared to its predecessor „Forgotten Paths“, „Origins“ is clearer, more stringent and more compact. The songs are shorter, less overflowing, have fewer twists and turns. The playfulness has given way to a certain roughness. Singing has always played a rather subordinate role in Saor. Nevertheless, it offers everything from growls to clean singing, atmospheric whispers and sublime choirs. Overall, the album is also a bit more Black Metal and full of driving blast beats that take your breath away. The Celtic folk parts are determined by tin whistle and bagpipes and take the listener to a bygone time in Scotland. Completely successful!

 


Tracks:

1. Call Of The Carnyx
2. Fallen
3. The Ancient Ones
4. Aurora
5. Beyond The Wall
6. Origins

Band:

Andy Marshall (Alle Instrumente, Gesang)

Gäste:
Dylan Watson (Schlagzeug)
Sophie Marshall (Backing Vocals)

„Ohne Musik würde ich nur jammern/sterben/explodieren.“ – Interview mit A Dance In Yellow

Wohooo. Interviewtime. Heute erfahrt ihr Spannendes über Jonas Werling aka A Dance In Yellow und sein neues Album „Madness and Blood“. Da geht es ja viel um Grusel und Horror und da ich Jonas nach seinem gruseligsten Erlebnis gefragt habe, möchte ich hier nun auch meines zum Besten geben. Ich saß nachts mit einer Freundin in unserem beschaulichen Dörfchen auf einer Mauer und wir quatschten. Plötzlich hörten wir schleppende, schlurfende Schritte, die sich langsam näherten. Erst versuchten wir es zu ignorieren – kann ja nix Schlimmes sein pfff – dann wurde die Angst übermächtig und wir flüchteten wie von wilden Hunden gehetzt zu meiner Freundin nach Hause, da sie glücklicherweise in der Nähe wohnte. Jo, hab dann auch spontan dort übernachtet. Nach dieser Heldengeschichte aber zurück zum Interview. Jonas beantwortet unter anderem die Frage, warum er dem Spiel „Eldritch Horror“ ein ganzes Album gewidmet hat, wie die Aufnahmen zum Album so gelaufen sind und wie er auf die Ideen zu seinen Songs kommt. Und was hat eigentlich ein Schweineherz mit alldem zu tun? Na, neugierig geworden? Dann rein ins Interview! Und falls ihr das Review zum Album „Madness and Blood“ von A Dance In Yellow noch nicht gelesen habt – hier geht’s lang. Es lohnt sich! (English version below)

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T!B!B!: Wann und wie ist dein Projekt „A Dance In Yellow“ entstanden und wie bist du auf den Namen gekommen?

A Dance In Yellow: Erste Songs zu „A Dance In Yellow“ entstanden 2018. Damals war ich sehr beeindruckt von Bands wie Inferi, und wollte mich auch an Technical Death Metal (oder etwas Ähnlichem) versuchen. Das Ergebnis dieser Bemühungen war dann „The Cracks in the Wall“, eine erste Sammlung von dann doch eher atmosphärischen Death Metal-Songs. Für einen dieser Songs erfand ich den Namen „A Dance In Yellow“, als Referenz zu dem König in Gelb aus der gleichnamigen Kurzgeschichtensammlung von Robert W. Chambers. Und diesen Namen fand ich dann für das Projekt so passend, dass ich ihn übernommen habe.

T!B!B!: Wieso hast du dich für ein Einmann Projekt entschieden und nicht für eine „normale“ Band?

A Dance In Yellow: Das hat vor allem damit zu tun, dass ich seit Jahren selbst für mich Musik schreibe und aufnehme. A Dance In Yellow ist als Soloprojekt entstanden und ich hatte nicht die Zeit und/oder den Willen, mir eine ganze Band zusammenzusuchen. Auch aus Angst, dass ich meine eigene Vision nicht so umsetzen können würde, wie ich mir das wünsche. Es war eher ein Projekt für mich, an dem ich wachsen und mehr über die Musik lernen konnte, die ich machen will.

T!B!B!: Dein neues Album „Madness and Blood“ ist ein Konzeptalbum. Welches Konzept steckt denn dahinter?

A Dance In Yellow: Das Vorgänger-Album „The Cracks in the Wall“ hatte viel Bezug zu Lovecraft’schen Werken, teilweise mit Originalzitaten. Das lag vor allem daran, dass mir das Brettspiel „Eldritch Horror“ sehr gut gefällt und eine große Fülle an fantastischem Material auf sehr anschauliche und atmosphärische Weise vermittelt. Das hat bei mir großen Eindruck hinterlassen, und ich wollte unbedingt ein „richtiges“ Konzeptalbum zu dem Spiel machen. Dieses Konzeptalbum wurde dann „Madness and Blood“. Ich habe mich stark an dem Spiel orientiert, auch am chronologischen Ablauf einer Partie, und habe versucht möglichst gut zu vermitteln, wie großartig seine Atmosphäre gestaltet ist.

T!B!B!: Welche Bedeutung hat das Spiel „Eldritch Horror“ für dich? Wieso hast du es als Thema für ein ganzes Album ausgewählt?

A Dance In Yellow: Ich liebe total, wie viele Details, wie viel Atmosphäre in dem Spiel steckt. Es schafft eine extrem gute Balance aus Bewegung im Gameplay, ohne an Erzählkraft zu verlieren. Außerdem ist es ein pures „Koop“-Spiel, nicht wie viele andere Spiele in denen man gegeneinander spielt. Die Spielenden gewinnen oder verlieren zusammen, müssen entsprechend gemeinsame Strategien entwickeln und werden unweigerlich verlieren, wenn sie nicht zusammenarbeiten. Das Spiel hat mich ernsthaft geprägt, in dem Sinn, dass es mir einige sehr schöne Erinnerungen geschaffen hat.

T!B!B!:  Was ist das Schaurigste, Gruseligste, das du je erlebt hast?

A Dance In Yellow: Ich war mal für Requisitenbeschaffung (für einen Monolog, den ich gespielt habe) in so einem Schlachthauskomplex. Da konnte man direkt angrenzend an den Schlacht/Fleischerei-Bereich Tierteile kaufen, ich brauchte ein Schweineherz (weil es sehr ähnlich aussieht wie ein Menschenherz). Das gab es dort sehr günstig zu kaufen, aber ich musste natürlich da rein. Ich habe zum Glück keine Todesschreie gehört – aber die Kreissäge im Nebenraum. Vermutlich wurde damit grade ein Brustkorb aufgesägt oder so. Dieses Geräusch, das verfolgt mich bis heute.

T!B!B!: Wie schreibst du deine Songs? Wie kommst du auf die Ideen?

A Dance In Yellow: Oft bilden Ideen/Themen die Basis meiner Songs. Ich denke über ein Thema nach, suche nach Konzepten, und probiere dann entweder textlich oder an meiner Gitarre herum bis ich ein Riff oder eine Melodie habe, die meiner Meinung nach zu dem Thema passt. Bei manchen Songs wie „The All-Devouring“ habe ich mehr mit Struktur angefangen und versucht zu erspüren, wie schnell/komplex/stark welcher Teil sein muss, während Songs wie „Boon of the Ancients“ erstmal Riffs waren, die ich dann in Struktur gebracht habe. Wenn dann ein Grundgerüst steht, fülle ich das dann mit Begleit- oder/Leadgitarren, Keyboardparts, schaffe Übergänge. Danach bastle ich meistens Text oder Drums, ab und zu zusätzliche atmosphärische oder orchestrale Teile. Der Bass kommt immer zuletzt.

