Post Folk aus Tatarstan: Hunnar von Baradj

Folk Metal/Progressive Metal/Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 19.06.2019
Eigenproduktion
facebook.com/baradjband/
https://baradj.bandcamp.com/


 

BARADJ-Hunnar-Cover-400x400Heute habe ich endlich mal wieder ein wenig Folk Metal im Gepäck. Wobei – ein wenig? Das neue Album „Hunnar“ der Band Baradj aus der russischen Provinz Tatarstan umfasst immerhin 14 Songs. Und Folk Metal? Also nur mit einer Schublade kommen wir hier bei Weitem nicht aus. Da müssen wir schon noch einige weitere Schubladen öffnen und vielleicht auch eine ganz neue Schublade zimmern. Die des Post Folk Metals, hier in der Spielart des „Tatar Ethnic Metal“, zum Beispiel. Häh? Wasndasnuwieder?

Baradj kreieren einen ganz eigenen Sound aus Elementen des Progressive Metal, Post Metal, Melodic Death Metal, Folk Metal und Ambient Elementen. Was erst einmal ein wenig viel klingt, vereint sich zu Songs, die oftmals eine sphärische Entrücktheit und Weite transportieren, wie zum Beispiel der Titeltrack „Hunnar“, „Dunay“ oder „Tengri“. Daran hat der extrem hallige Gitarrensound einen großen Anteil, der sich durch das gesamte Album zieht. Dazu kommen jede Menge melancholischer und entrückter Cleanparts, die gern mal ein Ambientfeeling entfalten. Kurioserweise habe ich mich beim Hören tatsächlich ab und zu an Ahab erinnert gefühlt, obwohl das alles eigentlich gar nicht zusammenpasst.

Songs wie „Altynchach“, „Juketaw“ oder „Bolgar Dalasy“ betonen etwas mehr den Folkaspekt, der in eine balkanische Richtung geht und durch cleanen Gesang und entsprechende Gitarrenparts transportiert wird. „Bolgar Dalasy“ birgt den Folk außerdem im Rhythmus. Insgesamt sind die Folkanteile aber eher dezent gehalten. Wer die üblichen „Ohoh“ Chöre und feuchtfröhliche Schunkelmelodien erwartet, ist hier definitiv verkehrt. Auch die zahlreichen Instrumentals wie „Khiyal-Tulu“ oder „Khiyal-Tedrehon“ – es gibt insgesamt sieben davon – tragen zur folkig-entrückten Stimmung bei. Huh – wie oft man das Wort „Folk“ in so einem Absatz doch unterbringen kann…

Bei all der sphärischen Entrücktheit gibt es auf „Hunnar“ aber auch die Songs, die einen mit Wucht und Härte wieder aus den Wolken holen. „Attila“ zieht das Tempo merklich an. Wüste Growls peitschen aus den Lautsprechern. „Juketaw“ oder „Tengri“ spielen mit dem Wechsel zwischen Growls und Cleangesang zwischen langsamen und schnellen Passagen und bringen tiefe Gitarren, aggressive Growls und hier und da ein wenig Rock und dort und da ein bisschen Death und Black Metal mit ein.

„Hunnar“ bietet einen gelungenen Mix aus verschiedenen Stilrichtungen. Baradj kreieren hier einen eigenen Sound, der natürlich auch von den speziellen folkigen Einflüssen herrührt. Ungeduldig darf man nicht sein, denn die Songs brauchen manchmal einige Augenblicke, bis sie sich entfalten. Man sollte also Zeit mitbringen und sich auf die Musik einlassen. Baradjs Post Folk hebt sich aber erfrischend ab. Daumen hoch.

Youtube Channel von Baradj


Tracks:
1. Hunnar
2. Dunay
3. Khiyal – Tulu
4. Attila
5. Khiyal – Ildico
6. Altynchach
7. Khiyal – Altynchach
8. Juketaw
9. Khiyal – Tedrehon
10. Tengri
11. Khiyal – Qubrat Khan
12. Bolgar Dalasy
13. Khiyal – Boiek Bolgar
14. Khiyal – Boygala ham

Band:
Djonathan Lindaive – Gesang, Gitarre
Anton Lisin – Schlagzeug
Aleksey Lozhenkov – Gitarre
Ruslan Latypov – Bass

Metal United World Wide 2019

Metal United World Wide wurde ins Leben gerufen von Metal-Roos und Black-Roos Entertainment. Das Projekt bringt Metal Bands und Metal Fans rund um den Globus zusammen zu einer großen Metal Party und soll das Gemeinschaftsgefühl unter Metallern auf der ganzen Welt fördern. Weitere Infos findet ihr hier: www.metal-united-world-wide.com Dieses Jahr fand das Event am 15. Juni statt. Die Band Envenomed hat dafür extra den Song „Metal United“ geschrieben. Viel Spaß beim Hören:

