Schnörkellose Düsternis. Svartrviðr von King of Asgard

Black Metal / Death Metal / Folk Metal
Veröffentlichung: 28.05.2021
Trollmusic
https://de-de.facebook.com/kingofasgard
https://kingofasgard.bandcamp.com/
https://www.instagram.com/king_of_asgard_official/


king-of-asgard-Svartrviðr(English version below.)

Auf zwei Dinge habe ich in den letzten Wochen sehnsüchtig gewartet: das neue Album von King of Asgard „Svartrviðr“ und darauf, meine Schwester – nennen wir sie Klaus – nach langen Monaten endlich wieder live zu sehen. Und endlich, letzte Woche, wurden beide Wünsche direkt hintereinander erfüllt. Am Freitag erschien „Svartrviðr“ und am Samstag waren Klausi und Chulio für einige Stunden endlich wiedervereint. Beim 6 nimmt zocken kamen Erinnerungen an frühere Zeiten hoch. Zum Beispiel wie wir beim 6 nimmt zocken bei offener Backofentür und Kannen von Tee den eisigen Temperaturen in unserem Ferienhaus trotzten. Gut – den Tee trank im Wesentlichen Klaus, weshalb wir bei unserem Ausflug am nächsten Tag an jeder Autobahnraststätte und jedem dritten Busch halten mussten. Hach, das waren Zeiten… Doch nun zu „Svartrviðr“, dem fünften Album von King of Asgard. Seit „Taudr“, das 2017 erschien, hat sich bei den Schweden das Line-Up geändert. Bedeutet das auch neuer Sound?

Die Frage kann man mit einem klaren Jein beantworten. Im Großen und Ganzen hat sich der Sound von King of Asgard nicht verändert. Der Opener „Frôðr“ spielt sämtliche Stärken der Schweden aus. Sobald der erste Ton erklingt und sich der nächste anschließt, sobald sich alles zu einer dieser wunderbaren King of Asgard Melodien formt, geht mir das Herz auf. „Frôðr“ schleppt sich doomig dahin. Düster. Schwer. Der Gitarrensound schmiegt sich ins Ohr, setzt sich fest. Klares, einfaches, aber wirkungsvolles Riffing, das einen davonträgt und hypnotisiert. Vom Songkonzept her sind „Kvikr“ und „Ammobiærg“ ähnlich. Auch hier bringen King of Asgard ihr Talent zur Geltung, bildschöne Melodienen mit düsteren, harschen Black und Death Metal Riffs und Tremolo Picking zu kombinieren. „Kvikr“ punktet mit seinem cleanen Beginn und irgendwie zwielichtig klingendem Piano. „Ammobiærg“ überzeugt zusätzlich mit hypnotischem, schamanisch anmutendem Gesang und Tempowechsel ins Doomige.

Hier zeigen sich aber gleichzeitig auch die Veränderungen am Sound. Die Songs kommen mit weniger Schwung daher und machen einen deutlichen Schlenker ins Death-Doomige, Schleppende. Die Melodien treten mehr in den Hintergrund zugunsten von mehr Düsternis, Schwärze und Kälte. Zugunsten eines schweren, hypnotischen Sounds. Nun gut, King of Asgard waren jetzt noch nie eine lustige Partyband, aber mit „Svartrviðr“ haben sie eine neue Marke auf der Düsternisskala erreicht, die Gänsehaut zurücklässt. Zugegebenermaßen nicht immer. „Rifna“ und „Hæimr“, für mich die schwächsten Songs des Albums, plätschern mir persönlich ein wenig zu sehr dahin. Während der 7 Minuten steige ich meist irgendwann aus. Exzellent gelungen ist das Ganze allerdings in „Svartrviðr“. Der Song schleppt sich doomig dahin und der hypnotische Gesang zusammen mit dem reduzierten Riffing entführen einen in weit entfernte Welten. Der heimliche Star des Albums ist für mich „Harmdauðr“. Der Song ist bildschön, akustisch, melodiös mit einem Schuss Melancholie. Und gerade dann, wenn man sich so richtig heimelig fühlt, endet er in einer Blackmetalraserei die genauso überraschend endet, wie sie angefangen hat. Einfach genial. Das Album endet mit „FæigR“. Noch etwas sinistres Piano mit Krähe für das ungute Gefühl zum Schluss.

