Zwischen Entspannung und Abrocken. Kings Head von Kings Head

Stoner Metal / Stoner Rock / Progressive Metal 
Veröffentlichung: 24.12.2021 (digital)
Eigenveröffentlichung
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a3063288674_16(English version below.)

Heute möchte ich euch die Band Kings Head aus Reutlingen mit ihrem Debütalbum „Kings Head“ vorstellen. Reutlingen liegt ja quasi bei mir um die Ecke, musste ich aber lange meiden, da der beste Ehemann von allen vor einigen Jahren ein regelrechtes Reutlingentrauma erlitt. Ganz gleich welche Burgruine wir erklommen, die Reutlinger waren vor Jahrhunderten schon da und ließen bei ihrem Besuch keinen Stein auf dem anderen. Manche Burgen zerstörten sie gar gleich mehrfach. Das führte beim besten Ehemann von allen irgendwann zu Träumen davon, dass die Reutlinger das Schlafzimmer stürmen würden und zu dem resignierten Ausspruch: „Die Reutlinger wieder“. Aber diese finsteren Zeiten liegen hinter ihm, sodass auch er sich jetzt voller Freude auf „Kings Head“ stürzen kann. Das Album bietet übrigens acht Songs.

Der Stil von Kings Head ist verdammt vielfältig, pendelt in einem Song mal mehr in die eine, in einem anderen Song mal mehr in die andere Richtung. Allen Songs liegt aber ein gewisser stoneriger Groove – oder Stonergroove? – zugrunde. Am meisten gepackt hat mich der zweite Song auf dem Album namens „The Longest Night“. Heidewitzka, da weißt du manchmal nicht mehr, wo oben und unten ist. Der Song beginnt gemütlich, vom Feeling her schon fast doomig. Dann groovt und progt er aber richtig los und verbreitet Core Metal Feeling gemixt mit Stonerelementen und einer rockigen Stimme. Ja, das geht. Ja, das funktioniert großartig. Sehr großartig sogar. Es macht regelrecht Spaß. Auch melodisch ist der Song eine Ohrenweide. Es wird gefühlt alles aus Gitarre, Bass und Drums rausgeholt, was melodisch und rhythmisch so geht. Die anderen Songs bedienen sich einzelner Aspekte, des eben Aufgezählten. Der Opener „Kings Head“ wartet mit einem ansprechenden Riff und zwingenden Core Elementen auf und verbreitet dabei ein unheimlich entspanntes davondriften-Gefühl. Dass Kings Head auch schöne Melodie können, zeigen sie in „Stellar Descension“. Teilweise clean, fast träumerisch. Getragen von halliger Weite. „Kanun“ wiederum kommt stonermäßig und mit einem technischen und sehr anziehenden Riff daher. Es zieht sich durch den gesamten Song, mal im Vordergrund, mal im Hintergrund und dominiert und charakterisiert den Song. „Mare Nostrum“ wirft zu Beginn einen Hauch von Funk mit in den Ring und „Huns Of The North“ träufelt ein Tröpfchen Kebabvibes ins Ohr. Dabei ist der Song sehr progig und man sieht förmlich die karge, weite Steppe vor dem inneren Auge und spürt durch dumpfe Gitarren und Drums die Pferdehufe donnern. Sehr cool! „Heads Of Us All“ versprüht seinen Reiz durch den Gegensatz zwischen leichten, melodischen, cleanen Gitarren und wuchtig schweren Drums und Gitarren. Der Song attackiert und flaut ab, attackiert und zieht an und flaut wieder ab und ist dadurch unheimlich dynamisch.

„Kings Head“ von Kings Head ist ein absolut gelungenes Debüt. Durch die unglaubliche Vielfalt wird es beim Hören keine Sekunde langweilig. Man pendelt zwischen entspanntem Zuhören und euphorischem Abrocken. Unbedingt reinhören!

Kings Head auf YouTube

English Version

Today I’d like to introduce you to the band Kings Head from Reutlingen with their debut album „Kings Head“. Reutlingen is practically around the corner from me, but I had to avoid it for a long time because the best husband of all suffered a real Reutlingen trauma a few years ago. No matter which castle ruins we climbed, the people of Reutlingen were there centuries ago and left no stone unturned during their visit. They even destroyed some castles several times. At some point, this led the best husband of all to dreams that the Reutlingers would storm the bedroom and to the resigned statement: „The Reutlingers again“. But those dark times are behind him, so he too can listen to „Kings Head“ now with joy. The album has eight songs, by the way.

Kings Head’s style is damn diverse, turns in one direction in one song and more in the other direction in another song. But all songs are based on a certain stoner groove. The second song on the album called „The Longest Night“ grabbed me the most. Heidewitzka, sometimes you no longer know which way is up and which is down. The song starts comfortably, almost Doom-like in feeling. But then it really tends to groove and prog and spreads a core metal feeling mixed with stoner elements and a rocking voice. That’s so cool. Yes, this works great. Very great even. It’s downright fun. The song is also a feast for the ears melodically. Everything that goes melodically and rhythmically is pulled out of the guitar, bass and drums. The other songs use individual aspects of what has just been mentioned. The opener „Kings Head“ comes up with an appealing riff, compelling core elements and spreads an incredibly relaxed drifting away feeling. In „Stellar Descension“ Kings Head show that they can also make beautiful melodies. Partly clean, almost dreamy. Carried by echoing vastness. „Kanun“, on the other hand, comes along with a Stoner-ish and technical and very appealing riff. It runs through the entire song, sometimes in the foreground, sometimes in the background and dominates and characterizes the song. „Mare Nostrum“ throws a hint of funk into the ring at the beginning and „Huns Of The North“ drips a drop of kebab vibes into your ear. The song is very progy and you can literally see the barren, wide steppe in front of your inner eye and feel the thunder of the horses‘ hooves through the dull guitars and drums. Very cool! „Heads Of Us All“ glows through the contrast between light, melodic, clean guitars and massive, heavy drums and guitars. The song attacks and subsides, attacks and subsides, making it incredibly dynamic.

„Kings Head“ by Kings Head is an absolutely successful debut. Due to the unbelievable variety, it never gets boring while listening. You vacillate between relaxed listening and euphoric rocking. Be sure to listen!

 


Tracks:

  1. Kings Head 
  2. The Longest Night
  3. Kanun
  4. Stellar Descension 
  5. Heads Of Us All
  6. Huns Of The North
  7. Mare Nostrum
  8. Dynasty

Band:

Maxim – Gitarre und Gesang
Tinus – Gitarre und Gesang
Marci – Bass und Gesang
Alex – Schlagzeug

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