Raise your horns! Amon Amarth in Ludwigsburg

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es war an einem Freitag. Genau genommen am Freitag, den 18.11.2016 als die Wikinger in Ludwigsburg einfielen. Um ihren Triumph zu feiern und ihre Macht zu demonstrieren, wählten sie die MHP Arena. So machten auch wir uns auf gen Ludwigsburg, um die Männer aus dem fernen Norden zu sehen. Da wir mit unserem Drachenboot auf dem Goldbach nicht arg weit gekommen wären, entschieden wir uns dann doch mit dem Auto zum Amon Amarth Konzert zu fahren.

Wir erreichten die Arena als Grand Magus schon zu Werke gingen und das Publikum anheizten. Davon bekamen wir jedoch nicht viel mit, da wir noch eine eigene Quest zu erfüllen hatten – die spannende Quest „Finde deinen Platz“. Unsere Reihe war nämlich leider komplett abgesperrt. Wir wanderten also fleißig von einem Ordner zum nächsten, um Informationen zu sammeln. Der Vierte gab uns nun endlich den entscheidenden Tipp – „Ihr müsst zur Kasse raus und das Ticket umtauschen.“ Okeeee. Also wieder durch die Menge wühlen, gegen den Strom raus zur Kasse. Schnaub. Dort bekamen wir dann andere Tickets. Solchermaßen gerüstet wühlten wir uns wieder zurück in die Halle. Zwischen „Nasalstimme“ und „Bauarbeiterde­kolle­té“ (manche Dinge muss man einfach nicht gesehen haben) fanden wir schließlich unser Plätzchen. Grand Magus hatten ihren Auftritt beendet – weiter ging es mit Testament.

Alex Skolnick, Gitarre, Testament

Alex Skolnick, Gitarre, Testament

Die Thrash Metaller aus USA präsentierten einige ihrer neuen Songs vom Ende Oktober erschienenen Album „Brotherhood of the snake“: „The pale king“, „Stronghold“ und „Brotherhood of the snake“. Aber – klar doch – ein wenig „oldschool Thrashmetal“ durfte auch nicht fehlen und wurde zum Beispiel in Form von „Over the wall geliefert“. Hach naja – Sänger Chuck Billy ist natürlich schon eine Urgewalt auf der Bühne. Wenn er nicht singt, spielt er sämtliche Gitarrenriffs und Soli auf seinem halben Mikroständer in doppelter Geschwindigkeit mit. Herrlich. Und Alex Skolnick an der Gitarre ist wirklich flink und beeindruckend und reißt das Publikum definitiv mit. Außerdem habe ich ein Auge auf seine Gitarre geworfen – sparen, sparen, sparen. Allerdings sind meine richtig intensiven Thrash Metal Zeiten glaub ich vorbei – ich lasse euch nach der Sitzung mit meinem Therapeuten wissen, wie ich diese Erkenntnis verkraften kann. Jedenfalls hat es mich nicht so richtig vom Sitz gerissen.

Johan Hegg, Gesang, Amon Amarth

Johan Hegg, Gesang, Amon Amarth

Nach Testament folgte eine längere Umbaupause. Schließlich enterten Amon Amarth die Bühne. Und die Bühne konnte sich wirklich sehen lassen. Schlagzeuger Jocke Wallgren thronte mit seinen Trommeln auf einem gigantischen gehörnten Wikingerhelm. Auf beiden Seiten führten Treppen nach unten auf die Bühne. Die Augenlöcher des Helms leuchteten während des Konzerts in den verschiedensten Farben. Die Nordmänner boten wirklich in jeder Hinsicht eine gigantische Show. Einerseits war die Songauswahl super. Die Melodic Death Metaller spielten einiges vom neuen Album, zum Beispiel „First kill“, „On a sea of blood“ oder „One thousand burning arrows“ – außerdem in der Zugabe den Partykracher „Raise your horns“. Selbstverständlich erschienen die Schweden dazu mit ihren Trinkhörnern auf der Bühne und leerten diese bevor es los ging. Ein Song, den ich persönlich gar nicht liebe, der aber tatsächlich (Schein-) Tote erwecken kann. Durch die zwei Personen vor uns, die das ganze Konzert über mehr oder weniger apathisch vor sich hin dümpelten, ging plötzlich ein Ruck, sie sprangen auf, reckten ihre vier bis fünf Bierbecher, sangen die drei Worte, die sie sich noch merken konnten, mit – und spielten dazu noch erwartungsgemäß grottenschlecht Luftgitarre. Sehenswert. Ansonsten spielten Amon Amarth sich querbeet durch die Kracher eines Großteils ihrer Alben: „The pursuit of Vikings“, „Deceiver of the gods“, „Death in fire“, „Destroyer of the universe“, „Cry of the black birds“ – und extra für mich: „Guardians of Asgaard“ – und noch einige mehr. Gewürzt wurde das Ganze mit schauspielerischen Einlagen. Ab und an hatte man den Eindruck einem Theaterstück mit Musik zu folgen. Hegg sprach immer wieder Texte. Zwei behelmte Herren führten einen Schwertkampf auf, drohten mit Speeren und mit Streitkolben und zielten mit Bögen auf uns – bitte treffe irgendjemanden hinter mir! Da es mich in der Halle etwas fröstelte, kamen mir die Feuerfontänen, die die Musik perfekt unterstrichen, gerade recht. Am beeindruckendsten gestalteten Amon Amarth allerdings den letzten Song – das große Finale. Zu „Twilight of the thunder god“ kam Sänger Johan Hegg mit Thorhammer in der Hand auf die Bühne. Als er diesen auf die Bühne donnern ließ, knallte es ohrenbetäubend und es sprühten effektvoll Funken umher. Im Hintergrund erhob sich die Midgardschlange und wand sich bedrohlich. Ragnarök stand offensichtlich unmittelbar bevor. Im Laufe des Songs erklomm Hegg die Treppen und bekämpfte mit dem Hammer das böse Reptil. Einfach gut gemacht. Die Schweden wissen, wie man eine Horde Wikinger unterhält!

Amon Amarth, Ludwigsburg, 18.11.2016

Amon Amarth, Ludwigsburg, 18.11.2016

3 Gedanken zu “Raise your horns! Amon Amarth in Ludwigsburg

  1. Schade … Haben wir nicht sehen können. Jetzt bete ich mal zu meinem Schöpfer das es 2017 beim Summerbreeze klappt. Aber wir haben heute unser Tickets fürs EISTNAFLUG 2017 bekommen, Metalfestival in Island mit SKALMÖLD u.a.

    Gefällt 1 Person

  2. Schöner Bericht zu einem richtig tollen Konzert. Ich war ja im Vorfeld etwas missmutig und hatte nicht so richtig Lust, aber gut das wir hingegangen sind. Tolle Songauswahl, ein für eine große Halle gelungener Sound und eine Mega-Show. Von mir aus hätten die Jungs nochmal 2 Stunden spielen können.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s