Liebe auf das erste Riff. „Alruna“ von Mammoth Storm

Doom Metal / Stoner Metal
Veröffentlicht: 28.06.2019
Argonauta Records
https://www.facebook.com/MammothStorm
https://mammothstorm.bandcamp.com/


Es ist das Album, auf das ich schon das ganze Jahr sehnsüchtig warte. Heute ist „Alruna“ von Mammoth Storm endlich da. Fünf brandneue Songs. Wohoo! Das erste Mal sind mir die schwedischen Doom Metaller als Vorband bei einem Ahab Konzert begegnet. Es war mein erstes Doom Metal Konzert und ich war ein wenig skeptisch, denn ich bin ein eher hibbeliger Mensch, mehr so der Typ Speed Metal, und ich hatte Sorge, ob ich die nötige Geduld für Doom aufbringen kann. Inzwischen habe ich die entspannende, meditative Wirkung des Doom allerdings zu schätzen gelernt. Mein Gitarrenspieltempo verhält sich übrigens seltsamerweise eher diametral dazu. Aber ich schweife ab. Mammoth Storm überzeugten jedenfalls mit ihrem Auftritt und ich kaufte mir das erste Album Fornjot (2015). Der Hammer. Nun legen die Schweden nach und ick freu mir so. Der Titel des Albums „Alruna“, also Alraune, klingt schon vielversprechend, ranken sich doch um diese Pflanze jede Menge Mythen, Geheimnisse und Aberglauben.

Der Opener „Giants“ eröffnet gleich damit, wofür Mammoth Storm bekannt sind: einem Mörderriff. Liebe auf das erste Riff. Ein absoluter Herzschlagbeschleuniger, trotz des doomtypisch gemächlichen Tempos. Der Kopf wippt sofort mit. Schwer, tief, rhythmisch einlullend und gemütlich umgarnt das Riff die Gedanken und bringt einen dazu völlig loszulassen. Eine Melodie ergänzt dieses schließlich perfekt. Sie umspielen sich, belauern sich. Gegen Ende bringen die stampfenden Drums noch einmal alles zum Vibrieren. Wohooo! Mehr als gelungener Auftakt.

„Alruna“, der Titeltrack, kommt hypnotisch, psychedelisch und sehr düster daher. Wie überhaupt das gesamte Album einen intensiv düsteren Charakter hat. Es liegt eine unterschwellige Bedrohung in dem Song, die immer wieder hervorbricht. Dafür sorgt unter anderem Daniel Arvidsson durch seinen Gesang, der irgendwo zwischen Schreien, Singen und Sprechgesang liegt. „Alruna“ soll laut Mammoth Storm wie der Rausch sein, den die Alraune hervorruft. Unwirklich, täuschend, giftig. „Shores Of The Dead“ wirkt auf mich noch ein wenig schwerer, wuchtiger und bedrohlicher als „Alruna“. Vor allem die intensiven, unter die Haut gehenden, bösen, tiefen Growls stechen heraus und unterbrechen den hypnotischen Flow.

„Raven Void“ ist nach dem Opener „Giants“ mein zweites Highlight des Albums. Der Song ist wie eine drohende Gewitterwolke kurz vor dem Entladen: schwer, drückend, düster. Ein Riff, das einem die Luft aus den Lungen presst. Ausgekotzte Worte voller Gift, rhythmisch packend. Eine Gitarrenpassage mit Flangersound erzeugt zwischendurch eine unwirkliche, entrückte Atmosphäre und auch melodisch ist „Raven Void“ mitreißend. „Atra Mors“ drosselt das Tempo, ja das geht tatsächlich. Der Song vereint noch einmal alles, was uns zuvor schon begegnet ist. Am besten gefällt mir der Part, in dem der Bass zu einem tiefer als tiefen Vibrieren wird. Gänsehaut.

Satte, schwere Riffs, düster, drohend und gern mal 5 bis 7 Halbtöne tiefer als der Standard. Ausgefeilte, eingängige Melodien und cleverer, wohldosierter und pointierter Einsatz von Gitarreneffekten. Rhythmisch ist alles ausgefeilt und Melodien, Drums und Riffs passen perfekt zusammen. Erdiger Drumsound, stampfend, walzend, zäh – aber nicht langweilig. Hypnotisch, psychedelisch mit Sludge und Post Metal Elementen zwischen den Doom und Stoner Walzen. Für mich war es liebe auf das erste Riff. Für euch vielleicht auch? Dringend reinhören!

YouTube Channel von Argonauta Records



Tracks:
1. Giants
2. Alruna
3. Shores of the Dead
4. Raven Void
5. Atra Mors

Band:
Daniel Arvidsson – Bass, Vocals
Christer Ström – Guitars
Emil Ahlman – Drums, Organ

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