You Tube Channel von El Puerto Records

Alles, was das Ohr begehrt. Humanicide von Death Angel

Thrash Metal
Veröffentlicht: 31.05.19
Nuclear Blast Records
http://www.deathangel.us


15254Manchmal muss es eben Thrash sein. Natürlich greife ich da nicht zu irgendeinem Thrash Metal Geschrammle, sondern es muss schon qualitativ hochwertiger Thrash sein. Wie zum Beispiel der gute alte Bay Area Thrash, der durch viele hochkarätige Bands wie Exodus, Metallica, Megadeth oder Testament geprägt wurde – und eben auch durch Death Angel. Selbst nach mehreren Jahrzehnten des gemeinsamen Musizierens lassen die Thrasher keine Ermüdungserscheinungen erkennen. Im Gegenteil. Ende Mai veröffentlichten Death Angel ihr neuntes Album „Humanicide“. Nun haben die Jungs eigentlich nie wirklich ein schlechtes Album abgeliefert, dennoch wird ihnen hier und da vorgeworfen, sich nicht weiterzuentwickeln und nicht sehr wandelbar zu sein. Das widerlegen Death Angel mit „Humanicide“ definitiv.

Natürlich gibt es auf „Humanicide“ die Thrash Metal Brecher und Thrash Metal Hymnen, für die Death Angel bekannt sind. Gleich der Opener „Humanicide“ haut uns alles um die Ohren, was das Herz, das Ohr und der Nacken begehren: ein ziemlich klassisch gehaltenes, kraftvolles Intro mit einem Hauch von Epik, nackenbrecherisches Tempo mit Mörderriffing und ein Gitarrensolo, das einem die Tränen in die Augen treibt. Dazu kommen maschinengewehrartige Drums, kraftvolle Bassleads und ein eingängiger Chorus. Weitere Songs wie „Divine Defector“ , das mit einem Hauch von Death Metal aufwartet, „Aggressor“, das mit einem kleinen cleanen Intro Akzente setzt „Alive And Screaming“ oder „Ghost Of Me“ hauen grundsätzlich in dieselbe Kerbe und machen riesigen Spaß.

Hier und da bewegen sich Death Angel aber weg vom Brecher-Thrash. „I Came For Blood“ versprüht ein beschwingtes, punkiges Feeling, das die Laune hebt – auch wenn der Text natürlich nicht ganz so lustig ist, schon klar. „Immortal Behated“ startet mit einem gefühlvollen Gitarrenintro, das Unbehagen und ein mulmiges Gefühl auslöst. Auch die Synthesizer tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Der Song wechselt dann zwischen kraftvollen und sanften Parts ohne die düstere Grundstimmung einzubüßen und endet mit einem wunderbaren Pianooutro. Die Gänsehaut bleibt. „Revelation Song“ birgt Wucht und ein stampfiges Feeling – und heieiei, gitarrentechnisch ist das großes Kino. Wie die Gitarren sich abwechseln und ergänzen macht Laune und das Solo bläst einem die Perücke weg.

Ich hoffe, ihr habt jetzt auch Bock auf guten Thrash Metal, denn den bieten Death Angel auf „Humanicide“. Die Herren klingen frisch, spritzig und kein bisschen müde. Wer auf Nackenbrechertempo, variantenreiches Thrash Metal Riffing und Maschinengewehrdrumming in bester Qualität steht und dennoch nicht auf ein wenig Abwechslung und Variantenreichtum verzichten möchte, ist hier genau richtig. Und diese Soli…

YouTube Channel von Nuclear Blast Records



Tracks:
1. Humanicide
2. Divine Defector
3. Aggressor
4. I Came For Blood
5. Immortal Behated
6. Alive And Screaming
7. The Pack
8. Ghost Of Me
9. Revelation Song
10. On Rats And Men
11. The Day I Walked Away (Bonus)

Band:
Mark Osegueda – Gesang
Rob Cavestany – Gitarre
Ted Aguilar – Gitarre
Damien Sisson – Bass
Will Carroll – Schlagzeug

Die schnelle Dröhnung: „Voidhaven“ von Voidhaven

Death Doom Metal
Veröffentlicht: 19.10.2018
Solitude Productions
http://www.voidhaven.de


VoidhavenIch liebe diese Momente, in denen ich unvermutet auf einen kleinen Schatz stoße. Sie sind einfach unbezahlbar und mit wenigen Dingen zu vergleichen. Das Herz fängt an zu pochen, du nickst anerkennend, ein Lächeln breitet sich auf deinem Gesicht aus, wird zum Strahlen. So ging es mir mit der EP „Voidhaven“ der Hamburger Death Doom Metaller Voidhaven. Klein ist der Schatz in diesem Fall nur deshalb, weil die EP lediglich zwei Songs umfasst. Warum nur zwei? Man möchte unweigerlich mehr hören. Bei mir laufen „The Floating Grave“ und „Beyond the Bounds of Sleep“ nun schon eine Weile auf Dauerschleife und ich kann mich nicht satt hören.

