Ein eiskalter Hauch: „Ruins“ von Marianas Rest

Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 26.04.2019
Inverse Records
https://marianasrest.com/


MARIANAS-REST-Ruins-400x400Bah. Seid ihr auch schon genervt von diesem ekelhaften Frühlingswetter? Bunte Blumen, Sonnenschein. Puh. Schmerzt in den Augen. Ich genehmige mir da erstmal eine gehörige Dosis lindernden grauen Nebel und ein wenig zehenabfrierende Kälte. Wenn ihr auch etwas davon haben wollt – bitte. Am 26.04. veröffentlichen die finnischen Melodic Death Metaller Marianas Rest ihr zweites Album namens „Ruins“. Die Band stammt aus der finnischen Hafenstadt Kotka und so scheinen auch die acht Songs auf „Ruins“ von der rauen, nebligen, wilden Ostsee inspiriert. Mit den Ruinen sind allerdings keine verwitternden Steine auf irgendeiner vergessenen Wiese gemeint, vielmehr stehen sie für den gebrochenen Geist. Das Album beschreibt den Prozess vom Moment des Brechens bis hin zum Ende. Klingt qualvoll? Hoffentlich trifft das nicht auf die musikalische Umsetzung zu.

Gleich beim ersten Lied „Kairos“ ereilte mich das, was ich den „Hab ich dich Moment“ nenne, denn der Song zog mich sofort in seinen Bann. Gastsprecher Niilo Sevänen (Insomnium) trägt den Beginn des Gedichts „Darkness“ von Lord Byron vor:

„I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish’d, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air.“

Und dann setzt Gastcellist Timo Virkkala ein und spielt eine herzerweichende, melancholisch-verloren klingende Melodie. Die Welt wirkt klein und intim. Kann es einen stimmungsvolleren Einstieg in den Untergang des eigenen Geistes geben? Ich sage nein! Plötzlich weitet sich der Blick mit dem Einbrechen der anderen Instrumente und ein kleines Inferno aus Drumblasts, Tremolopicking und Synthis bricht los. Ein klagendes Riff und ein hoffnungslos verhallendes Gitarrensolo werden immer wieder vom erwähnten wilden Inferno überrollt. Der ein oder andere dissonante Akkord wird eingestreut, um das Unbehagen weiter zu schüren. Und dann ist da noch Sänger Jaakko Mäntymaa. Wuh. Er schreit, screamt, screamt fies, growlt, spricht, flüstert. Harsch, poltrig, fies, verzweifelt, lockend. Alles scheint irgendwo aus den tiefsten Tiefen der wunden Seele zu kommen und ergießt sich mit einer Intensität über den Hörer, dass das Herz wahlweise vor Schreck, Andacht, Staunen oder Schmerz zu einem eisigen Klumpen gefriert.

„Kairos“ zeigt von Beginn an, was die Finnen auf „Ruins“ bieten. Verträumt-melancholische Gitarrenmelodien wie auch in „The Spiral“ oder „Restitution“. In „Hole in Nothing“ wagt man sogar so etwas wie einen Doppel-Lead, was der Sache Power verleiht. Oder die Gitarre nimmt die Gesangsmelodie auf und es ergibt sich ein reizvolles Spiel wie in „Shadows“. Natürlich darf auch das ein oder andere ohrenschmeichelnde Solo nicht fehlen, wie das in „The Defiant“ oder das in „Omega“. Besonders das in „Omega“. Immer wieder arbeiten Marianas Rest mit doomigen Parts, die Liedern wie „The Spiral“ oder „Hole in Nothing“ Wucht und Kraft verleihen. Ha – und hier ist er wieder, der Doom. Er hat uns noch nicht verlassen. Während „The Spiral“ zum Ende hin ziemlich dramatisch wird und episch ausklingt, weckt die schon fast hoffnungsfroh zu nennende doppelläufige Gitarrenmelodie in „Hole in Nothing“ die kurze Hoffnung, dass doch noch alles gut wird. Aber eben nur kurz, dann versackt man irgendwie im Nebel.

Dissonante Akkorde lassen uns nicht nur in „Hole in Nothing“ das Blut in den Adern gefrieren und verbreiten Kälte und Unwohlsein. Auch in „Shadows“ oder „Omega“ machen die Finnen davon Gebrauch und erzeugen eisige Stimmung. Und immer wieder diese verzweifelten Screams wie wir sie in „Shadows“ oder „Restitution“ hören. Puh,  die gehen echt durch Mark und Bein und wieder zurück. Sehr stimmungsvoll. Im letzten Song „Omega“ treiben Marianas Rest das Spiel zwischen Stimme und Instrumenten noch einmal perfekt auf die Spitze. Dissonante Gitarren, gesprochene Worte, die den Hörer direkt zu adressieren scheinen, leise tickende Drums. Die Stimme wird zu einem growligen Keuchen, einem röchelnden, gutturalen Anklagen und dazu setzt das Cello ein. Da passt einfach alles.

