3 Ways to Magick Tour. Elvenking, Frozen Crown und Desert in München.

Damna, Gesang, Elvenking

Damna, Gesang, Elvenking

Hach endlich wieder Zeit für ein Konzert. Elvenking wollte ich ja schon länger mal live sehen, aber irgendwie waren mir die Götter  – oder wer auch immer, irgendwer muss jedenfalls Schuld sein – nicht gewogen. Entweder die italienischen Pagan und Power Metaller tourten auch nicht im Entferntesten in meiner Nähe oder sie kamen in Reichweite, sagten das Konzert dann aber doch noch ab oder kamen in meine Nähe, ich war aber nicht in meiner Nähe. Doch die Metalgötter hatten ein Einsehen und so klappte es mit dem Konzert nun endlich. Am 18.04. machten mein Fotograf aka Kameramann aka Ehemann und ich uns gen München auf, um Elvenking und die beiden Vorbands Desert und Frozen Crown zu sehen.

Alexei Raymar, Desert

Alexei Raymar, Desert

Schon am Einlass hatte sich die 3-stündige Fahrt gelohnt. Wir erhielten wertvolle Informationen darüber, wie man sich einen Presse- und Fotografenausweis selber bastelt, um so sicher und ohne Gemecker seitens der anderen Anstehenden, schnell an der Schlange vorbei zu gelangen. Zur Not kann man sich auch irgendwas an den Bändel hängen, das passt dann scho. Hauptsache da baumelt was um den Hals. Gut – für dieses Mal kamen diese Infos leider zu spät, aber ich werde euch dann berichten. Wir trafen jedenfalls pünktlich zum Auftritt der israelischen Power- und Melodic Metal Band Desert ein. Joa – das ging schon ganz gut los. Gitarrist Sergei Metalheart schickte uns das eine oder andere ansprechende Solo entgegen – schöne Gitarre übrigens –  und man hatte Lust mitzubangen. Leider war der Sound den ganzen Abend über nicht wirklich gut, so dass man Sänger Alexei Raymar manchmal kaum hörte. Das machte er jedoch mit seinem wirklich beeindruckenden Repertoire an Metal Moves wett. So sahen wir den „Surfer“, die „Faust“, die „Faust auf dem Herzen“, „Point at the crowd“ und kleine Ansätze einer synchronen Choreografie, um nur einiges zu nennen. Desert hatten das Publikum vollends im Sack, als sie es kurzerhand als Chor für einen Song vom bald erscheinenden Album engagierten. Es wurde also schnell geprobt, dass man auch an der richtigen Stelle das Richtige singt und schon schmetterten Band und Publikum gemeinsam. Gute Stimmung, gute Band. Hat Spaß gemacht.

Frozen Crown

Frozen Crown

Inzwischen war es im Club so warm, dass einem der Schweiß in Strömen den Rücken runterlief. Immer wieder ein erhebendes Gefühl. Nur bei Månegarm war es seinerzeit noch hitziger. Als Nächstes enterten die italienischen Power Metaller Frozen Crown die Bühne. Hach naja. Ehrlich gesagt war das nicht so meins. Am besten gefiel mir Gitarristin Talia Bellazecca, die einen wirklich guten Job machte. Auch Drummer Alberto Mezzanotte beeindruckte durchaus. Er verschwand oft minutenlang hinter einem lockigen Haarvorhang und gab dort alles. Es sah echt aus, als würde er rückwärts auf seinem Hocker sitzen. Aber auch spieltechnisch hatte er einiges auf dem Kasten. Dem restlichen Publikum schien es zu gefallen. Sogar die mürrisch dreinblickenden und betontes Desinteresse zur Schau stellenden Herren, die offensichtlich von ihren Freundinnen oder Frauen zum Konzert geschleppt wurden, blühten beim Anblick der Gitarristin und von Sängerin Giada kurzfristig auf.

Lethien, Violine; Symohn, Drums; Elvenking

Lethien, Violine; Symohn, Drums; Elvenking

Nach einiger Bastelei am Ton, die aber keine wirkliche Verbesserung brachte, war es nun endlich Zeit für den Auftritt von Elvenking. Dem geneigten Fan fiel natürlich sofort auf, dass statt Gitarrist Rafahel ein anderer, nämlich Headmat, seinen Platz eingenommen hatte. Und Drummer Lancs wurde von seinem Vorgänger Symohn vertreten. Die italienischen Power und Pagan Metaller spielten sich in etwas über einer Stunde durch immerhin sechs Alben und lieferten so eine nette Mischung aus alten und neuen Songs. Zwar hatte die Band auch einige ganz neue Songs versprochen, doch aus irgendwelchen Gründen (wer hat da nicht geübt?) und weil das Leben laut Sänger Damna „sometimes shitty“ ist, konnten die Italiener dieses Versprechen doch nicht einlösen. Egal. Es war auch so der Hammer. Leider blieb der Sound weiterhin mittelmäßig, so dass man Damnas Gesang oder Lethiens Violine oft nicht gut hören konnte. Dennoch lieferten die Jungs eine magische Show ab. Mit „Draugen’s Maelstrom“, „Pagan Revolution“, „Elvenlegions“, „Divided Heart“ oder „The Loser“ sorgten die Italiener für Brodeln im Kessel. Und noch einmal erhörten mich die Metal Götter, denn Elvenking spielten „Neverending Nights“. Yippeeee. Einer meiner Lieblingssongs der Band. Ein weiterer Höhepunkt war das Violinen- und Drumsolo von Lethien und Symohn. Wunderschön. Elvenking hätten vermutlich auch noch Zeit für ein oder zwei weitere Songs gehabt, doch Sänger Damna war äußerst kommunikativ – das Publikum nicht immer, doch davon ließ er sich sympathischerweise überhaupt nicht beirren. Unablässig dirigierte er die Menge mit Worten und Gesten und erschuf eine regelrechte „Faust-in-die-Höhe-reck-Choreografie“, die es in sich hatte. Mehr als einmal fuhr trotz genauer Einweisung eine Faust zum falschen Zeitpunkt gen Himmel. Auch Damnas stetiger Kampf mit dem Haupthaar war der guten Laune äußerst zuträglich. Ebenso Bassist Jakob, der wie ein Irrwisch mit den Fingern über die Saiten flitzte, sich über gelungene Bass-Tricks freute – auch für mich als Zuschauer waren sie eine Augen- und Ohrenweide – und das Publikum unablässig anfeuerte. Zwischendurch fand der Hausmeister auch noch den Knopf für die Lüftung und ein kühlender Hauch wehte durch den Club. Dank der magischen Energie und der Freude am eigenen Schaffen, die Elvenking von der Bühne ins Publikum transportieren, war es trotz der Soundmängel ein Wahnsinnskonzert. Zum Ende sei noch der äußerst  kompetente Herr am Merchandising Stand erwähnt. Mit Sorgfalt und Augenmaß ermittelte er die richtige T-Shirtgröße. Er würde einen sicher niemals mit einer Hose nach Hause gehen lassen, in der man sich nicht hinsetzen kann. Der Gesang zweier junger Herren beschloss dann den Abend: „Mein Licht geht aus, wir gehn nach Haus.“ Woraufhin ein halbgegrowltes „Rabimmel, rabammel, rabumm.“ antwortete.

 

 

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