Fragilität und Dramatik. Time Is Not On Your Side von Sonus   Corona

Progressive Metal
Veröffentlicht: 22.11.2019
Inverse Records
https://www.facebook.com/sonuscoronaofficial
https://sonuscorona.bandcamp.com


sonus_corona-time800„Time Is Not On Your Side“ – das mag sich so manch einer denken, wenn er morgens in den Spiegel blickt oder wenn er auf dem Weg zur Arbeit im Stau steht. „Time Is Not On Your Side“ ist aber auch der Titel des zweiten Albums der finnischen Progressive Metaller Sonus Corona – und das hat es wahrlich in sich, denn es gibt an allen Ecken und Enden etwas zu entdecken. Inhaltlich befasst sich das Album mit dem Kampf mit der Flüchtigkeit des Verstandes. Wie die Finnen dieses Thema in ihren 11 Songs musikalisch verpacken ist wirklich faszinierend und begeisternd. Also los.

Das Intro „Induction“ gibt schon einen guten Ausblick auf die große Diversität an Instrumenten und Klängen, die Sonus Corona einsetzen: spacige Synthis, sanft perlende Pianoklänge, E-Orgel, mal schwere drückende, mal klagende Gitarren unterstützt von mal treibenden, mal unterstreichenden Drums. Das ganze Paket erinnert mich ein wenig an Opeth. Auch stimmlich. Der zweite Song, „Unreal“ packt dann zu den schon genannten Klängen noch Bass und Streicher dazu. Hach – seufz – so schön. Und so unbehaglich zugleich. Genial. Der Rhythmus treibt und beunruhigt. Die tiefen Pianoklänge zeichnen eine dunkle Stimmung und bringen Dramatik ins Spiel. Ganz anders wiederum ist „Swing Of Sanity“. Swing Drums und Swing Piano mit proggigen Gitarren und proggigem Bass – der Hammer. Macht einfach Spaß und wenn man sich den Fuß nicht zufällig bei der letzten Heimwerkersession mit der Nagelpistole  am Boden festgetackert hat, muss man einfach mitwippen. Es geht gar nicht anders. „Illusions“ wiederum ist ruhig, fragil, melodiös. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich langsam als Heulsuse rüberkomme, aber es ist zum Heulen schön. Cleane Gitarren und eine klare, melancholische Stimme. Manchmal ist das alles, was es braucht. Und wieder macht das Album eine Kehrtwende. „Time Is Not On Your Side“ brettert mit Tempo und eingängigem, proggigem Gitarrenriff los und bietet ein schönes, entrücktes Gitarrensolo. Mit „Moment Of Reckoning“ haben die Finnen auch ein Instrumental auf das Album gepackt. Geiles Gitarrenriff, ein bisschen Metaloper vom Gefühl her. Mir allerdings, wie auch an anderen Stellen, manchmal etwas zu synthi-lastig, aber das ist Geschmackssache. Auch der letzte Song „Here“ transportiert Dramatik, wirft 9 Minuten lang noch einmal alles in die Waagschale, was uns zuvor so auf dem Album begegnet ist und bringt noch ein wenig weibliche Gesangspower mit ins Spiel.

Nachdem der letzte Ton verklungen ist, lässt „Time Is Not On Your Side“ mich noch eine Weile in mich lauschen. Das Album ist tiefsinnig und intensiv, bringt einen zum Nachdenken, löst Unbehagen aus, richtet dann aber wieder auf und stärkt. Es birgt jede Menge Kraft und Dramatik und verbindet perfekt harte Riffs mit zarten Melodien; proggige, aufgedrehte Passagen mit ruhigen, melancholischen. Es fährt schon allein von den Klängen und Instrumenten eine wahnsinnige Bandbreite auf, die sich auch in Rhythmik, Tempo, Stimmung und Melodik weiter durchzieht. Das verbindende Element ist Timo Mustonens klare Stimme. Langweilig wird es dank der Vielseitigkeit von Sonus Corona mit „Time is Not On Your Side“ also auf keinen Fall. Unbedingt anhören!

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Tracks:
1. Induction
2. Unreal
3. The Refuge
4. Swing Of Sanity
5. Oblivion
6. Illusions
7. Time Is Not On Your Side
8. Moment Of Reckoning
9. To The Ground
10. Fading
11. Here

Band:
Ari Lempinen (Gitarre, Gesang)
Harri Annala (Gitarre)
Aki Niemi (Bass)
Rasmus Raassina (Schlagzeug)
Esa Lempinen (Keyboards)
Timo Mustonen (Gesang)

„Musik bedeutet Identität.“ – Interview mit Janni von Lady Crank

So. meine Einschätzung zum neuen Album Scylla/Charybdis von Lady Crank habe ich ja schon abgegeben. Aber ich dachte, es wäre eine gute Idee die Band und das Album noch ein wenig näher kennenzulernen. Ihr auch? Perfekt! Hier kommt mein E-Mail Interview mit Sänger Janni mit freundlicher Vermittlung durch Drummer Christoph. Viel Spaß!

