Packend. Die Geschichte vom Wolf – Ulfven von Ereb Altor

Pagan/Epic Doom/Black Metal
Veröffentlicht: 07.07.2017/28.07.2017
Hammerheart Records
http://www.erebaltor.com/


Ulfven - Ereb Altor

Ulfven – Ereb Altor

Sie sind bekannt für Pagan Metal mit starkem Bathory Bezug: Ereb Altor. Nachdem die Schweden nun schon dem Federvieh in Gestalt des Raben, der ja einen festen Platz in der nordischen Mythologie einnimmt, eine Platte („Nattramn“) gewidmet haben und nach der Veröffentlichung des Bathory Tribute Album „Blot-Ilt-Taut“ wenden sich Ereb Altor nun in ihrem sechsten Album dem vierbeinigen Säugegetier zu. Genauer genommen dem Wolf. Auch davon hirschen und pirschen ja einige in den nordischen Mythen und Sagen herum (können Wölfe hirschen? Ein Thema dessen Diskussion einen ganz eigenen Blog nötig macht!) Jetzt schauen wir aber erst einmal, wie Ereb Altor den „Ulfven“ musikalisch verarbeiten.

Das Album beginnt mit einem von einer weiblichen Stimme gesprochenen Vers aus der Völuspá – dem Gedicht, in dem eine Seherin vom Untergang und der Neuentstehung der Welt spricht. Stimmiger, atmosphärischer Einstieg. Musikalisch startet das Album dann mit „En Synd Svart Som Sot“. Der Song kreiert vor allem durch die halligen Keyboards ein Gefühl von Weite, von schwedischer Weitläufigkeit und Einsamkeit in der Natur. Der Klargesang ist eindringlich und voller Leidenschaft, beeindruckende Chöre und ein Rezitativ ergänzen das Ganze stimmig. Die Atmosphäre ist getragen.

„Av Blod Är Jag Kommen“ lebt von den schwer im Ohr liegenden Gitarren und dem Wechselgesang – vom Hin und Her zwischen Klargesang, Grunzen und Schreien, das für viele Songs von Ereb Altor typisch ist und das sie wirklich perfekt beherrschen. Auch das düster-bedrohlich-mystische „Wolfcurse“ lebt zu einem Großteil davon – und von den Gegensätzen zwischen epischen, doomigen und bösen schwarzmetallischen Parts, mit denen Ereb Altor auch in „Gleipnir“ exzellent spielen.

Das gekonnte Spiel mit Gegensätzen kennzeichnet überhaupt das komplette Album – auch was die Reihenfolge der Songs anbelangt. Auf das äußerst schwarze, temporeiche, groovige, durch harte Gitarren und Krächzgesang dominierte „The Rite Of Kraka“ folgt das eher gemächliche, melodische, mit präsenten und kraftvollen Basspassagen versehene „Ulfven“. Der Song klingt von der Melodie her ein wenig nach Mittelalter – kommt dabei zur großen Erleichterung Vieler ganz ohne Dudelsackgenöle aus – und es gibt eine schöne Akustikgitarrenpassage.

„Bloodline“ beschließt das Album. Dabei heißt es für die Schweden all in (da stand zuerst aal in – wäre aber was völlig Anderes). Es wird noch einmal alles, was das Album bisher zu bieten hatte, in den Ring geworfen: schönes cleanes Gitarrenintro, Bathory Reminiszenzen, Wechselgesang, Chöre, ausgefeilte Gitarrensoli und dichte Atmosphäre.

„Ulfven“ ist ein packendes Album mit unglaublicher, stetig wechselnder Atmosphäre und wunderbaren Gegensätzen. Mal ruhig, mal aufpeitschend, mal verzweifelt, mal eindringlich, mal böse, mal hart, mal zurückgenommen, mal episch. Es ist als würde man vor einem Hörspiel sitzen und gebannt zuhören was als nächstes passiert. Ereb Altor verstehen es in ihren Songs Geschichten zu erzählen. Durch die Wechsel im Gesang – vom Klargesang über bauchtiefe Growls bis zum bösartigen Blackmetallgekrächze ist alles dabei – die Wechselgesänge, Chöre und nicht zuletzt die immer wieder eingestreuten gesprochenen Passagen treiben die Geschichte voran. Pagan Elemente sind vorhanden, allerdings nie klischeehaft, was den Songs gut tut. Natürlich fehlen auch auf diesem Album die Bathory Reminiszenzen nicht, die eben zu den Schweden gehören und ihre Musik mit prägen. Was außerdem absolut überzeugt ist die Leidenschaft für das, was Ereb Altor da machen, die direkt beim Hörer ankommt und ihn mitnimmt.

Quelle: YouTube Channel von Hammerheart Records: https://www.youtube.com/channel/UCvfTjbf-iFObnMaBDFo6T7g


Tracklist:
Völuspá
En Synd Svart Som Sot
Av Blod Är Jag Kommen
The Rite Of Kraka
Ulfven
Wolfcurse
Gleipnir
Bloodline

Besetzung
Mats – Gesang, Gitarre, Keyboard
Ragnar – Gesang, Gitarre
Mikael – Bass, Hintergrundgesang
Tord – Schlagzeug, Keyboard

2 Gedanken zu “Packend. Die Geschichte vom Wolf – Ulfven von Ereb Altor

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