Den Reiz des Albums macht eine absolut Herzschlag beschleunigende Mischung aus. Melancholische Melodien von sanft klagenden, cleanen Gitarren und Sänger Simons an trauriger Verzweiflung grenzendem Cleangesang verströmen eine anrührende Fragilität. Im Gegensatz dazu wirken die unheilvollen tiefen Growls und das Krächzen auf eine gewisse Art schon fast brutal und erschütternd. Unterstützt wird die Wirkung von Jakobs massiv-düsterem Bass und tiefen, drückenden, schweren Gitarren. Ein wundervoller, reizvoller Kontrast, der tief ins Mark trifft. Das alles natürlich in doomig gemächlichem Tempo.

Beeindruckend. Anrührend. Unbedingt anhören. Der Hammer. Wirklich. Ich bin schockverliebt.

YouTube Channel von Solitude Productions: https://www.youtube.com/channel/UClwNBIBuQglLOYKz9TWXCcA


Tracks:
1. The Floating Grave
2. Beyond the Bounds of Sleep

Band:
Simon – Gitarre, Gesang
Phil – Gitarre
Marcos – Keyboards
Jakob – Bass, Gesang
Martin – Schlagzeug

3 Ways to Magick Tour. Elvenking, Frozen Crown und Desert in München.

Damna, Gesang, Elvenking

Damna, Gesang, Elvenking

Hach endlich wieder Zeit für ein Konzert. Elvenking wollte ich ja schon länger mal live sehen, aber irgendwie waren mir die Götter  – oder wer auch immer, irgendwer muss jedenfalls Schuld sein – nicht gewogen. Entweder die italienischen Pagan und Power Metaller tourten auch nicht im Entferntesten in meiner Nähe oder sie kamen in Reichweite, sagten das Konzert dann aber doch noch ab oder kamen in meine Nähe, ich war aber nicht in meiner Nähe. Doch die Metalgötter hatten ein Einsehen und so klappte es mit dem Konzert nun endlich. Am 18.04. machten mein Fotograf aka Kameramann aka Ehemann und ich uns gen München auf, um Elvenking und die beiden Vorbands Desert und Frozen Crown zu sehen.

Alexei Raymar, Desert

Alexei Raymar, Desert

Schon am Einlass hatte sich die 3-stündige Fahrt gelohnt. Wir erhielten wertvolle Informationen darüber, wie man sich einen Presse- und Fotografenausweis selber bastelt, um so sicher und ohne Gemecker seitens der anderen Anstehenden, schnell an der Schlange vorbei zu gelangen. Zur Not kann man sich auch irgendwas an den Bändel hängen, das passt dann scho. Hauptsache da baumelt was um den Hals. Gut – für dieses Mal kamen diese Infos leider zu spät, aber ich werde euch dann berichten. Wir trafen jedenfalls pünktlich zum Auftritt der israelischen Power- und Melodic Metal Band Desert ein. Joa – das ging schon ganz gut los. Gitarrist Sergei Metalheart schickte uns das eine oder andere ansprechende Solo entgegen – schöne Gitarre übrigens –  und man hatte Lust mitzubangen. Leider war der Sound den ganzen Abend über nicht wirklich gut, so dass man Sänger Alexei Raymar manchmal kaum hörte. Das machte er jedoch mit seinem wirklich beeindruckenden Repertoire an Metal Moves wett. So sahen wir den „Surfer“, die „Faust“, die „Faust auf dem Herzen“, „Point at the crowd“ und kleine Ansätze einer synchronen Choreografie, um nur einiges zu nennen. Desert hatten das Publikum vollends im Sack, als sie es kurzerhand als Chor für einen Song vom bald erscheinenden Album engagierten. Es wurde also schnell geprobt, dass man auch an der richtigen Stelle das Richtige singt und schon schmetterten Band und Publikum gemeinsam. Gute Stimmung, gute Band. Hat Spaß gemacht.

Frozen Crown

Frozen Crown

Inzwischen war es im Club so warm, dass einem der Schweiß in Strömen den Rücken runterlief. Immer wieder ein erhebendes Gefühl. Nur bei Månegarm war es seinerzeit noch hitziger. Als Nächstes enterten die italienischen Power Metaller Frozen Crown die Bühne. Hach naja. Ehrlich gesagt war das nicht so meins. Am besten gefiel mir Gitarristin Talia Bellazecca, die einen wirklich guten Job machte. Auch Drummer Alberto Mezzanotte beeindruckte durchaus. Er verschwand oft minutenlang hinter einem lockigen Haarvorhang und gab dort alles. Es sah echt aus, als würde er rückwärts auf seinem Hocker sitzen. Aber auch spieltechnisch hatte er einiges auf dem Kasten. Dem restlichen Publikum schien es zu gefallen. Sogar die mürrisch dreinblickenden und betontes Desinteresse zur Schau stellenden Herren, die offensichtlich von ihren Freundinnen oder Frauen zum Konzert geschleppt wurden, blühten beim Anblick der Gitarristin und von Sängerin Giada kurzfristig auf.