Zu den Ideen: Ich benutze meine Musik, um auszudrücken, was in mir drin ist. Durch meine Faszination und die guten Erinnerungen ist viel von Eldritch Horror in mir drin. Aber gleichzeitig ist auch viel anderes in mir drin, was sich damit mischt: Musik, die ich mag, das Bewusstsein über aktuelle Konflikte, Wut über Ungerechtigkeiten, die Angst vor einem Kollaps der Zivilisation und so weiter.

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T!B!B!: Du hast das Album komplett selbst zu Hause aufgenommen. Wie war das und welche Schwierigkeiten gab es vielleicht auch?

A Dance In Yellow: Sehr praktisch am zu Hause aufnehmen ist, dass es keinen Zeitdruck gibt. Ich musste nicht in drei Tagen alles raushauen, sondern habe im Lauf von zwei Jahren alles nach und nach aufgenommen. Durch digitale Amps konnte ich alle Gitarrenspuren verwenden, auch wenn sich meine Konfiguration zwischendurch nochmal geändert hat. Schwierig war unter anderem eben, dass ich keine festen „Bandproben“ und nicht so viel spielerische Finesse hatte. Einige Gitarrenparts haben ewig gebraucht, bis ich sie im Liedkontext sicher spielen konnte. Ich wollte unbedingt vermeiden in „Stückchen“ aufzunehmen, da ich einen organischen Sound wollte, bin jetzt aber sehr glücklich mit dem Ergebnis. Gesang aufnehmen war natürlich auch schwierig – ich wohne zwar im Dorf, wo es weniger Verkehr gibt, aber wenn der Nachbarshund bellt oder ein Traktor durchfährt, geht natürlich gar nichts. Ich musste immer einen Tag/Zeitpunkt abwarten, wo ich 1. daheim und 2. es leise genug war. Gestört hat sich an meinem Gekreisch aber scheinbar niemand, es gab keine Beschwerden.

Ich will noch kurz was zum Mixing/Mastering sagen: Ich bin total glücklich, dass ich mir die Hilfe von Angel Marcloid von Angel Hair Audio dazugeholt habe. Die hat mir nicht nur super gute Hilfestellung beim Mix gegeben, sondern auch einen phänomenalen Job beim Mastering gemacht. Das Album klingt nur wegen ihr so gut!

T!B!B!: Wird es auch Liveshows von A Dance In Yellow geben?

A Dance In Yellow:  Ich wäre super glücklich, Lieder von A Dance In Yellow live zu spielen! Aber dafür bräuchte ich eine Band – und die zu suchen, mit der zu proben, dafür fehlt mir grade glaube ich die Zeit… Mal sehen. Geil wäre es schon.

T!B!B!: Hast du musikalische Vorbilder oder Bands und Musiker, die dich inspirieren?

A Dance In Yellow: Ich muss Inferi nennen als Band, die mich hauptsächlich zu diesem speziellen Projekt inspiriert hat. Ich liebe die, die sind großartig und haben mir eine neue Art von Liebe für Musik und Metal gezeigt. Außerdem muss ich Akrea (und damit auch Aspar) nennen als großen Einfluss. Die haben mich damals mit dazu inspiriert, Metal-Vocals zu lernen. Und ich denke auch Equilibrium (vor allem das Album „Sagas„) ist eine Band, die mich stark geprägt hat, die mir wunderschönen und doch „auf die Fresse-“ Metal eröffnet haben. Und dann natürlich noch Bands wie Children of Bodom, Rhapsody of Fire, Finntroll… naja. Eine Menge!

T!B!B!: Was bedeutet Musik für dich?

A Dance In Yellow: Musik ist eine der vielen Arten, wie Menschen sicher ausdrücken können, was in ihnen drin ist. Ohne Musik würde ich nur jammern/sterben/explodieren. Ich brauche Musik um zu leben, und ich denke, das trifft auf viele Menschen zu. Hören wie machen, Musik ist für mich essenziell, existenziell.

T!B!B!: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für dich und dein Album!


English version

Wohooo. Interview time. Today you will learn exciting things about Jonas Werling aka A Dance In Yellow and his new album „Madness and Blood“. It’s all about spooky and horror, and since I asked Jonas about his scariest experience, I’d like to share mine with you. At one night I sat with a friend in our tranquil village on a wall and we chatted. Suddenly we heard dragging, shuffling footsteps slowly approaching. First we tried to ignore it – it can’t be anything bad pfff – then the fear became overwhelming and we fled to my friend’s home as if hunted by wild dogs, because luckily she lived nearby. Yes, I spontaneously stayed there overnight. But after this heroic story, back to the interview. Among other things, Jonas answers the question of why he dedicated an entire album to the game „Eldritch Horror“, how the recordings for the album went and how he gets his ideas for the songs. And what does a pig’s heart actually have to do with all of this? Are you curious? Then jump right into the interview! And if you haven’t read the review of A Dance In Yellow’s album „Madness and Blood“ yet – here you go. Worth it!

T!B!B!When and how did your project A Dance In Yellow come about and how did you come up with the name?

A Dance In Yellow: First songs for „A Dance In Yellow“ were written in 2018. At that time I was very impressed by bands like Inferi, and also wanted to try Technical Death Metal (or something similar). The result of these efforts was „The Cracks in the Wall“, a first collection of rather atmospheric Death Metal songs. I chose the name „A Dance In Yellow“ for one of those songs, as a reference to the King in Yellow from Robert W. Chambers‘ collection of short stories of the same name. And I found this name so suitable for the project that I adopted it.

T!B!B!: Why did you choose a one-man project and not a „normal“ band?

A Dance In Yellow:  That mainly has to do with the fact that I’ve been writing and recording music for myself for years. A Dance In Yellow started as a solo project and I didn’t have the time and/or will to put together a whole band. Also out of fear that I would not be able to implement my own vision as I wish. It was more of a project for me to grow and learn more about the music I want to make.

T!B!B!: Your new album „Madness and Blood“ is a concept album. What is the concept behind it?

A Dance In Yellow: The previous album „The Cracks in the Wall“ had a lot to do with Lovecraft’s works, partly with original quotes. This was mainly due to the fact that I like the board game „Eldritch Horror“ very much and it conveys a great deal of fantastic material in a very vivid and atmospheric way. That made a big impression on me, and I really wanted to make a „proper“ concept album for the game. This concept album then became „Madness and Blood“. I followed the game closely, including the chronological sequence of a game, and tried to convey as well as possible how great its atmosphere is.

T!B!B!: What does the game „Eldritch Horror“ mean to you? Why did you choose it as a theme for an entire album?

A Dance In Yellow: I absolutely love how much detail, how much atmosphere there is in the game. It strikes an extremely good balance of movement in gameplay without sacrificing narrative power. Also, it’s a pure „co-op“ game, unlike many other games where you play against each other. Players win or lose together, must strategize accordingly, and will inevitably lose if they don’t work together. The game seriously left an impression on me in the sense that it created some very fond memories for me.