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T!B!B!: Wie würdet ihr euren Musikstil bezeichnen?

Janni: Sich heutzutage auf einen Musikstil zu reduzieren ist schwierig. Wir sind wie viele Filme, die in den letzten Jahren aus Süd-Korea kommen – ein Gemisch aus allem. Zoomt man rein, findet man Hardcore-Elemente, Punk-Anleihen, Grunge-Krümel, Metal-Späne, Pop-Liebeleien, Progressive Zweige usw. Das Ganze ist also ziemlich interdisziplinär. Der Einfachheit halber kann man es Post-Hardcore nennen, was aus meiner Sicht sowieso ein Sammelbegriff ist.

T!B!B!: Was macht eure Musik aus?

Janni: Wir haben in den meisten Stücken keine klassischen Songstrukturen. Wir können während eines Songs sowohl lyrisch als auch musikalisch verschiedene Blickpunkte auf ein Thema oder Stadien des Wütens, Trauerns und des Grauens durchlaufen. Als Autodidakt habe ich wenig Ahnung von Musiktheorie und gebe auch relativ wenig drauf, weshalb unsere Musik auch durchaus chaotisch sein kann und Theorieliebhabern vielleicht die Ohren bluten lässt. Außerdem sind wir ziemlich laut und rau.

T!B!B!: Was bedeutet Musik im Allgemeinen für euch?

Janni: Musik bedeutet Identität. Eine zu haben, eine zu finden, eine zu entwickeln war während der Pubertät extrem wichtig, kennt jeder. Für mich zumindest hat Musik genau dazu beigetragen und tut es noch heute. Der Fakt, dass ich noch heute Gänsehaut bekommen kann, wenn ich Musik höre, sollte klar machen, dass es eine höchst emotionale Angelegenheit ist.

T!B!B!: Worauf legt ihr bei eurer Musik besonderen Wert?

Janni: Wir legen keinen besonderen Wert auf etwas außer darauf, dass wir glücklich mit dem sind, was wir tun.

T!B!B!: Worum geht es in den Songs auf Scylla/Charybdis?

Janni: In dem Song zu unserer aktuellen Single ‚Feed The Rats‘ geht es um die Auseinandersetzung mit mir selbst. Mit meiner Sicht auf Gesellschaft, meinem Blick auf mich selbst und meinem Handeln. Dieser Song war ein Bewältigungsprozess, der mich dazu gebracht hat mich politisch noch mehr zu engagieren. Er lässt sich aber auch als Kritik an eine suizidal anmutende Gesellschaft lesen.
In den Songs geht’s, wie der Titel es andeutet, um die Wahl zwischen einem Übel und einem weiteren Übel. Ich habe viele beschissene Erfahrungen gemacht oder ärgere mich sehr über gewisse Zustände. Allerdings biete ich in einem Song auch eine alternative, vielleicht positivere Betrachtungsweise an.
Konkrete Themen sind Populismus und der Umgang damit – Polizeigewalt – Drogensucht –  Politik – Menschen- und Rollenbilder, die in den Medien vermittelt werden und der damit verbundene Konsum.

T!B!B!: Wie lang habt ihr am Album gearbeitet und wie muss man sich so einen Albumentstehungs- und Aufnahmeprozess bei Lady Crank vorstellen?

Janni: Die Aufnahmen waren leider recht schwierig, weil ich zu Beginn der Aufnahmen für lange Zeit sehr krank war. Deshalb und aufgrund der Ansteckungsgefahr konnte ich bei vielen Prozessen nicht dabei sein. Dies hatte zur Folge, dass sich die Aufnahmen über einen sehr langen Zeitraum erstreckt haben. Dann kamen noch finanzielle Schwierigkeiten dazu. Ein Album aufzunehmen, zu pressen, zu bewerben, mit Videos usw. ist kein günstiges Unterfangen. Es war ne beschissene Zeit, vor allem, weil ich es liebe aufzunehmen und mit Christoph und Johannes rumzuhängen. Um so mehr hat jeder Progress, zumindest bei mir, enorme Euphorie hervorgebracht.
Früher haben wir Songs geschrieben, fanden sie geil und haben sie einfach aufgenommen. Nachdem wir unsere letzte EP ‚Bad Attitude‘ aufgenommen haben, wussten wir was uns am meisten Spaß macht und haben uns weiter in jene Richtung bewegt. Daraufhin haben wir einen Haufen Songs weggeschmissen, die wir zu jenem Zeitpunkt bereits geschrieben hatten und fingen komplett von vorne an. Wir haben also ungefähr eineinhalb Jahre an dem Album gearbeitet. Auf dem Weg dorthin haben wir uns von über 20 Songs und noch viel mehr Ideen verabschiedet.

