Neues von One Past   Zero

Jüngst erreichte mich neues Promomaterial von der Ulmer Band One Past Zero verbunden mit den neuesten Neuigkeiten. Da mache ich mich doch gleich auf, die frohe Botschaft unter das Metal Volk zu bringen. Im September wird die neue EP „Perpetual Creeping Horror“ von One Past Zero auf den Markt kommen. Ich bin jetzt schon ganz hibbelisch, was für Perlen die Band da auspacken wird, steht sie doch bisher für einen ganz und gar unkonventionellen Mix aus schrammeligem, krawalligem Stoner Rock/Metal, Doom, Sludge mit einem gehörigen Schuss Ozzy Osbourne und einer Prise Punk. Der Song „Corpse Grinder“ auf der Promo 19 CD beweist, dass Death Metal und ein paar deftige Growls ebenfalls hervorragend in den Sound von One Past Zero passen. Die Grundstimmung der Songs ist rundweg herrlich düster und creepy. Die Band lässt sich in keine Schublade pressen und das macht die Songs so irre, faszinierend und eigen. Der September wird großartig.

YouTube Channel von rebejr1

Liebe auf das erste Riff. „Alruna“ von Mammoth Storm

Doom Metal / Stoner Metal
Veröffentlicht: 28.06.2019
Argonauta Records
https://www.facebook.com/MammothStorm
https://mammothstorm.bandcamp.com/


Es ist das Album, auf das ich schon das ganze Jahr sehnsüchtig warte. Heute ist „Alruna“ von Mammoth Storm endlich da. Fünf brandneue Songs. Wohoo! Das erste Mal sind mir die schwedischen Doom Metaller als Vorband bei einem Ahab Konzert begegnet. Es war mein erstes Doom Metal Konzert und ich war ein wenig skeptisch, denn ich bin ein eher hibbeliger Mensch, mehr so der Typ Speed Metal, und ich hatte Sorge, ob ich die nötige Geduld für Doom aufbringen kann. Inzwischen habe ich die entspannende, meditative Wirkung des Doom allerdings zu schätzen gelernt. Mein Gitarrenspieltempo verhält sich übrigens seltsamerweise eher diametral dazu. Aber ich schweife ab. Mammoth Storm überzeugten jedenfalls mit ihrem Auftritt und ich kaufte mir das erste Album Fornjot (2015). Der Hammer. Nun legen die Schweden nach und ick freu mir so. Der Titel des Albums „Alruna“, also Alraune, klingt schon vielversprechend, ranken sich doch um diese Pflanze jede Menge Mythen, Geheimnisse und Aberglauben.

Der Opener „Giants“ eröffnet gleich damit, wofür Mammoth Storm bekannt sind: einem Mörderriff. Liebe auf das erste Riff. Ein absoluter Herzschlagbeschleuniger, trotz des doomtypisch gemächlichen Tempos. Der Kopf wippt sofort mit. Schwer, tief, rhythmisch einlullend und gemütlich umgarnt das Riff die Gedanken und bringt einen dazu völlig loszulassen. Eine Melodie ergänzt dieses schließlich perfekt. Sie umspielen sich, belauern sich. Gegen Ende bringen die stampfenden Drums noch einmal alles zum Vibrieren. Wohooo! Mehr als gelungener Auftakt.

„Alruna“, der Titeltrack, kommt hypnotisch, psychedelisch und sehr düster daher. Wie überhaupt das gesamte Album einen intensiv düsteren Charakter hat. Es liegt eine unterschwellige Bedrohung in dem Song, die immer wieder hervorbricht. Dafür sorgt unter anderem Daniel Arvidsson durch seinen Gesang, der irgendwo zwischen Schreien, Singen und Sprechgesang liegt. „Alruna“ soll laut Mammoth Storm wie der Rausch sein, den die Alraune hervorruft. Unwirklich, täuschend, giftig. „Shores Of The Dead“ wirkt auf mich noch ein wenig schwerer, wuchtiger und bedrohlicher als „Alruna“. Vor allem die intensiven, unter die Haut gehenden, bösen, tiefen Growls stechen heraus und unterbrechen den hypnotischen Flow.

„Raven Void“ ist nach dem Opener „Giants“ mein zweites Highlight des Albums. Der Song ist wie eine drohende Gewitterwolke kurz vor dem Entladen: schwer, drückend, düster. Ein Riff, das einem die Luft aus den Lungen presst. Ausgekotzte Worte voller Gift, rhythmisch packend. Eine Gitarrenpassage mit Flangersound erzeugt zwischendurch eine unwirkliche, entrückte Atmosphäre und auch melodisch ist „Raven Void“ mitreißend. „Atra Mors“ drosselt das Tempo, ja das geht tatsächlich. Der Song vereint noch einmal alles, was uns zuvor schon begegnet ist. Am besten gefällt mir der Part, in dem der Bass zu einem tiefer als tiefen Vibrieren wird. Gänsehaut.