T!B!B!: What’s the scariest thing you’ve ever experienced?

A Dance In YellowI once went to a slaughterhouse complex for prop procurement (for a monologue I acted out). You could buy animal parts right next to the slaughter/butchery area, I needed a pig’s heart (because it looks very similar to a human heart). You could buy it there very cheaply, but of course I had to go in there. Luckily I didn’t hear any death screams – but the circular saw in the next room. A chest was probably just sawn open with it or something. That noise haunts me to this day.

T!B!B!: How do you write your songs? How do you come up with the ideas?

A Dance In YellowIdeas/themes often form the basis of my songs. I think about a theme, look for concepts, and then play around either lyrically or with my guitar until I come up with a riff or melody that I think fits the theme. On some songs like „The All-Devouring“ I started out more with structure and trying to sense how fast/complex/strong which part needed to be, while songs like „Boon of the Ancients“ there were riffs first and then I started to bring it into a structure. When the basic framework is in place, I fill it with accompanying or/lead guitars, keyboard parts, and create transitions. After that, I usually play around with lyrics or drums, occasionally additional atmospheric or orchestral parts. The bass always comes last. About the ideas: I use my music to express what’s inside me. Because of my fascination and good memories, I have a lot of Eldritch Horror in me. But at the same time there is a lot of other stuff inside me that mixes with it: music I like, awareness of current conflicts, anger at injustice, fear of civilization collapsing and so on.

T!B!B!: You recorded the album entirely yourself at home. How was that and what difficulties did you face?

A Dance In Yellow: One of the great things about recording at home is that there is no time pressure. I didn’t have to make everything ready within three days. I recorded everything little by little over a period of two years. Thanks to digital amps, I was able to use all the guitar tracks, even if my configuration changed again in between. One of the difficult things was that I didn’t have any fixed „band rehearsals“ and didn’t have that much playful finesse. Some guitar parts took a very long time before I could play them safely in the context of the song. I really wanted to avoid recording in „chunks“ as I wanted an organic sound, but now I’m very happy with the result. Of course, recording vocals was also difficult – I live in a village where there is less traffic, but of course nothing works when the neighbor’s dog barks or a tractor drives through. I always had to wait for a day/time when I was 1. at home and 2. it was quiet enough. Apparently nobody was bothered by my screeching, there were no complaints.

I just want to say something about the mixing/mastering: I’m so happy that I asked for the help of Angel Marcloid from Angel Hair Audio. Not only did she give me super good help with the mix, she also did a phenomenal job with the mastering. The album only sounds so good because of her!

T!B!B!: Will there be live shows from A Dance In Yellow?

A Dance In Yellow:  I would be super happy to play A Dance In Yellow songs live! But for that I would need a band – and I don’t think I have the time to look for members and rehearse with them… We’ll see. It would be cool.

T!B!B!: Do you have musical role models or bands and musicians who inspire you?

A Dance In Yellow: I have to name Inferi as the main inspiration for this particular project. I love them. They are great and showed me a new kind of love for music and metal. Also, I have to name Akrea (and therefore Aspar) as a big influence. They inspired me to learn metal vocals. And I also think Equilibrium (especially the album „Sagas“) is a band that had a strong influence on me, that opened up beautiful and yet „in your face“ Metal to me. And then of course bands like Children of Bodom, Rhapsody of Fire, Finntroll… well. A lot!

T!B!B!: What does music mean to you?

A Dance In Yellow: Music is one of the many ways people can safely express what’s inside them. Without music I would just whine/die/explode. I need music to live and I think that applies to a lot of people. Listening to music and making it is essential for me, existential.

T!B!B!: Thanks very much for the interview and all the best for you and “Madness and Blood”.

Wohlig schaurig. „Madness and Blood“ von A Dance In Yellow.

Melodic Death Metal / Black Metal
Veröffentlichung: 03.06.2022
Bandcamp
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Heute habe ich für euch ein wenig gruseliges Gruseln und wohliges Schauern im Gepäck. Damit meine ich nicht, dass ich euch ein Selfie von mir von heute früh poste. Das wäre dann doch zu grausam. Nein – es geht um das Melodic Death Metal Album „Madness and Blood“ von A Dance In Yellow. Hinter diesem poetischen Namen verbirgt sich der Gitarrist, Vocalist und Composer Jonas Werling. „Madness and Blood“ ist ein Konzeptalbum, inspiriert von dem Brettspiel „Eldritch Horror“, und soll dessen Atmosphäre einfangen. Es geht also um Angst, Wut, Täuschung, Irreführung und Bedrohung. Jetzt mal so ganz lapidar und grob umrissen.

Das äußerst stimmungsvolle Intro „Madness and Blood“, gibt mit seinem unheilvollen Gitarrensound, dem ungemütlichen Chor und den bisweilen schrillen Pianotönen und dem Flüstern sehr gut die Richtung vor und erzeugt ein schön schauriges Kribbeln in der Magengegend. Im Song „Torn Apart“ heißt es dann pedal to the metal und der Fuß geht ab da auch nur noch selten vom Gas. Die Gitarre dräut unheilvoll im Hintergrund – ich glaube, ich habe noch nie so einen unheilvollen Gitarrensound gehört. Großartig. Melodisch ist der Song sehr ansprechend, die Tempowechsel erzeugen Spannung. Die nachdrücklichen Drums scheinen die Lyrics geradezu einzuhämmern. „Torn Apart“ verbreitet ein richtig cineastisches Feeling. Das bleibt eigentlich auch das ganze Album über erhalten. Die Musik wirkt geradezu bildgewaltig, falls man das so sagen kann. Gefühle und Emotionen spielen eine bedeutende Rolle. Mit ihnen wird gekonnt – und äußerst variantenreich – gespielt. Zum Beispiel in „Fire and Steel“. Die Gitarre pirscht sich langsam an den Hörer an. Bass und Gitarre beginnen dann eine unheilvolle und rhythmisch äußerst spannende Liaison, melodisch wunderschön. Zusammen mit der Orchestrierung entsteht eine gruselige Atmosphäre und es läuft einem eiskalt den Rücken runter. Die Vocals wechseln zwischen Growls, Screams und gesprochenen Worten und tragen ihren Teil zum Gesamtklang bei. „You Will Fail“ beginnt mit einem atemlos und abgehackt wirkenden Gitarre-, Gesang- und Drumauftakt und wechselt sich dann ab mit einem schon fast wiegenden Rhythmus. „Stars Constellate Your Fate“ schafft durch die hallige Orchestrierung Weite und ein Gefühl von Unendlichkeit. Dagegen steht in herrlichem Gegensatz ein erdendes Drum- und Gitarreninferno. So gut gelungen! „Broken and Weary“ beginnt mit wunderschönem Piano- und Streicherintro, schleppt sich dann mit tiefer Gitarre unheilvoll weiter, wie ein verwundetes Tier und zieht eine blutige Spur hinter sich her bis das Piano wieder übernimmt und am Ende alles auseiert. In „In the Darkest Night“ zeigt A Dance In Yellow seine zarte Seite. Sanfte cleane Gitarre und regnerisch windiger Soundeffekt, eine Nacht, in der man vor seinem eigenen Spiegelbild erschrickt. „Boon of the Ancients“ überzeugt mit seinem äußerst dynamischen und drängenden Gitarrenriff.

