Whale ahead – Doom Metal in Stuttgart

Ahab, whale

Ahab, whale

Es soll ja bekanntlich positiv für das eigene Hirn sein ab und an neue Wege zu betreten und über den Tellerrand zu blicken. Auf Betreiben meines Bruders wagte ich am 6. November einen solchen Blick und besuchte ein Konzert der Doom-Nautic Funeral-Habichnochwasvergessen Metaller von Ahab. Natürlich wagt man ein solch heikles Unterfangen nicht ohne sich vorher angemessen vorzubereiten. Dank der fachkundigen Beratung meines Bruders gelang es mir aber als Pagan, Thrash und Death Metaller nicht weiter aufzufallen. Die Flöte und der Dudelsack blieben zuhause und noch wichtiger: im richtigen Moment das Richtige tun (Zitat mein Bruder): „Mitgesungen wird da eh nicht groß. Aber sollten sie „The Hunt“ spielen, muss natürlich der Ruf „Whale ahead!“ sitzen – danach geht’s nämlich ab – für Doom-Verhältnisse.“

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High Fighter

Solchermaßen gerüstet konnte nichts schief gehen. Da der erwartete Freitagsstau ausblieb waren wir rechtzeitig im Club Cann in Stuttgart Bad Cannstatt, um die Auslage des Merch Standes zu checken. Nachdem das Angebot für zu bunt befunden wurde, positionierten wir uns locker mitten im noch nicht sehr gefüllten Raum und schon enterte die erste Vorband High Fighter aus Hamburg die Bühne. Was ich positiv anmerken muss ist, dass die Fronterin der Band, Mona Miluski, zu den Damen gehört, die sich trauen zu growlen. Da ging doch glatt mein Herz auf. Allerdings traf der Stoner Metal nicht ganz meinen persönlichen Geschmack. Dennoch sorgte der Auftritt für gute Stimmung und ein erstes Einbangen. Was sich übrigens durch den Abend ziehen sollte, war die Unzufriedenheit der Bassisten mit der Stimmung ihres Instruments, was immer wieder zu Neustimmversuchen in den Pausen zwischen den Songs führte.

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Mammoth Storm, Daniel Arvidsson

Die nächste Band auf der Bühne war Mammoth Storm. Und da gab es einiges zu sehen. Mein Bruder verliebte sich sofort in die braunen Schuhe mit passendem Gürtel und passendem geflochtenem braunem Gitarrengurt des einen Gitarristen – Memo an’s Christkind. Mein Mann hatte sich unterdessen einen Drink organisiert. Der Doom Metal mit Stoner Einflüssen der Schweden gefiel mir ganz gut. Man konnte immer wieder voll in der Musik abtauchen – es gab einige meditative Momente. Allerdings hatte man beim dritten Lied auch das Gefühl, es sei immer noch das erste. Mein Blog Fotograf murrte unterdessen, dass es ja nicht einfach sei, ein haarfreies Bild von Sänger und Bassist Daniel Arvidsson zu bekommen – also ohne Haarvorhang vorm Gesicht natürlich.

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Ahab, Daniel Droste

Schließlich war es soweit und Ahab betraten gegen 21 Uhr die Bühne. Der Club hatte sich unterdessen gefüllt aber wir verteidigten unseren ca. dritte Reihe Mitte Platz. Neben Songs vom neuen Album „The boats of the Glenn Carrig“ wie zum Beispiel „The Weedmen“ spielten Ahab auch ältere Songs wie „Antarctica the Polymorphess“. Auch wenn die sehr langsamen Passagen nicht mein Ding sind, muss ich doch sagen, dass mich die Professionalität und die sichtbare Hingabe der Band begeistert haben. Und die stampfenden, walzenden Parts, in denen Bass, Bassdrum und Gitarre einen wahren musikalischen Dampfhammer formen, die haben mich richtig mitgerissen. Kurz vor Konzertende kam dann endlich der Moment, in dem ich das zuvor Gelernte anwenden konnte. Ahab spielten „The Hunt“ als vorletzten Song. Was soll ich sagen – das Timing stimmte perfekt – Whale ahead – und dann ging es ab…

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3 Gedanken zu “Whale ahead – Doom Metal in Stuttgart

  1. Schöner Bericht. Ich war wie immer begeistert von Ahab, die haben’s halt drauf. ‚The Weedmen‘ zähle ich nun auch live zu meinen Lieblingsliedern. Außerdem muss ich sagen, dass der Club Cann ein wesentlich besserer Veranstaltungsort ist als zum Beispiel der Kellerclub vor 2 Jahren. Nachhaltig beeindruckt haben mich aber vor allem Mammoth Storm. Der durchdringende Bass begeistert mich immer noch – und der Schlagzeuger war natürlich klasse; wenn auch nicht zwangsläufig ob seiner Professionalität.

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    • Ja, die Jungs haben’s wirklich drauf. Hab den Ausflug nicht bereut. Von der Location hängt am Ende dann doch oft mehr ab als man denkt, gell?! Den Schlagzeuger von Mammoth Storm habe ich in meinem Bericht leider sträflich vernachlässigt. Tja, als Schlagzeuger hat man nun einmal Wichtigeres zu tun als die Band im Rhythmus zu halten…oder doch nicht :-).

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  2. Tatsächlich ist mir die Genialität des Schlagzeugers von Mammoth Storm entgangen – ich war viel zu beschäftigt ein Bild vom Sänger zu machen wo man auch ein wenig Gesicht sieht und nicht nur Haare 🙂
    Ahab haben es musikalisch ziemlich drauf, allerding ist der Stil nicht so ganz meins. Live gern, nur zum Albumkauf reicht es bei mir nicht. Oh – und sie haben farbige Band-Shirts, das ist fast eine Revolution im Metal…

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