Blodsvept – mehr Humppa für alle

Album-Cover Blodsvept

Album-Cover Blodsvept, erschienen am 22.03.2013 bei Century Media

Als großer Fan des finntrolllischen Däthmätelhumppa muss ich das 2013 erschienene Album Blodsvept von Finntroll natürlich einer näheren Untersuchung unterziehen. Verzückung oder blutende Ohren? Hören wir mal. Das Album beinhaltet 11 Songs, die sich längenmäßig zwischen guten drei und guten 5 Minuten bewegen.

Die Scheibe eröffnet mit dem markant rockigen, gitarrenlastigen und düsteren „Blodsvept“. Ein stampfendes Riff und eine im Hintergrund bleibende Polkamelodie machen den Song eingängig und animieren dazu, einen Pogo im Wohnzimmer hinzulegen. Doch dabei bleibt es nicht. Mit „Ett Folk Förbannat“ nehmen die Finnen etwas mehr Tempo auf, die Gitarren bleiben zwar dominierend, doch das Keyboard unterstreicht diese mit einer mythisch, märchenhaft anmutenden Melodie. „När Jättar Marschera“ hingegen setzt auf Bläser, Humppa und schöne Basspassagen und ist vom Tempo her wieder etwas mehr zurückgenommen. Aber keine Angst, die Lederhose und die Paradeuniform können im Schrank bleiben bis zum nächsten Heimatabend, denn mit dem was wir unter einem Marsch verstehen, hat „Nar Jättar Marschera“ trotz des Songtitels nichts zu tun. „Mordminnen“, der vierte Track auf dem Album shufflet mit perlenden Drumbeats und Bläsern. „Rösets Kung“ wirkt wie ein Mix aus russischem Volkslied mit Dixieeinflüssen und hymnischen Metalelementen. Erwähnt sei auch der exzellente, Gänsehaut erzeugende ähm…Gesang. Mit dem 6. Track „Skövlarens Död“ begeben sich Finntroll wieder in härtere Gefielde. So erzeugen sie in dem Song mit rollenden, drückenden Gitarren und dumpfen Drumbeats eine bedrohliche Stimmung. Die folkingen Elemente dürfen aber natürlich nicht fehlen. Der Song nimmt ab der Mitte nach und nach Fahrt auf und bindet ein rasantes Slayer-Gitarrensolo ein. „Skogsdotter“ wartet mit folkigem Banjoklang, Bläsern, speedmetallischen Einlagen und Humpparhythmus auf und es entsteht ein punkiges Flair. Komisch, man möchte ständig herumhüpfen… Der 8. Track, „Häxbrygd“ enthält eine orientalisch angehauchte Bauchtanzpassage. Alles in Allem sieht man bei dem Song vor dem inneren Auge fröhliche Trollkrieger um ein Lagerfeuer tanzen. „Två Ormar“ mixt wieder Humppa mit Deathmetal-Elementen und spielt mit mystischen Keyboard-Märchenmelodien. Es geht dann quasi rhytmisch und vom Stil her direkt über in den 10. Song „Fanskapsfylld“. „Midvinterdraken“ ist bedrohlich, mythisch und episch und der deathmetallischste (ja steht im Duden) und letzte Song des Albums.

Inhaltlich geht es in den Songs wie gewohnt reichlich blutig, mythisch und hexisch zu. Sprich das gewohnte Personal an Trollen, Riesen, Hexen und ähnlichen Geschöpfen wird besungen.

Fazit: Finntroll graut es vor gar nichts….und da ist gut so. Man stelle sich die Trolle im Tonstudio vor einem großen schmiedeeisernen Kessel vor, die Trollohren wippen, die gruselig geschminkten Gesichter grinsen diabolisch, während sie fröhlich etwas Pagan- und Folkmetal, eine Prise Deathmetal, eine Portion Punk, ein Stückchen Polka und einen Hauch Dixie darin mixen. Es blubbert, pufft, bunte Blitze schießen, Rauch steigt auf und hex, hex – da draus konnte ja nichts werden. Also wegschütten und neu einrühren? Nein, man kann es bei den Zutaten kaum glauben aber sie ergeben tatsächlich eine wahnsinnig (im doppelten Wortsinn) kraftvolle, mitreißende Mixtur. Mal hart, mal balkanisch-melancholisch, bedrohlich, mythisch und wodkaschwanger-fröhlich. Bang- und Hüpfgarantie. Wer da nicht durchdreht ist entweder auf dem Sofa festgeklebt, tot oder …. Gott bewahre …. Florian Silbereisen Fan.

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