„Madness and Blood“ ist ein atmosphärisch extrem dichtes Album. Der gelungene Mix von Musik und Soundelementen, im auf-die-Fresse-Modus, überzeugt von A bis Z. Die Melodien sind bildschön, gruselig, wohlig-schaurig. Vor allem die Gitarre wirkt bisweilen wie ein lebendiges Wesen. Lauernd, wütend. Die Lyrics erinnern an einen Geschichtenerzähler an einem blakenden Feuer in einer verregneten, stürmischen Nacht. Kribbeln in der Magengegend garantiert!

A Dance In Yellow auf YouTube

English Version

Today I have a little creepy horror and pleasant shivers in the luggage for you. I don’t mean that I’m posting a selfie of me from this morning. That would be too cruel. No – it’s about the melodic death metal album „Madness and Blood“ by A Dance In Yellow. Behind this poetic name hides the guitarist, vocalist and composer Jonas Werling. „Madness and Blood“ is a concept album inspired by the board game „Eldritch Horror“ and aims to capture its atmosphere. So it’s about fear, anger, deception and threats. Very succinctly and roughly outlined.

The extremely atmospheric intro „Madness and Blood“ sets the direction very well with its ominous guitar sound, the uncomfortable choir, the sometimes shrill piano tones and the whispering and creates a nice eerie tingling in the stomach area. In the song „Torn Apart“ it’s pedal to the metal and from then on it rarely takes the foot off the gas. The guitar is ominously in the background – I don’t think I’ve ever heard such an ominous guitar sound. Great. Melodically, the song is very appealing, the tempo changes create tension. The emphatic drums seem to pound the lyrics into place. „Torn Apart“ spreads a really cinematic feeling. That actually stays the same throughout the album. The music is almost visually stunning, if you can put it that way. Feelings and emotions play an important role. A Dance In Yellow play with them skilfully – and with a lot of variety. For example in „Fire and Steel“. The guitar slowly approaches the listener. Bass and guitar then begin an ominous and rhythmically extremely exciting liaison, melodically beautiful. Along with the orchestration it creates a spooky atmosphere. The vocals alternate between growls, screams and spoken words and complete the overall sound. „You Will Fail“ begins with a breathless and choppy guitar, vocals and drums prelude and then alternates with an almost swaying rhythm. „Stars Constellate Your Fate“ creates vastness and a sense of infinity through the reverberant orchestration. On the other hand, a grounding drum and guitar inferno stands in wonderful contrast. So well done! „Broken and Weary“ begins with a beautiful piano and strings intro, then a low guitar drags itself, like a wounded animal and leaves a bloody trail behind it until the piano takes over again and everything wobbles out in the end. „In the Darkest Night“ shows A Dance In Yellow’s tender side. Gentle clean guitar and rainy windy sound effect, a night where you scare yourself in front of your own reflection. „Boon of the Ancients“ convinces with its extremely dynamic and urgent guitar riff.

„Madness and Blood“ is an atmospheric, extremely dense album. The successful mix of sound elements and music, in the pedal to the metal mode, convinces from A to Z. The melodies are beautiful, creepy, comfortingly scary. Especially the guitar sometimes seems like a living being. Lurking, angry. The lyrics are reminiscent of a storyteller by a roaring fire on a rainy, stormy night. Tingling in the stomach area guaranteed!


Tracks:

1. Madness and Blood (Intro)
2. Torn Apart
3. Inside the Walls
4. Fire and Steel
5. You Will Fail
6. Stars Constellate Your Fate
7. Broken and Weary
8. In the Darkest Night
9. Boon of the Ancients
10. The All-Devouring
11. The Game Will End

Band:
Jonas Werling

Götter, Könige, Schlachtengetümmel. „Ynglingaättens Öde“ von Månegarm.

Folk Metal / Pagan Metal
Veröffentlichung: 15.04.2022
Napalm Records
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354048(English version below.)

Letzten Freitag war Heimwerkertag. Die Challenge: vier Pfosten so einbetonieren, dass sie hinterher nicht von links nach quer stehen. Betonieren kann ich 1a, mit der Wasserwaage geduldig und wutanfallfrei umgehen nicht. Aber der nötige Abstand hilft in solchen Situationen. Samstag hieß es dann chillen mit dem besten Ehemann und der besten Freundin von allen, sodass ich heute in exzellenter Schreiblaune bin. Månegarm veröffentlichten vor kurzem ihr neues Album „Ynglingaättens Öde“ (Das Schicksal der Ynglingasippe) und da müssen einfach ein paar Worte dazu gesagt werden. Ich persönlich liebe ja den für Månegarm typischen Mix aus Blackmetal, Folk- und Paganelementen heiß und innig. Die Schweden verstehen es, mit ihrer Musik Geschichten zu erzählen – und zwar extrem bunt und lebendig. Auf „Ynglingaättens Öde“ nehmen sich Månegarm das alte nordische Gedicht „Ynglingatal“ vor, das von der Geschichte, den Herrschern, Königen und natürlich auch den Schlachten der Ynglingadynastie aus der Gegend von Uppsala berichtet.

Der Auftakt könnte kaum fulminanter ausfallen. Mit „Freyrs blod“ nageln Månegarm dem geneigten Hörer ein 10-minütiges Brett vor die Birne, das es in sich hat und keine Fragen offen lässt. Der Song eröffnet mit schönster Blackmetalraserei inklusive wildem Tremolopicking, Blastbeats und wüstem Gekeife. Also back to the roots? Nicht wirklich. Nur in Anklängen. Der eingängige Refrain, die bildschönen melodischen Gitarrenparts, die ruhigen, cleanen Momente mit Violine und Klargesang, das sich andeutende Schunkelgefühl und die furios melancholischen Fiedelmomente brechen mit dem oldschool Gefühl, das sich breit machen will. Der Song sagt eindeutig aus: Wir sind wieder da! „Ulvhjärtat“ verbindet fast schon beschwingte, akustische Leichtigkeit mit einem prägnanten Riff, einer märchenhaft schönen Gitarrenmelodie und mitunter schon fast krächzenden Growls. Ja, Melodien, die ins Ohr gehen, können Månegarm. Das beweisen sie auch mit „Adils fall“. Es ist majestätisch, der Gesang wuchtig und nachdrücklich. Er prägt den Song mit seiner Geschichtenerzählermanier (oder Geschichtengrowler?) entscheidend und verleiht ihm einen ganz eigenen Charakter. Definitiv ein Highlight des Albums ist das balladeske „En snara av guld“. Der Song ist von einer anrührenden Zartheit, zu welcher der Gesang von Sänger Erik Grawsiös Tochter Lea Grawsiö Lindström maßgeblich beiträgt. Ihre elfenhafte Stimme harmoniert mal perfekt mit Erik Grawsiös klarem Gesang, mal steht sie in reizvollem, spannungsgeladenem Kontrast zu dessen Rauheit. „Stridsgalten“ erzählt die Geschichte einer Schlacht zu Ehren Odins. Ein eingängiger, folkig groovender Stampfer, der absolut Spaß macht.  Ein Violinenriff, das sich festfräst. Dazu noch die Unterstützung durch die Kollegen Jonne Järvelä (Korpiklaani), Robse Dahn (Equilibrium) und Pär Hulkoff (Raubtier/Hulkoff). Und ja – scheißegal, wie die restlichen Songs ausfallen. Die Maultrommel feiert hier ihr furioses Comeback. Im Gegensatz zur Feierstimmung von „Stridsgalten“ steht das bedrohliche und düstere „Auns söner“. Eine blackmetallische Midtempo Nummer mit lauerndem Gitarrenriff, welches die Geige gekonnt aufnimmt. Noch schwärzer wird es mit „Vitta vettr“. Der melodische, cleane Beginn täuscht kurz an, bevor ein wahrer blastbeatiger, fieser, harter Aggressionsausbruch folgt. Der eingängige Refrain durchbricht das Ganze aber immer wieder. Den märchenhaft schönen akustischen Abschluss liefert dann „Hågkomst av ett liv“. Der Song ist zart, zerbrechlich, wehmütig, die Violine singt geradezu. Die Gitarrenarrangements sind göttlich. Die Hauptrolle spielt allerdings der umwerfende Leadgesang von Ellinor Videfors. Dazu kommt Erik Grawsiös Klargesang und einige Passagen im Duett. Hach. Seufz. Gelungener Abschluss für ein Album, das umhaut.

