Album mit Liveatmosphäre – Ordeal von Skepticism

Ordeal von Skepticism

Ordeal von Skepticism

Freund Hein arbeitet weiter hart daran, uns den Funeral Doom Metal näher zu bringen. Bitteschön, viel Spaß:

„Ordeal“ ist etwas Besonderes. Warum? Nun, es gibt Live-Alben, es gibt Studio-Alben und dann gibt es noch „Ordeal“. Skepticism haben sieben Jahre nach ihrem letzten Album ein selten gewagtes Experiment unternommen und das Album live vor Publikum am Stück eingespielt: keine extra Spuren, kein zigfaches Einspielen. Soviel sei schon gesagt: Das Experiment ist alles in allem gelungen!

Doch erstmal zurück auf „Start“ für die, die Skepticism nicht kennen. Seit 1991 spielen die Finnen ihren unverkennbaren Funeral Doom Metal und gelten neben Thergothon als Mitbegründer des Genres. „Ordeal“ ist das fünfte Album in voller Länge.

Das sind die Fakten, nun zur Musik. Wer Skepticism kennt, wird keine Überraschung erleben. Wie eh und je schleppen sich die überlangen Lieder dahin. Sehr dominante Orgelklänge und härtere Riffs wechseln sich mit wunderschönen Gitarrenmelodien ab. Matti Tilaeus grunzt dabei genretypisch tief und verzweifelt vor sich hin. Besonders gut weiß Lasse Pelkonens Schlagzeugspiel zu gefallen, das durchaus Abwechslung in die Lieder bringt – bei der Geschwindigkeit ist das nicht immer so einfach. Das alles erzeugt eine dunkle und traurige Stimmung, die zum tiefen Abtauchen und Versinken einlädt. Die Live-Atmosphäre bestärkt das zum einen. Zum anderen reißt es einen aber beim Applaus zwischen den Liedern auch wieder etwas raus. Dafür profitieren die Lieder vom notgedrungen reduzierten Arrangement. Jedes Instrument ist sehr gut zu hören, steht für sich alleine und doch bildet alles einen homogenen Klangteppich. Man merkt in jedem Fall den Zwang zum Essentiellen. Reduktion auf das Wesentliche schadet aber insbesondere in diesem Genre kein bisschen.

Schön sind auch die Dynamikunterschiede: Immer wieder gibt es flüsterleise Passagen auf der einen, und lautere, fulminante Abschnitte auf der anderen Seite. Das unterstreicht die Tragik, die Monumentalität und die Melancholie.

Gibt es nach all dem Lob denn auch etwas zu meckern? Ja! Etwas schade finde ich, dass die Orgel stellenweise alles – wirklich alles – überdeckt. Das ist etwas zu viel des Guten. Auch klingt das Ganze stellenweise etwas dünn – man ist halt bombastische Studioproduktionen gewohnt. All das tut der Qualität des Werks aber insgesamt keinen Abbruch.

Lange habe ich überlegt, ein Lied besonders hervorzuheben, doch sollte „Ordeal“ meines Erachtens als Gesamtwerk gesehen werden. Ein einzelnes Lied herauszureißen wird dem Album nicht gerecht – für einen ersten Eindruck gibt’s natürlich wieder was von Youtube. Übrigens liegt der CD oder LP auch eine DVD mit dem Mitschnitt des Auftritts bei und zwei bereits veröffentlichte, leicht abgewandelte Bonuslieder gibt es obendrauf. Darunter das Lied, das für mich Funeral Doom Metal verkörpert wie kein anderes: „The March and the Stream“.

Quelle: YouTube Channel von Svart Records https://www.youtube.com/channel/UC2DkelwQMahAUN3jOsbNhRg

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