Marianas Rest haben mit „Ruins“ ein Album erschaffen, bei dem einem beim Hören die Meeresbrise eiskalt um die Nase weht. Die Songs strahlen Melancholie und ein unwohliges Frösteln aus, nicht ohne auch immer wieder einen Hoffnungsschimmer aufzutun. Ab und an ergeben sich ein paar Längen. Dann plätschert alles so vor sich hin. Auch das Repertoire an Riffs und Akkorden könnte hier und da etwas variantenreicher sein. Dennoch. Die klagenden Gitarren, die träumerisch-melancholischen Melodien und der unglaublich intensive Gesang kreieren eine dermaßen eindringliche Atmosphäre, dass das Album einen so richtig packt und mitnimmt.

YouTube Channel von InverseRecordsFIN: https://www.youtube.com/channel/UCYkKGD-Ao38KxSxMBeghWDA


Tracks:
1. Kairos
2. The Spiral
3. Hole in Nothing
4. The Defiant
5. Unsinkable
6. Shadows
7. Restitution
8. Omega

Band:
Nico Mänttäri – Gitarre
Harri Sunila – Gitarre
Niko Lindman – Bass
Jaakko Mäntymaa – Gesang
Aapo Koivisto – Keyboards
Nico Heininen – Schlagzeug

Vertonter Horror. The Astral Horror von Othuum

Doom Metal
Veröffentlicht: 05.01.2019
Eigenveröffentlichung
https://www.facebook.com/othuumband/?ref=py_c


a3166236441_16Der Doom reißt nicht ab und dabei kommt man thematisch ganz schön rum. Heute habe ich Grusel-Doom von Othuum aus Mönchengladbach im Gepäck. Irgendwie muss ich jetzt an meine Schwester denken, die einmal vor Mönchengladbach zu früh abgebogen ist, aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu Othuum und ihrem ersten Album, das übrigens „The Astral Horror“ heißt. Der Bandname deutet es schon an: es geht irgendwie um H.P Lovecraft, denn bei Othuum handelt es sich um ein Tentakel-Alien-Monster aus dessen Universum. Auch der Name des Albums fügt sich hier vortrefflich ein. H.P Lovecraft und seine fantastische Horrorliteratur dienten ja schon so einigen Metalbands als Inspirationsquelle für ihre Musik. Hören wir uns also an, wie Othuum den Stoff verarbeitet haben.

„The Astral Horror“ besteht aus dem instrumentalen Intro „Exordium“, welches schon mal für eine leicht unbehagliche Stimmung sorgt und auf das Kommende einstimmt, und fünf weiteren Songs. Das Kommende hat es wahrlich in sich, denn Othumm verstehen es in allen Songs meisterlich, mit dem Tempo ihrer Musik zu spielen und darüber nervenzerfetzende Spannung zu erzeugen. So zieht „Curse of Darkness“ zum Beispiel seinen Reiz aus dem Gegensatz zwischen schnellem Tremolopicking und langsamem Hauptriff, während die Drums rhythmisch variabel agieren und spannungsreiche Pausen setzen. „Black Corpse River“ beginnt Clean und ist relativ flott und halbwegs fröhlich. Aber natürlich dräut schon Unheil am Horizont. Das Ganze gleitet in eine irgendwie fiese, ungemütliche Stimmung ab, was vor allem die bedrohlich wirkenden Growls bewerkstelligen. „The Anti​-​Cosmic God“ ist eine wuchtige Walze. Die Gitarre scheint ihre Melodie irgendwo aus dem zweifelhaften Schatten herauszuschleudern und das einfach wunderschön. „Infernal Tentacle Wars“ hat einen minimalistischen Beginn, präsentiert uns ein geiles Riff, das von den verschiedenen Instrumenten in Lautstärke und Tempo immer wieder variiert wird und doch dasselbe bleibt.

Zu erwähnen ist der Gesang von Geri v. Junzt, der wie eine Mischung aus Dave Gahan von Depeche Mode und Ralf Hütter von Kraftwerk daherkommt. Ich mag beide Stimmen überhaupt nicht, aber die Mischung in Kombination mit der Musik passt wie die Faust aufs Auge und gefällt mir. Minus und Minus ergibt eben doch Plus. Man könnte den Gesang als Gothic mit Fauch- und Growl-Einsätzen beschreiben. Mal emotionslos, mal wütend, mal flüsternd.

Othuums Erstling „The Astral Horror“ ist düster und gruselig, voll Unbehagen und Ungemütlichkeit. Es ist wie ein vertonter Horrorroman, der einen schaudern lässt. Herrlich. Dabei ist immer eine gewisse Melancholie zu spüren, ein Hauch von Weltall, von Unendlichkeit. Und das alles schaffen Othuum mit relativ minimalistischen Mitteln. Ohne Schnörkel – auch ohne den großen Überraschungsmoment. Es ist nichts, was jetzt noch nie dagewesen wäre – aber es ist halt ziemlich geil.

