Wie peitschender Schnee – Skull Soldiers von Wolfheart

Melodic Death Metal
Veröffentlichung: 05.03.2021
Napalm Records
https://www.facebook.com/WolfheartRealm
https://www.instagram.com/wolfheartofficial/
https://label.napalmrecords.com/wolfheart


1025_Wolfheart_RGB(English version below.)

So ganz generell habe ich die Nase momentan voll von Kälte, Eis und Schnee. Das gilt aber natürlich nicht in musikalischer Hinsicht. Da ist mir ein Frösteln bis tief in die Seele durchaus angenehm. Deshalb hält der Winter auch noch einmal mächtig Einzug auf meinem Blog. Den Auftakt machen heute Wolfheart mit ihrer EP „Skull Soldiers“. Das erste Mal sind mir Wolfheart bei der „Burning Cold Tour“ gemeinsam mit Omnium Gatherum begegnet. Seitdem gehören die Finnen zum festen Repertoire. Apropos Schnee und Eis. Da fällt mir doch eine nette kleine Geschichte ein. Meine Eltern arbeiteten früher auf derselben Station in einem Krankenhaus. Eines Tages, meine Mama arbeitete, mein Papa sollte zu einer späteren Schicht folgen. Irgendwann klingelte das Telefon. Meine Mama war dran und fragte, wo denn mein Papa bliebe, die Schicht hätte schließlich schon angefangen. Was war geschehen? Mein Papa wollte mit dem Motorrad zur Arbeit fahren. Nur dass sich das eben bei Glatteis nicht ganz so einfach gestaltet. Er legte sich erst mal auf die Nase, nahm aber im Moment des Anrufs einen neuen Anlauf. Also informierte ich meine Mama entsprechend: „Wenn alles glatt geht, müsste er gleich da sein!“ Kurz einwirken lassen! Herrlich, oder? Genug geplaudert. Setzen zur Geschichtsstunde! Bei der EP „Skull Soldiers“ handelt es sich nämlich um die Fortsetzung des fünften Albums „Wolves of Karelia“ in dem es um den Winterkrieg geht, den die finnische Armee 1939 gegen die Sowjetunion führte. Die zwei neuen Songs auf der EP „Skull Soldiers“ und „Hereditary“ setzten nun im zweiten Winterkrieg an und besingen eine finnische Einheit, deren Soldaten Malereien von Totenschädeln und Skeletten auf den Helmen trugen – die Skull Soldiers.

„Skull Soldiers“ brettert gleich dermaßen los. Wow. Man prallt erst mal vom Lautsprecher zurück. Unbehagen, Eiseskälte, Entschlossenheit, Vorwärtsdrängen und eine rohe Brutalität breiten sich aus. Unheilvolle Streicher im Hintergrund. Im Vordergrund treibende Blastbeats, schwere Growls, dräuende Gitarren und ein Gitarrenriff von eisiger Schönheit. Sehr gelungen. Sehr stimmig. Hier passt einfach alles. Jeder Ton, jedes Instrument baut die unheimlich dichte Atmosphäre mit auf und trägt sie. Die Lyrics komplettieren das ganze perfekt. Vor dem inneren Auge sieht man die Skull Soldiers marschieren. Ich hol mir jetzt erstmal die dicke Winterjacke. Treibende Blastbeats ist auch das Stichwort für „Hereditary“. Man hat das Gefühl in einen dichten Schneesturm geraten zu sein und die eisigen Flocken peitschen nur so ins Gesicht. Der Song ist insgesamt etwas schneller vom Tempo her. Epischer, zackiger, dynamischer. Hammersolo! Die EP wird vervollständigt durch eine bildschöne Akustikversion von „Aeon of Cold“ vom Album „Shadow World“. Bassist Lauri Silvonen überrascht dazu mit seinem Cleangesang. Außerdem gibt es noch eine Live-Version von „Reaper“ vom Album „Wolves of Karelia“. Insgesamt eine sehr gelungene EP. Manch einer hat sich vielleicht mehr versprochen – aber ich bin vollauf zufrieden. Die zwei neuen Songs sind der absolute Hammer und ich liebe es, neue Versionen und Interpretationen von älteren Songs zu hören. Es ist immer wieder faszinierend, wie ein paar Veränderungen einen Song in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Also: Daumen hoch!

Napalm Records auf Youtube

In general, I’m fed up with cold, ice and snow at the moment. Of course, this does not apply to music. A shiver deep in my soul is quite pleasant for me. That’s why winter is once again making its way into my blog. Wolfheart kick off today with their EP „Skull Soldiers“. I met Wolfheart for the first time on the „Burning Cold Tour“ together with Omnium Gatherum. Since then, the Finns have been part of the repertoire. Speaking of snow and ice. A nice little story comes to mind. My parents used to work at the same station in a hospital. One day, my mom was working, my dad was supposed to follow a later shift. At some point the phone rang. It was my mom’s turn to ask where my dad was, after all, the shift had already started. What had happened? My Dad wanted to go to work on the motorcycle. But it is not that easy on black ice with a smoothly underground. He lay on his nose at first, but at the moment of the call he made a new attempt. So I informed my mom accordingly: „If everything goes smoothly, he should be there right away! „Let it work for a moment! Wonderful, right? Enough chatted. Let’s go to the history lesson! The EP „Skull Soldiers“ is actually the continuation of the fifth album „Wolves of Karelia“, which is about the winter war that the Finnish army waged against Sowjetunion in 1939. The two new songs on the EP „Skull Soldiers“ and „Hereditary“ now begin in the Second Winter War and are about the one Finnish unit whose soldiers wore paintings of skulls and skeletons on their helmets – the Skull Soldiers.

„Skull Soldiers“ hits it from the first moment. Wow. You bounce back from the speaker. Discomfort, freezing cold, determination, pushing forward and a raw brutality spread. Sinister strings in the background. In the foreground, driving blast beats, heavy growls, threatening guitars and a guitar riff of icy beauty. Very nicely done. Very consistent. Everything just fits here. Every tone, every instrument helps to build up the incredibly dense atmosphere and carries it. The lyrics complete the whole thing perfectly. In your mind’s eye you can see the Skull Soldiers marching. Now I’ll get the thick winter jacket. Driving blast beats is also the keyword for „Hereditary“. You have the feeling of being caught in a dense snowstorm and the icy flakes are whipping your face. Overall, the song is a bit faster in terms of tempo. Epic, jagged, dynamic. Hammersolo! The EP is completed by a beautiful acoustic version of “Aeon of Cold” from the album “Shadow World”. Bassist Lauri Silvonen surprises with his clean vocals. There is also a live version of „Reaper“ from the album „Wolves of Karelia“. All in all a very successful EP. Some people may have promised more – but I am completely satisfied. The two new songs are awesome and I love to hear new versions and interpretations of older songs. It’s always fascinating how a few changes can make a song appear in a whole new light. So thumbs up!


Tracks:
1. Skull Soldiers
2. Hereditary
3. Aeon of Cold (acoustic)
4. Reaper (live)

Band:
Tuomas Saukkonen – Gitarre, Gesang
Joonas Kauppinen – Schlagzeug
Lauri Silvonen – Bass, Gesang
Vagelis Karzis – Gitarre (Studio)

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