Song des Monats 06/17

Der Junisong ist absolut keine leichte Kost. Es war eine der traurigen Nachrichten 2016. Trees of Eternity Sängerin Aleah Starbridge verlor den Kampf gegen den Krebs – und mit ihr gingen ihre wundervollen Texte und Worte und ihre elfenhafte Stimme. Die Nachricht, dass Trees of Eternity Gitarrist Juha Raivio gemeinsam mit Amorphis Sänger Tomi Joutsen und Ex Him Drummer Gas Lipstick als „Hallatar“ Aleahs Wirken, ihre Texte und Worte weiterleben lassen wollen, machte mich gespannt, neugierig und ungeduldig. Ich konnte es kaum erwarten den ersten Tönen dieser Band zu lauschen, die ersten Worte – geschrieben von Aleah, gesungen von Tomi zu hören.

Gestern war es dann so weit. „Mirrors“ ist der Vorbote des im Oktober erscheinenden Hallatar Albums „No Stars Upon The Bridge„. Raivio schrieb die Musik laut eigener Aussage innerhalb einer Woche in einer Art dunklem Rausch an den er keinerlei Erinnerung mehr hat, der ihm aber half nicht vor die Hunde zu gehen. „Mirrors“ wurde von Hallatar als der dunkelste Song des Albums angekündigt. Ja – das glaub ich gern. Denn schwärzer als schwarz wurde meines Wissens noch nicht erfunden. Der Song ist ein schwerer Betonklumpen im Magen. Nach dem ersten Hören saß ich da und musste erstmal tief durchatmen. Jeder, der schon einmal einen absolut schwarzen Moment im Leben hatte, kennt das – sagen wir mal als er zum Beispiel erkennen musste, dass die Metallica Tickets unverschämte 115 Euro kosten  –  nein, im Ernst, man fühlt sich unweigerlich an alles Blöde, Unbequeme und Shittige im Leben zurückgeworfen.

„Mirrors“ trägt Raivios typische Gitarrenhandschrift. Klagend, hallend und schmerzvoll schleppt sich die Gitarre dahin. Unverkennbar. Was einen dann aber mit voller Wucht trifft, ist Joutsens Stimme, die teilweise kaum noch etwas Menschliches hat. Gequältes, atemloses Zischen – herausgepresste, ausgekotzte Worte – tiefe, dunkle Growls und Klargesang, das ist die Bandbreite in der Joutsen sich bewegt. Und die einen sprachlos macht. „Mirrors“ transportiert mit jedem einzelnen Ton Schmerz und Hoffnungslosigkeit und lässt einen mit wild klopfendem Herzen und einem unangenehmen Klumpen im Magen zurück. Der düster-poetisch-melancholische Text und die Musik ergänzen sich perfekt. Ein faszinierendes Beispiel dafür wie Musik Gefühle transportiert. Ein rundum gelungenes Debüt für Hallatar.

Quelle: YouTube Channel von Svart Records: https://www.youtube.com/channel/UC2DkelwQMahAUN3jOsbNhRg

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