Lethien, Violine; Symohn, Drums; Elvenking

Lethien, Violine; Symohn, Drums; Elvenking

Nach einiger Bastelei am Ton, die aber keine wirkliche Verbesserung brachte, war es nun endlich Zeit für den Auftritt von Elvenking. Dem geneigten Fan fiel natürlich sofort auf, dass statt Gitarrist Rafahel ein anderer, nämlich Headmat, seinen Platz eingenommen hatte. Und Drummer Lancs wurde von seinem Vorgänger Symohn vertreten. Die italienischen Power und Pagan Metaller spielten sich in etwas über einer Stunde durch immerhin sechs Alben und lieferten so eine nette Mischung aus alten und neuen Songs. Zwar hatte die Band auch einige ganz neue Songs versprochen, doch aus irgendwelchen Gründen (wer hat da nicht geübt?) und weil das Leben laut Sänger Damna „sometimes shitty“ ist, konnten die Italiener dieses Versprechen doch nicht einlösen. Egal. Es war auch so der Hammer. Leider blieb der Sound weiterhin mittelmäßig, so dass man Damnas Gesang oder Lethiens Violine oft nicht gut hören konnte. Dennoch lieferten die Jungs eine magische Show ab. Mit „Draugen’s Maelstrom“, „Pagan Revolution“, „Elvenlegions“, „Divided Heart“ oder „The Loser“ sorgten die Italiener für Brodeln im Kessel. Und noch einmal erhörten mich die Metal Götter, denn Elvenking spielten „Neverending Nights“. Yippeeee. Einer meiner Lieblingssongs der Band. Ein weiterer Höhepunkt war das Violinen- und Drumsolo von Lethien und Symohn. Wunderschön. Elvenking hätten vermutlich auch noch Zeit für ein oder zwei weitere Songs gehabt, doch Sänger Damna war äußerst kommunikativ – das Publikum nicht immer, doch davon ließ er sich sympathischerweise überhaupt nicht beirren. Unablässig dirigierte er die Menge mit Worten und Gesten und erschuf eine regelrechte „Faust-in-die-Höhe-reck-Choreografie“, die es in sich hatte. Mehr als einmal fuhr trotz genauer Einweisung eine Faust zum falschen Zeitpunkt gen Himmel. Auch Damnas stetiger Kampf mit dem Haupthaar war der guten Laune äußerst zuträglich. Ebenso Bassist Jakob, der wie ein Irrwisch mit den Fingern über die Saiten flitzte, sich über gelungene Bass-Tricks freute – auch für mich als Zuschauer waren sie eine Augen- und Ohrenweide – und das Publikum unablässig anfeuerte. Zwischendurch fand der Hausmeister auch noch den Knopf für die Lüftung und ein kühlender Hauch wehte durch den Club. Dank der magischen Energie und der Freude am eigenen Schaffen, die Elvenking von der Bühne ins Publikum transportieren, war es trotz der Soundmängel ein Wahnsinnskonzert. Zum Ende sei noch der äußerst  kompetente Herr am Merchandising Stand erwähnt. Mit Sorgfalt und Augenmaß ermittelte er die richtige T-Shirtgröße. Er würde einen sicher niemals mit einer Hose nach Hause gehen lassen, in der man sich nicht hinsetzen kann. Der Gesang zweier junger Herren beschloss dann den Abend: „Mein Licht geht aus, wir gehn nach Haus.“ Woraufhin ein halbgegrowltes „Rabimmel, rabammel, rabumm.“ antwortete.

 

 

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Ein eiskalter Hauch: „Ruins“ von Marianas Rest

Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 26.04.2019
Inverse Records
https://marianasrest.com/


MARIANAS-REST-Ruins-400x400Bah. Seid ihr auch schon genervt von diesem ekelhaften Frühlingswetter? Bunte Blumen, Sonnenschein. Puh. Schmerzt in den Augen. Ich genehmige mir da erstmal eine gehörige Dosis lindernden grauen Nebel und ein wenig zehenabfrierende Kälte. Wenn ihr auch etwas davon haben wollt – bitte. Am 26.04. veröffentlichen die finnischen Melodic Death Metaller Marianas Rest ihr zweites Album namens „Ruins“. Die Band stammt aus der finnischen Hafenstadt Kotka und so scheinen auch die acht Songs auf „Ruins“ von der rauen, nebligen, wilden Ostsee inspiriert. Mit den Ruinen sind allerdings keine verwitternden Steine auf irgendeiner vergessenen Wiese gemeint, vielmehr stehen sie für den gebrochenen Geist. Das Album beschreibt den Prozess vom Moment des Brechens bis hin zum Ende. Klingt qualvoll? Hoffentlich trifft das nicht auf die musikalische Umsetzung zu.