 

T!B!B!: Vielen Dank für das spontane E-Mail Interview und viel Erfolg für Scylla/Charybdis!

Lärm mit Sinn und Verstand. Scylla/Charybdis von Lady Crank

Punk / Metal / Post Hardcore / Grunge
Veröffentlicht: 23.11.19
http://www.ladycrank.de
https://ladycrank.bandcamp.com/


ARTWORK-01Dass ich ab und an auf infernalischen Lärm und manisches Geschrei stehe, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Und wie es der Zufall so will, liefern Lady Crank aus Berlin/Hannover infernalischen Lärm mit manischem Geschrei vom Feinsten. Es bei dieser Charakterisierung zu belassen würde ihrem aufpeitschenden, wütenden Mix aus verschiedenen Musikstilen allerdings nicht gerecht. Das neue Album „Scylla/Charybdis“ erscheint am 23.11. digital und auf CD und enthält 11 Songs. Was hat es also zu bieten?

Scylla und Charybdis sind zwei Meeresungeheuer, welche der griechischen Mythologie entspringen und jeweils ein Ende einer Meerenge besetzen. Jedes von ihnen hat seine ganz eigenen unangenehmen Features. Der Albumname gibt uns also den Hinweis, dass es irgendwie um die Wahl zwischen zwei Übeln gehen muss. Das Pianointro „Phenomenon“ ist der ruhigste und friedlichste Part des Albums, hinterlässt aber schon mal ein Flattern in der Magengrube. Genau dort landet „Polymorph“ dann mit voller Wucht. Herrlich. Manisch. Punkig. Schnell. Geil. Lady Crank spielen einen tollen Mix aus Punk, Metal, Post Hardcore und Grunge, der Spaß macht. Und zwar jede Menge davon: Das groovige, punkige „Feed The Rats“, das trotz eingängigem Refrain nicht glattgebügelt wirkt oder die ebenfalls punkigen Songs „Persephone“ (wohoo, sehr coole Bassline) oder „Fruits Of Apathy“ mit seinem  Wahnsinnsbreak mit halliger Gitarre. Eher grungig mit einem Hauch von Soundgarden und einer Stimme, die mich hier an Steven Tyler erinnert, kommt „What Comes Next“ daher. Und dann wieder bekommt man feinstes Metal Riffing zu hören wie in „Attention“ oder einem meiner persönlichen Favouriten „Celebrating Deathlessness“, das zwischendurch Deathmetalfeeling verbreitet.

„Scylla/Charybdis“ ist wütend, laut, düster, roh, rotzig und aufpeitschend. Wer quasi auf feine, ausgefeilte Laubsägearbeiten steht, ist hier falsch. Hier kommt eher die Motorsäge und dann und wann gar die Axt zum Einsatz, was meinem Naturell sehr entgegenkommt… hüstel. Damit meine ich allerdings nicht die musikalische Qualität, die ist top. Lady Crank machen keinen Lärm ohne Sinn und Verstand, sondern geilen Krach mit manischem Geschrei, der trotzdem absolut ins Ohr, den Kopf, den Nacken und das Herz geht. Was wollte ich mit dem seltsamen Vergleich jetzt eigentlich ausdrücken? Ah ja. Anhören! Lohnt sich! Und wenn ihr mehr über Lady Crank und ihre Musik erfahren wollt, könnt ihr euch schon auf mein Interview mit Sänger Janni freuen.


Tracks:
1. Phenomenon
2. Polymorph
3. Feed The Rats
4. Symbols And Interpretations
5. What Comes Next
6. Fruits Of Apathy
7. Celebrating Deathlessness
8. Attention
9. Experimental Lust
10. As Big As A Giant But Still A Coward
11. Persephone

Band:
Janni Stefos (Gesang, Gitarre)
Johannes Horas Möllers (Bass, Gesang)
Christoph Schöneberg (Schlagzeug, Gesang)

Irre gut. „Perpetual Creeping Horrors“ von One Past Zero

20191103_155730Heute möchte ich eure geneigte Aufmerksamkeit noch einmal auf eine EP lenken, die mir sehr am Herzen liegt – weil sie einfach geil ist: „Perpetual Creeping Horrors“ von One Past Zero. Wer auf herrlich irren, schrägen, abgeratzten 70ies inspirierten Rock-Doom steht, kann seinen Ohren mit dieser EP etwas Gutes tun. Ich hatte gestern einen extrem glücklichen Moment am Briefkasten. Den Grund dafür seht ihr auf dem Bild. Cooles Cover, oder? Ick freu mir riesig.

https://onepastzero.bandcamp.com/

 

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Power, Energie und erfrischende Aggressivität – „Diabolical World“ von Diabolical Mental  State

