Ein Hauch von Whisky. Paradise Falls von Skyborn

Heavy/Thrash Metal
Veröffentlichung: 18.12.2020
Independent
https://www.instagram.com/skyborn.official/
https://www.facebook.com/Skyborn.timeline
https://skybornofficial.bandcamp.com/album/paradise-falls


index(English version below.)

Mein Austausch mit Leadgitarrist Juli von der Band Skyborn, um deren Album „Paradise Falls“ es heute geht, hat uns unter anderem zu unseren musikalischen Anfängen zurückgeführt. Während Juli die Blockflöte erspart blieb und er dieses Instrument als Werk des Teufels betrachtet, startete meine bescheidene musikalische Karriere mit eben jenem Instrument. Und ja – es ist ein Werk des Teufels. Wenn acht Grundschüler bei jeder einzelnen Fete ihrer Grundschule „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ von Heino auf der Blockflöte zum Besten geben müssen, dann ist das sowohl für die Grundschüler als auch für ihr Publikum die wahr gewordene Hölle auf Erden! Gerüchteweise sind einige von uns heute noch immer in psychologischer Behandlung deswegen. Da lobte ich mir dann das Singen im Grundschulchor, dem ich ebenfalls angehörte. Die Lieder, die wir da zum Besten gaben, waren zwar unwesentlich ansprechender, aber man konnte immerhin in der Menge verschwinden und fühlte sich nicht gar so gedemütigt. Die Demütigung in Sachen Chor erfolgte erst in der weiterführenden Schule als ich wegen meiner tiefen Stimme bei den Männern mitsingen sollte. Eine peinliche Sache für einen pubertierenden Teenager. Damit war die Chorkarriere dann auch passé. Jetzt aber zu erfolgversprechenderen musikalischen Karrieren. Am 18.12.20 veröffentlichte die Münchner Band Skyborn ihr Debütalbum „Paradise Falls“. Elf thrashig-rockige Songs erwarten euch auf diesem Album. Und wen das manische Geschrei auf meinem Blog in letzter Zeit schon genervt hat, der darf nun aufatmen.

Denn die rockige Stimme von Skybornsänger Luke Greber erinnert mehr an Whisky, Zigarren und Papa Het – was in etwa aufs Gleiche rauskommt.  Der Opener „Dark Era“ beginnt mit gedämpften Drums, zu denen sich schnell ein wunderschöner doppelläufiger Gitarrensound und schließlich der Gesang gesellt. Der doppelläufige Gitarrensound und knackige, zackig akzentuierte Rhythmen begegnen uns auf „Paradise Falls“ noch häufiger und verleihen dem Sound einen eigenen Stempel. Absolut männlich von innen und von außen und im rockigen Southern Stil sind „Watch Me Now“ und „Sex Drugs & Rock ’n‘ Roll“. Leicht bluesig angehauchte Gitarre und rhythmisch prägnant. Apropos Rhythmus. „Lonesome Road“ prescht und galoppiert mutig voran. Bisweilen liegt ein Hauch von Punk in der Luft, insgesamt bleibt der Song aber eher im Southern Metal verhaftet. Ein cooles Atemlossolo mit Nackenverknotungspotential, hallige Chorrufe und ein rhythmischer Break runden das Ganze ab. Auch der Song „Orphan Child“ beginnt rhythmisch und drumtechnisch ansprechend und glasscharf. Und „Reaper’s Revenge“ gewittert ebenfalls mächtig los und setzt zwischendurch reizvolle Akzente mit dem Gegensatz zwischen zackigen Drums und eher weich rollenden Gitarren. Wohaaa! Wuseliges Riff, Hammersolo mit cleanem Nachklang und – moment – was ist das? Ein folkmetalmäßiger Aaaaah-Chor? Was für eine Wundertüte! Definitiv einer meiner Lieblingssongs des Albums. Mein zweiter Tipp ist „World in Distortion“. Nach hartem Beginn folgt ein wunderschöner cleaner Gitarrenpart, gefolgt von einem beinahe schon melancholischen Solo. Ein aggressiveres zweites Solo und die unbarmherzig hämmernden Drums sorgen allerdings dafür, dass es nicht zu kuschelig wird.