Gleich beim ersten Lied „Kairos“ ereilte mich das, was ich den „Hab ich dich Moment“ nenne, denn der Song zog mich sofort in seinen Bann. Gastsprecher Niilo Sevänen (Insomnium) trägt den Beginn des Gedichts „Darkness“ von Lord Byron vor:

„I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish’d, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air.“

Und dann setzt Gastcellist Timo Virkkala ein und spielt eine herzerweichende, melancholisch-verloren klingende Melodie. Die Welt wirkt klein und intim. Kann es einen stimmungsvolleren Einstieg in den Untergang des eigenen Geistes geben? Ich sage nein! Plötzlich weitet sich der Blick mit dem Einbrechen der anderen Instrumente und ein kleines Inferno aus Drumblasts, Tremolopicking und Synthis bricht los. Ein klagendes Riff und ein hoffnungslos verhallendes Gitarrensolo werden immer wieder vom erwähnten wilden Inferno überrollt. Der ein oder andere dissonante Akkord wird eingestreut, um das Unbehagen weiter zu schüren. Und dann ist da noch Sänger Jaakko Mäntymaa. Wuh. Er schreit, screamt, screamt fies, growlt, spricht, flüstert. Harsch, poltrig, fies, verzweifelt, lockend. Alles scheint irgendwo aus den tiefsten Tiefen der wunden Seele zu kommen und ergießt sich mit einer Intensität über den Hörer, dass das Herz wahlweise vor Schreck, Andacht, Staunen oder Schmerz zu einem eisigen Klumpen gefriert.

„Kairos“ zeigt von Beginn an, was die Finnen auf „Ruins“ bieten. Verträumt-melancholische Gitarrenmelodien wie auch in „The Spiral“ oder „Restitution“. In „Hole in Nothing“ wagt man sogar so etwas wie einen Doppel-Lead, was der Sache Power verleiht. Oder die Gitarre nimmt die Gesangsmelodie auf und es ergibt sich ein reizvolles Spiel wie in „Shadows“. Natürlich darf auch das ein oder andere ohrenschmeichelnde Solo nicht fehlen, wie das in „The Defiant“ oder das in „Omega“. Besonders das in „Omega“. Immer wieder arbeiten Marianas Rest mit doomigen Parts, die Liedern wie „The Spiral“ oder „Hole in Nothing“ Wucht und Kraft verleihen. Ha – und hier ist er wieder, der Doom. Er hat uns noch nicht verlassen. Während „The Spiral“ zum Ende hin ziemlich dramatisch wird und episch ausklingt, weckt die schon fast hoffnungsfroh zu nennende doppelläufige Gitarrenmelodie in „Hole in Nothing“ die kurze Hoffnung, dass doch noch alles gut wird. Aber eben nur kurz, dann versackt man irgendwie im Nebel.

Dissonante Akkorde lassen uns nicht nur in „Hole in Nothing“ das Blut in den Adern gefrieren und verbreiten Kälte und Unwohlsein. Auch in „Shadows“ oder „Omega“ machen die Finnen davon Gebrauch und erzeugen eisige Stimmung. Und immer wieder diese verzweifelten Screams wie wir sie in „Shadows“ oder „Restitution“ hören. Puh,  die gehen echt durch Mark und Bein und wieder zurück. Sehr stimmungsvoll. Im letzten Song „Omega“ treiben Marianas Rest das Spiel zwischen Stimme und Instrumenten noch einmal perfekt auf die Spitze. Dissonante Gitarren, gesprochene Worte, die den Hörer direkt zu adressieren scheinen, leise tickende Drums. Die Stimme wird zu einem growligen Keuchen, einem röchelnden, gutturalen Anklagen und dazu setzt das Cello ein. Da passt einfach alles.

Marianas Rest haben mit „Ruins“ ein Album erschaffen, bei dem einem beim Hören die Meeresbrise eiskalt um die Nase weht. Die Songs strahlen Melancholie und ein unwohliges Frösteln aus, nicht ohne auch immer wieder einen Hoffnungsschimmer aufzutun. Ab und an ergeben sich ein paar Längen. Dann plätschert alles so vor sich hin. Auch das Repertoire an Riffs und Akkorden könnte hier und da etwas variantenreicher sein. Dennoch. Die klagenden Gitarren, die träumerisch-melancholischen Melodien und der unglaublich intensive Gesang kreieren eine dermaßen eindringliche Atmosphäre, dass das Album einen so richtig packt und mitnimmt.

