Black Metal meets Dudelsack. Origins von Saor

Atmospheric Black Metal / Folk Metal / Pagan Metal
Veröffentlichung: 24.06.2022
Season Of Mist
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18175(English version below.)

Nachdem ich nun eine Weile zu Fuß und mit Rucksack im Ländle unterwegs war, steht mir der Sinn komischerweise nach atmosphärischem Blackmetal mit keltischen Folkeinflüssen. Seltsam. Aber was bin ich doch für ein Glückspilz. Die schottische Band Saor, das Projekt des Ex-Falloch-Gitarristen Andy Marshall hat just ihr neues Album „Origins“ veröffentlicht. Läuft mir total rein, denn ich bin ein riesiger Fan. Das Vorgängeralbum „Forgotten Paths“ (2019) habe ich eine Weile rauf und runter gehört und konnte einfach nicht genug davon bekommen. Meine Umwelt vielleicht schon, aber ich nicht. Dementsprechend gespannt war ich natürlich auf „Origins“.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Wurde ich von Saor eigentlich überhaupt noch nie. Jeder Ton macht Sinn, jedes Riff sitzt. Der Opener „Call of the Carnyx“ entführt einen vom ersten Ton an in eine andere, weit entfernte Welt. Eingängiges, kraftvolles Riffing, bezaubernde, melanchonische Melodien. Der Song entwickelt Weite und Drama. Und hey – mal ehrlich – die wenigsten können Dudelsackmelodien so in ihre Songs einbauen, dass sie einem nicht auf den selbigen gehen. „Fallen“ erhöht mit derben Growls den Druck. Das Paganfeeling schleicht sich über die Melodie ins Ohr bis irgendwann eine für Saor eher untypische, fast schunkelige Stimmung entsteht. Am besten gefällt mir „Aurora“. Der Song treibt das auf die Spitze, was „Origins“ ausmacht. Die geniale Kombination von rasenden Blackmetalausbrüchen und akustischer Zartheit und Melancholie. „Aurora“ ist rhythmusgetrieben, meditativ. Man kann sich herrlich treiben lassen zwischen kraftvollen Powerriffs und der leisen Schönheit der Melodien. Gleichzeitig blitzt immer wieder eine intensive Schroffheit auf. Auch „Origins“ mit seinem bedrohlichen Unterton und der blastbeatigen Aggressivität kombiniert mit Chor, Synthistreichern und einer gewissen Theatralik hat mich umgehauen.

Saor entführen den Hörer mit „Origins“ in eine komplett andere Welt. Bewährt ist das Konzept aus atmosphärischem Black Metal mit keltischen Elementen. Doch im Vergleich zum Vorgänger „Forgotten Paths“ ist „Origins“ klarer, stringenter und kompakter. Die Songs sind kürzer, ufern weniger aus, haben weniger Windungen. Die Verspieltheit ist einer gewissen Rauheit gewichen. Der Gesang spielte bei Saor schon immer eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch bietet er von Growls über Klargesang, atmosphärischem Flüstern und erhabenen Chören alles. Insgesamt ist das Album auch etwas schwarzmetallischer und voll treibender Blastbeats, die einem den Atem rauben. Die keltischen Folkparts werden bestimmt durch Tin-Whistle und Dudelsack und entführen den geneigten Hörer in eine vergangene Zeit in Schottland. Rundum gelungen!

Saor auf YouTube

English Version

Now that I’ve been hiking with a backpack in the country for a while, I’m strangely in the mood for atmospheric Black Metal with Celtic folk influences. Weired. But what a lucky girl I am. Scottish band Saor, the project of ex-Falloch guitarist Andy Marshall, has just released their new album „Origins“. I’m totally hooked because I’m a huge fan. I listened to the previous album „Forgotten Paths“ (2019) over and over for a while and just couldn’t get enough of it. Maybe my environment did, but I don’t. So of course I was excited for „Origins“.

And I was not disappointed. In fact, I’ve never been from Saor. Every note makes sense, every riff fits. The opener „Call of the Carnyx“ takes you from the first note into another, far away world. Catchy, powerful riffing, enchanting, melancholy melodies. The song develops width and drama. And hey – let’s be honest – very few can incorporate bagpipe melodies into their songs in such a way that they don’t get on your nerves. „Fallen“ increases the pressure with coarse growls. The pagan feeling creeps into the ear via the melody until at some point an almost swaying mood arises. My favorite is „Aurora“. The song takes what „Origins“ is all about to the extreme. The ingenious combination of frenzied black metal outbursts and acoustic tenderness and melancholy. „Aurora“ is rhythm driven, meditative. You can let yourself drift wonderfully between powerful riffs and the quiet beauty of the melodies. At the same time, an intense harshness flashes up again and again. Also the title track „Origins“ with its menacing undertone and blast beat aggressiveness combined with choir, synth strings and a certain theatricality blew me away.

Saor take you into a completely different world with „Origins“. The concept of atmospheric black metal with Celtic elements is proven. But compared to its predecessor „Forgotten Paths“, „Origins“ is clearer, more stringent and more compact. The songs are shorter, less overflowing, have fewer twists and turns. The playfulness has given way to a certain roughness. Singing has always played a rather subordinate role in Saor. Nevertheless, it offers everything from growls to clean singing, atmospheric whispers and sublime choirs. Overall, the album is also a bit more Black Metal and full of driving blast beats that take your breath away. The Celtic folk parts are determined by tin whistle and bagpipes and take the listener to a bygone time in Scotland. Completely successful!

 


Tracks:

1. Call Of The Carnyx
2. Fallen
3. The Ancient Ones
4. Aurora
5. Beyond The Wall
6. Origins

Band:

Andy Marshall (Alle Instrumente, Gesang)

Gäste:
Dylan Watson (Schlagzeug)
Sophie Marshall (Backing Vocals)

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