Reinhören und das Album kaufen könnt ihr hier: https://othuum.bandcamp.com/releases

Tracks:
 1. Exordium
 2. Curse of Darkness
 3. Black Corpse River
 4. The Anti-Cosmic God
 5. Infernal Tentacle Wars
 6. City Of The Dreaming Dead

Band:
Geri v. Junzt – Gesang
Ernst – Gitarre
Max W. Raven – Bass
Marschhausen – Drums

Die schnelle Dröhnung: The Millenial Heartbeat von Flame, Dear Flame

Doom Metal
Veröffentlicht: 05.04.2019
Independent
https://www.facebook.com/flamedearflame


XKH155705… und es geht weiter im Zeichen des Doom. Und zwar mit ganz frischem, neuem, unverbrauchtem Doom. Die Braunschweiger Band Flame, Dear Flame, die sich 2017 gründete, veröffentlicht mit „The Millenial Heartbeat“ nun Anfang April ihre Debüt-EP. Sie umfasst drei längere Songs und kommt somit auf eine Gesamtlänge von 21 Minuten. Ich fasse kurz und dilettantisch zusammen: Es geht um die Entstehung des Ozeans, das Sterben des Landes und die Kräfte der Natur. Also quasi um Holland. Hum. Man möge  meinen allzu laxen Umgang mit der Philosophie, die hinter all dem steckt, verzeihen. Hören wir lieber, wie Flame, Dear Flame dieses Thema musikalisch verpacken.

„The Millenial Heartbeat Part I“ eröffnet den Reigen. Der Ozean deutet sich geräuschemäßig an und ein Gitarrenriff rollt herein, das einen sofort mit auf die Reise nimmt. Als nächstes fällt selbstverständlich die weibliche Stimme auf. Hat man ja nicht alle Tage bei Doom Metal Bands. Maren Lemkes glasklare Stimme, das dominante Gitarrenriff und der Wechsel zwischen Distortion- und Cleangitarre, die sich wie wogende Schaumkronen umtanzen, ergeben ein Ganzes – eine Ganzes das mir sehr gut gefällt.

„The Millenial Heartbeat Part II“. Das Wasser sucht sich seinen Weg. Ein Riff, welches das in Part I raffiniert variiert, ohne gleich zu klingen, kommt kraftvoll daher. Zunächst steht der Gesang im Vordergrund. Im Hintergrund drückend, schattige Gitarren. Und – ach ich liebe dieses Riff. Im zweiten Teil zieht das Tempo etwas an und die Drums prägen durch allerlei rhythmische Raffinesse den Song. Auch eine feine, kleine Bassmelodie  sorgt für Varianz.

„The Millenial Heartbeat Part III“. Es rauscht ganz schön, die Wellen donnern. Genau mein Ding, denn der Song kommt zu Beginn richtig schwer und schleppend daher, bevor es in eine leichte Cleanmelodie übergeht, zu der sich leicht und klar Marens Stimme gesellt. E-Gitarren brechen in die Zartheit des Momentes. Im zweiten Teil akzentuiert die Gitarre rhythmisch, bevor es wieder in zarten Cleanteil übergeht. Ja und potztausend – plötzlich entfaltet sich vor unseren Ohren schwarzmetallisch anmutendes Tremolopicking und Black’n’Roll Feeling blitzt kurz auf. Zart endet alles.

Ich würde sagen: Debüt gelungen, gefällt mir sehr gut, macht Spaß zuzuhören. Weiter so! Doom mit dem ein oder anderen Überraschungsmoment.


Tracks:
1. The Millenial Heartbeat Part I
2. The Millenial Heartbeat Part II
3. The Millenial Heartbeat Part III

Band:
Maren Lemke – Gesang
David Kuri – Gitarre
Martin Skandera – Bass
Jan Franzen – Schlagzeug

Philipp Horenburg – Additional guitars

Gelungener klassischer Doom: Destination Void von Wolf Counsel

Doom Metal
Veröffentlicht: 22.02.2019
Endless Winter
https://www.wolfcounsel.net/


DESTINATION-HI-RESDas neue Jahr steht bisher sehr stark im Zeichen des Doom. „Im Zeichen des Doom“ – das wäre ein schöner Titel für – für irgendwas eben. Ich sichere mir auf jeden Fall die Rechte. Eigentlich geht es aber um das neue und vierte Album der Schweizer Doom Metaller Wolf Counsel. „Destination Void“ entstand in nur vier Monaten und umfasst sieben Songs. Ich muss ehrlich gestehen, dass meine Kenntnisse des Schweizer Metal etliche verheerend peinliche Lücken aufweisen. Da fange ich doch heute glatt damit an, diese zu stopfen.