Nachdem Månegarm sich auf dem letzten Album „Fornaldarsagor“ wieder etwas mehr ihren schwarzmetallischen Wurzeln angenähert hatten, bleiben diese auf „Ynglingaättens Öde“ auch weiterhin stark präsent. Doch das Album ist wieder folkiger und etwas verspielter. Violine, schunkelnde Melodien, vielstimmige Chöre, eingängige Mitsingrefrains und meine geschätzte Maultrommel sorgen für das  Ambiente. Genau im richtigen Maß, wage ich zu behaupten. Gesanglich legt Erik Grawsiö noch eine Schippe drauf. Seine Stimme ist unheimlich wandelbar und trägt mit ihrem klaren Klang, den heftigen Growls und dem wüsten Krächzen sehr zum Charakter des Albums bei. Hören!

Napalm Records auf YouTube

English Version

Last Friday was home improvement day. The challenge: concrete four posts in such a way that they don’t end up crossing from left to right. I can concrete perfectly but not use the spirit level patiently and without tantrums. But the necessary distance helps in such situations. Saturday was chilling out with the best husband and best friend of all, so today I’m in an excellent writing mood. Månegarm recently released their new album „Ynglingaättens Öde“ (The Fate of the Ynglinga Clan) and a few words have to be said about it. I personally love the mix of black metal, folk and pagan elements that is so typical for Månegarm. The Swedes know how to tell stories with their music – extremely colorful and lively. On „Ynglingaättens Öde“ Månegarm take on the old Norse poem „Ynglingatal“, which tells of the history, rulers, kings and of course the battles of the Yngling Dynasty from the Uppsala area.

The start could hardly be more brilliant. With „Freyrs blod“ Månegarm nail a 10-minute hammer in front of the listener’s head, which has it all and leaves no questions unanswered. The song opens with the most beautiful black metal frenzy including wild tremolo picking, blast beats and wild nagging. So back to the roots? Not really. Only hints. The catchy chorus, the beautiful melodic guitar parts, the quiet, clean moments with violin and clear vocals, the hint of swaying and the furiously melancholic fiddle moments break with the old school feeling that wants to spread. The song clearly says: We’re back! „Ulvhjärtat“ combines almost exhilarating, acoustic lightness with a concise riff, a fabulously beautiful guitar melody and sometimes almost croaking growls. Yes, catchy tunes is something Månegarm really master. They prove that again with „Adils fall“. It’s majestic, the vocals powerful and emphatic. They decisively shape the song with their storytelling manner (or story growler?) and give it its very own character. Definitely a highlight of the album is the balladesk „En snara av guld“. The song has a touching tenderness, to which the singing of singer Erik Grawsiö’s daughter Lea Grawsiö Lindström contributes significantly. Her elfin voice sometimes harmonizes perfectly with Erik Grawsiö’s clear vocals, sometimes it stands in charming, tense contrast to its roughness. „Stridsgalten“ tells the story of a battle in honor of Odin. A catchy, folky grooving pounder that’s a lot of fun. A violin riff that gets stuck in your ear. Add to that the support of colleagues Jonne Järvelä (Korpiklaani), Robse Dahn (Equilibrium) and Pär Hulkoff (Predator/Hulkoff). And yes – I don’t give a fuck how the rest of the songs turn out. The jaw’s harp celebrates its furious comeback here. In contrast to the festive mood of „Stridsgalten“ is the menacing and somber „Auns söner“. A black metallic mid-tempo song with a lurking guitar riff which the violin skilfully picks up. It gets even blacker with „Vitta vettr“. The melodic, clean beginning is deceptive for a moment, before a real blast-beat, mean, hard outburst of aggression follows. The catchy chorus breaks through the whole thing again and again. „Hågkomst av ett liv“ delivers the magically beautiful, acoustic conclusion. The song is tender, fragile, wistful, the violin almost sings. The guitar arrangements are divine. The main role, however, play the stunning lead vocals of Ellinor Videfors. There are also Erik Grawsiös clear vocals and a few passages in a duet. Uh. Sigh. Successful conclusion for an album that blows your mind.

After Månegarm got closer to their Black Metal roots on their last album „Fornaldarsagor“, they remain strongly present on „Ynglingaättens Öde“. But the album is folkier again and a bit more playful. Violin, swaying melodies, polyphonic choirs, catchy sing-along refrains and my treasured jaw harp provide the ambience. Just the right amount, I daresay. Vocally, Erik Grawsiö turns up even more. His voice is incredibly changeable and with its clear sound, the heavy growls and the wild croaking it contributes a lot to the character of the album. Listen!


Tracks:

1. Freyrs blod
2. Ulvhjärtat
3. Adils fall
4. En snara av guld
5. Stridsgalten
6. Auns söner
7. Vitta vettr
8. Hågkomst av ett liv
9. The Wolfheart (English version of „Ulvhjärtat“)

Band:

Erik Grawsiö – Gesang, Bass
Markus Andé – Gitarre
Jakob Hallegren – Schlagzeug

Baden in Depression. Deceiver von Khemmis.

Doom Metal / Epic Doom Metal
Veröffentlichung: 19.11.2021
Nuclear Blast
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Deceiver_FrontCover(English version below.)

Momentan wollen die Worte nicht so fließen, wie sie sollen. Bei der aktuellen Situation kein Wunder, dass einem das Ganze auf die Tippfinger schlägt. Sonst setze ich mich hin, Musik wandert vom Ohr ins Hirn und vom Hirn in die Finger. Gerade ist da aber anscheinend irgendwo eine Barriere, die den Gedankenfluss behindert. Was macht man in solch einer Situation? Man stellt fest, dass man es schändlicherweise immer noch nicht geschafft hat, ein paar Worte zum neuen Album einer meiner absoluten Lieblingsbands zu schreiben. Bereits im November 2021 erschien „Deceiver“ von Khemmis aus Denver. Und siehe da, in dieser Wohlfühlzone klappt es auch mit dem Schreiben wieder ein wenig besser. Zudem passt das Album textlich und stimmungstechnisch wie die Faust aufs Auge. Melancholisch, depressiv, düster, hoffnungslos.