Thrash Metal/ Groove Metal
Veröffentlicht: 13.09.2019
Selbstveröffentlichung
https://www.facebook.com/diabolicalmentalstate


logoSei Wasser! Diese hilfreiche Empfehlung bekommen wir auf dem Debütalbum „Diabolical World“ von Diabolical Mental State. Eigentlich gab uns einst Bruce Lee diesen philosphischen Rat, aber die portugiesischen Thrash Metaller greifen ihn wieder auf und verpacken ihn in ein ansprechendes, musikalisches Gewand, wie wir gleich noch hören werden. Wenn damit nun gemeint ist „Fühl dich wie ein Schluck Wasser in der Kurve!“, habe ich heute Meisterschaft erlangt. Doch ich habe so das vage Gefühl, dass es darum nicht geht. Nur ganz vage. Deshalb lege ich die Phiolosophie einstweilen beiseite und widme mich lieber „Diabolical World“. Nach der EP „Basic Social Control“ von 2014 ist es das erste Album in voller Länge und es präsentiert uns 10 Songs.

Den Anfang macht ein instrumentales Intro, dominiert von dramatischen, düster dräuenden Akustikgitarren. Sehr stimmungsvoll. Danach ziehen die Portugiesen das Tempo aber an und lösen es auch kaum noch. Kopf und Nacken grooven sich schnell ein und bangen quasi durch. So erwartet man das von einem guten Thrash Metal Album. Allerdings bieten Diabolical Mental State mehr als verstaubten Old School Thrash. „The Town“ zum Beispiel ist unheimlich luftig und groovig. Auch „Home Invasion“ startet mit einem coolen Bassintro, das ordentlich groovt. Weitere Zutaten des unwiderstehlichen Sounds von Diabolical Mental State sind die Gitarrensoli, die das Herz vor Freude in die Hände klatschen lassen. Zu hören in „Home Invasion“ oder „Anger Within“. „Home Invasion“ entwickelt mit seinen doppelläufigen Leads ein bisschen Battle-Charakter, was wiederum den sozialkritischen Text unterstreicht. Auch João Saraivas Schreigesang und die gesprochenen Passagen, die in jedem Song  auftauchen, untermalen den sozialkritischen Anstrich.

Power und Aggressivität verströmt das zackige Hardcore- und Djentriffing wie in „Jungle“, „Dark Days“ oder „Anger Within“. Überhaupt. „Anger Within“. Großartig. Es beginnt mit einer gesprochenen Anklage, rifft sich dann djentig voran, wartet mit einem cleanen Zwischenpart auf, um schließlich ein packendes Solo rauszuschleudern, sich wandmäßig aufzubauen und dann völlig auszurasten. Wohooo kann ich da nur sagen! Hab Schweißflecke unter den Armen vor Begeisterung. Mein zweites Highlight auf „Diabolical World“ heißt „Children Of The Tides“. Ganz überraschend beginnt der Song mit Ozeanrauschen. Es folgt ein nettes und nachdrücklich wiederholtes „This is for you motherfuckers!“ Dann grummelt der Bass mitreißend los, das Gitarrenriff peitscht rein, das Gitarrensolo lässt dich begeistert nicken. Es folgt das gesprochene Zitat von Bruce Lee mit dem Wasser und den Flaschen. Pause. Grad als du denkst, die Boxen sind kaputt, geht es weiter mit einem cleanen Gitarren- und Trommelpart mit leichtem Ethno Feeling.

Das Debüt ist sowas von geglückt, würde ich sagen! „Diabolical World“ bietet hochqualitativen Nackenbrecherthrash. Gleichzeitig offeriert das Album aber so viel mehr! Melodische Leads, groovige und djentige Riffs. Trotzig und wütend herausgeschriene, kritische Texte. Power, Energie und eine erfrischende Aggressivität, die in reizvollem Gegensatz stehen zu dem ein oder anderen leisen Moment.

YouTube Channel von Diabolical Mental State


1. Intro
2. The Town
3. Home Invasion
4. Jungle
5. Elements of War
6. Dark Days
7. Anger Within
8. Children of the Tides

Band:
João Saraiva – Gesang
Pedro Isaac Ribeiro – Gitarre
Ricardo „Apache“ Neto – Bass
Gonçalo Assunção – Gitarre
Rafael Santos – Schlagzeug

Grandioser Auftakt. Reader Of The Runes – Divination von  Elvenking.

