Gelungener klassischer Doom: Destination Void von Wolf Counsel

Doom Metal
Veröffentlicht: 22.02.2019
Endless Winter
https://www.wolfcounsel.net/


DESTINATION-HI-RESDas neue Jahr steht bisher sehr stark im Zeichen des Doom. „Im Zeichen des Doom“ – das wäre ein schöner Titel für – für irgendwas eben. Ich sichere mir auf jeden Fall die Rechte. Eigentlich geht es aber um das neue und vierte Album der Schweizer Doom Metaller Wolf Counsel. „Destination Void“ entstand in nur vier Monaten und umfasst sieben Songs. Ich muss ehrlich gestehen, dass meine Kenntnisse des Schweizer Metal etliche verheerend peinliche Lücken aufweisen. Da fange ich doch heute glatt damit an, diese zu stopfen.

Der Opener „Nazarene“ bietet uns einprägsames Riffing und einen bildschönen cleanen Gitarrenpart, der für schauerliche Gänsehaut sorgt. Glockenklang am Schluss rundet das Ganze ab. Glockenklang ist das Stichwort. Ein wichtiges, ja unverzichtbares Stilmittel des Doom, das auch auf „Destination Void“ gern eingesetzt wird und zur schaurig ungemütlichen Atmosphäre beiträgt. So läuten die Glocken denn auch „Nova“ ein, das mich sehr an Candlemass erinnert. Schwer und zäh – also positiv zäh – wälzt sich der Song dahin. „Tomorrow Never Knows“, übrigens ein Malapropismus des Beatle Ringo Starr, ist ein kraftvoller Song, der mit schönen Bassmelodien brilliert und schon fast ein wenig Southern Rock Feeling aufkommen lässt. „Staring Into Oblivion“ hingegen überzeugt mit mystischem Beginn und schwerem Riffing im Stile von Black Sabbath. Mein persönlicher Höhepunkt des Albums ist allerdings „Destination Void“. Orgelklänge leiten den Song dramatisch ein. Gitarren tasten sich langsam, langsam vorwärts, lauern. Aufreizend langsame Bendings. „Destination Void“ ist ein Song, bei dem ein ungeduldiger Mensch wie ich beinahe durchdreht und das liebe ich. Es ist wie eine Erlösung, wenn es dann losgeht. Klar, ohne in übertriebene Hast auszubrechen. Der Song lebt von diesen Tempowechseln, die immer wieder absolute Spannung aufbauen. Ein tolles Gitarrensolo gibt’s auch noch obendrauf – ach, ich bin glücklich.

Wolf Counsel überzeugen mit ihrem vierten Album ausnahmslos. Variables, eingängiges Riffing, hypnotischer Gesang, der aber niemals ermüdet oder nervt, ansprechende Bassparts und rhythmisch tragende Passagen. Dazu der ein oder andere Tempowechsel und eine herrlich unheilvolle Grundstimmung. Hier und da fühlt man sich an Candlemass und Black Sabbath erinnert, aber die Musik bleibt immer eigenständig. Sehr gelungener, klassischer Doom. Und wisst ihr was? Ich habe das hier geschrieben, ohne einen dummen Flachwitz über Doom Metal und die Schweiz zu bringen. Ups…

Bis das neue Album erscheint, könnt ihr hier einstweilen ins Vorgängeralbum „Age Of Madness / Reign Of Chaos“ reinhören.


Tracks:
1. Nazarene
2. Nova
3. Mother of All Plagues
4. Men of Iron Men of Smoke
5. Destination Void
6. Tomorrow Never Knows
7. Staring into Oblivion

Band:
Ralf W. Garcia (Gesang, Bass)
Reto Crola (Schlagzeug)
Andreas Reinhart (Gitarre)
Ralph Huber (Gitarre)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s