Das Album startet mit „Avernal Gate“. Ein bildschönes, akustisches Intro leitet in ein wunderbar galoppierendes Heavy Metal Gitarrenriff über, das sich mit doomig schleppenden Passagen abwechselt. Besonders die von Drums und Bass getragenen Momente haben es mir dabei angetan. Und natürlich Phil Pendergasts klare, melancholische Stimme, die den Hörer packt und unweigerlich tief hinabzieht in eine Welt aus Traurigkeit, Schmerz und Dunkelheit. Vor allem der eingängige Refrain bleibt gleich in Erinnerung. Exzellent, besser kann man epischen Doom nicht machen. „House of Cadmus“ ist schwer und bedrückend. Zäh, walzig, düster und hoffnungslos. Dabei hochemotional und melodisch. Herrlich. Die Gitarren wummern tief in der Magengrube oder bezaubern mit melancholischen Leads. Der Wechsel zwischen Clean- und Growlgesang ist von einer begeisternden Intensität, die Herzklopfen verursacht. Lieblingssong! „Living Pyre“ ist ein recht klassischer Doom Song. Eingängig, melodisch, stampfend. Hach – und der Khemmis-typische, glasklare Twingitarrensound, den ich über alles liebe, bezaubert und begeistert einmal mehr. „Shroud of Lethe“ hat zu Beginn etwas anrührend Zartes und Fragiles. Dann kommen Power und Wucht dazu. Bildschöne, melodische Gitarren, untermalt von stampfenden Drums und Bass. Riff zum Weinen. Super gelungen. Dazu noch der glasklare, wehmütige Gesang. Abstieg in tiefste Tiefen mit harschen, wütenden Growls. Alles dabei, was das Herz begehrt. „Obsidian Crown“ bringt Sludgemomente mit ins Spiel, die man hier und da auch schon im Opener findet und wechselt immer wieder das Tempo und die Stimmung. „The Astral Road“ hat einen zum Sterben schönen akustischen Beginn, der durch eine zum Sterben noch schönere Gitarrenmelodie abgelöst wird. Das Tempo zieht erstmal an und man rockt recht fröhlich-melancholisch vor sich hin. Der Song bremst ab, zieht wieder an, bremst ab. Huiuiui. Und die Gitarrenarbeit. Grandios. Solopassagen. Twingitarren. Mörderriff. Alles dabei. Drums und Bass kicken. Epischer Gesang. Dann wird alles schwer. Zäh. Reduziert. Gefühlschaos.

Khemmis legen mit „Deceiver“ ihr vorerst düsterstes Album vor. Das bezieht sich vor allem auf den Text. Musikalisch bleibt die Band bei ihrer Stärke überwältigenden, epischen Doom zu fabrizieren, der einen aus den Socken haut. Zutaten sind der klare, wunderbar melancholische Gitarrensound, die Twingitarrenpassagen, die Mörderriffs, Hooks und Leads, unterstrichen von markanten Basslines. Die Drums setzen immer wieder kleine, aber wichtige Akzente. Dazu kommt noch das Spiel mit dem Gesang. Phil Pendergasts klare, melancholische Stimme gegen Ben Hutchersons wütende, fauchende Growls. Alles zusammen ergibt: WOW!

 

Nuclear Blast Records auf YouTube

English Version

At the moment the words don’t want to flow as they should. In the current situation, it’s no wonder that the fingers won’t work as they usually do. Otherwise I sit down, music travels from the ear to the brain and from the brain to the fingers. Right now, however, there seems to be a barrier somewhere that impedes the flow of thoughts. What do you do in such a situation? It turns out that, shamefully, I still haven’t managed to write a few words on the album „Deceiver“ from one of my favourite bands Khemmis. Lo and behold, in this comfort zone, writing works a little better again. In addition, the album fits lyrically and mood-wise like a glove. Melancholic, depressed, gloomy, hopeless.

The album kicks off with „Avernal Gate“. A beautiful acoustic intro leads into a wonderfully galloping heavy metal guitar riff that alternates with doomy sluggish passages. I especially like the drum and bass driven moments. And of course Phil Pendergast’s clear, melancholic voice, which grips the listener and inevitably pulls you deep into a world of sadness, pain and darkness. Above all, the catchy chorus is immediately memorable. Excellent, there is no better way to do epic doom. „House of Cadmus“ is heavy and opressing. Tough, stomping, gloomy and hopeless. Highly emotional and melodic. Splendid. The guitars pound deep in the stomach or enchant with melancholic leads. The alternation between clean and growl vocals is of an exhilarating intensity that makes your heart pound. Favourite song! „Living Pyre“ is quite a classic Doom song. Catchy, melodic, pounding. Oh – and the Khemmis-typical, crystal-clear twin guitar sound, which I love more than anything, enchants and inspires once more. „Shroud of Lethe“ has something touchingly gentle and fragile at the beginning. Then there is the power and momentum. Beautiful, melodic guitars accompanied by pounding drums and bass. Riff that makes you cry. Super successful. Add to that the crystal-clear, wistful singing. Descent into the deepest depths with harsh, angry growls. Everything your heart desires. „Obsidian Crown“ brings sludge moments into play, which can also be found here and there in the opener. The song keeps changing the tempo and mood. „The Astral Road“ has a to-die-for acoustic opening, which is followed by an even more to-die-for guitar melody. The tempo picks up at first and you rock along quite happily and melancholically. The song slows down, picks up again, slows down. Huiuiui. And the guitar work. Magnificent. Solo passages. Twin guitars. Killer riffing. Everything included. Kick drums and bass. Epic vocals. Then everything becomes heavy. Tough. Reduced. Emotional chaos.

With „Deceiver“ Khemmis present their so far darkest album. This mainly applies to the text. Musically, the band sticks to their strength of crafting mind-blowing epic doom that knocks your socks off. The ingredients are the clear, wonderfully melancholic guitar sound, the twin guitar passages, the killer riffs, hooks and leads underlined by distinctive bass lines. The drums set small but important accents again and again. Then there’s the singing. Phil Pendergast’s clear, melancholy voice against Ben Hutcherson’s angry, snarling growls. Everything together results in: WOW!