Folk Metal/Power Metal
Veröffentlicht: 30.08.2019
AFM Records
http://www.elvenking.net/


Huch, schon wieder zwei Jahre um. Nicht ganz, aber fast. Potztausend. Die Ankündigung des neuen Elvenking Albums „Reader Of The Runes – Divination“ traf mich einigermaßen unvorbereitet. Jetzt bin ich aber wieder in der Spur und ich sage mal, ihr dürft euch auf ein grandioses Album freuen. Wie immer hatte ich etwas Bauchweh, wegen der kurzen Zeit, die zwischen „Secrets Of The Magick Grimoire“ und „Reader Of The Runes – Divination“ liegt, aber das löste sich schnell in Luft auf. Dazu gleich mehr. Das neue Album bildet jedenfalls den Auftakt zu einer mehrere Alben umfassenden Reihe. Erzählt wird eine Geschichte, die in einer völlig eigenen Welt spielt. Das zehnte Album der italienischen Folk und Power Metaller ist also ein Konzeptalbum und macht neugierig darauf, wie die Sache weitergeht.

„Reader Of The Runes – Divination“ startet mit einem netten kleinen, folkigen „Ahaha, Trommel-Violine Intro“ namens „Perthro“, das den Hörer gleich abholt und in die musikalische Welt von Elvenking mitnimmt. „Divination“ und „Silverseal“ wurden schon im Vorfeld veröffentlicht. Vor allem „Divination“ entpuppt sich als Ohrwurm mit elvenkingtypischen Qualitäten: gefällige Melodie, eingängiger Mitsingrefrain, wunderschöne Gitarren- und Violinenparts. Der Song enthält genau den Mix aus Folk und Power Metal, der die Band ausmacht. „Silverseal“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber ein wenig harscher und Damnas stimmliche Varianz blitzt hier zum ersten Mal auf. Außerdem gibt’s noch ein tolles Violinensolo. In „The Misfortune Of Virtue“ legt er da noch eine Schippe drauf. Halb gesungen, halb gesprochen. Auch Tempo und Härtegrad legen zu. Piano, Drums, Gitarren und Bass erzeugen leicht chaotische Soundwände, die einen einlullen, so dass man manchmal nicht mehr richtig weiß, wo man sich befindet. Auch die Tempowechsel sind sehr effektvoll und stimmig.

Dann wird es etwas sanfter. Das folkige „Eternal Eleanor“ schlendert tempomäßig so dahin, ist aber trotzdem sehr kraftvoll. Der Song lebt vom Spiel zwischen akustischer Gitarre und Violine, seiner träumerischen Melodie und dem Wechsel zwischen einer weiblichen und Damnas Stimme. „Diamonds In The Night“ zeigt wieder eine andere Facette der Italiener. Interludemäßig, mit akustischer Gitarre, gesungene und geflüsterte Worte. Wirklich sehr atmosphärisch. Und damit haben wir noch längst nicht alle Facetten dieses Diamanten betrachtet. „Malefica Doctrine“ sticht definitiv hervor, denn es ist ein ordentliches Brett. Der Song zieht das Tempo mächtig an. Blastbeats hageln uns um die Ohren, Growls und Gitarren erzeugen Death Metal Feeling, epische Chöre, Orgel, hallige Gitarren und Glockengeläut am Ende sorgen für eine gehörige Portion Epik. „Reader Of The Runes – Book I“ packt dann nochmal alles, was die Musik von Elvenking ausmacht, gekonnt in einen Song. Ein epischer Hammer-Rauswerfer der Extraklasse. Schon der Einstieg ist furios und wuchtig. Natürlich dürfen die erhabenen Chöre nicht fehlen. Eine traumhafte Violinenmelodie, ein eingängiger Chorus der zum Mitsingen anregt. Ein akustischer Break, zum Träumen schön. Dann baut der Song Druck auf, es wird gitarrentechnisch schwarzmetallisch und temporeich bevor er sanft mit einem Piano ausklingt.

Man kann es manchmal kaum fassen, aber Elvenking steigern sich mit „Reader Of The Runes – Divination“ noch einmal. Das Songwriting ist ausgefeilt und überzeugend. Das Album bombardiert einen geradezu mit eingängigen, schönen, träumerischen Melodien, die sich ohne Probleme zwischen schwere, harte Riffs einfügen. Nicht nur das, sie ergeben ein stimmiges Ganzes. Auch das Spiel mit progressiven Elementen gelingt den italienischen Folk und Powermetallern hervorragend. Violine und Gitarren und die wunderbare Gitarrensoli machen den Sound von Elvenking markant und rund. Damnas Stimme ist variabel und zeigt verschiedene Facetten, welche die Songs atmosphärisch und kurzweilig gestalten. Atmosphäre ist ohnehin das Stichwort. Elvenking schaffen es einmal mehr den Hörer in eine andere Welt mitzunehmen und ihn alles um sich herum vergessen zu lassen. Selbst den rasenmähenden Nachbarn oder den hektisch klingelnden Paketboten. „Reader Of The Runes – Divination“ spielt mit Gegensätzen und das macht den Reiz des Albums aus. Es ist mystisch, märchenhaft, auf eine schöne Art kitschig, manchmal auf liebenswerte Art chaotisch. Gleichzeitig kraftvoll, manchmal aggressiv und meistens episch. Kurz: unglaublich facettenreich. Fallen mir noch mehr Adjektive ein? Durchaus, aber ich bin jetzt durch.