Der Opener „Nazarene“ bietet uns einprägsames Riffing und einen bildschönen cleanen Gitarrenpart, der für schauerliche Gänsehaut sorgt. Glockenklang am Schluss rundet das Ganze ab. Glockenklang ist das Stichwort. Ein wichtiges, ja unverzichtbares Stilmittel des Doom, das auch auf „Destination Void“ gern eingesetzt wird und zur schaurig ungemütlichen Atmosphäre beiträgt. So läuten die Glocken denn auch „Nova“ ein, das mich sehr an Candlemass erinnert. Schwer und zäh – also positiv zäh – wälzt sich der Song dahin. „Tomorrow Never Knows“, übrigens ein Malapropismus des Beatle Ringo Starr, ist ein kraftvoller Song, der mit schönen Bassmelodien brilliert und schon fast ein wenig Southern Rock Feeling aufkommen lässt. „Staring Into Oblivion“ hingegen überzeugt mit mystischem Beginn und schwerem Riffing im Stile von Black Sabbath. Mein persönlicher Höhepunkt des Albums ist allerdings „Destination Void“. Orgelklänge leiten den Song dramatisch ein. Gitarren tasten sich langsam, langsam vorwärts, lauern. Aufreizend langsame Bendings. „Destination Void“ ist ein Song, bei dem ein ungeduldiger Mensch wie ich beinahe durchdreht und das liebe ich. Es ist wie eine Erlösung, wenn es dann losgeht. Klar, ohne in übertriebene Hast auszubrechen. Der Song lebt von diesen Tempowechseln, die immer wieder absolute Spannung aufbauen. Ein tolles Gitarrensolo gibt’s auch noch obendrauf – ach, ich bin glücklich.

Wolf Counsel überzeugen mit ihrem vierten Album ausnahmslos. Variables, eingängiges Riffing, hypnotischer Gesang, der aber niemals ermüdet oder nervt, ansprechende Bassparts und rhythmisch tragende Passagen. Dazu der ein oder andere Tempowechsel und eine herrlich unheilvolle Grundstimmung. Hier und da fühlt man sich an Candlemass und Black Sabbath erinnert, aber die Musik bleibt immer eigenständig. Sehr gelungener, klassischer Doom. Und wisst ihr was? Ich habe das hier geschrieben, ohne einen dummen Flachwitz über Doom Metal und die Schweiz zu bringen. Ups…

Bis das neue Album erscheint, könnt ihr hier einstweilen ins Vorgängeralbum „Age Of Madness / Reign Of Chaos“ reinhören.


Tracks:
1. Nazarene
2. Nova
3. Mother of All Plagues
4. Men of Iron Men of Smoke
5. Destination Void
6. Tomorrow Never Knows
7. Staring into Oblivion

Band:
Ralf W. Garcia (Gesang, Bass)
Reto Crola (Schlagzeug)
Andreas Reinhart (Gitarre)
Ralph Huber (Gitarre)

Die schnelle Dröhnung: Promo 18 von One Past Zero

Doom Metal/Stoner Metal/Sludge
Veröffentlicht: 2018
Eigenproduktion
http://www.facebook.com/onepastzero/


one-past-zero-promo-2018-cover-scan-296x300Es gibt Musik, die mag man sofort. Es gibt Musik, die benötigt ein Weilchen, bis sie zündet und es gibt Musik, die mag man sofort überhaupt nicht. „Promo 18“ von One Past Zero gehört wohl für viele in Kategorie 2, für manche sogar in Kategorie 3. Für mich war es Liebe auf den ersten Ton. Die Scheibe flatterte mir vor Kurzem ins Haus und schon die düstere, Gothic-Horror-mäßige Aufmachung stimmte mich neugierig. One Past Zero – das sind die zwei Ulmer Musiker Uli Hildenbrand (Ex-Poison, Ex-R.U. Dead?) und Kishde (Ex-The Real Massacre). Vor „Promo 18“ gab es schon einige weitere Demos, außerdem die EPs „Divine Unholy“ (2016) und „Unholy Divine“ (2017). Das Demo „Promo 18“ gibt mit seinen beiden enthaltenen Songs einen ersten Ausblick auf die für 2019 geplante dritte EP.

„Attack“, startet thrashig, zackig und knackig mit mehreren Temporeduktionen in doomige Gefilde. Der Song verbreitet stellenweise psychedelisches 70er Jahre Rock- und Stonerfeeling und transportiert eine wunderbar unheilschwangere Grundstimmung. Die Stimme von Uli erinnert an eine Kreuzung aus grandios manischem Ozzy Osbourne und Siouxschamane was sicher für den ein oder anderen etwas gewöhnungsbedürftig ist, was mir aber einfach nur ein Grinsen ins Gesicht getackert hat. Der Sound klingt verwaschen, dumpf, schrammelig, krachig und abgeratzt. Herrlich.

Das 10-minütige Werk „To Serve Man“ startet zurückgenommen und erinnert sehr an den Rock der 70er Jahre. Dumpf und wummernd zieht das Tempo an, tieeeeeefe Gitarren – Dooooooom, laaaaangsam. Tempo zieht wieder an krauchende, keifende, verzerrte Gitarren. Drumfill – Dooooom – wir pendeln nochmal so richtig über dem Boden – so, nu isses auch sauber. Perfekt. Der Song groovt nochmal ordentlich los, bevor die Gitarren hallig aushallen.