YouTube Channel von InverseRecordsFIN: https://www.youtube.com/channel/UCYkKGD-Ao38KxSxMBeghWDA


Tracks:
1. Kairos
2. The Spiral
3. Hole in Nothing
4. The Defiant
5. Unsinkable
6. Shadows
7. Restitution
8. Omega

Band:
Nico Mänttäri – Gitarre
Harri Sunila – Gitarre
Niko Lindman – Bass
Jaakko Mäntymaa – Gesang
Aapo Koivisto – Keyboards
Nico Heininen – Schlagzeug

Vertonter Horror. The Astral Horror von Othuum

Doom Metal
Veröffentlicht: 05.01.2019
Eigenveröffentlichung
https://www.facebook.com/othuumband/?ref=py_c


a3166236441_16Der Doom reißt nicht ab und dabei kommt man thematisch ganz schön rum. Heute habe ich Grusel-Doom von Othuum aus Mönchengladbach im Gepäck. Irgendwie muss ich jetzt an meine Schwester denken, die einmal vor Mönchengladbach zu früh abgebogen ist, aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu Othuum und ihrem ersten Album, das übrigens „The Astral Horror“ heißt. Der Bandname deutet es schon an: es geht irgendwie um H.P Lovecraft, denn bei Othuum handelt es sich um ein Tentakel-Alien-Monster aus dessen Universum. Auch der Name des Albums fügt sich hier vortrefflich ein. H.P Lovecraft und seine fantastische Horrorliteratur dienten ja schon so einigen Metalbands als Inspirationsquelle für ihre Musik. Hören wir uns also an, wie Othuum den Stoff verarbeitet haben.

„The Astral Horror“ besteht aus dem instrumentalen Intro „Exordium“, welches schon mal für eine leicht unbehagliche Stimmung sorgt und auf das Kommende einstimmt, und fünf weiteren Songs. Das Kommende hat es wahrlich in sich, denn Othumm verstehen es in allen Songs meisterlich, mit dem Tempo ihrer Musik zu spielen und darüber nervenzerfetzende Spannung zu erzeugen. So zieht „Curse of Darkness“ zum Beispiel seinen Reiz aus dem Gegensatz zwischen schnellem Tremolopicking und langsamem Hauptriff, während die Drums rhythmisch variabel agieren und spannungsreiche Pausen setzen. „Black Corpse River“ beginnt Clean und ist relativ flott und halbwegs fröhlich. Aber natürlich dräut schon Unheil am Horizont. Das Ganze gleitet in eine irgendwie fiese, ungemütliche Stimmung ab, was vor allem die bedrohlich wirkenden Growls bewerkstelligen. „The Anti​-​Cosmic God“ ist eine wuchtige Walze. Die Gitarre scheint ihre Melodie irgendwo aus dem zweifelhaften Schatten herauszuschleudern und das einfach wunderschön. „Infernal Tentacle Wars“ hat einen minimalistischen Beginn, präsentiert uns ein geiles Riff, das von den verschiedenen Instrumenten in Lautstärke und Tempo immer wieder variiert wird und doch dasselbe bleibt.

Zu erwähnen ist der Gesang von Geri v. Junzt, der wie eine Mischung aus Dave Gahan von Depeche Mode und Ralf Hütter von Kraftwerk daherkommt. Ich mag beide Stimmen überhaupt nicht, aber die Mischung in Kombination mit der Musik passt wie die Faust aufs Auge und gefällt mir. Minus und Minus ergibt eben doch Plus. Man könnte den Gesang als Gothic mit Fauch- und Growl-Einsätzen beschreiben. Mal emotionslos, mal wütend, mal flüsternd.

Othuums Erstling „The Astral Horror“ ist düster und gruselig, voll Unbehagen und Ungemütlichkeit. Es ist wie ein vertonter Horrorroman, der einen schaudern lässt. Herrlich. Dabei ist immer eine gewisse Melancholie zu spüren, ein Hauch von Weltall, von Unendlichkeit. Und das alles schaffen Othuum mit relativ minimalistischen Mitteln. Ohne Schnörkel – auch ohne den großen Überraschungsmoment. Es ist nichts, was jetzt noch nie dagewesen wäre – aber es ist halt ziemlich geil.

Reinhören und das Album kaufen könnt ihr hier: https://othuum.bandcamp.com/releases

Tracks:
 1. Exordium
 2. Curse of Darkness
 3. Black Corpse River
 4. The Anti-Cosmic God
 5. Infernal Tentacle Wars
 6. City Of The Dreaming Dead

Band:
Geri v. Junzt – Gesang
Ernst – Gitarre
Max W. Raven – Bass
Marschhausen – Drums

Die schnelle Dröhnung: The Millenial Heartbeat von Flame, Dear Flame

Doom Metal
Veröffentlicht: 05.04.2019
Independent
https://www.facebook.com/flamedearflame


XKH155705… und es geht weiter im Zeichen des Doom. Und zwar mit ganz frischem, neuem, unverbrauchtem Doom. Die Braunschweiger Band Flame, Dear Flame, die sich 2017 gründete, veröffentlicht mit „The Millenial Heartbeat“ nun Anfang April ihre Debüt-EP. Sie umfasst drei längere Songs und kommt somit auf eine Gesamtlänge von 21 Minuten. Ich fasse kurz und dilettantisch zusammen: Es geht um die Entstehung des Ozeans, das Sterben des Landes und die Kräfte der Natur. Also quasi um Holland. Hum. Man möge  meinen allzu laxen Umgang mit der Philosophie, die hinter all dem steckt, verzeihen. Hören wir lieber, wie Flame, Dear Flame dieses Thema musikalisch verpacken.