 


Tracks:

  1. Avernal Gate
  2. House Of Cadmus
  3. Living Pyre
  4. Shroud Of Lethe
  5. Obsidian Crown
  6. The Astral Road

Band:

Phil Pendergast – Gesang, Gitarre
Ben Hutcherson – Gesang, Gitarre
Zach Coleman – Schlagzeug

Berührt auf allen Ebenen. Corpus Vitreum

Atmospheric Black Metal / Post Black Metal
Veröffentlichung: neuer Song zu jedem Neumond
Eigenveröffentlichung
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Heute möchte ich euch ein wirklich tolles Projekt der Black Metal Band Corpus Vitreum aus Bonn vorstellen. Das Studio-Projekt besteht aus den Musikern Sebastian Mirgeler und Matheus Kuska, die 2020 mit den Aufnahmen zu ihrem Debüt begonnen haben. Neben der großartigen Musik ist die Art und Weise spannend, wie Corpus Vitreum ihre Musik an den geneigten Hörer bringen. Seit März 2021 veröffentlichen die beiden monatlich zu jedem Neumond einen neuen Song auf ihrer Homepage. Dieser wird zuvor zu Vollmond von einer ruhigeren, instrumentalen Version, genannt „Silent Roots of…“, angekündigt. Zu jedem Song gehören außerdem ein eigenes Artwork und eine Rune. Diese Konzeption macht die Musik der Jungs auf verschiedenen Ebenen erleb- und fühlbar, weil auch das Visuelle mit eingebunden wird. Dadurch entsteht ein noch tieferes, emotionaleres Erlebnis. Die Homepage ist wirklich ein Knaller. So wunderschön gestaltet. So viele liebevolle Details, die darauf hindeuten, wie viele Gedanken die Musiker sich hier gemacht haben und wie viel Arbeit und Liebe in das Projekt geflossen ist. Jaja, ich weiß, ihr wollt jetzt auch endlich mehr zur Musik von Corpus Vitreum wissen. Ich mach ja schon!

Bisher sind 11 von 15 Songs erschienen. Und schon allein die ruhigeren Ankündigungsversionen wären einen eigenen Artikel wert. Sie vereinen Piano und cleane Gitarre in melodisch bildschöner Weise miteinander. Extrem melancholisch, atmosphärisch und entspannend. Die Songs selbst transportieren eine Fülle an Emotionen und Gedanken und bewegen sich irgendwo zwischen Schönheit und Ruhe und Schwärze, Unbehagen, aufgewühlt sein und Horror. Songs wie „Behemoth of the North“ oder „Lunar Horizont“ erzeugen ein überwältigendes Gefühl von Weite, Unendlichkeit, Größe, aber auch Einsamkeit. Immer gemischt mit ein wenig Unbehagen. „Behemoth of the North“ erreicht das durch halliges Tremolopicking, eine wunderbare Gitarrenmelodie und den eigenwilligen Gesang irgendwo zwischen Growls, Screams, cleanem Gesang und Rezitation. „Lunar Horizont“ hingegen beginnt mit einem einsamen, perlenden Piano, dessen Spiel sich ungut in die Magengrube schmiegt. Immer weitere Instrumente steigen mit ein und los geht der Flug in die Weite des Alls – und dem entgegen, was da so lauern mag.

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In „A Fragile Dawn“ und„Morbid Minds“ zeigen Corpus Vitreum sich von einer extrem melodischen und melancholischen Seite. Melodische Gitarrenmelodien, manchmal clean, manchmal melancholisch verzerrt. Hallige Growls und halliger Gesang und ab und an bauen Gitarren und Drums einen bedrohlichen Druck auf und weisen auf die Zerbrechlichkeit von allem hin. Bildschön und packend! „The Blackened Sea“ gehört definitiv zu meinen Favoriten. Der Beginn aus Meeresrauschen, einer leicht sinistren und melancholischen Pianomelodie und dem leicht wahnsinnigen, theatralisch-rezitativen Gesang ist schlicht genial. Dann kommt ein eingängiges Gitarrenriff dazu. Es wird immer wieder leicht variiert und schürt das Unbehagen noch weiter. Wie ein Sonnenstrahl bricht die cleane Gitarre ab und zu durch die graue, raue See. Während einige der Songs vom Tempo her schon fast doomig-gemütlich sind, beginnt „Hymn of the Hurting Moment“ sehr temporeich und treibt das Horrorgefühl mit irrem Tremolopicking und einem Gitarrenriff, das ins Wahnsinnige abgleitet auf die Spitze. Danach wechselt der Song zwischen Blastbeat- und Gitarreninferno, kombiniert mit verzweifelten Vocals und ruhigem Piano und cleanen Gitarrenpassagen.

 

Die Musik von Corpus Vitreum ist packend und bildgewaltig. Schön und melancholisch. Schürt Unbehagen und Furcht. Wenn man dann noch das visuelle Konzept dazu nimmt, das die Jungs drumherum gebaut haben, entsteht ein ganz eigenes, tieferes Erlebnis von Musik. Mich hat es mit allen Sinnen berührt und gepackt. Unbedingt reinschauen und anhören!

Corpus Vitreum auf YouTube

English Version

Today I would like to introduce you to a really great project by the Black Metal band Corpus Vitreum from Bonn. The studio project consists of the musicians Sebastian Mirgeler and Matheus Kuska, who started recording their debut in 2020. In addition to the great music, the way Corpus Vitreum bring their music to the listener is exciting. Since March 2021, the two have been releasing a new song on their homepage every month for every new moon. This is announced beforehand at full moon by a quieter, instrumental version of the song called „Silent Roots of…“. Each song also comes with its own artwork and rune. This concept allows the boys‘ music to be experienced and felt on different levels, because the visuals are also included. This creates an even deeper, more emotional experience. The homepage is really a blast. So beautifully designed. So many loving details that indicate how much thought the musicians have put into this and how much work and love has gone into the project. Yes, I know, you finally want to know more about the music of Corpus Vitreum. I’ll do it!

So far 11 out of 15 songs have been released. And the quieter announcement versions alone would be worth their own article. They combine piano and clean guitar in a melodically beautiful way. Extremely melancholic, atmospheric and relaxing. The songs themselves convey a wealth of emotions and thoughts, ranging somewhere between beauty and stillness and blackness, discomfort, being agitated and horror. Songs like „Behemoth of the North“ or „Lunar Horizon“ create an overwhelming feeling of vastness, infinity, greatness but also loneliness. Always mixed with a little discomfort. „Behemoth of the North“ achieves this through reverberant tremolo picking, a wonderful guitar melody and the idiosyncratic vocals somewhere between growls, screams, clean vocals and recitation. „Lunar Horizon“, on the other hand, begins with a lonely, sparkling piano whose playing nestles uncomfortably in the pit of your stomach. More and more instruments join and off we go into the vastness of space – and towards what may be lurking there. „A Fragile Dawn“ and „Morbid Minds“ show Corpus Vitreum’s extremely melodic and melancholic side. Melodic guitar melodies, sometimes clean, sometimes melancholically distorted. Reverberating growls and reverberant vocals and now and then guitars and drums build up a menacing pressure and hint at the fragility of it all. Beautiful and gripping! „The Blackened Sea“ is definitely one of my favorites. The beginning with the sound of the sea, a slightly sinister and melancholic piano melody and the slightly insane, theatrical-recitative singing is simply brilliant. Then a catchy guitar riff joins in. It is always slightly varied and fuels the discomfort even further. Like a ray of sunshine, the clean guitar sometimes breaks through the grey, rough sea. While some of the songs are almost doomy and cozy in terms of tempo, „Hymn of the Hurting Moment“ starts very fast and takes the horror feeling to the extreme with crazy tremolo picking and a guitar riff that slides into madness. After that the song alternates between blastbeat and guitar inferno combined with desperate vocals and calm piano and clean guitar passages.

