Intensiv und introvertiert – Vessels von Be’lakor

Melodic Death Metal
Veröffentlicht: 24.06.2016
Napalm Records
http://belakorband.com/


Vessels

Vessels

In letzter Zeit gab es wenige Melodic Death Metal Alben, mit denen ich mich wirklich anfreunden konnte. Meist machte sich bei mir beim Hören schnell Langeweile breit und ich dachte des Öfteren bei mir „Kenn ich schon, kenn ich schon, kenn ich schon … whiiii … mag ich nicht!“ Umso erfreuter bin ich jetzt „Vessels“, das vierte Album der australischen Melodic Death Metaler Be’lakor, in Händen zu halten. Die Australier arbeiten grundsätzlich schon mit allem was der MDM so zu bieten hat – und doch klingen sie irgendwie anders. Ein bisschen progressiver, ein bisschen abwechslungsreicher und ein wenig melancholischer vielleicht.

Nach einem kurzen Opener folgt mit „An ember’s arc“ gleich der erste Höhepunkt des Albums. Der Song beginnt sanft aber nicht langsam mit perlendem Akustikgitarrensound, geht über in einen träumerischen Klangteppich und legt dann blastbeatmäßig aber mal so richtig los. Einfach nur zum Heulen schön ist die Akustikpassage, die plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht. Dann wird der Distortionknopf nochmal gedrückt, die Blastbeats rausgeholt und Sänger George Kosmas holt stimmlich auch noch mal alles aus sich heraus – göttlich. Ein weiteres Highlight ist „Withering strands“. Der Song beginnt sehr groovig und bleibt es über weite Strecken auch, Kosmas‘ intensive Growls sorgen für Gänsehaut, Drummer Elliot Sansom haut einem immer wieder seine Doublebasses um die Ohren, dann wird es wieder sehr zurückgenommen und melodisch und dennoch kraftvoll, wofür auch Bassist John Richardson sorgt. Der Song wartet außerdem mit einer Pianopassage auf, die mit stampfender Bassdrum, dazu passendem Bass und stampfenden Gitarren untermalt wird. Manchmal entsteht eine fast schon doomige Atmosphäre bevor die Jungs wieder Vollgas geben – Herzrasgefahr. Diese unglaublichen Tempowechsel von Porsche auf Traktor und zurück vollführen Be’lakor gern und man denkt sich des Öfteren verdutzt „Heidewitzka“.

Was soll ich sagen – ich bin schockverliebt in „Vessels“. Das Album ist melodisch, atmospährisch dicht, träumerisch, zum Heulen schön und an anderen Stellen dann doch wieder hart, aggressiv und aufpeitschend. Es ist intensiv und introvertiert. Ich liebe Kosmas‘ intensiven Gesang. Die Tempowechsel sind mal dezent, gleitend, fast unmerklich. Dann wieder kommt es einem vor als ob man vor eine Tür gelaufen ist. Die Australier beherrschen das Spiel mit dem Wechsel zwischen Distortion und Clean Sound saugut. Die Riffs gehen ins Ohr und begeistern. Insgesamt ein vielschichtiges Album, das einen schon beim ersten Hören total flasht. Doch bei jedem weiteren Hören entdeckt man dann noch neue Details. Macht Herzrasen und Gänsehaut.

Quelle: YouTube Channel von Napalm Records: https://www.youtube.com/channel/UCG7AaCh_CiG6pq_rRDNw72A


 

Tracks:
1. Luma
2. An Ember’s Arc
3. Withering Strands
4. Roots To Sever
5. Whelm
6. A Thread Dissolves
7. Grasping Light
8. The Smoke Of Many Fires

Line-Up:
George Kosmas – Vocals, Guitar
Shaun Sykes – Guitar
John Richardson – Bass
Steve Merry – Keyboards, Samples
Elliott Sansom – Drums

Ein Gedanke zu “Intensiv und introvertiert – Vessels von Be’lakor

  1. Tolles Review, sehr schönes Video. Macht richtig Lust auf das Album und wenn das Album das hält was das geteilte Video und der Bericht versprechen ist das wirklich mal wieder ein starkes MDM-Album. Leider war es in den letzten Monaten bei den Melodic Deathern ja etwas eintönig geworden, aber das hier scheint ja ein Brett zu sein. Cool 🙂

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