YouTube Channel von AFM Records


Tracks:
1. Perthro
2. Heathen Divine
3. Divination
4. Silverseal
5. The Misfortune Of Virtue
6. Eternal Eleanor
7. Diamonds In The Night
8. Under The Sign Of A Black Star
9. Malefica Doctrine
10. Sic Semper Tyrannis
11. Warden Of The Bane
12. Reader Of The Runes – Book I

Band:
Damna – Gesang
Aydan – Gitarre
Rafahel – Gitarre
Jakob – Bass
Lancs – Schlagzeug
Lethien – Violine

Worldwired Tour 2019. Metallica, ihre Family und so much love in   München.

Metallica, München 2019

Metallica, München 2019

23. August 2019. Ich sitze auf meinem Sitz im Münchner Olympiastadion und bin aufgeregt. Wenn ich mir die Nägel nicht so dermaßen kurz geschnitten hätte, würde ich sie mir vermutlich tatsächlich abknabbern. Nur noch wenige Minuten, dann würden sie die Bühne entern: Metallica. DIE Metalband auf diesem Planeten – und wenn man den Gerüchten trauen kann – auch bald auf dem Mond. Geliebt und umjubelt. Oft auch verspottet und belächelt. So oder so. Man kommt nicht um Metallica herum. Und was haben die Jungs für Songs geschrieben… Der Weg auf diesen Sitz im Olympiastadion war allerdings eine Geduldsprobe.

Vom Hotel aus mit den Öffentlichen fahren oder mit dem Auto. Das war die entscheidende Frage an diesem Freitag. Da die Rückfahrt mit den Öffentlichen nachts zurück zum Hotel allerdings ein wenig in den Sternen stand, haben wir uns für das Auto entschieden in vollem Bewusstsein, dass wir es bereuen würden. Wir brauchten dann auch für die sonst 10- minütige Fahrt vom Hotel zum Parkhaus geschlagene 1 1/2 Stunden im Münchner Berufsverkehr. So mancher musste im Stau sein Auto an den Straßenrand parken, um sich in die Büsche zu schlagen. Dramatische Szenen spielten sich ab… Sobald das Auto aber endlich geparkt war, wurde es einfacher. Man musste nur dem Menschenstrom folgen.

Dann saßen wir also endlich auf unseren Plätzen. Ghost spielten noch, konnten uns jetzt aber nicht so richtig mitreißen. Teilweise wirkte es eher so, als würde Sänger Tobias Forge mit seinen Ansagen das Publikum ein wenig peinlich berühren. Dafür war das Unterhaltungsprogramm in der Umbaupause zwischen Ghost und Metallica – nun ja – ziemlich speziell. Drei Herren fanden es eine ziemlich dufte Idee in angetrunkenem Zustand an einen Zaun zu pinkeln. Also so, dass unsere Hälfte des Stadions wirklich live mit dabei war. Von einem erhabenen Moment steuerte das bunte Programm schon auf den nächsten zu: „The Ecstasy of Gold“ begann zu spielen und man wusste, gleich sind se da. Ich muss ehrlich sagen, dieses Gefühl, wenn diese Melodie anfängt und knapp 70000 Menschen mitfiebern ist unbeschreiblich. Zumindest bis zu dem Moment, an dem mein Nebensitzer 2 Töne daneben und völlig out of tune anfing mitzugrölen. Das raubte dem Augenblick schon ein wenig von seinem Glanz.

