Song des Monats 07/15

Skyforger von Amorphis

Skyforger von Amorphis

Ich liebe Amorphis. So, nun ist es raus. Die Selbsthilfegruppe „Hilfe, ich liebe Amorphis“ trifft sich übrigens immer an schwarzen Wintertagen. Haha – genug ausgeflippt. Der Song des Monats kommt deshalb also von Amorphis als kleine düster-melancholische Abkühlung in diesen heißen Tagen. „Sampo“ findet ihr auf dem 2009 erschienenen Album „Skyforger“.

Hier haben Amorphis alles das in einen Song gepackt, was ihre Musik für mich ausmacht. „Sampo“ bewegt sich im Spannungsfeld zwischen filigranen Melodiegespinsten und kraftvoll-düsteren und dramatischen Wegblasmomenten. Das spiegelt sich wirklich herrlich bei allen Musikern der Band wider. Santeri Kallio am Keyboard spielt mal perlende Töne in den softeren Parts, dann wieder haut er orientalisch anmutende, aufpeitschende Klänge raus. Dabei liegt nicht selten der gesamte Weltschmerz in seinem Gesicht.

Schlagzeuger Jan Rechberger streichelt mal sanft über die Hi-Hats als ob er Omas Lieblingstasse vom Staub befreien wollte und legt dann wieder mit mächtig viel Kraft los als ob er das hässliche Ding nun doch lieber zerkloppen würde – allerdings alles in vertretbarem Tempo. Niclas Etelävuori am Bass hat definitiv die Coolness eines finnischen Bassisten. Er rockt völlig gelassen und verpasst Sampo damit einen soliden Unterbau.

Natürlich bin ich auch ein riesiger Fan von Tomi Joutsens Stimme. Sie fasziniert mich einfach immer wieder auf’s Neue. In den soften Passagen ist sie weich und zartschmelzend wie eine Lindor Kugel, die man in der Sonne vergessen hat, im nächsten Moment bläst sie einen mit der aggressiven Kraft eines Kärcher Hochdruckreinigers vom Sofa. Die Kombination von warmer Clean- und derber Growlstimme ist in „Sampo“ besonders faszinierend gelungen. Nicht zuletzt tragen die Gitarristen Tomi Koivusaari und Esa Holopainen dazu bei, dass der Song ein Kracher ist. Ich liebe die kühle, messerscharfe Präzision des Gitarrensounds der beiden. Jeder Ton und jedes Riff kommt genau auf den Punkt, wie das sprichwörtliche schweizer Uhrwerk. Auf diese Weise entwickeln die beiden Gitarrenklangwände, die mich begeistert in die Hände klatschen lassen. Allerdings ist Koivusaari dabei eher die Stimmungskanone, die auch mal mehr oder weniger zaghaft ein bisschen Show mit einbaut, während Holopainen gut und gerne mal für mehrere Songs hinter einem Vorhang aus blondem Haar abtaucht, unter dem dann die tollsten Töne hervorkommen.

Das gesamte Ding geht direkt ins Ohr und flutscht von da ohne Umschweife direkt in die Seele. Hört euch „Sampo“ einfach an – man kann es nur schwer mit Worten beschreiben – und holt euch etwas finnische Abkühlung in die Bude.

Quelle: YouTube Channel von Nicky Hendriks (https://www.youtube.com/channel/UCf6eAABP8sQ6bkpog5vztcg)

Für weitere Infos: http://www.amorphis.net

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