Ich bin geflasht, begeistert, hin und her und weg. Die Musik von One Past Zero ist krachig, schrammelig, doomig, verrückt, manisch und psychedelisch und das alles zugleich. Versehen mit einer großen Portion Black Sabbath und Ozzy. Wer Bock hat auf Metal abseits der ausgetretenen Pfade – hier ist er!

YouTube Channel von rebejr1: https://www.youtube.com/user/rebejr1


Tracks:
1. Attack
2. To Serve Man

Band:
Kishde (Schlagzeug)
Uli Hildenbrand Gesang, Gitarre, Bass)

Düster, verzweifelt, verträumt, wütend. Estuary von Mirror of Deception

Doom Metal
Veröffentlicht: 09.11.2018
Eigenproduktion
http://www.mirrorofdeception.de


the estuary cover

Wer nach den ganzen Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten momentan noch etwas lahm ist und wem deshalb jetzt noch nicht gleich wieder nach Speed Metal zumute ist, wer den Organismus sacht aus dem Feiertagskoma holen möchte, für den ist Doom Metal doch genau das Richtige. Und wie es der Zufall so will, habe ich da genau das Richtige auf Lager. Nach acht Jahren und einem kleinen Umbau in der Band 2015, veröffentlichten die deutschen Doom Metaller Mirror of Deception im November ihr neues Album „Estuary“, das acht Songs enthält.

Mit „Orphans“, „Divine“ und „Immortal“ finden sich auf Esturay gleich mehrere eingängige Songs, die sich schnell im Ohr festsetzen. „Orphans“ wartet mit verzweifeltem, zornigem Gesang auf, der uns mit jeder Menge Nachdruck entgegengeschleudert wird. Ergänzt wird das Ganze durch ein eingängiges Gitarrenriff. Ansprechend und melodisch mitreißend. „Divine“ ist melodisch wunderbar ausgefeilt und überzeugt mit melancholischen Gitarren und Gänsehautgesang. „Immortal“ macht gleich weiter damit und geht in die tiefsten Tiefen. Die Gitarre sitzt wie ein Stachel im Gehörgang und stichelt beständig. Der Song entwickelt sich schließlich immer mehr zu einem Epic Doom Kracher. Ein würdiger Abschluss des Albums.

Mit „To Drown a King“ findet sich auch eine echte, herrliche Doom Walze auf „Estuary“. Schwer schleppt sich der Song dahin. Drückend und bedrückend. Herrlich. Langsam pendelt der Kopf dahin und kommt ganz sacht in Schwung. „At my Shore“ hat mir besonders gut gefallen. Ab der Hälfte wird der Text nicht gesungen, sondern gesprochen. Geflüsterte Worte atmosphärisch untermalt. Langsam driften die Worte über in sanften Gesang. Man fühlt sich wie von Wellen als Treibgut an den Strand gespült. Der Song pendelt irgendwo zwischen sehnsuchtsvoll und vergessen, ankommen und nicht ankommen wollen. Das verzweifelte „To Dust“ gefällt mir ebenfalls sehr gut. Der Song lebt unter anderem von gequälten, verzweifelten Rufen im Wechsel mit dem Gesang. Der Break mit gesprochenen Worten, untermalt vom Bass, erzeugt ebenfalls wohligen Schauer.

Auf „Esturay“ findet ihr jede Menge absolut hörenswerten, düsteren Doom. Düster und noch viel mehr: wunderbar melancholische Melodien, Wut, Verzweiflung, Verträumtheit, Sehnsucht. Alles dabei, was ein gutes Doom Album braucht. Reinhören könnt ihr unter: https://mirrorofdeception-doom.bandcamp.com


Tracks:
1. Splinters
2. Orphans
3. At My Shore
4. Magnets
5. To Drown A King
6. To Dust
7. Divine
8. Immortal

Band:
Michael (Gesang, Gitarre)
Jochen (Gitarre)
Hans (Bass, Gesang)
Rainer (Schlagzeug)

Never forget your roots. Interview mit Guiseppe Caruso von Mind Enemies.

Seit dem 13.12. ist die neue EP „Remember“ von Mind Enemies auf dem Markt (hier geht es zum Review). Giuseppe Caruso, der Mann hinter Mind Enemies, war so nett, mir zu diesem freudigen Anlass ein kleines E-Mail Interview zu geben. Lest hier, wie das Album entstand, worum es in den Songs geht, und welche Bedeutung es für Caruso hat.

IMG-20181025-WA0028T!B!B!: When did you start the writing and recording process for the EP „Remember“? How long did it take and what was it like for you?

Giuseppe Caruso: It took me just a week to record these songs, after working on them a couple of months before. I wanted everything to be perfect. In 2011 I experienced recording in a real studio for the first time. Mind Enemies was born not so long ago and I didn’t believe in myself that much. Having made this, I felt it was time to begin working seriously on my project and I soon realized that was what I really wanted to do.

T!B!B!: Which role does this EP play for you and for Mind Enemies? What does it mean to you personally?