Satte, schwere Riffs, düster, drohend und gern mal 5 bis 7 Halbtöne tiefer als der Standard. Ausgefeilte, eingängige Melodien und cleverer, wohldosierter und pointierter Einsatz von Gitarreneffekten. Rhythmisch ist alles ausgefeilt und Melodien, Drums und Riffs passen perfekt zusammen. Erdiger Drumsound, stampfend, walzend, zäh – aber nicht langweilig. Hypnotisch, psychedelisch mit Sludge und Post Metal Elementen zwischen den Doom und Stoner Walzen. Für mich war es liebe auf das erste Riff. Für euch vielleicht auch? Dringend reinhören!

YouTube Channel von Argonauta Records



Tracks:
1. Giants
2. Alruna
3. Shores of the Dead
4. Raven Void
5. Atra Mors

Band:
Daniel Arvidsson – Bass, Vocals
Christer Ström – Guitars
Emil Ahlman – Drums, Organ

Post Folk aus Tatarstan: Hunnar von Baradj

Folk Metal/Progressive Metal/Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 19.06.2019
Eigenproduktion
facebook.com/baradjband/
https://baradj.bandcamp.com/


 

BARADJ-Hunnar-Cover-400x400Heute habe ich endlich mal wieder ein wenig Folk Metal im Gepäck. Wobei – ein wenig? Das neue Album „Hunnar“ der Band Baradj aus der russischen Provinz Tatarstan umfasst immerhin 14 Songs. Und Folk Metal? Also nur mit einer Schublade kommen wir hier bei Weitem nicht aus. Da müssen wir schon noch einige weitere Schubladen öffnen und vielleicht auch eine ganz neue Schublade zimmern. Die des Post Folk Metals, hier in der Spielart des „Tatar Ethnic Metal“, zum Beispiel. Häh? Wasndasnuwieder?

Baradj kreieren einen ganz eigenen Sound aus Elementen des Progressive Metal, Post Metal, Melodic Death Metal, Folk Metal und Ambient Elementen. Was erst einmal ein wenig viel klingt, vereint sich zu Songs, die oftmals eine sphärische Entrücktheit und Weite transportieren, wie zum Beispiel der Titeltrack „Hunnar“, „Dunay“ oder „Tengri“. Daran hat der extrem hallige Gitarrensound einen großen Anteil, der sich durch das gesamte Album zieht. Dazu kommen jede Menge melancholischer und entrückter Cleanparts, die gern mal ein Ambientfeeling entfalten. Kurioserweise habe ich mich beim Hören tatsächlich ab und zu an Ahab erinnert gefühlt, obwohl das alles eigentlich gar nicht zusammenpasst.

Songs wie „Altynchach“, „Juketaw“ oder „Bolgar Dalasy“ betonen etwas mehr den Folkaspekt, der in eine balkanische Richtung geht und durch cleanen Gesang und entsprechende Gitarrenparts transportiert wird. „Bolgar Dalasy“ birgt den Folk außerdem im Rhythmus. Insgesamt sind die Folkanteile aber eher dezent gehalten. Wer die üblichen „Ohoh“ Chöre und feuchtfröhliche Schunkelmelodien erwartet, ist hier definitiv verkehrt. Auch die zahlreichen Instrumentals wie „Khiyal-Tulu“ oder „Khiyal-Tedrehon“ – es gibt insgesamt sieben davon – tragen zur folkig-entrückten Stimmung bei. Huh – wie oft man das Wort „Folk“ in so einem Absatz doch unterbringen kann…

Bei all der sphärischen Entrücktheit gibt es auf „Hunnar“ aber auch die Songs, die einen mit Wucht und Härte wieder aus den Wolken holen. „Attila“ zieht das Tempo merklich an. Wüste Growls peitschen aus den Lautsprechern. „Juketaw“ oder „Tengri“ spielen mit dem Wechsel zwischen Growls und Cleangesang zwischen langsamen und schnellen Passagen und bringen tiefe Gitarren, aggressive Growls und hier und da ein wenig Rock und dort und da ein bisschen Death und Black Metal mit ein.

„Hunnar“ bietet einen gelungenen Mix aus verschiedenen Stilrichtungen. Baradj kreieren hier einen eigenen Sound, der natürlich auch von den speziellen folkigen Einflüssen herrührt. Ungeduldig darf man nicht sein, denn die Songs brauchen manchmal einige Augenblicke, bis sie sich entfalten. Man sollte also Zeit mitbringen und sich auf die Musik einlassen. Baradjs Post Folk hebt sich aber erfrischend ab. Daumen hoch.

