To growl or not to growl – neues Trivium Album

Silence in the snow, Trivium

Silence in the snow, Trivium

Anfang Oktober veröffentlichten Trivium ihr siebtes Studioalbum Silence in the snow. Ich dachte erste einmal ganz unbedarft ick freu mir schon und war gespannt darauf, was die Jungs aus Orlando dieses Mal so zaubern.

Die Single Silence in the snow wurde schon vorab veröffentlicht. Frontmann Matt Heafy gab preis, dass der Song eigentlich schon auf das Shogun Album drauf sollte. Mir ist Silence in the snow etwas zu glatt, zu theatralisch und zu Popmusik. Leider ist er quasi wegweisend für einige Songs des Albums – vor allem für den jeweiligen Chorus. Aber auch für den Gesang ist Silence in the snow wegweisend. Trivium verzichten auf dem aktuellen Album vollkommen auf Growlgesang. Nun hat Matt Heafy durchaus eine Cleangesangstimme, die sich hören lassen kann – keine Frage. Laut eigener Aussage hatte er sich ja schon immer gewünscht singen zu können. Glückwunsch, das hat geklappt. Doch leider ist seine Stimme auf die Dauer etwas ermüdend, weil zu wenig variabel. Dieses Gesamtpaket von Stimme, sich ähnelnden Songstrukturen und sich gleichendem Chorus führt tragischerweise dazu, dass man sich irgendwann denkt – häh, hab ich das nicht schon zwei Mal gehört? So zum Beispiel Silence in the snow, Until the world goes cold, Rise above the tides Blind leading the blind.

Dennoch hat das Album durchaus auch seine Stärken, die so einiges wieder gerade rücken. The thing thats killing me wartet mit toller Gitarrenarbeit auf. Pull me from the void ist rhythmisch sehr ansprechend gestaltet, weicht auch mal vom üblichen Schema ab und gefällt mir gitarrentechnisch sehr gut. Der basslastige Anfang und die basslastigen Parts und das Gitarrensolo von Corey Beaulieu in Dead and gone hauen ordentlich rein. Am meisten hat es mir aber irgendwie das Riff in Blind leading the blind angetan. Auch die kleine Einlage an den Drums von Neuzugang Mat Madiro macht Spaß. Allerdings driftet mir der Chorus doch etwas zu sehr in den Pophimmel ab.

Tja, was bleibt nun als Gesamteindruck von Silence in the snow? Ist es schlimm, dass Matt Heafy auf dem Album nicht growlt? Es wurde ja viel darüber diskutiert. Schlimm ist es sicherlich nicht. Ich werde deswegen weiterhin nachts ruhig schlafen können. Es klingt auch alles sehr gefällig. Doch meiner Meinung nach fehlt eine wichtige Komponente, die Würze, Spannung, Härte und Kanten in die Songs gebracht hätte. Es ist alles etwas zu glatt und zu eingängig. Jajaetwas Softness und Eingängigkeit sind per se auch erst mal nicht schlimm und steigender Härtegrad bedeutet nicht um so besserer Song. Aber Abwechslung und Dosierung sind hier für mich die Stichwörter. Ich denke einfach, dass die Band ihr Potential nicht ausgeschöpft hat. Vielleicht kam das Album auch zu schnell. Dennoch ist Silence in the snow kein schlechtes Album.

Ein Gedanke zu “To growl or not to growl – neues Trivium Album

  1. Ich hör auch nochmal in das Album rein – auf das erste Hören war es mir auch zu eintönig. Das nicht gegrowlt wird stört mich ja eher weniger. Mal sehen, vielleicht schafft es das Album ja in mein Musikregal…

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