Metallica, München 2019

Metallica, München 2019

Metallica starteten mit „Hardwired“. Drei weitere Songs vom aktuellen Album sollten im Lauf des Abends noch folgen: „Here Comes Revenge“, „Moth Into The Flame und „Spit Out The Bone“. Ansonsten hielten sich die Herren fast peinlich genau an die Liste mit Liedwünschen, die ich ihnen im Vorfeld hab zukommen lassen. Von den ersten beiden Platten spielten sie „Ride The Lightning“, „Creeping Death“ und „For Whom The Bell Tolls“. Natürlich mit der üblichen kleinen „Showeinlage“ beim Intro bei der sich Rob und Kirk im Tiefgang auf der Bühne jagen. Mit „Seek And Destroy“ brachten Metallica das Stadion zum Ende des Konzerts zum Beben. Letzter Song vor der Zugabe. Glückwunsch zu der Auswahl. Es ist einfach so geil, wenn knapp 70000 Menschen den Refrain herausbrüllen. Gänsehaut. Ein gutes Händchen für die Songauswahl bewiesen Metallica außerdem mit „Harvester Of Sorrow“ – ich liebe das Intro, total energiegeladen und Kirk mit wehenden Locken – „Sad But True“ und „Master Of Puppets“. Mit „The Memory Remains“ und „The Unforgiven“ gab es auch noch zwei ruhigere Momente. Mutig spielten Metallica sogar „Frantic“ vom von fast allen geliebten Album „St. Anger“. Allerdings kam der Song wegen der fehlenden Drum-Mülltonne nicht so authentisch rüber. Das wär mal was gewesen… Aber Hetfields Kermit der Frosch Stimme an manchen Stellen war wiederum sehr erheiternd. Und irgendwie hatte man ständig „I`m searching for donuts im Ohr“. Komisch. „Frantic“ machten Metallica aber mit einer netten Überraschung wieder wett. Sie spielten doch tatsächlich „The Call Of Ktulu“. Darauf hatte ich nicht in meinen kühnsten Träumen zu hoffen gewagt. Ein unheimlich wunderbarer Moment, in dem man sich einfach zurücklehnen und genießen konnte. Sogar ungestört von meinem Nachbarn, der sonst Refrains und Gitarrensoli mit seiner untalentierten Stimme mitzusingen pflegte. Danach legten die Herren Rob und Kirk ihre Version von „Schickeria“ aufs Parkett. Gut – außer dem Wort „Schickeria“ verstand man zwar nichts, aber es war ganz witzig und charmant und riss sogar die Herrschaften von ihren Sitzen, die bisher mit starrer Miene dort festgepinnt waren. Mein nächstes Highlight des Abends war natürlich „One“. Zusammen mit der Animation auf den Leinwänden im Hintergrund, den Lasern und den „Feuerexplosionen“ kreierten Metallica, einen unvergesslichen Gänsehautmoment.

Metallica, München 2019

Metallica, München 2019

Eher gegen Ende des Konzerts wechselten Metallica gemeinsam auf den Ausleger der Bühne mitten ins Publikum. Dort fuhr ein zweites Schlagzeug aus dem Boden – ja ja, Show und Revue haben sie halt drauf. Rob spielte außerdem ein Basssolo, das sehr viel Spaß machte – und ein bisschen wehmütig, wurde es doch hinterlegt mit Bildern von Cliff. Auch Kirk, seine unzähligen coolen Gitarren und sein Wahwahpedal gaben alles. Er legte bei der Zugabe noch ein kleines Solo hin und es nötigt einem schon Respekt ab, wenn man sieht, was er trotz seines bewegten Lebens immer noch so raushaut. James war ebenfalls gut drauf. Er beschwor zu jeder Gelegenheit die „Metallica Family“ und schwärmte von der Liebe, welche ihm vom Publikum entgegenschlug. Ein wenig protzte er auch mit seinen Gitarren („Ah, I’ve got so many cool guitars“). Und als einige Leute gegen Ende des Konzerts, aber noch vor der Zugabe, anfingen, das Stadion zu verlassen, hakte er nach: „Why do you have to leave so early?“ Er versicherte dann, das würde zu Hause schon alles klar gehen, wenn die Leute sagen würden, James hätte ihnen erlaubt, noch zu bleiben. Aber da kennt er eben den Deutschen schlecht, der schnell zu seinem Auto muss, bevor der ganze Rest auch ausparken will. James jedenfalls ließ sich davon nicht beeindrucken. „Da wir das ganze Equipment jetzt schon aufgebaut haben, spielen wir einfach noch was.“ Als Zugabe spielten Metallica dann „Spit Out The Bone“, „Nothing Else Matters“ und zum krönenden Abschluss „Enter Sandman“. Ein kleines Feuerwerk wurde am Ende außerdem noch geboten. Geiles Konzert, geile Setlist, geile Stimmung. Metallica haben es nach all den Jahren live absolut immer noch drauf. Ich laufe jedenfalls immer noch mit einem fetten Grinsen herum.

 

Neues von One Past   Zero

Jüngst erreichte mich neues Promomaterial von der Ulmer Band One Past Zero verbunden mit den neuesten Neuigkeiten. Da mache ich mich doch gleich auf, die frohe Botschaft unter das Metal Volk zu bringen. Im September wird die neue EP „Perpetual Creeping Horror“ von One Past Zero auf den Markt kommen. Ich bin jetzt schon ganz hibbelisch, was für Perlen die Band da auspacken wird, steht sie doch bisher für einen ganz und gar unkonventionellen Mix aus schrammeligem, krawalligem Stoner Rock/Metal, Doom, Sludge mit einem gehörigen Schuss Ozzy Osbourne und einer Prise Punk. Der Song „Corpse Grinder“ auf der Promo 19 CD beweist, dass Death Metal und ein paar deftige Growls ebenfalls hervorragend in den Sound von One Past Zero passen. Die Grundstimmung der Songs ist rundweg herrlich düster und creepy. Die Band lässt sich in keine Schublade pressen und das macht die Songs so irre, faszinierend und eigen. Der September wird großartig.