Youtube Channel von Baradj


Tracks:
1. Hunnar
2. Dunay
3. Khiyal – Tulu
4. Attila
5. Khiyal – Ildico
6. Altynchach
7. Khiyal – Altynchach
8. Juketaw
9. Khiyal – Tedrehon
10. Tengri
11. Khiyal – Qubrat Khan
12. Bolgar Dalasy
13. Khiyal – Boiek Bolgar
14. Khiyal – Boygala ham

Band:
Djonathan Lindaive – Gesang, Gitarre
Anton Lisin – Schlagzeug
Aleksey Lozhenkov – Gitarre
Ruslan Latypov – Bass

Metal United World Wide 2019

Metal United World Wide wurde ins Leben gerufen von Metal-Roos und Black-Roos Entertainment. Das Projekt bringt Metal Bands und Metal Fans rund um den Globus zusammen zu einer großen Metal Party und soll das Gemeinschaftsgefühl unter Metallern auf der ganzen Welt fördern. Weitere Infos findet ihr hier: www.metal-united-world-wide.com Dieses Jahr fand das Event am 15. Juni statt. Die Band Envenomed hat dafür extra den Song „Metal United“ geschrieben. Viel Spaß beim Hören:

You Tube Channel von El Puerto Records

Alles, was das Ohr begehrt. Humanicide von Death Angel

Thrash Metal
Veröffentlicht: 31.05.19
Nuclear Blast Records
http://www.deathangel.us


15254Manchmal muss es eben Thrash sein. Natürlich greife ich da nicht zu irgendeinem Thrash Metal Geschrammle, sondern es muss schon qualitativ hochwertiger Thrash sein. Wie zum Beispiel der gute alte Bay Area Thrash, der durch viele hochkarätige Bands wie Exodus, Metallica, Megadeth oder Testament geprägt wurde – und eben auch durch Death Angel. Selbst nach mehreren Jahrzehnten des gemeinsamen Musizierens lassen die Thrasher keine Ermüdungserscheinungen erkennen. Im Gegenteil. Ende Mai veröffentlichten Death Angel ihr neuntes Album „Humanicide“. Nun haben die Jungs eigentlich nie wirklich ein schlechtes Album abgeliefert, dennoch wird ihnen hier und da vorgeworfen, sich nicht weiterzuentwickeln und nicht sehr wandelbar zu sein. Das widerlegen Death Angel mit „Humanicide“ definitiv.

Natürlich gibt es auf „Humanicide“ die Thrash Metal Brecher und Thrash Metal Hymnen, für die Death Angel bekannt sind. Gleich der Opener „Humanicide“ haut uns alles um die Ohren, was das Herz, das Ohr und der Nacken begehren: ein ziemlich klassisch gehaltenes, kraftvolles Intro mit einem Hauch von Epik, nackenbrecherisches Tempo mit Mörderriffing und ein Gitarrensolo, das einem die Tränen in die Augen treibt. Dazu kommen maschinengewehrartige Drums, kraftvolle Bassleads und ein eingängiger Chorus. Weitere Songs wie „Divine Defector“ , das mit einem Hauch von Death Metal aufwartet, „Aggressor“, das mit einem kleinen cleanen Intro Akzente setzt „Alive And Screaming“ oder „Ghost Of Me“ hauen grundsätzlich in dieselbe Kerbe und machen riesigen Spaß.

Hier und da bewegen sich Death Angel aber weg vom Brecher-Thrash. „I Came For Blood“ versprüht ein beschwingtes, punkiges Feeling, das die Laune hebt – auch wenn der Text natürlich nicht ganz so lustig ist, schon klar. „Immortal Behated“ startet mit einem gefühlvollen Gitarrenintro, das Unbehagen und ein mulmiges Gefühl auslöst. Auch die Synthesizer tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Der Song wechselt dann zwischen kraftvollen und sanften Parts ohne die düstere Grundstimmung einzubüßen und endet mit einem wunderbaren Pianooutro. Die Gänsehaut bleibt. „Revelation Song“ birgt Wucht und ein stampfiges Feeling – und heieiei, gitarrentechnisch ist das großes Kino. Wie die Gitarren sich abwechseln und ergänzen macht Laune und das Solo bläst einem die Perücke weg.