„The Millenial Heartbeat Part I“ eröffnet den Reigen. Der Ozean deutet sich geräuschemäßig an und ein Gitarrenriff rollt herein, das einen sofort mit auf die Reise nimmt. Als nächstes fällt selbstverständlich die weibliche Stimme auf. Hat man ja nicht alle Tage bei Doom Metal Bands. Maren Lemkes glasklare Stimme, das dominante Gitarrenriff und der Wechsel zwischen Distortion- und Cleangitarre, die sich wie wogende Schaumkronen umtanzen, ergeben ein Ganzes – eine Ganzes das mir sehr gut gefällt.

„The Millenial Heartbeat Part II“. Das Wasser sucht sich seinen Weg. Ein Riff, welches das in Part I raffiniert variiert, ohne gleich zu klingen, kommt kraftvoll daher. Zunächst steht der Gesang im Vordergrund. Im Hintergrund drückend, schattige Gitarren. Und – ach ich liebe dieses Riff. Im zweiten Teil zieht das Tempo etwas an und die Drums prägen durch allerlei rhythmische Raffinesse den Song. Auch eine feine, kleine Bassmelodie  sorgt für Varianz.

„The Millenial Heartbeat Part III“. Es rauscht ganz schön, die Wellen donnern. Genau mein Ding, denn der Song kommt zu Beginn richtig schwer und schleppend daher, bevor es in eine leichte Cleanmelodie übergeht, zu der sich leicht und klar Marens Stimme gesellt. E-Gitarren brechen in die Zartheit des Momentes. Im zweiten Teil akzentuiert die Gitarre rhythmisch, bevor es wieder in zarten Cleanteil übergeht. Ja und potztausend – plötzlich entfaltet sich vor unseren Ohren schwarzmetallisch anmutendes Tremolopicking und Black’n’Roll Feeling blitzt kurz auf. Zart endet alles.

Ich würde sagen: Debüt gelungen, gefällt mir sehr gut, macht Spaß zuzuhören. Weiter so! Doom mit dem ein oder anderen Überraschungsmoment.


Tracks:
1. The Millenial Heartbeat Part I
2. The Millenial Heartbeat Part II
3. The Millenial Heartbeat Part III

Band:
Maren Lemke – Gesang
David Kuri – Gitarre
Martin Skandera – Bass
Jan Franzen – Schlagzeug

Philipp Horenburg – Additional guitars

Gelungener klassischer Doom: Destination Void von Wolf Counsel

Doom Metal
Veröffentlicht: 22.02.2019
Endless Winter
https://www.wolfcounsel.net/


DESTINATION-HI-RESDas neue Jahr steht bisher sehr stark im Zeichen des Doom. „Im Zeichen des Doom“ – das wäre ein schöner Titel für – für irgendwas eben. Ich sichere mir auf jeden Fall die Rechte. Eigentlich geht es aber um das neue und vierte Album der Schweizer Doom Metaller Wolf Counsel. „Destination Void“ entstand in nur vier Monaten und umfasst sieben Songs. Ich muss ehrlich gestehen, dass meine Kenntnisse des Schweizer Metal etliche verheerend peinliche Lücken aufweisen. Da fange ich doch heute glatt damit an, diese zu stopfen.

Der Opener „Nazarene“ bietet uns einprägsames Riffing und einen bildschönen cleanen Gitarrenpart, der für schauerliche Gänsehaut sorgt. Glockenklang am Schluss rundet das Ganze ab. Glockenklang ist das Stichwort. Ein wichtiges, ja unverzichtbares Stilmittel des Doom, das auch auf „Destination Void“ gern eingesetzt wird und zur schaurig ungemütlichen Atmosphäre beiträgt. So läuten die Glocken denn auch „Nova“ ein, das mich sehr an Candlemass erinnert. Schwer und zäh – also positiv zäh – wälzt sich der Song dahin. „Tomorrow Never Knows“, übrigens ein Malapropismus des Beatle Ringo Starr, ist ein kraftvoller Song, der mit schönen Bassmelodien brilliert und schon fast ein wenig Southern Rock Feeling aufkommen lässt. „Staring Into Oblivion“ hingegen überzeugt mit mystischem Beginn und schwerem Riffing im Stile von Black Sabbath. Mein persönlicher Höhepunkt des Albums ist allerdings „Destination Void“. Orgelklänge leiten den Song dramatisch ein. Gitarren tasten sich langsam, langsam vorwärts, lauern. Aufreizend langsame Bendings. „Destination Void“ ist ein Song, bei dem ein ungeduldiger Mensch wie ich beinahe durchdreht und das liebe ich. Es ist wie eine Erlösung, wenn es dann losgeht. Klar, ohne in übertriebene Hast auszubrechen. Der Song lebt von diesen Tempowechseln, die immer wieder absolute Spannung aufbauen. Ein tolles Gitarrensolo gibt’s auch noch obendrauf – ach, ich bin glücklich.