Giuseppe Caruso: These are my real first musical experiments, which represent a significant phase of my life and Mind Enemies. „The Covenant“ was one of the first songs ever written, it’s about my childhood. It means a lot to me. 

T!B!B!: After the Heavy Metal album „Revenge“ why did you turn back to the Alternative Rock roots of Mind Enemies? 

Giuseppe Caruso: I wanted to revalue all the work I did in the past, all the songs recorded which made me feel not much satisfied. Sadly I had to put them away for some time and I have to admit that it was hard listening to them without thinking of all the bad things I’ve been through. Now the sound of my music is getting close to heavy metal, but never forget your roots! Everything is important when it comes to your growth path. 

IMG-20181214-WA0042T!B!B!: The songs sound really „heavy“ or gloomy in their basic mood. What are they about?

Giuseppe Caruso: Every song has a long story behind. The main issue is pain and hatred in the society. “Illusions” is about self-deception. I wanted to talk about empty lies and media manipulation. „The Covenant“ are the last words of a man sentenced to death by the Inquisition in the 15th century, just because of looking for the truth, a man whose only “sin” was being different.

T!B!B!: Thank you very much for the interview.

Und das Ganze nochmal auf Deutsch:

T!B!B!: Wann hast du damit angefangen, die Songs für die EP „Remember“ zu schreiben und aufzunehmen? Wie lange hast du dafür gebraucht und wie war der Prozess für dich?

Giuseppe Caruso: Nachdem ich einige Monate an den Songs gearbeitet hatte, benötigte ich nur eine Woche, um sie aufzunehmen. Ich wollte, dass alles perfekt wird. 2011 war das erste Mal, dass ich etwas in einem richtigen Studio aufnahm. Mind Enemies existierten noch nicht lange und ich glaubte nicht so richtig an mich selbst. Durch die Aufnahmen fing ich an, ernsthaft an meiner Musik zu arbeiten und mir wurde klar, dass es das ist, was ich wirklich machen will.

T!B!B!: Welche Rolle spielt die EP für dich und für Mind Enemies? Was bedeutet sie für dich persönlich?

Giuseppe Caruso: Es sind meine ersten musikalischen Schritte. Sie markieren eine bedeutende Phase in meinem Leben und für Mind Enemies. „The Covenant“ ist einer meiner ersten Songs überhaupt. Es geht darin um meine Kindheit und er bedeutet mir sehr viel.

T!B!B!: Warum bringst du nach dem Heavy Metal Album „Revenge“ nun die EP mit den Alternative Rock Wurzeln von Mind Enemies heraus?

Giuseppe Caruso: Ich wollte all die Songs, die ich früher geschrieben und aufgenommen hatte, und mit denen ich nicht sehr zufrieden war, neu bewerten. Leider musste ich sie eine ganze Weile beiseitelegen. Zugegebenermaßen war es schwer sie dann wieder anzuhören, ohne an die ganzen schlechten Dinge zu denken, die damit verbunden sind. Meine aktuelle Musik bewegt sich im Bereich des Heavy Metal – aber vergiss nie deine Wurzeln! Alles ist wichtig, was deinen zurückgelegten Weg beschreibt.

T!B!B!: Die Songs sind von ihrer Grundstimmung her sehr schwer und düster. Worum geht es darin?

Giuseppe Caruso: Hinter jedem Song steckt eine lange Geschichte, doch die Hauptthemen sind Schmerz und Hass in der Gesellschaft. „Illusions“ handelt von Selbsttäuschung. Mir ging es um leere Behauptungen und Manipulation durch die Medien. In „The Covenant“ geht es um die letzten Worte eines Mannes, der im 15. Jahrhundert von der Inquisition zum Tode verurteilt wurde, nur weil er die Wahrheit aussprach. Sein einziger Fehler war es anders zu sein.

T!B!B!: Vielen Dank für das Interview.

Metallisierter Alternative Rock: „Remember“ von Mind Enemies

Alternative Rock/Metal
Veröffentlicht: 13.12.2018
https://de-de.facebook.com/mindenemies1/


rememberDen ersten Song der neuen EP „Remember“ von Mind Enemies hatte ich euch unlängst ja bereits vorgestellt. Nun ist auch der Rest der EP auf dem Markt – natürlich riskiere ich da gleich mal ein Öhrchen. Tja leider war das Ganze mit Hindernissen verbunden. Genau genommen haben mein Mann und ich uns gegenseitig torpediert, indem wir uns unwissentlich auf verschiedenen Geräten immer wieder die Songs abgebrochen haben. Glücklicherweise habe ich gewonnen – er gab auf, das Programm war schuld und ich kann euch deshalb jetzt meine Eindrücke schildern. „Remember“ enthält fünf Songs aus den eher rockigen Anfangszeiten von Mind Enemies. Entstanden sind sie schon 2010/11. Mit der EP blickt Giuseppe Caruso zurück auf seine Wurzeln.