Ich hoffe, ihr habt jetzt auch Bock auf guten Thrash Metal, denn den bieten Death Angel auf „Humanicide“. Die Herren klingen frisch, spritzig und kein bisschen müde. Wer auf Nackenbrechertempo, variantenreiches Thrash Metal Riffing und Maschinengewehrdrumming in bester Qualität steht und dennoch nicht auf ein wenig Abwechslung und Variantenreichtum verzichten möchte, ist hier genau richtig. Und diese Soli…

YouTube Channel von Nuclear Blast Records



Tracks:
1. Humanicide
2. Divine Defector
3. Aggressor
4. I Came For Blood
5. Immortal Behated
6. Alive And Screaming
7. The Pack
8. Ghost Of Me
9. Revelation Song
10. On Rats And Men
11. The Day I Walked Away (Bonus)

Band:
Mark Osegueda – Gesang
Rob Cavestany – Gitarre
Ted Aguilar – Gitarre
Damien Sisson – Bass
Will Carroll – Schlagzeug

Die schnelle Dröhnung: „Voidhaven“ von Voidhaven

Death Doom Metal
Veröffentlicht: 19.10.2018
Solitude Productions
http://www.voidhaven.de


VoidhavenIch liebe diese Momente, in denen ich unvermutet auf einen kleinen Schatz stoße. Sie sind einfach unbezahlbar und mit wenigen Dingen zu vergleichen. Das Herz fängt an zu pochen, du nickst anerkennend, ein Lächeln breitet sich auf deinem Gesicht aus, wird zum Strahlen. So ging es mir mit der EP „Voidhaven“ der Hamburger Death Doom Metaller Voidhaven. Klein ist der Schatz in diesem Fall nur deshalb, weil die EP lediglich zwei Songs umfasst. Warum nur zwei? Man möchte unweigerlich mehr hören. Bei mir laufen „The Floating Grave“ und „Beyond the Bounds of Sleep“ nun schon eine Weile auf Dauerschleife und ich kann mich nicht satt hören.

Den Reiz des Albums macht eine absolut Herzschlag beschleunigende Mischung aus. Melancholische Melodien von sanft klagenden, cleanen Gitarren und Sänger Simons an trauriger Verzweiflung grenzendem Cleangesang verströmen eine anrührende Fragilität. Im Gegensatz dazu wirken die unheilvollen tiefen Growls und das Krächzen auf eine gewisse Art schon fast brutal und erschütternd. Unterstützt wird die Wirkung von Jakobs massiv-düsterem Bass und tiefen, drückenden, schweren Gitarren. Ein wundervoller, reizvoller Kontrast, der tief ins Mark trifft. Das alles natürlich in doomig gemächlichem Tempo.

Beeindruckend. Anrührend. Unbedingt anhören. Der Hammer. Wirklich. Ich bin schockverliebt.

YouTube Channel von Solitude Productions: https://www.youtube.com/channel/UClwNBIBuQglLOYKz9TWXCcA


Tracks:
1. The Floating Grave
2. Beyond the Bounds of Sleep

Band:
Simon – Gitarre, Gesang
Phil – Gitarre
Marcos – Keyboards
Jakob – Bass, Gesang
Martin – Schlagzeug

Von sternlosen Nächten: „Ethic Of Radical Finitude“ von Downfall Of Gaia

Post Black Metal
Veröffentlicht: 08.02.2019
Metal Blade Records
downfallofgaia.com


a3641497769_10Downfall of Gaia sind schon eine Weile im Geschäft und bislang sicherlich wohlwollend in der Post (Black) Metallischen Szene gehört. Eine relativ einzigartige Mischung aus modernem Black Metal, Hardcore und irgendwas postigem als Markenzeichen, waren Downfall of Gaia dabei aber nie besonders zugänglich. Insbesondere Suffocating in the Swarm of Cranes, aber auch der nachfolger Aeons unveils the Throne of Decay waren glanzvoll, warfen aber mit eher sperrigen, ausgedehnten Gaze-Momenten mit wenig eingängigen Strukturen einigen Schatten. Erst Atrophy kam gefühlt kompakter daher. Mit dem neuen Werk Ethic of Radical Finitude ist zumindest der Titel wieder deutlich ausladender geworden, für die Musik trifft das aber nicht zu.

Leise, sehr leise ist der Einstieg mit Seducted by… und setzt trotzdem gleich die richtige Stimmung für das, was noch so kommt. Klar, es gibt viel Geknüppel, Raserei, Geschrei, wie man es so kennt und liebt. Das besondere sind aber die träumerischen Momente, die Hand in Hand gehen mit fast schon romantischen Titeln. Besonders beeindruckend sind diese Momente aus Wehmut, kuscheliger Behaglichkeit und Verzweiflungswut in Liedern wie Guided through a starless Night und Of withering violet Leaves. Dafür dass das nicht ausnudelt, sorgen durchdachte Dynamikwechsel und zahlreiche Spannungsbögen – bis hin zum gesprochenen Wort und… chorartigem Gesang? Das kam doch etwas überraschend, bildet aber einen perfekten Abschluss. Fragile Melodiebögen tasten sich immer wieder ins Ohr und setzen sich in den Hirnwindungen fest. Dafür haben die Jungs sicher ein Händchen.