„Svartrviðr“ ist relativ einfach gehalten, ohne unnötige Schnörkel. Ich persönlich hätte gern noch die ein oder andere Melodie mehr gehabt, denn das können King of Asgard einfach. Hier und da wird es mir ein wenig zu hypnotisch. Nichtsdestotrotz hat mich das Album gepackt und in seinen Bann gezogen. Ich liebe Musik, die mir mit ihren Tönen, Melodien und Riffs eine Geschichte erzählt. Und das tun die Schweden auf „Svartrviðr“. Sie entführen den geneigten Hörer in den eisigen Norden mit seiner Kälte, Düsternis und seinen Mythen. Exzellent!

King of Asgard auf YouTube bei Trollmusic

I have been waiting longingly for two things in the last weeks: the new King of Asgard album „Svartrviðr“ and to see my sister – let’s call her Klaus – live again after many months. And finally, last week, both wishes were granted one after the other. „Svartrviðr“ was released on Friday and on Saturday Klausi and Chulio were finally reunited for a few hours. When playing 6 takes, memories of earlier times came up. For example, how we played 6 takes with the oven door open and pots of tea braving the icy temperatures in our holiday home. Ok – Klaus essentially drank the tea, which is why we had to stop at every motorway service station and every third bush on our trip the next day. Oh, those were the times … But now to „Svartrviðr“, the fifth album by King of Asgard. Since „Taudr“, which was released in 2017, the line-up changed. Does that also mean new sound?

The question can be answered with a clear yes and no. By and large, the sound of King of Asgard hasn’t changed. The opener „Frôðr“ shows all of the Swedes‘ strengths. As soon as the first note sounds and the next one follows, as soon as everything forms into one of these wonderful King of Asgard melodies, my heart opens. „Frôðr“ drags along in a doomy manner. Gloomy. Heavy. The guitar sound nestles in the ear, settles in. Clear, simple, but powerful riffing that carries you away and mesmerizes you. In terms of the song concept, „Kvikr“ and „Ammobiærg“ are similar in structure. Again, King of Asgard show their talent to combine beautiful melodies with dark, harsh Black and Death Metal riffs and tremolo picking. „Kvikr“ scores with its clean start and somehow ambiguous sounding piano. „Ammobiærg“ also impresses with hypnotic, shamanic-sounding vocals and a change of tempo to doomy.

At the same time, however, the changes to the sound can also be seen here. The songs come with less verve and make a clear detour into the death-doomy direction. The melodies take a back seat in favor of more gloom, blackness and coldness. In favor of a heavy, hypnotic sound. Well, King of Asgard have never been a fun party band, but with „Svartrviðr“ they have reached a new mark on the gloom that leaves goosebumps. Admittedly, not always. „Rifna“ and „Hæimr“, for me the weakest songs on the album, ripple a little too much for me personally. During the 7 minutes I usually get off at some point. The whole thing turned out very well in „Svartrviðr“. The song drags on in a doomy way and the hypnotic vocals together with the reduced riffing take you to far away worlds. The secret star of the album for me is „Harmdauðr“. The song is beautiful, acoustic, melodious with a dash of melancholy. And just then, when you feel really homely, it turns into a black metal frenzy that ends just as surprisingly as it started. Just awesome. The album’s last song is „FæigR“. Somewhat sinister piano with a crow for the bad feeling at the end.

„Svartrviðr“ is kept relatively simple, without unnecessary squiggles. Personally, I would have liked one or two more melodies, because King of Asgard are so good at creating them. Here and there it gets a little too hypnotic for me. Nonetheless, the album grabbed me and cast a spell over me. I love music that tells me a story with its tones, melodies and riffs. And that’s what the Swedes do on „Svartrviðr“. They kidnap the inclined listener to the icy north with its cold, gloom and myths. Excellent!

 


Tracks:
1. Frôðr
2. Rifna
3. Hæimr
4. Kvikr
5. Ammobiærg
6. Svartrviðr
7. Harmdauðr
8. FæigR

Band:
Karl Beckman – Gesang, Gitarre
Ted Sjulmark – Gitarre
Mathias Westman – Schlagzeug
Jonas Albrektsson – Bass

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s