Der erste Song, „Remember“, gibt die Marschrichtung für die EP schon gut vor. Düster, melancholisch, grungig. Das zum Heulen schöne Intro hatte ich ja ebenfalls bereits erwähnt. Im Vergleich zum letzten Album „Revenge“ wird deutlich, dass sich die Musik von Mind Enemies vom Alternative Rock mit Metaleinflüssen zum Heavy Metal hinentwickelt hat. Der zweite Song „The Covenant“, einer der ersten, die Caruso geschrieben hat, lässt erst einmal die Härchen am Arm vibrieren. Gemächlich stapft der Song los und bringt uns Bass. Schöner Cleanpart. Gegen Ende legt er an Tempo zu und geht dann ganz gut ab. Eine Reise von Rock nach Metal wenn man so will. „Illusions“ ist ein sehr melancholischer, fast schon zarter Song, der ebenfalls gegen Ende aber ebenfalls ordentlich Kraft entwickelt. Fingerakrobatik an der E-Gitarre ist hier das Stichwort. Von Stil und Anlage ist Song Nummer vier „Nirvana (Come Here)“ ähnlich. Rockig, grungig mit einem Hauch von Metal und mit dem Spiel zwischen gemächlichem und angezogenerem Tempo. Mit am besten gefällt mir der letzte Song „Die to Begin to Live“. Er kommt unheimlich kraftvoll daher mit einer wunderbaren Progressive Rock/Metal Note, die mir unheimlich gut gefällt und die ein bisschen orientalisches Flair aufblitzen lässt bevor der Song wieder handfest weiter rockt. Sehr gelungen.

Wir fassen zusammen: Der Mann hinter Mind Enemies, Giuseppe Caruso, hat mit „Remember“ etwas Hörenswertes geschaffen. Die EP bewegt sich im Bereich des Alternative Rock mit einer düster, grungigen Note, bisweilen melancholischem Flair, einem Schuss Progressive Rock und Metal und das ganze gewürzt mit wunderbaren cleanen Gitarrenparts, rasanten Soli, kurzweiligen Rhythmuswechseln und überzogen mit einem Hauch von Metal. Gelungene Reise in die Vergangenheit der Band. Falls ihr nun neugierig auf die Hintergründe zu „Remember“ seid, könnt ihr euch schon auf mein Interview mit Giuseppe Caruso freuen. Bald. Hier.

Update, 16.12.: Wie versprochen gibt es hier nun das Interview.

https://www.youtube.com/channel/UCEHaVrO0mMVP9qO1Cf5piug

https://www.youtube.com/channel/UCicilRP7CeVarQbm3b4Woow


Tracks:
1. Remember
2. The Covenant
3. Illusions
4. Nirvana (Come Here)
5. Die to Begin to Live

Band:
Giuseppe Caruso

Mind Enemies mit neuer Single und Video

Wohoo. Neuer Stoff aus Italien. Genauer genommen von Mind Enemies. Die Single „Remember“ ist melancholisch, düster und transportiert einen Hauch von Grunge. Aber vor allem – das Intro ist einfach nur zum Verlieben schön. Sie ist der erste Vorbote der am 13. Dezember erscheinenden EP „Eponymous“. Man darf gespannt sein. Einstweilen viel Spaß beim Hören von „Remember“.

YouTube channel von MindEnemiesVEVO: https://www.youtube.com/channel/UCicilRP7CeVarQbm3b4Woow

The Burning Cold over Stuttgart – Omnium Gatherum Tour 2018

Nothgard

Nothgard

Der Melodic Death Metal Konzertabend stand unter keinem guten Stern. Nicht nur, dass ich es am Tag zuvor beim Sport dermaßen übertrieben hatte, dass ich nur noch auf allen Vieren kriechen konnte. Auch mein Magen-Darm-Trakt beschloss mich im Stich zu lassen. Natürlich alles kein Grund nicht zum Omnium Konzert zu gehen – mit dem Kopf nicken geht ja noch und darauf kommt es schließlich an. Vollgepumpt mit Imodium ging es also in den clubCann.

Der Auftritt der ersten Vorband Nothgard war schon in vollem Gang, als mein Mann und ich eintrafen, sodass wir von den Melodic Deathern aus Deggendorf leider nicht mehr allzu viel mitbekamen. Immerhin erlebten wir noch den verzweifelten Versuch, die versammelte Schwabengemeinde zu einem Circle Pit zu bewegen. „Wir wollen Bewegung sehen.“ Das zog sich durch den kompletten Abend, doch jede der drei Bands perlte daran ab, die als eher nicht so extrovertiert geltenden Schwaben zum Tanzen zu bringen. Da half keine Erpressung („Die anderen haben es auch alle hinbekommen“) und kein Sarkasmus („Das war der kleinste Circle Pit, den ich je gesehen habe. Wenn sich zu dem einen vielleicht noch ein zweiter gesellen könnte…“). Omnium Sänger Jukka Pelkonen versuchte es mit einem freiheitlichen pädagogischen Ansatz „Wir bangen jetzt gemeinsam voll ab – und wer sich traut, kann hier vielleicht auch einen Circle Pit eröffnen.“ Es nützte alles nichts. Das Publikum erwies sich als tanzresistent.