Die nötige Wucht fehlt bei all der träumerischen Weltenflucht wie gesagt aber nicht. We pursue the Serpent of Time rumpelt ordentlich los, As our Bones break to the Dance sorgt genau für selbiges Knochenbrechen und wartet dann doch mit einem warmherzigen Gitarrensolo auf ehe Geschrammel mit Black-Metal-Raserei das wieder überbügelt. Auch die ein oder andere doomige Einlage sorgt für Abwechslung, nimmt aber dem blitzschnellen Riffing und der entrückten Ruhe nie die Bühne. Am klassischsten mag da noch The grotesque Illusion of Being sein. Das I-Tüpfelchen jedenfalls sind Nuancen wie etwa ein nachdenklich stimmende Piano.

Faszinierend ist, wie Downfall of Gaia einfach alles in Trümmer hauen und dazwischen ständig Ohrwurmmelodien einstreuen als wäre alles irgendwie ziemlich traurig und schlecht, aber doch auch gar nicht so schlimm. Perfekt.


Lieder:
1. Seducted by…
2. The grotesque Illusion of Being
3. We pursue the Serpent of Time
4. Guided through a starless Night
5. As our Bones break to the Dance
6. Of withering violet Leaves

Band:
Dominik Goncalves dos Reis – Gesang, Gitarre
Anton Lisovoj – Gesang, Bass
Marco Mazzola – Gitarre
Michael Kadnar – Schlagzeug

3 Ways to Magick Tour. Elvenking, Frozen Crown und Desert in München.

Damna, Gesang, Elvenking

Damna, Gesang, Elvenking

Hach endlich wieder Zeit für ein Konzert. Elvenking wollte ich ja schon länger mal live sehen, aber irgendwie waren mir die Götter  – oder wer auch immer, irgendwer muss jedenfalls Schuld sein – nicht gewogen. Entweder die italienischen Pagan und Power Metaller tourten auch nicht im Entferntesten in meiner Nähe oder sie kamen in Reichweite, sagten das Konzert dann aber doch noch ab oder kamen in meine Nähe, ich war aber nicht in meiner Nähe. Doch die Metalgötter hatten ein Einsehen und so klappte es mit dem Konzert nun endlich. Am 18.04. machten mein Fotograf aka Kameramann aka Ehemann und ich uns gen München auf, um Elvenking und die beiden Vorbands Desert und Frozen Crown zu sehen.

Alexei Raymar, Desert

Alexei Raymar, Desert

Schon am Einlass hatte sich die 3-stündige Fahrt gelohnt. Wir erhielten wertvolle Informationen darüber, wie man sich einen Presse- und Fotografenausweis selber bastelt, um so sicher und ohne Gemecker seitens der anderen Anstehenden, schnell an der Schlange vorbei zu gelangen. Zur Not kann man sich auch irgendwas an den Bändel hängen, das passt dann scho. Hauptsache da baumelt was um den Hals. Gut – für dieses Mal kamen diese Infos leider zu spät, aber ich werde euch dann berichten. Wir trafen jedenfalls pünktlich zum Auftritt der israelischen Power- und Melodic Metal Band Desert ein. Joa – das ging schon ganz gut los. Gitarrist Sergei Metalheart schickte uns das eine oder andere ansprechende Solo entgegen – schöne Gitarre übrigens –  und man hatte Lust mitzubangen. Leider war der Sound den ganzen Abend über nicht wirklich gut, so dass man Sänger Alexei Raymar manchmal kaum hörte. Das machte er jedoch mit seinem wirklich beeindruckenden Repertoire an Metal Moves wett. So sahen wir den „Surfer“, die „Faust“, die „Faust auf dem Herzen“, „Point at the crowd“ und kleine Ansätze einer synchronen Choreografie, um nur einiges zu nennen. Desert hatten das Publikum vollends im Sack, als sie es kurzerhand als Chor für einen Song vom bald erscheinenden Album engagierten. Es wurde also schnell geprobt, dass man auch an der richtigen Stelle das Richtige singt und schon schmetterten Band und Publikum gemeinsam. Gute Stimmung, gute Band. Hat Spaß gemacht.

Frozen Crown

Frozen Crown

Inzwischen war es im Club so warm, dass einem der Schweiß in Strömen den Rücken runterlief. Immer wieder ein erhebendes Gefühl. Nur bei Månegarm war es seinerzeit noch hitziger. Als Nächstes enterten die italienischen Power Metaller Frozen Crown die Bühne. Hach naja. Ehrlich gesagt war das nicht so meins. Am besten gefiel mir Gitarristin Talia Bellazecca, die einen wirklich guten Job machte. Auch Drummer Alberto Mezzanotte beeindruckte durchaus. Er verschwand oft minutenlang hinter einem lockigen Haarvorhang und gab dort alles. Es sah echt aus, als würde er rückwärts auf seinem Hocker sitzen. Aber auch spieltechnisch hatte er einiges auf dem Kasten. Dem restlichen Publikum schien es zu gefallen. Sogar die mürrisch dreinblickenden und betontes Desinteresse zur Schau stellenden Herren, die offensichtlich von ihren Freundinnen oder Frauen zum Konzert geschleppt wurden, blühten beim Anblick der Gitarristin und von Sängerin Giada kurzfristig auf.

