Wenn Metallica und Humppa eins werden – Cover-Versionen von Metal Bands

Heute habe ich mal Bock über Cover-Versionen zu schreiben. Moonsorrow haben von ihrem Album „Jumalten Aika“ eine Extraversion mit zwei Cover-Versionen von Grave und Rotting Christ auf den Markt gebracht. Das hat mich dazu inspiriert mal zu schauen, was da sonst noch so für Cover-Versionen im Metal herumflattern. So viel sei gesagt – das sind jede Menge.

Eine Cover-Version kann ja verschiedene Funktionen erfüllen: liebevolle oder spöttische Hommage, musikalische-sportliche Herausforderung oder schlicht und einfach Veräppelung. Sie kann relativ nahe am Original bleiben oder es ziemlich stark verändern. Und manchmal raubt eine Cover-Version dem Original jegliches Leben und lässt eine blutleere Hülle zurück – danke an Madonna, die für mich Don McLeans „American Pie“ zu einem „Lalala“ degradiert hat – Zwischenruf beendet.

Beginnen wir doch mit Metallica. Ihr könnt euch während des Wartens auf das neue Album die Zeit mit Cover-Versionen von Metallica Songs vertreiben. Und es existieren wirklich viele. Aber das wird wahrscheinlich auch nicht ausreichen… So basteln Moonsorrow zum Beispiel aus Metallicas „For whom the bell tolls“ eine Paganmetalversion mit Chor und allem drum und dran. Und natürlich ist der Song – nachdem die Finnen mit ihm fertig sind – auch noch etwas länger als vorher. Ensiferum drücken „Battery“ ihren Stempel auf bleiben dabei aber sehr nahe am Original. Destruction versuchen sich an „Whiplash“. Die wohl spannendste und spaltendste Interpretation liefern aber Finntroll mit ihrer Version von „The god that failed“ ab. Keifende Growls, Humppa, Tex-Mex feeling und das alles auf Folk Metal Basis. Mit diesem finntrolltypischen Mix machen die Finnen aus dem Metallica Klassiker etwas völlig Neues.

Quelle: YouTube-Channel von MusicJay1985, https://www.youtube.com/user/MusicJay1985

Doch nicht nur vor Metallica verneigen sich die Musikerkollegen durch ihre Cover-Versionen. Hatesphere drücken dem Anthrax Brecher „Caught in a mosh“ ihren persönlichen Stempel auf, Amon Amarth nehmen sich Accepts „Balls to the wall“ vor, Vader testen aus, ob sie „Reign in blood“ nicht doch noch ein wenig flotter hinbekommen, Six feet under verneigen sich musikalisch vor AC/DC und covern „TNT“. Slayer schaffen es irgendwie, dass „Born to be wild“ wie ein typischer Slayer Song klingt. Die Cover Könige Children of Bodom vertonen eigene Versionen von Anthrax‘ „Antisocial“, Iron Maidens „Aces high“, Sepulturas „Mass hypnosis“ oder Amorphis‘ „Black winter day“. Amorphis coverten übrigens im Gegenzug „Every time I die“ von Children of Bodom. Auch Metallica haben schon fröhlich vor sich hin gecovert. So holen sie zum Beispiel bei „Stone cold crazy“ – im Original von Queen – noch 1 bis 2 bpm raus.

Quelle: YouTube-Channel von gahasa musika, https://www.youtube.com/channel/UCLAl2eThz2W1-TX3ixxXhgA

Schließlich gibt es noch die Gruppe der – wie soll ich das jetzt formulieren – interessanten Cover-Versionen. In dieser Kategorie sind die Melodic Death Metaler von Children of Bodom ganz vorne mit dabei. Sie scheinen eine diebische Freude an Cover-Versionen von Songs zu haben, die man jetzt auf den ersten Blick nicht unbedingt mit Metal in Verbindung bringen würde. So haben sich die Finnen schon „Lookin‘ out my backdoor“ von CCR, „Sleeping in my car“ von Roxette, „Danger Zone“ von Kenny Loggins“ und „Oops! I did it again“ von Britney Spears vorgenommen. Tja, was soll ich sagen. Irgendwie funktioniert es auf eigenartige Art und Weise. Volbeat wiederum machen aus Dusty Springfields Popliedchen „I only want to be with you“ eine Rockliedchen und Sodom wagen sich mit „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens gleich in ganz neue Gefilde. Und das nicht gerade mit dem typischen Kaffekränzchengesicht. Ensiferum hingegen beweisen mit ihrer Version von „Bamboleo“, dass auch spanischer Folk gut vermetalt werden kann und Sombreros und harte Musik sich nicht ausschließen müssen. Ein Moshpit passt eben zu allem – das ist gelebte Völkerverständigung und Integration.

Quelle: YouTube-Channel von minigun664, https://www.youtube.com/channel/UCMYKOPokXid5N4qQbIsJiZQ

Quelle: YouTube-Channel von Children of Bodom, https://www.youtube.com/channel/UCEZvQo35kSV8EzGKHKGsq3A

Soweit mein kleiner Abriss über Cover-Versionen von Metal Bands. Was könnt ihr zu der unvollständigen Liste hinzufügen? Welche Cover-Versionen gefallen euch oder eben auch nicht? Ich bin gespannt. Horns up and olé!

Quelle: YouTube-Channel von Leanie andLoque, https://www.youtube.com/channel/UCU0dcaZt9EEHEUs8H8JINRw

4 Gedanken zu “Wenn Metallica und Humppa eins werden – Cover-Versionen von Metal Bands

  1. Coole Idee zu einem coolen Artikel. Bei einigen Videos hab ich Tränen gelacht, tatsächlich finde ich die interessanten Coverversionen auch wirklich spannender, zumindest haben sie den höchsten Unterhaltungswert 🙂 Mein absoluter Favorit ist daher „Aber bitte mit Sahne“ von Sodom. Einfach virtuos – Text und Stimme bilden eine Einheit 😉 Und der Wacken hat bestimmt getobt.
    Von Children of Bodom kann ich noch Sleeping in my car, im Original von Roxette, beisteuern. Hab nur leider kein gescheites Video gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=p9NrslnmOTg Als ich das auf den vorletzten Album durch Zufall entdeckt habe, dachte ich ich hab mich verhört 🙂

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