Echte Männer braucht das Land – Accept in Filderstadt

Accept Albumcover Blind Rage

Aktuelles Album von Accept: Blind Rage

Wir schreiben den 29.10.2014. Es ist Zeit für Gitarren, Bässe, Kutten, Lederzeug, Dauerwelle und Stirnband. Es ist Zeit für Motoröl und Wernerfeeling. Es ist Zeit für – Männermusik. Was ich damit zu tun habe? Na ich klebe mir meinen Schnurrbart an und mache mich, meinem Mann zuliebe und mit ihm gemeinsam, auf zum Accept Konzert in Filderstadt in der Filharmonie.

Nachdem wir – wohl nicht auf dem richtigen Wege, aber immerhin – unser Auto auf dem Parkplatz der Halle abgestellt haben, folgen wir dem Rockerstrom auf eine kurze Wanderung gen Veranstaltungsort. Jacke abgeben und ein kuscheliges Plätzchen suchen, dann harren wir der Dinge die da kommen. Die Stimmung ist bierselig, das Publikum 80er rockermäßig und 1-2 Jährchen älter als wir, der Männeranteil hoch. Doch auch eine beachtliche Anzahl ebenso 80er mäßiger Frauen sichten wir. Die Location sieht jetzt allerdings weniger der Hinterhofgarage gleich, in der gleich standesgemäß gerockt wird, sondern eher wie die gediegene Turnhalle beim Abiball.

Es geht los – Damnation Day aus Australien haben die ehrenvolle Aufgabe, das Publikum anzuheizen. Nun ja, wenigstens beim Zentrum der ersten Reihe funktionierte das. Wie soll es anders sein – auch die Musik, die Damnation Day zum Besten geben, ist 80er. King Diamond winkt fröhlich um die Ecke. Der Sound ist leider sehr verwaschen und was am meisten in Erinnerung bleibt, sind die unglaublichen Kreischhöhen, die der Sänger völlig ohne Wäscheklammern erreicht – Respekt!

Nach einer kleinen Umbaupause erscheint zunächst das Schlagzeug und schließlich auch der Rest von Accept auf der Bühne und haut gleich richtig rein. Das Publikum nutzt die ersten 1-2 Lieder allerdings noch für ein wenig Stretching und einige Aufwärmübungen – man ist ja auch nicht mehr ganz jung – aber dann…. Angeheizt durch Gitarrist Wolf Hofmann und Bassist Peter Baltes, die unermüdlich sämtliche nur möglichen Rock- und Metalposen auspacken – wird geklatscht, genickt, gebangt, gesungen und auch das ein oder andere Teufelshörnchen traut sich hervor. Sänger Mark Tornillo unterstützt während längerer Solopassagen Stefan Schwarzmann an seinem virtuellen Schlagzeug. Überhaupt das Schlagzeug – es ist golden und glitzert und auf der Basedrum hüpft ein lustiges Licht bei jedem Schlag hoch und runter und… äh….Männermusik. Männermusik! Der zweite Gitarrist, Herman Frank post zwar auch manchmal mit, hält sich aber insgesamt eher im Hintergrund. Man möge mir verzeihen, dass ich mich mit den Liedern von Accept kaum auskenne, aber der Experte an meiner Seite versicherte mir, dass nur wenige Lieder vom neuen Album gespielt wurden – zum Beispiel der Opener Stampede – und ansonsten eher ältere Songs zum Besten gegeben wurden. Der Sound ist, wie leider in vielen Hallen, etwas verwaschen, dennoch bringen die Jungs die Halle 2 Stunden lang zum Rocken. Mir persönlich gefiel das Battle zwischen Wolf und Peter am besten. Da merkt man, was die Jungs drauf haben. Die letzte halbe Stunde spielen Accept als Zugabe einige Gassenhauer wie „Balls to the wall“ oder „Teutonic Terror“ und da rasten nun wirklich alle aus und ooooooohen mit. So – und jetzt kommt der Schnurrbart wieder ab!

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