Sneaken sich ins Ohr – The Fright

Rising Beyond

Rising Beyond

Manchmal ist das Leben schon seltsam. Da hältst du fleißig Ausschau nach Musik, die dir gefällt – du stöberst in Plattenläden, schaust bei YouTube rum – aber nichts will dir so recht zusagen. Und dann flattert dir ganz unerwartet etwas Tolles ins E-Mail Fach und du denkst dir Yeah. So geschehen mit dem neusten Werk der Horrorsleazehardrocker von The Fright namens Rising beyond. Es ist das vierte Album der Thüringer und wurde wegen des Verlusts des Labels in Eigenregie aufgenommen und über eine Crowdfunding Kampagne finanziert. Wenns mal läuft dann läufts, denn zusätzlich musste die Band den Weggang von Drummer Searez verpacken. Wie es scheint, haben The Fright die Widrigkeiten aber gut weggesteckt und ein tolles Album produziert.

Beim ersten Hören war ich zwar schon angetan, doch so richtig gezündet hat es bei mir erst nach einer Weile – was nebenbei bemerkt meist ein gutes Zeichen ist. Für mich gibt es auf Rising beyond zwar nicht den einen oder die zwei herausstechenden Hits doch dafür jede Menge Songs mit eingängigen Melodien und Refrains, die sich ins Ohr sneaken und dort ganz fies und hinterhältig festsetzen, so dass man sich plötzlich beim Mitsummen ertappt.

Der Opener Aquat omnis cinis schafft gleich zu Beginn mit Kirchenglocken und Chorgesang eine bedrohlich gruselige Horrorfilmatmosphäre. Auch das langsamere, melancholische Rise in dawn schafft mit Regengeplätscher, Streichern und der mal sanft schmeichelnden, mal kräftig voran preschenden Stimme von Sänger Lon eine Gänsehautatmosphäre. Ebenfalls getragen und mit einer Gothicrocknote kommt The cave daher. Gegen Ende des Songs mischt sich noch eine glamrockig-pompöse Note hinein.

Flotter, rockiger und härter sind dagegen Hellbound heart, Deadly Runaway, Edward und Living dead society. In Deadly Runaway gefällt mir Sänger Lons Stimme ausgesprochen gut mit ihrem rauen Klang. Edward wartet mit Gastsänger Argyle Goolsby von Blitzkid auf, dessen Stimme wunderbar mit Lons Stimme harmoniert. Außerdem hat der Song einen ziemlich coolen Gitarrenteil. Der etwas härtere Gitarrensound gefällt mir auch bei Running dead society, das mit einem knalligen Solo daherkommt.

Ein Song sticht für mich doch ein bisschen heraus wie ich just in diesem Moment feststellen muss. Wasteland bringt Westernatmosphäre auf die Ohren mit Steelstringsound und drückender E-Gitarre. Im letzten Drittel des Songs wird außerdem ordentlich Gas gegeben, sowohl instrumental als auch stimmlich – da bekommt man echt Bock über die Prärie zu galoppieren und dabei seine Gitarre wild über dem Kopf zu schwenken in einem Gefühl grenzenloser – ach lassen wir das jetzt lieber. Toller Song.

Insgesamt ist Rising beyond ein klasse Album mit ein, zwei kleinen Längen, die aber kaum ins Gewicht fallen. Toller Gitarrensound und vor allem eine wandelbare Stimme, die für mich wie eine geniale Mischung aus Bela B. und Ville Vallo klingt.

Quelle: YouTube Channel von The Fright, https://www.youtube.com/channel/UCDATHk5ikjvaReJPF6zEOLQ)

2 Gedanken zu “Sneaken sich ins Ohr – The Fright

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