Lethien, Violine; Symohn, Drums; Elvenking

Lethien, Violine; Symohn, Drums; Elvenking

Nach einiger Bastelei am Ton, die aber keine wirkliche Verbesserung brachte, war es nun endlich Zeit für den Auftritt von Elvenking. Dem geneigten Fan fiel natürlich sofort auf, dass statt Gitarrist Rafahel ein anderer, nämlich Headmat, seinen Platz eingenommen hatte. Und Drummer Lancs wurde von seinem Vorgänger Symohn vertreten. Die italienischen Power und Pagan Metaller spielten sich in etwas über einer Stunde durch immerhin sechs Alben und lieferten so eine nette Mischung aus alten und neuen Songs. Zwar hatte die Band auch einige ganz neue Songs versprochen, doch aus irgendwelchen Gründen (wer hat da nicht geübt?) und weil das Leben laut Sänger Damna „sometimes shitty“ ist, konnten die Italiener dieses Versprechen doch nicht einlösen. Egal. Es war auch so der Hammer. Leider blieb der Sound weiterhin mittelmäßig, so dass man Damnas Gesang oder Lethiens Violine oft nicht gut hören konnte. Dennoch lieferten die Jungs eine magische Show ab. Mit „Draugen’s Maelstrom“, „Pagan Revolution“, „Elvenlegions“, „Divided Heart“ oder „The Loser“ sorgten die Italiener für Brodeln im Kessel. Und noch einmal erhörten mich die Metal Götter, denn Elvenking spielten „Neverending Nights“. Yippeeee. Einer meiner Lieblingssongs der Band. Ein weiterer Höhepunkt war das Violinen- und Drumsolo von Lethien und Symohn. Wunderschön. Elvenking hätten vermutlich auch noch Zeit für ein oder zwei weitere Songs gehabt, doch Sänger Damna war äußerst kommunikativ – das Publikum nicht immer, doch davon ließ er sich sympathischerweise überhaupt nicht beirren. Unablässig dirigierte er die Menge mit Worten und Gesten und erschuf eine regelrechte „Faust-in-die-Höhe-reck-Choreografie“, die es in sich hatte. Mehr als einmal fuhr trotz genauer Einweisung eine Faust zum falschen Zeitpunkt gen Himmel. Auch Damnas stetiger Kampf mit dem Haupthaar war der guten Laune äußerst zuträglich. Ebenso Bassist Jakob, der wie ein Irrwisch mit den Fingern über die Saiten flitzte, sich über gelungene Bass-Tricks freute – auch für mich als Zuschauer waren sie eine Augen- und Ohrenweide – und das Publikum unablässig anfeuerte. Zwischendurch fand der Hausmeister auch noch den Knopf für die Lüftung und ein kühlender Hauch wehte durch den Club. Dank der magischen Energie und der Freude am eigenen Schaffen, die Elvenking von der Bühne ins Publikum transportieren, war es trotz der Soundmängel ein Wahnsinnskonzert. Zum Ende sei noch der äußerst  kompetente Herr am Merchandising Stand erwähnt. Mit Sorgfalt und Augenmaß ermittelte er die richtige T-Shirtgröße. Er würde einen sicher niemals mit einer Hose nach Hause gehen lassen, in der man sich nicht hinsetzen kann. Der Gesang zweier junger Herren beschloss dann den Abend: „Mein Licht geht aus, wir gehn nach Haus.“ Woraufhin ein halbgegrowltes „Rabimmel, rabammel, rabumm.“ antwortete.

 

 

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Ein eiskalter Hauch: „Ruins“ von Marianas Rest

Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 26.04.2019
Inverse Records
https://marianasrest.com/


MARIANAS-REST-Ruins-400x400Bah. Seid ihr auch schon genervt von diesem ekelhaften Frühlingswetter? Bunte Blumen, Sonnenschein. Puh. Schmerzt in den Augen. Ich genehmige mir da erstmal eine gehörige Dosis lindernden grauen Nebel und ein wenig zehenabfrierende Kälte. Wenn ihr auch etwas davon haben wollt – bitte. Am 26.04. veröffentlichen die finnischen Melodic Death Metaller Marianas Rest ihr zweites Album namens „Ruins“. Die Band stammt aus der finnischen Hafenstadt Kotka und so scheinen auch die acht Songs auf „Ruins“ von der rauen, nebligen, wilden Ostsee inspiriert. Mit den Ruinen sind allerdings keine verwitternden Steine auf irgendeiner vergessenen Wiese gemeint, vielmehr stehen sie für den gebrochenen Geist. Das Album beschreibt den Prozess vom Moment des Brechens bis hin zum Ende. Klingt qualvoll? Hoffentlich trifft das nicht auf die musikalische Umsetzung zu.