Auch wenn „Paradise Falls“ hier und da etwas redundant in Songaufbau und Melodie ist, war es mir beim Hören nicht eine Sekunde langweilig. Im Gegenteil. Die Songs sind mitreißend und eingängig. Variieren zwischen gemächlich und temporeich. Die Rhythmik ist abwechslungsreich und die Drums kommen auf den Punkt. Manchmal unterstützen die Gitarren, dann gehen sie wieder ihre ganz eigenen Wege. Überhaupt. Gitarren. Die Soli sind durchweg der Hammer. Die Riffs und Melodien eingängig und bildschön. Skyborn haben aus Heavy/Thrash und Southernmetal, Rock-, Blues- und Punkelementen einen eigenen Sound kreiert, der sehr viel Spaß macht. Und über allem liegt ein Hauch von Whisky! Ihr dürft euch jetzt schon auf mein Interview mit Leadgitarrist Juli freuen (zum Videointerview)

YouTube Channel Skyborn TV

My conversation with lead guitarist Juli from the band Skyborn, whose album „Paradise Falls“ is the topic today, has brought us back to our musical beginnings. While Juli was spared the recorder and he regards this instrument as the work of the devil, my modest musical career began with just that instrument. And yes – it is the work of the devil. If eight elementary school students have to perform „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ of Heino on the recorder at every single party in their elementary school, then this is hell on earth come true for both the elementary school children and their audience! Rumor has it that some of us are still in psychological treatment for it today. Then I praised myself for singing in the elementary school choir, which I also belonged to. The songs we performed were marginally more appealing, but at least you could disappear into the crowd and didn’t feel so humiliated. The humiliation in the matter of the choir only occurred in secondary school when I was supposed to sing along with the men because of my deep voice. An embarrassing thing for a pubescent teenager. So the choir career was over. But now to more promising musical careers. On December 18th, the Munich band Skyborn released their debut album „Paradise Falls“. Eleven thrashy songs await you on this album. And if you’ve been annoyed by the manic screaming on my blog lately, you can now breathe a sigh of relief.

Because the rocking voice of Skyborn singer Luke Greber is more reminiscent of whiskey, cigars and Papa Het – which comes out about the same. The opener „Dark Era“ begins with muffled drums which are quickly joined by a wonderful double guitar sound and finally the vocals. The double guitar sound and crisp, jagged accented rhythms come across more often on „Paradise Falls“ and give the sound its own stamp. „Watch Me Now“ and „Sex Drugs & Rock ’n‘ Roll“ are absolutely masculine inside and out and in a rocky Southern style. Slightly bluesy guitar and rhythmically concise. Speaking of rhythm. „Lonesome Road“ dashes and gallops bravely on. At times there is a touch of punk in the air, but the song remains rather stuck in Southern Metal. A cool breathtaking solo with neck knot potential, echoing choruses and a rhythmic break round off the whole thing. The song „Orphan Child“ also begins rhythmically and drum-technically appealing and sharp as glass. And Reaper’s Revenge also thunders mightily and in between sets charming accents with the contrast between jagged drums and rather soft rolling guitars. Wohaaa! Lush riff, hammer solo with a clean finish and – wait – what is it? A folk metal-like aaaaah choir? What a surprise! Definitely one of my favorite songs on the album. My second tip is „World in Distortion“. After a hard start, a wonderful clean guitar part follows, followed by an almost melancholy solo. A more aggressive second solo and the relentless pounding drums ensure that it doesn’t get too cozy.

Even if „Paradise Falls“ is a bit redundant here and there in song structure and melody, I wasn’t bored for a second while listening to it. On the contrary. The songs are gripping and catchy. Vary between leisurely and fast-paced. The rhythm is varied and the drums get to the point. Sometimes the guitars provide support, then they go their own way again. At all. Guitars. The solos are consistently awesome. The riffs and melodies catchy and beautiful. Skyborn have created their own sound from heavy / thrash and southern metal, rock, blues and punk elements, which is a lot of fun. And there’s a whiff of whiskey on top of everything! You can already look forward to my interview with lead guitarist Juli (see the videointerview here)


Tracks:
01. Dark Era
02. Lonesome Road 
03. Watch Me Now 
04. The Cheat 
05. This Thing Called Fear 
06. Orphan Child 
07. World in Distortion 
08. Sex Drugs & Rock ’n‘ Roll 
09. Cry Out 
10. Paradise Falls 
11. Reaper’s Revenge

Band:
Paul von Jakobs – Bass
Edu Romero – Schlagzeug
Juli Sommer – Gitarre
Luke Greber – Gesang, Gitarre

4 Gedanken zu “Ein Hauch von Whisky. Paradise Falls von Skyborn

  1. Der Song gefällt mir gut – ich mag die Mischung.
    Aber – es hört nicht auf, ich fühl mich alt… warum gibt es denn hier nun wieder keine CD?
    Ich bin total outdated…. ich fürchte irgendwann muss ich mich so einem online-Musikanbieter in den Rachen werfen… grummel. 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: „Wichtig sind eingängige Riffs und dass die Fans den Refrain mitgrölen können“ – Interview mit Juli von Skyborn | Thrash! Boom! Bang!

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