Düster, verzweifelt, verträumt, wütend. Estuary von Mirror of Deception

Doom Metal
Veröffentlicht: 09.11.2018
Eigenproduktion
http://www.mirrorofdeception.de


the estuary cover

Wer nach den ganzen Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten momentan noch etwas lahm ist und wem deshalb jetzt noch nicht gleich wieder nach Speed Metal zumute ist, wer den Organismus sacht aus dem Feiertagskoma holen möchte, für den ist Doom Metal doch genau das Richtige. Und wie es der Zufall so will, habe ich da genau das Richtige auf Lager. Nach acht Jahren und einem kleinen Umbau in der Band 2015, veröffentlichten die deutschen Doom Metaller Mirror of Deception im November ihr neues Album „Estuary“, das acht Songs enthält.

Mit „Orphans“, „Divine“ und „Immortal“ finden sich auf Esturay gleich mehrere eingängige Songs, die sich schnell im Ohr festsetzen. „Orphans“ wartet mit verzweifeltem, zornigem Gesang auf, der uns mit jeder Menge Nachdruck entgegengeschleudert wird. Ergänzt wird das Ganze durch ein eingängiges Gitarrenriff. Ansprechend und melodisch mitreißend. „Divine“ ist melodisch wunderbar ausgefeilt und überzeugt mit melancholischen Gitarren und Gänsehautgesang. „Immortal“ macht gleich weiter damit und geht in die tiefsten Tiefen. Die Gitarre sitzt wie ein Stachel im Gehörgang und stichelt beständig. Der Song entwickelt sich schließlich immer mehr zu einem Epic Doom Kracher. Ein würdiger Abschluss des Albums.

Mit „To Drown a King“ findet sich auch eine echte, herrliche Doom Walze auf „Estuary“. Schwer schleppt sich der Song dahin. Drückend und bedrückend. Herrlich. Langsam pendelt der Kopf dahin und kommt ganz sacht in Schwung. „At my Shore“ hat mir besonders gut gefallen. Ab der Hälfte wird der Text nicht gesungen, sondern gesprochen. Geflüsterte Worte atmosphärisch untermalt. Langsam driften die Worte über in sanften Gesang. Man fühlt sich wie von Wellen als Treibgut an den Strand gespült. Der Song pendelt irgendwo zwischen sehnsuchtsvoll und vergessen, ankommen und nicht ankommen wollen. Das verzweifelte „To Dust“ gefällt mir ebenfalls sehr gut. Der Song lebt unter anderem von gequälten, verzweifelten Rufen im Wechsel mit dem Gesang. Der Break mit gesprochenen Worten, untermalt vom Bass, erzeugt ebenfalls wohligen Schauer.

Auf „Esturay“ findet ihr jede Menge absolut hörenswerten, düsteren Doom. Düster und noch viel mehr: wunderbar melancholische Melodien, Wut, Verzweiflung, Verträumtheit, Sehnsucht. Alles dabei, was ein gutes Doom Album braucht. Reinhören könnt ihr unter: https://mirrorofdeception-doom.bandcamp.com


Tracks:
1. Splinters
2. Orphans
3. At My Shore
4. Magnets
5. To Drown A King
6. To Dust
7. Divine
8. Immortal

Band:
Michael (Gesang, Gitarre)
Jochen (Gitarre)
Hans (Bass, Gesang)
Rainer (Schlagzeug)

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