Tuomas Saukkonen

Tuomas Saukkonen

In der Pause schoben wir uns weiter nach vorn. Wobei ich positiv anmerken muss, dass der clubCann nicht so vollgestopft war, dass man sich nicht mehr regen konnte. Auch der Sound war klasse und ausgewogen. Großes Lob. Als Nächstes stürmten die finnischen Melodic Death Metaller von Wolfheart die Bühne. Gefiel mir gut. Ausgefeilte Songs mit Doom- und Blackmetal Anteilen und ein Auftritt, der Laune machte. Bassist Lauri Silvonen bewies eine Engelsgeduld. Ich weiß nicht, wenn man mir 5 Minuten ins Nasenloch filmen würde… Ähm. Ja. Beeindruckend war auch der Gitarrengurt von Gitarrist und Sänger Tuomas Saukkonen. Der bestand nämlich aus einer Kette aus Eisengliedern. Wirkt sehr martialisch und saucool, aber aua. Mein Mann nur lapidar:“Es heißt doch ‚Heavy Metal'“. Tja, auch wieder wahr. Allerdings lenkten zwei Herren direkt vor mir meine Aufmerksamkeit vom Geschehen auf der Bühne immer wieder ab. Der eine drehte ein Video auf seinem Smartphone und gab der Band mit Handzeichen Regieanweisungen. Da diese das frecherweise ignorierte, verlegte er sich aufs Tanzen und Bangen. Da kommt sicher ein Blockbuster dabei heraus. Sein Kumpel faszinierte durch seinen ausgefeilten Tanzstil. Eine Mischung aus „Hol dein imaginäres Lasso raus“, Techno und Bangen. Herrlich. Und da er in den langsamen Teilen schon immer etliche BPM schneller war, wurde es in den schnellen Passagen richtig witzig.

Omnium Gatherum

Omnium Gatherum

Wir erreichten die zweite Reihe pünktlich zum Auftritt von Omnium Gatherum. Die Melodic Deather sind ja auf Platte eher nicht so mein Ding – aber live die absolute Abrissbirne. Ich hatte ja das Glück Omnium schon einmal live erleben zu dürfen. Die Herren aus Finnland transportieren von ihrer Bühne herunter eine unglaubliche Energie und Kraft. Es macht irre Spaß, zuzuhören und zuzuschauen. Sänger Jukka Pelkonen ist ein echtes Biest. Er bangt, schreit, feuert das Publikum an. Er ist unheimlich interaktiv und leutselig, zeigt immer wieder ins Publikum, als wäre es sein gesetztes Ziel für den Abend mindestens einmal auf jeden im Raum gedeutet zu haben. Sein liebster Zeitvertreib – neben dem Singen – ist aber das Hörner abklatschen mit dem Publikum. Und man kann sich schon auch mal Nase an Nase mit dem Sänger wiederfinden, wenn man ganz vorn steht. Aber auch der Rest der Band versprüht eine wahnsinnige Energie. Einzig Gitarrist Joonas Koto thront eher in sich gekehrt über dem Geschehen und entlockt seiner Gitarre herrliche Melodien. Damit niemand etwas verpasst, weist Sänger Jukka Pelkonen auch meistens durch Fingerzeig darauf hin, dass jetzt ein Gitarrensolo kommt und lässt es sich auch nicht nehmen, Teile auf seiner Luftgitarre mitzuspielen oder die Gitarristen anzufeuern. Allerdings muss ich noch auf ein ernstes Thema hinweisen: misshandelte Bässe. Erkki Silvennoinens Bass wurde offensichtlich nicht gut behandelt, wie eine dicke Lage Tape an einem Flügel des Basses und die zu großen Teilen abgeblätterte Farbe beweisen. Das arme Instrument tat mir von Herzen leid. Andererseits wirkte es eigentlich ansonsten recht munter. Vielleicht doch kein Grund zur Sorge. Zwischendurch entstand sogar ein wenig Wackenfeeling als jemand beim Bangen sein Bier verschüttete und sich ein kleiner See bildete. Zum Schlammrutschen fehlte allerdings noch der Dreck. Neben einigen Songs vom neuen Album wie „Over the Battlefield“ „The Burning“ „Gods go first“ oder „Fearless Entity“ spielten die Finnen natürlich auch einige alte Kracher wie „Frontiers“, „Skyline“ „Nail“ und als Zugabe „Luoto“ und „New Dynamic“. Eine ausgewogene Mischung. Auch das Verhältnis zwischen schweren Walzen und flotten Nackenbrechern machte Spaß. Ein rundum gelungener Melodic Death Metal Abend. Aus Nostalgiegründen riefen wir zum Abschluss noch einmal „Whale ahead!“ und gingen dann tierisch ab. Mit dem Kopf nicken geht jetzt auch nicht mehr. Was soll’s?! Ein großes Dankeschön geht noch an unseren Freund – nennen wir ihn Moorin – dass er extra seine Geburtstagsparty verschoben hat, um uns das Ganze zu ermöglichen.

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