Eine melodische Reise – Coherence von Be’lakor

Melodic Death Metal
Veröffentlichung: 29.10.2021
Napalm Records
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Neulich. Ich bin zu früh dran für meinen Termin und sitze also noch ein Weilchen im Auto und lasse mich von der Radiomusik berieseln, als eine Dame mit ihrem Panzer versucht neben mir einzuparken. Ich denke noch so: Nö, gute Frau, absolut nö!“ Doch sie gibt nicht auf. Schließlich steht sie in der Parklücke, sodass mir noch bequeme 5 Zentimeter zum Aussteigen bleiben. Ist ja wohl mein Problem, wenn ich so fett bin. Schließlich kann man auch noch über den Beifahrersitz klettern oder durch den Kofferraum kriechen. Was stelle ich mich auch so an. Ich schaue zu ihr rüber und schüttle den Kopf. Sie will es nicht wahrhaben. Ich schüttle den Kopf noch einmal und runzle dabei streng die Stirn. Das zwingt sie endlich zur Kapitulation. Der ein oder andere scheint nach allem, was ich so gehört habe vor Be’lakors erstem Song auf dem neuen Album „Coherence“ kapituliert zu haben. Pffff. Weicheier.

Nach fünf Jahren Pause melden sich die australischen Melodic Death Metaller endlich mit einem fulminanten, wahnsinnig gut komponierten, melodisch hübschen Album zurück. Ick freu mir so sehr über „Coherence“. Gleich der Opener „Locus“ hat mir absolutes Herzklopfen beschert, wie ich da so auf dem Sofa lag und lauschte. Wirklich einfach fulminant. Die Tempowechsel, die Spannung, die sich immer wieder aufbaut und abflaut und dann noch mehr anzieht. Es gibt gleich mehrere repetitive Elemente, die einen trotzdem die Orientierung behalten lassen. Der hallige Gitarrensound, die bildschönen Melodien, das enorm variable Schlagzeug, die wuchtigen, voluminöse Growls. „Locus“ ist wie viele Songs in einem und trotzdem aus einem Guss. Der Song erzählt eine Geschichte, die man gedanklich und gefühlsmäßig durchwandert. Zwar verfolgt teilweise jedes Instrument seine eigenen Wege und Rhythmen und trotzdem passt es wie Arsch auf Eimer. Zu dem Zeitpunkt war ich schon so euphorisiert, dass die restlichen Songs auch Cover von Kinderliedern hätten sein können und es hätte mich nicht gestört. War aber natürlich nicht so. „Coherence“ enthält drei Instrumentals, von denen mir „Sweep of Days“ am besten gefällt. Packend für alle Gitarrenfans, denn Akustik- und E-Gitarre kreieren einen melancholischen Sound, der zum Wegdriften einlädt. Der Wechsel zwischen träumerischen und dunklen Momenten zeichnet das Album generell aus und macht es so reizvoll. „Foothold“ zum Beispiel ist dunkel, mit sinistrer Stimmung und verbreitet sanften Grusel. Dabei erzählen die Gitarren die Geschichte zusammen mit dem Flüstern und den Growls von Sänger George Kosmas. Faszinierend ist auch, wie der oft hallige Gitarrensound den Songs wie in „Valence“ Raum und Weite verleiht. Sehr gelungen. Dazu kommen noch ein dezenter Hauch von Epik, perlender Pianosound und ein wirklich irres Gitarrenriff, das einfach nur Spaß macht. „Much More Was Lost“ beginnt wuchtig und schon bald stellt sich Grusel in der Magengrube ein. Eine bildschöne Gitarrenmelodie erhebt sich im Hintergrund, irgendwo zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, und es gibt ein wirklich geiles Gitarrensolo zum Abschluss. Besser kann man ein gelungenes Werk nicht beschließen.

Be’lakor präsentieren mit „Coherence“ ein Album mit variantenreichen Melodien, Riffing, das Spaß macht und einem ausgefeilten Songaufbau. Es lebt von seiner Stimmung, der Atmosphäre, der Kraft, den Wechseln in Rhythmik und Tempo, die immer wieder neue Dynamik verleihen. Zwischendurch kann man herrlich in musikalische Weiten wegdriften, sich wohlig gruseln und komplett verlieren. Die Australier verstehen es mit ihrer Musik, mit jedem einzelnen Song eine Geschichte zu erzählen und den Hörer auf eine Reise mitzunehmen. Absolut gelungen!

Be’lakor bei Napalm Records auf YouTube

Recently. I’m too early for my appointment and so sit in the car for a while and let the radio music sprinkle me when a lady with her tank-like car tries to park next to me. I still think like this: „Nope, good woman, absolutely nope!“ But she doesn’t give up. Finally she stands in the parking space, so that I still have a comfortable 5 centimeters to get out of my own car. It’s probably my problem when I’m so fat. Finally, you can climb over the passenger seat or crawl through the trunk. I shouldn’t make such a fuss. I look over at her and shake my head. She doesn’t want to admit it. I shake my head again and frown severely. That finally forces her to surrender. After everything I’ve heard, one or the other seems to have surrendered to Be’lakor’s first song on the new album „Coherence“. Pffff. Softies!

After a five-year break, the Australian Melodic Death Metallers are finally back with a brilliant, incredibly well composed, melodically beautiful album. I’m so excited about „Coherence“. The opener „Locus“ got my heart pounding as I lay there on the sofa and listened. Really just brilliant. The change of pace, the tension that builds up and subsides again and again and then pulls even more. There are several repetitive elements that still allow you to keep orientation. The reverberant guitar sound, the beautiful melodies, the enormously variable drums, the powerful, voluminous growls. „Locus“ is like many songs in one piece and yet all of a piece. The song tells a story that you walk through mentally and emotionally. Every instrument sometimes follows its own paths and rhythms, and yet it fits like ass on bucket. At that point I was so euphoric that the rest of the songs could have been covers of children’s songs and it wouldn’t have bothered me. But of course it wasn’t like that. „Coherence“ contains three instrumentals, of which I like „Sweep of Days“ the best. Exciting for all guitar fans, because acoustic and electric guitars create a melancholy sound that invites you to drift away. The change between dreamy and dark moments generally characterizes the album and makes it so appealing. „Foothold“, for example, is dark, with a sinister mood and spreads mild horror. The guitars tell the story along with the whispers and growls of singer George Kosmas. It is also fascinating how the often reverberant guitar sound gives the songs space and expanse like in „Valence“. Very nicely done. There is also a subtle touch of epic, sparkling piano sound and a really crazy guitar riff that is just plain fun. „Much More Was Lost“ starts out powerfully and soon there is a horror in the pit of your stomach. A beautiful guitar melody rises in the background, somewhere between hope and hopelessness, and there is a really awesome guitar solo at the end. No better way to end a successful work.

With „Coherence“, Be’lakor present an album with varied melodies, riffing that is fun and a sophisticated song structure. It lives from its mood, the atmosphere, the power, the changes in rhythm and tempo, which constantly give new dynamics. In between you can wonderfully drift away into musical expanses, get a cozy creep and lose yourself completely. With their music, the Australians know how to tell a story with every single song and to take the listener on a journey. Absolutely successful!

 


Tracks:
1 Locus
2 The Dispersion
3 Foothold
4 Valence
5 Sweep of Days
6 Hidden Window
7 Indelible
8 Much More Was Lost

Band:
John Richardson – Bass
Elliot Sansom – Schlagzeug
Shaun Sykes – Gitarre (lead)
George Kosmas – Gitarre, Gesang
Steve Merry – Keyboards

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