Gleich beim ersten Lied „Kairos“ ereilte mich das, was ich den „Hab ich dich Moment“ nenne, denn der Song zog mich sofort in seinen Bann. Gastsprecher Niilo Sevänen (Insomnium) trägt den Beginn des Gedichts „Darkness“ von Lord Byron vor:

„I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish’d, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air.“

Und dann setzt Gastcellist Timo Virkkala ein und spielt eine herzerweichende, melancholisch-verloren klingende Melodie. Die Welt wirkt klein und intim. Kann es einen stimmungsvolleren Einstieg in den Untergang des eigenen Geistes geben? Ich sage nein! Plötzlich weitet sich der Blick mit dem Einbrechen der anderen Instrumente und ein kleines Inferno aus Drumblasts, Tremolopicking und Synthis bricht los. Ein klagendes Riff und ein hoffnungslos verhallendes Gitarrensolo werden immer wieder vom erwähnten wilden Inferno überrollt. Der ein oder andere dissonante Akkord wird eingestreut, um das Unbehagen weiter zu schüren. Und dann ist da noch Sänger Jaakko Mäntymaa. Wuh. Er schreit, screamt, screamt fies, growlt, spricht, flüstert. Harsch, poltrig, fies, verzweifelt, lockend. Alles scheint irgendwo aus den tiefsten Tiefen der wunden Seele zu kommen und ergießt sich mit einer Intensität über den Hörer, dass das Herz wahlweise vor Schreck, Andacht, Staunen oder Schmerz zu einem eisigen Klumpen gefriert.

„Kairos“ zeigt von Beginn an, was die Finnen auf „Ruins“ bieten. Verträumt-melancholische Gitarrenmelodien wie auch in „The Spiral“ oder „Restitution“. In „Hole in Nothing“ wagt man sogar so etwas wie einen Doppel-Lead, was der Sache Power verleiht. Oder die Gitarre nimmt die Gesangsmelodie auf und es ergibt sich ein reizvolles Spiel wie in „Shadows“. Natürlich darf auch das ein oder andere ohrenschmeichelnde Solo nicht fehlen, wie das in „The Defiant“ oder das in „Omega“. Besonders das in „Omega“. Immer wieder arbeiten Marianas Rest mit doomigen Parts, die Liedern wie „The Spiral“ oder „Hole in Nothing“ Wucht und Kraft verleihen. Ha – und hier ist er wieder, der Doom. Er hat uns noch nicht verlassen. Während „The Spiral“ zum Ende hin ziemlich dramatisch wird und episch ausklingt, weckt die schon fast hoffnungsfroh zu nennende doppelläufige Gitarrenmelodie in „Hole in Nothing“ die kurze Hoffnung, dass doch noch alles gut wird. Aber eben nur kurz, dann versackt man irgendwie im Nebel.

Dissonante Akkorde lassen uns nicht nur in „Hole in Nothing“ das Blut in den Adern gefrieren und verbreiten Kälte und Unwohlsein. Auch in „Shadows“ oder „Omega“ machen die Finnen davon Gebrauch und erzeugen eisige Stimmung. Und immer wieder diese verzweifelten Screams wie wir sie in „Shadows“ oder „Restitution“ hören. Puh,  die gehen echt durch Mark und Bein und wieder zurück. Sehr stimmungsvoll. Im letzten Song „Omega“ treiben Marianas Rest das Spiel zwischen Stimme und Instrumenten noch einmal perfekt auf die Spitze. Dissonante Gitarren, gesprochene Worte, die den Hörer direkt zu adressieren scheinen, leise tickende Drums. Die Stimme wird zu einem growligen Keuchen, einem röchelnden, gutturalen Anklagen und dazu setzt das Cello ein. Da passt einfach alles.

Marianas Rest haben mit „Ruins“ ein Album erschaffen, bei dem einem beim Hören die Meeresbrise eiskalt um die Nase weht. Die Songs strahlen Melancholie und ein unwohliges Frösteln aus, nicht ohne auch immer wieder einen Hoffnungsschimmer aufzutun. Ab und an ergeben sich ein paar Längen. Dann plätschert alles so vor sich hin. Auch das Repertoire an Riffs und Akkorden könnte hier und da etwas variantenreicher sein. Dennoch. Die klagenden Gitarren, die träumerisch-melancholischen Melodien und der unglaublich intensive Gesang kreieren eine dermaßen eindringliche Atmosphäre, dass das Album einen so richtig packt und mitnimmt.

