Alle Zweifel beseitigt – „Pain Cleanses Every Doubt“ von Ultha

Black Metal
Veröffentlicht: 31. Juli 2015
Selbstveröffentlicht
https://ultha.bandcamp.com
https://www.facebook.com/templeofultha


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Pain Cleanses Every  Doubt

Vor wenigen Tagen haben Ultha die EP „Dismal Ruins“ veröffentlicht, die eigentlich ein Split hätte werden sollen. Daraus ist wegen Mitgliederschwunds beim Split-Partner vorerst nichts geworden, weshalb mit den Ultha-Liedern, inklusive genialem Mighty-Sphincter-Cover, vorlieb genommen werden muss. Dass das aber beileibe kein Beinbruch ist, zeigte schon die Qualität des vor etwa einem Jahr erschienen Albums „Pain Cleanses Every Doubt“, das schneidenden, modernen Black Metal mit klassischer Anmutung bot.  Anlass genug also, um den Langspieler von 2015 nochmal ins Rampenlicht rücken, denn verdient hat er sich das allemal.

Wichtig für den ersten Eindruck eines Liedes und auch eines ganzen Albums sind oftmals, und insbesondere mir, die Einleitungen zu selbigem. Komisches langweiliges Gedudel? Atmosphärische Naturklänge, die leider nie enden wollen? Synthesizer aus den 80ern im Keller entdeckt und wild damit experimentiert? Weg damit! Einsam vor sich hin sägende Gitarre? Riff, das sofort im Ohr hängen bleibt? Nach und nach einsetzender im Untergrund grummelnder Bass und stampfendes Schlagzeug? Aber gern!

Ultha haben hier alles richtig gemacht und gehen bei „Crystalline Pyre“ nach der gelungenen Einleitung auch gleich in die Vollen. Gekonnt wird das düstere Hauptriff immer wieder variiert, verlassen und wieder aufgenommen. Der richtige Ton ist mit diesem Auftakt schon gesetzt. Ähnlich geht es bei den anderen Liedern weiter, „Perpetual Resurrection“ etwa bietet einen einfachen, stimmungsvollen Einstieg mit Beckenspiel und baut sich im Verlauf bedrohlich auf.

Man ahnt es bei Titel und Liednamen schon: Fröhlichkeit ist nicht unbedingt das leitende Motiv des Albums. Wenn’s mal nicht düster ist, wird’s gern melancholisch – zum Beispiel bei „Death Created Time To Grow The Things It Kills“. Alleine der Titel ist doch Gold wert und dürfte True Detective entlehnt sein. Überhaupt ist das wohl mein persönlicher Lieblingstitel. Langsame, verträumt-düstere Passagen gehen über in schnellere, härtere Abschnitte. Die Mollgitarren kreieren eine Szenerie, aus der sich die Hoffnung schon lange zurückgezogen hat. Wenn dann gegen Ende die namensgebende Textzeile wiederholt wird, ist die Gänsehaut nicht mehr fern.

„Düster“ ist ohnehin das verbindende Adjektiv für alle vier Lieder auf dem Album. Klassische Black-Metal-Harmonien hypnotisieren einen regelrecht, die zu keinem Zeitpunkt schwülstigen Melodien lassen einem schwer ums Herz werden. Das Covermotiv ist auf jeden Fall treffsicher ausgewählt. Was mir besonders gut gefällt, auch im Vergleich zu manch anderen Genrevertretern, ist, dass das alles mit einfachen Mitteln erreicht wird. Langsam wird Spannung aufgebaut, bodenständige Riffs bilden den Kern des Ganzen. Das ist irgendwo klassischer, skandinavischer Black Metal, irgendwie aber auch modern gewandt. Die Zeit ist schließlich auch an diesem Genre nicht spurlos vorüber gegangen. Die Band selbst gibt an, sich in der Ecke des gegenwärtigen US-Black-Metal zu verorten. Dass man nicht in Nostalgie zur zweiten Black-Metal-Welle schwelgt, zeigt auch die saubere Produktion, bei der jedes einzelne Instrument glasklar zu hören ist. Insbesondere der Druck im Tieftonbereich begeistert mich und gibt vielen Passagen erst die richtige Intensität.

Ultha  wissen also, jeglichen Zweifel an der Qualität von „Pain Cleanses Every Doubt“ zu beseitigen (das Wortspiel sei mir abseits des Titels noch erlaubt). Abwechslung, Atmosphäre, Dynamik  – alles stimmt, alles passt. Klare Empfehlung meinerseits – übrigens auch für die neue EP.

Quelle: Offizielle Bandcamp-Seite von Ultha


 Lieder:

  1. Crystalline Pyre (11:02)
  2. Perpetual Resurrection (10:19)
  3. Death Created Time To Grow The Things It Kills (10:57)
  4. You Exist For Nothing (06:35)

Band:

Chris (Bass/Vocals)
Ralph (Guitar/Vocals)
Ralf (Guitar)
Andy (Electronics)
Manu (Blasts)

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