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Liebe auf das erste Riff. „Alruna“ von Mammoth Storm

Doom Metal / Stoner Metal
Veröffentlicht: 28.06.2019
Argonauta Records
https://www.facebook.com/MammothStorm
https://mammothstorm.bandcamp.com/


Es ist das Album, auf das ich schon das ganze Jahr sehnsüchtig warte. Heute ist „Alruna“ von Mammoth Storm endlich da. Fünf brandneue Songs. Wohoo! Das erste Mal sind mir die schwedischen Doom Metaller als Vorband bei einem Ahab Konzert begegnet. Es war mein erstes Doom Metal Konzert und ich war ein wenig skeptisch, denn ich bin ein eher hibbeliger Mensch, mehr so der Typ Speed Metal, und ich hatte Sorge, ob ich die nötige Geduld für Doom aufbringen kann. Inzwischen habe ich die entspannende, meditative Wirkung des Doom allerdings zu schätzen gelernt. Mein Gitarrenspieltempo verhält sich übrigens seltsamerweise eher diametral dazu. Aber ich schweife ab. Mammoth Storm überzeugten jedenfalls mit ihrem Auftritt und ich kaufte mir das erste Album Fornjot (2015). Der Hammer. Nun legen die Schweden nach und ick freu mir so. Der Titel des Albums „Alruna“, also Alraune, klingt schon vielversprechend, ranken sich doch um diese Pflanze jede Menge Mythen, Geheimnisse und Aberglauben.

Der Opener „Giants“ eröffnet gleich damit, wofür Mammoth Storm bekannt sind: einem Mörderriff. Liebe auf das erste Riff. Ein absoluter Herzschlagbeschleuniger, trotz des doomtypisch gemächlichen Tempos. Der Kopf wippt sofort mit. Schwer, tief, rhythmisch einlullend und gemütlich umgarnt das Riff die Gedanken und bringt einen dazu völlig loszulassen. Eine Melodie ergänzt dieses schließlich perfekt. Sie umspielen sich, belauern sich. Gegen Ende bringen die stampfenden Drums noch einmal alles zum Vibrieren. Wohooo! Mehr als gelungener Auftakt.

„Alruna“, der Titeltrack, kommt hypnotisch, psychedelisch und sehr düster daher. Wie überhaupt das gesamte Album einen intensiv düsteren Charakter hat. Es liegt eine unterschwellige Bedrohung in dem Song, die immer wieder hervorbricht. Dafür sorgt unter anderem Daniel Arvidsson durch seinen Gesang, der irgendwo zwischen Schreien, Singen und Sprechgesang liegt. „Alruna“ soll laut Mammoth Storm wie der Rausch sein, den die Alraune hervorruft. Unwirklich, täuschend, giftig. „Shores Of The Dead“ wirkt auf mich noch ein wenig schwerer, wuchtiger und bedrohlicher als „Alruna“. Vor allem die intensiven, unter die Haut gehenden, bösen, tiefen Growls stechen heraus und unterbrechen den hypnotischen Flow.

„Raven Void“ ist nach dem Opener „Giants“ mein zweites Highlight des Albums. Der Song ist wie eine drohende Gewitterwolke kurz vor dem Entladen: schwer, drückend, düster. Ein Riff, das einem die Luft aus den Lungen presst. Ausgekotzte Worte voller Gift, rhythmisch packend. Eine Gitarrenpassage mit Flangersound erzeugt zwischendurch eine unwirkliche, entrückte Atmosphäre und auch melodisch ist „Raven Void“ mitreißend. „Atra Mors“ drosselt das Tempo, ja das geht tatsächlich. Der Song vereint noch einmal alles, was uns zuvor schon begegnet ist. Am besten gefällt mir der Part, in dem der Bass zu einem tiefer als tiefen Vibrieren wird. Gänsehaut.

Satte, schwere Riffs, düster, drohend und gern mal 5 bis 7 Halbtöne tiefer als der Standard. Ausgefeilte, eingängige Melodien und cleverer, wohldosierter und pointierter Einsatz von Gitarreneffekten. Rhythmisch ist alles ausgefeilt und Melodien, Drums und Riffs passen perfekt zusammen. Erdiger Drumsound, stampfend, walzend, zäh – aber nicht langweilig. Hypnotisch, psychedelisch mit Sludge und Post Metal Elementen zwischen den Doom und Stoner Walzen. Für mich war es liebe auf das erste Riff. Für euch vielleicht auch? Dringend reinhören!

YouTube Channel von Argonauta Records



Tracks:
1. Giants
2. Alruna
3. Shores of the Dead
4. Raven Void
5. Atra Mors

Band:
Daniel Arvidsson – Bass, Vocals
Christer Ström – Guitars
Emil Ahlman – Drums, Organ