YouTube Channel von InverseRecordsFIN: https://www.youtube.com/channel/UCYkKGD-Ao38KxSxMBeghWDA


Tracks:
1. Kairos
2. The Spiral
3. Hole in Nothing
4. The Defiant
5. Unsinkable
6. Shadows
7. Restitution
8. Omega

Band:
Nico Mänttäri – Gitarre
Harri Sunila – Gitarre
Niko Lindman – Bass
Jaakko Mäntymaa – Gesang
Aapo Koivisto – Keyboards
Nico Heininen – Schlagzeug

Vertonter Horror. The Astral Horror von Othuum

Doom Metal
Veröffentlicht: 05.01.2019
Eigenveröffentlichung
https://www.facebook.com/othuumband/?ref=py_c


a3166236441_16Der Doom reißt nicht ab und dabei kommt man thematisch ganz schön rum. Heute habe ich Grusel-Doom von Othuum aus Mönchengladbach im Gepäck. Irgendwie muss ich jetzt an meine Schwester denken, die einmal vor Mönchengladbach zu früh abgebogen ist, aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu Othuum und ihrem ersten Album, das übrigens „The Astral Horror“ heißt. Der Bandname deutet es schon an: es geht irgendwie um H.P Lovecraft, denn bei Othuum handelt es sich um ein Tentakel-Alien-Monster aus dessen Universum. Auch der Name des Albums fügt sich hier vortrefflich ein. H.P Lovecraft und seine fantastische Horrorliteratur dienten ja schon so einigen Metalbands als Inspirationsquelle für ihre Musik. Hören wir uns also an, wie Othuum den Stoff verarbeitet haben.

„The Astral Horror“ besteht aus dem instrumentalen Intro „Exordium“, welches schon mal für eine leicht unbehagliche Stimmung sorgt und auf das Kommende einstimmt, und fünf weiteren Songs. Das Kommende hat es wahrlich in sich, denn Othumm verstehen es in allen Songs meisterlich, mit dem Tempo ihrer Musik zu spielen und darüber nervenzerfetzende Spannung zu erzeugen. So zieht „Curse of Darkness“ zum Beispiel seinen Reiz aus dem Gegensatz zwischen schnellem Tremolopicking und langsamem Hauptriff, während die Drums rhythmisch variabel agieren und spannungsreiche Pausen setzen. „Black Corpse River“ beginnt Clean und ist relativ flott und halbwegs fröhlich. Aber natürlich dräut schon Unheil am Horizont. Das Ganze gleitet in eine irgendwie fiese, ungemütliche Stimmung ab, was vor allem die bedrohlich wirkenden Growls bewerkstelligen. „The Anti​-​Cosmic God“ ist eine wuchtige Walze. Die Gitarre scheint ihre Melodie irgendwo aus dem zweifelhaften Schatten herauszuschleudern und das einfach wunderschön. „Infernal Tentacle Wars“ hat einen minimalistischen Beginn, präsentiert uns ein geiles Riff, das von den verschiedenen Instrumenten in Lautstärke und Tempo immer wieder variiert wird und doch dasselbe bleibt.

Zu erwähnen ist der Gesang von Geri v. Junzt, der wie eine Mischung aus Dave Gahan von Depeche Mode und Ralf Hütter von Kraftwerk daherkommt. Ich mag beide Stimmen überhaupt nicht, aber die Mischung in Kombination mit der Musik passt wie die Faust aufs Auge und gefällt mir. Minus und Minus ergibt eben doch Plus. Man könnte den Gesang als Gothic mit Fauch- und Growl-Einsätzen beschreiben. Mal emotionslos, mal wütend, mal flüsternd.

Othuums Erstling „The Astral Horror“ ist düster und gruselig, voll Unbehagen und Ungemütlichkeit. Es ist wie ein vertonter Horrorroman, der einen schaudern lässt. Herrlich. Dabei ist immer eine gewisse Melancholie zu spüren, ein Hauch von Weltall, von Unendlichkeit. Und das alles schaffen Othuum mit relativ minimalistischen Mitteln. Ohne Schnörkel – auch ohne den großen Überraschungsmoment. Es ist nichts, was jetzt noch nie dagewesen wäre – aber es ist halt ziemlich geil.

Reinhören und das Album kaufen könnt ihr hier: https://othuum.bandcamp.com/releases

Tracks:
 1. Exordium
 2. Curse of Darkness
 3. Black Corpse River
 4. The Anti-Cosmic God
 5. Infernal Tentacle Wars
 6. City Of The Dreaming Dead

Band:
Geri v. Junzt – Gesang
Ernst – Gitarre
Max W. Raven – Bass
Marschhausen – Drums