Wolf Counsel überzeugen mit ihrem vierten Album ausnahmslos. Variables, eingängiges Riffing, hypnotischer Gesang, der aber niemals ermüdet oder nervt, ansprechende Bassparts und rhythmisch tragende Passagen. Dazu der ein oder andere Tempowechsel und eine herrlich unheilvolle Grundstimmung. Hier und da fühlt man sich an Candlemass und Black Sabbath erinnert, aber die Musik bleibt immer eigenständig. Sehr gelungener, klassischer Doom. Und wisst ihr was? Ich habe das hier geschrieben, ohne einen dummen Flachwitz über Doom Metal und die Schweiz zu bringen. Ups…

Bis das neue Album erscheint, könnt ihr hier einstweilen ins Vorgängeralbum „Age Of Madness / Reign Of Chaos“ reinhören.


Tracks:
1. Nazarene
2. Nova
3. Mother of All Plagues
4. Men of Iron Men of Smoke
5. Destination Void
6. Tomorrow Never Knows
7. Staring into Oblivion

Band:
Ralf W. Garcia (Gesang, Bass)
Reto Crola (Schlagzeug)
Andreas Reinhart (Gitarre)
Ralph Huber (Gitarre)

Die schnelle Dröhnung: Promo 18 von One Past Zero

Doom Metal/Stoner Metal/Sludge
Veröffentlicht: 2018
Eigenproduktion
http://www.facebook.com/onepastzero/


one-past-zero-promo-2018-cover-scan-296x300Es gibt Musik, die mag man sofort. Es gibt Musik, die benötigt ein Weilchen, bis sie zündet und es gibt Musik, die mag man sofort überhaupt nicht. „Promo 18“ von One Past Zero gehört wohl für viele in Kategorie 2, für manche sogar in Kategorie 3. Für mich war es Liebe auf den ersten Ton. Die Scheibe flatterte mir vor Kurzem ins Haus und schon die düstere, Gothic-Horror-mäßige Aufmachung stimmte mich neugierig. One Past Zero – das sind die zwei Ulmer Musiker Uli Hildenbrand (Ex-Poison, Ex-R.U. Dead?) und Kishde (Ex-The Real Massacre). Vor „Promo 18“ gab es schon einige weitere Demos, außerdem die EPs „Divine Unholy“ (2016) und „Unholy Divine“ (2017). Das Demo „Promo 18“ gibt mit seinen beiden enthaltenen Songs einen ersten Ausblick auf die für 2019 geplante dritte EP.

„Attack“, startet thrashig, zackig und knackig mit mehreren Temporeduktionen in doomige Gefilde. Der Song verbreitet stellenweise psychedelisches 70er Jahre Rock- und Stonerfeeling und transportiert eine wunderbar unheilschwangere Grundstimmung. Die Stimme von Uli erinnert an eine Kreuzung aus grandios manischem Ozzy Osbourne und Siouxschamane was sicher für den ein oder anderen etwas gewöhnungsbedürftig ist, was mir aber einfach nur ein Grinsen ins Gesicht getackert hat. Der Sound klingt verwaschen, dumpf, schrammelig, krachig und abgeratzt. Herrlich.

Das 10-minütige Werk „To Serve Man“ startet zurückgenommen und erinnert sehr an den Rock der 70er Jahre. Dumpf und wummernd zieht das Tempo an, tieeeeeefe Gitarren – Dooooooom, laaaaangsam. Tempo zieht wieder an krauchende, keifende, verzerrte Gitarren. Drumfill – Dooooom – wir pendeln nochmal so richtig über dem Boden – so, nu isses auch sauber. Perfekt. Der Song groovt nochmal ordentlich los, bevor die Gitarren hallig aushallen.

Ich bin geflasht, begeistert, hin und her und weg. Die Musik von One Past Zero ist krachig, schrammelig, doomig, verrückt, manisch und psychedelisch und das alles zugleich. Versehen mit einer großen Portion Black Sabbath und Ozzy. Wer Bock hat auf Metal abseits der ausgetretenen Pfade – hier ist er!

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Tracks:
1. Attack
2. To Serve Man

Band:
Kishde (Schlagzeug)
Uli Hildenbrand Gesang, Gitarre, Bass)