The music of Corpus Vitreum is gripping and visually stunning. Beautiful and melancholic. Fuels discomfort and fear. If you then add the visual concept that the guys built around it, it creates a very own, deeper experience of music. It touched and gripped me with all my senses. Be sure to check it out and listen!

 


Tracks:

  1. Lunar Horizon
  2. Behemoth of the North
  3. Morbid Mind
  4. A Fragile Dawn
  5. Old Wars
  6. Beast of Misery
  7. Steel Coffins
  8. March to Midgard
  9. Hymn of the Hurting Moment
  10. The Blackened Sea
  11. Headless Gods

Band:

Matheus Kuska – alle Instrumente
Sebastian Mirgeler – Gesang, alle Intrumente

Zwischen Entspannung und Abrocken. Kings Head von Kings Head

Stoner Metal / Stoner Rock / Progressive Metal 
Veröffentlichung: 24.12.2021 (digital)
Eigenveröffentlichung
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Heute möchte ich euch die Band Kings Head aus Reutlingen mit ihrem Debütalbum „Kings Head“ vorstellen. Reutlingen liegt ja quasi bei mir um die Ecke, musste ich aber lange meiden, da der beste Ehemann von allen vor einigen Jahren ein regelrechtes Reutlingentrauma erlitt. Ganz gleich welche Burgruine wir erklommen, die Reutlinger waren vor Jahrhunderten schon da und ließen bei ihrem Besuch keinen Stein auf dem anderen. Manche Burgen zerstörten sie gar gleich mehrfach. Das führte beim besten Ehemann von allen irgendwann zu Träumen davon, dass die Reutlinger das Schlafzimmer stürmen würden und zu dem resignierten Ausspruch: „Die Reutlinger wieder“. Aber diese finsteren Zeiten liegen hinter ihm, sodass auch er sich jetzt voller Freude auf „Kings Head“ stürzen kann. Das Album bietet übrigens acht Songs.

Der Stil von Kings Head ist verdammt vielfältig, pendelt in einem Song mal mehr in die eine, in einem anderen Song mal mehr in die andere Richtung. Allen Songs liegt aber ein gewisser stoneriger Groove – oder Stonergroove? – zugrunde. Am meisten gepackt hat mich der zweite Song auf dem Album namens „The Longest Night“. Heidewitzka, da weißt du manchmal nicht mehr, wo oben und unten ist. Der Song beginnt gemütlich, vom Feeling her schon fast doomig. Dann groovt und progt er aber richtig los und verbreitet Core Metal Feeling gemixt mit Stonerelementen und einer rockigen Stimme. Ja, das geht. Ja, das funktioniert großartig. Sehr großartig sogar. Es macht regelrecht Spaß. Auch melodisch ist der Song eine Ohrenweide. Es wird gefühlt alles aus Gitarre, Bass und Drums rausgeholt, was melodisch und rhythmisch so geht. Die anderen Songs bedienen sich einzelner Aspekte, des eben Aufgezählten. Der Opener „Kings Head“ wartet mit einem ansprechenden Riff und zwingenden Core Elementen auf und verbreitet dabei ein unheimlich entspanntes davondriften-Gefühl. Dass Kings Head auch schöne Melodie können, zeigen sie in „Stellar Descension“. Teilweise clean, fast träumerisch. Getragen von halliger Weite. „Kanun“ wiederum kommt stonermäßig und mit einem technischen und sehr anziehenden Riff daher. Es zieht sich durch den gesamten Song, mal im Vordergrund, mal im Hintergrund und dominiert und charakterisiert den Song. „Mare Nostrum“ wirft zu Beginn einen Hauch von Funk mit in den Ring und „Huns Of The North“ träufelt ein Tröpfchen Kebabvibes ins Ohr. Dabei ist der Song sehr progig und man sieht förmlich die karge, weite Steppe vor dem inneren Auge und spürt durch dumpfe Gitarren und Drums die Pferdehufe donnern. Sehr cool! „Heads Of Us All“ versprüht seinen Reiz durch den Gegensatz zwischen leichten, melodischen, cleanen Gitarren und wuchtig schweren Drums und Gitarren. Der Song attackiert und flaut ab, attackiert und zieht an und flaut wieder ab und ist dadurch unheimlich dynamisch.

„Kings Head“ von Kings Head ist ein absolut gelungenes Debüt. Durch die unglaubliche Vielfalt wird es beim Hören keine Sekunde langweilig. Man pendelt zwischen entspanntem Zuhören und euphorischem Abrocken. Unbedingt reinhören!

Kings Head auf YouTube

English Version

Today I’d like to introduce you to the band Kings Head from Reutlingen with their debut album „Kings Head“. Reutlingen is practically around the corner from me, but I had to avoid it for a long time because the best husband of all suffered a real Reutlingen trauma a few years ago. No matter which castle ruins we climbed, the people of Reutlingen were there centuries ago and left no stone unturned during their visit. They even destroyed some castles several times. At some point, this led the best husband of all to dreams that the Reutlingers would storm the bedroom and to the resigned statement: „The Reutlingers again“. But those dark times are behind him, so he too can listen to „Kings Head“ now with joy. The album has eight songs, by the way.

Kings Head’s style is damn diverse, turns in one direction in one song and more in the other direction in another song. But all songs are based on a certain stoner groove. The second song on the album called „The Longest Night“ grabbed me the most. Heidewitzka, sometimes you no longer know which way is up and which is down. The song starts comfortably, almost Doom-like in feeling. But then it really tends to groove and prog and spreads a core metal feeling mixed with stoner elements and a rocking voice. That’s so cool. Yes, this works great. Very great even. It’s downright fun. The song is also a feast for the ears melodically. Everything that goes melodically and rhythmically is pulled out of the guitar, bass and drums. The other songs use individual aspects of what has just been mentioned. The opener „Kings Head“ comes up with an appealing riff, compelling core elements and spreads an incredibly relaxed drifting away feeling. In „Stellar Descension“ Kings Head show that they can also make beautiful melodies. Partly clean, almost dreamy. Carried by echoing vastness. „Kanun“, on the other hand, comes along with a Stoner-ish and technical and very appealing riff. It runs through the entire song, sometimes in the foreground, sometimes in the background and dominates and characterizes the song. „Mare Nostrum“ throws a hint of funk into the ring at the beginning and „Huns Of The North“ drips a drop of kebab vibes into your ear. The song is very progy and you can literally see the barren, wide steppe in front of your inner eye and feel the thunder of the horses‘ hooves through the dull guitars and drums. Very cool! „Heads Of Us All“ glows through the contrast between light, melodic, clean guitars and massive, heavy drums and guitars. The song attacks and subsides, attacks and subsides, making it incredibly dynamic.

„Kings Head“ by Kings Head is an absolutely successful debut. Due to the unbelievable variety, it never gets boring while listening. You vacillate between relaxed listening and euphoric rocking. Be sure to listen!

 


Tracks:

  1. Kings Head 
  2. The Longest Night
  3. Kanun
  4. Stellar Descension 
  5. Heads Of Us All
  6. Huns Of The North
  7. Mare Nostrum
  8. Dynasty

Band:

Maxim – Gitarre und Gesang
Tinus – Gitarre und Gesang
Marci – Bass und Gesang
Alex – Schlagzeug