Song des Monats 04/16

Es rauscht, das Schlagzeug rumpelt, Seuche ruft und dann – Gänsehaut wenn die Gitarre solo mit dem Hauptriff ein- und sich gleich im Ohr festsetzt. So beginnt „Grauen“, der diesmalige Song des Monats. „Grauen“ ist der perfekte Einstieg in das (noch) aktuelle Fäulnis-Album „Snuff/Hiroshima“ und reißt einen von der ersten Sekunde an mit. Emotionsgeladen, dynamisch und – Überraschung – sehr eingängig präsentiert sich das Lied. Der Text passt wunderbar zur Musik und ist Seuche-typisch direkt und schonungslos.

Im alten Haus brennt wieder Licht
Doch das kannst Du nicht mehr sehen
Das Augenlicht längst erloschen
Alles taub und schwarz

Die Augen ausgekratzt
Die Fingerspitzen abgeschält und ausgebrannt
Gebrochene Nase, blutig und verkrustet
Aus den Ohren wächst ein Gestrüpp aus Draht
Die Zunge mit der Schere rausgeschnitten
Angst, Paranoia!

Das Haus verwittert auf den Klippen zum Meer
Zerfressen von Zeit, Enttäuschung und Wut
Der Nebel verschleiert alles was war
Im Inneren ausgeweidet, leblos und starr

Verstümmelt, reglos liegst Du da
Denkst, da muss doch jemand sein
Kannst nichts sehen, nichts hören nichts spüren
Begreifst es nicht, Du bist allein
Du liegst da und bist ein Krüppel
Das wolltest Du immer sein
Hast Dich selbst so zugerichtet
Und stirbst für Dich allein

Die perfekte Einheit von Musik, Gesang und Text ist es auch, was dieses Lied so besonders macht. Die glasklare Produktion, durch die sich alle Instrumente gut auseinander halten lassen, trägt das Ihrige dazu bei. Rasende Gitarren und Blast Beats intensivieren die verzweifelte Grundstimmung, unterbrochen von langsameren Passagen mit gesprochenem Text und einem weitgehend instrumentalen Mittelteil. Wenn „Grauen“ dann für die letzte Strophe wieder Fahrt aufnimmt, wird die Hoffnungslosigkeit förmlich greifbar. Ein Gute-Laune-Lied ist es also sicher nicht, aber damit ist man bei Fäulnis ohnehin an der falschen Stelle.

von Freund Hein

Quelle: YouTube Channel von Joe Flhigl: https://www.youtube.com/channel/UCupkpkBxa_fOTWVUGAGhekQ

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