We need more Maultrommel – Månegarm

Månegarm, 2015

Månegarm, 2015

Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen der Band haben die Blackfolkmetaller von Månegarm im November 2015 ihr achtes Album namens „Månegarm“ veröffentlicht. Die Spannung war bei mir persönlich groß – wo würde die Reise hingehen? Mit dem Wikingerschiff über’s Meer oder doch eher durch den duftig-luftigen Sommerwald Schwedens? Bei den schwedischen Wölfen ist ja grundsätzlich alles möglich.

Das Album eröffnet mit der Midtemponummer „Blodörn“. Es beginnt sanft und getragen mit cleaner Gitarre und Fiedel und weitet sich dann zu einem stampfigen Gitarrenrhythmus der übrigens sehr clever von einer Maultrommel akzentuiert wird. Der Gesang wechselt zwischen Blackmetal Growls und Klargesang im Refrain. Nachdem wir uns fast acht Minuten lang im Dreivierteltakt durch den Song gewiegt haben, rundet Sänger  Erik Grawsiö das Ganze mit sanfter Stimme ab.

Danach bewegt sich das Album – wie schon eine Reihe Alben von Månegarm zuvor – im Spannungsfeld zwischen schnelleren, härteren und blackmetal-lastigen Songs (jedoch immer mit einer Spur Folk) und langsameren folkig-akustischen Songs. Zur ersten Kategorie gehört zum Beispiel die schon vorab veröffentlichte Mitgrölhymne „Odin owns ye all“ – übrigens einer von zwei englischsprachigen Songs, alle anderen sind auf Schwedisch gesungen. „Odin owns ye all“ ist eingängig und gibt Gas, gefällt mir aber aufgrund des stark plakativen Charakters in vikingmetaltechnischer Hinsicht nicht so gut. Da gefallen mir „Call of the runes“ – der zweite englische Song und vor allem „Nattramn“ wesentlich besser. „Call of the runes“ hat einen starken Blackmetaleinschlag, wird von einer schönen Fiedelmelodie untermalt und der Gesang wechselt zwischen rauer Rockstimme und blackmetallischen Screams und Growls, lebt aber dennoch auch von einer  eingängigen Melodie und einem eingängigen Refrain. „Nattramn“ ist grundsätzlich ähnlich aufgebaut, jedoch etwas stampfender, insgesamt folkiger und für mich gesanglich intensiver.

In der Kategorie der langsameren akustisch-folkigen Songs stechen für mich vor allem „Vigwerk – del II“ – Fortführung des Zwischenspiels „Vigwerk“ vom Vorgängeralbum „Legions of the north“ – und „Bärsärkarna från Svitjod“ heraus. „Vigwerk – del II“ überzeugt mit wiegendem Rhythmus, akustischer Gitarre und wunderschöner Geigenmelodie. Vollends hin- und weggerissen ist man von dem wunderbar harmonierenden Wechselspiel der sanften Stimme von Ellinor Videfors und der rauh-kraftvollen Stimme von Erik Grawsiö. „Bärsärkarna från Svitjod“ ist rhythmisch raffiniert, die Geigenmelodie ausgefeilt und mittelalterlich anmutend, der Gesang voll Insbrunst, Seele und Kraft. Außerdem: der Song eröffnet mit dem Klang einer Maultrommel und da kann ich doch in Anlehnung an die berühmten Cowbells nur sagen: „We need more Maultrommel!“ Ich finde der urige Klang wertet beide Songs, in denen das Instrument eingesetzt wird, auf und verleiht ihnen Raffinesse.

„Månegarm“ ist ein kraftvolles, seelenvolles Album, das mit wunderbaren Melodien überzeugt. Ab und an fühlte ich mich stilistisch und gesanglich an Fejd erinnert. Der Wechsel zwischen schnelleren, härteren  und langsameren, akustischen Songs ist überzeugend. Die Stärken sehe ich allerdings in der folkigen Ecke. Da haben die Jungs aus Schweden für mich definitiv ihre Stärke – ohne das Headbangpotential zu vernachlässigen.

Quelle: YouTube Channel von Napalm Records (https://www.youtube.com/channel/UCG7AaCh_CiG6pq_rRDNw72A)

Webseite von Manegarm: http://www.manegarmsweden.com/
Facebook: https://www.facebook.com/Manegarmsweden

3 Gedanken zu “We need more Maultrommel – Månegarm

  1. Ein wirklich schönes Album, hat mich beim Reinhören sofort überzeugt. Ich finde die Kombination der Instrumente zusammen mit dem schwedischen Gesand einfach ziemlich cool. Amorphis haben auf ihrem aktuellen Ambum ja auch eine Sitar und Flöte eingebunden und auch das ist richtig klasse. Die Maultrommel gibt dem Ganzen ein wenig mehr Originalität und frischen Wind. Gefällt mir gut. Auch insgesamt ist das Album eines meiner persönlichen Highlights 2015. Da muss ich doch unbedingt mal schauen was es noch so von Manegarm gibt.

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